Initiative Zukunftsenergien

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Planet Erde, wir haben ein Problem!

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Kann die Natur die rasante industrielle Entwicklung und ihre Folgeerscheinungen eigentlich noch verkraften? Oder hat die Erwärmung der Erdatmosphäre schon bleibende Schäden angerichtet? Welcher Zusammenhang besteht zwischen sterbenden Korallenriffen und Asthma-Kranken in Trinidad? Welcher besteht zwischen dem Verschwinden von tierischem Plankton in den Weltmeeren und der Karibus in Alaska, die sich einen neuen Lebensraum suchen? Kann nur ein Grad mehr auf der Temperaturskala, das verheerende Grad zuviel sein? Kann nur ein Grad die Renaissance der Atomkraft bedeuten?

von Erwin Wimmer (Sprecher des IZ-Vorstand)

Haben Sie sich schon einmal, etwa beim Kaffee-Kochen darüber Gedanken gemacht, dass der gebuchte Urlaub mit dem oben beschriebenen Zusammenhang etwas zu tun hat? Etwa ein Zehntel der Weltbevölkerung besitzt ein Auto und ca. drei Milliarden Menschen haben einen Stromanschluss. Bald sieben Milliarden Menschen erheben nunmehr den Anspruch auf die uneingeschränkte Weltwährung der Zivilisation Namens „Energie“. Im Jahre 2050 sind es Prognosen zu folge neun Milliarden.

 Etwa 12,5 Millionen Tonnen Erdöl und nochmals 12,7 Millionen Tonnen Kohle verfeuert der Mensch am Tag und setzt dabei im Jahr 32,5 Milliarden Tonnen CO2 frei. Zum Vergleich lag der CO2 Haushalt vor der Industriellen Zeit bei etwa 385 Millionen Tonnen. Das ist eine Steigerung um den Faktor 75 - bei steigender Tendenz.

Aktuell wurden bis jetzt etwa 1.400 Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt, was bis zu 200 Jahre in unserer Atmosphäre verbleibt. Die Diagnosen der Wissenschaft ist eindeutig: Der Globus überhitzt durch die Freigabe des CO2 aus über 800 Millionen Autoauspuffen, aus tausenden Kraftwerken quillt und stündlich über tausend Hektar Regenwald für Soja und Palmölplantagen abgeholzt werden. Wie das Dach eines Treibhauses legt sich der größte Emissionsträger CO2 um das Raumschiff Erde und nach neuesten Prognosen wird der Ausstoß in den nächsten drei Jahrzehnten um etwa 56 Prozent zunehmen. Die Zunahme wird am stärksten in Entwicklungsländer stattfinden und die Menschen in den Entwicklungsländern werden auch am stärksten unter dem Klimawandel leiden, der aber wiederum durch die Industrienationen eingeleitet wurde.

Gerade jetzt, da das Ölzeitalter unwiderruflich seinem Ende entgegengeht, suchen besonders viele Menschen, vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern, Anschluss an diese Ära. Sie wissen: Ohne Rohstoffzufuhr kommt ihr Wachstumsmotor unweigerlich ins Stottern. Erdöl ist ihr Überlebenselixier, es ist die Droge der Menschheit.

Jenseits aller ideologischen Grabenkämpfe um eine sichere Rohstoffversorgung sind sich die meisten seriösen Wissenschaftler einig, dass trotz verbesserter Bohrtechniken und Ausweitung der Produktion auf die schwerabbaubaren Schiefervorkommen und Ölsande in fünf bis zehn Jahren der historische „Peak“ der Ölproduktion erreicht sein wird. Dann geht sie stetig bergab- und das bei steigendem Bedarf weltweit.

Je heftiger das fossile Feuer in den Öfen lodert, in den Motoren brennt und Generatoren antreibt, desto schneller kann sich ein Land entwickeln. Erdöl ist, wie der amerikanische Energiefachmann Daniel Yergin geschrieben hat, „die treibende Kraft der Industriegesellschaften und das Lebensblut der Zivilisation“.

Die gute Nachricht: Dass fossile Rohstoffe sozusagen über Nacht zu dem vielfach zitierten, kaum mehr erschwinglichen „schwarzen Gold“ werden oder womöglich gar nicht mehr ausreichend erhältlich ist, ist trotz aller Gefahren und Engpässe unwahrscheinlich. Und immer wieder hat es des Menschen Erfindungsreichtum vermocht, neue Energiequellen zu erschließen oder zu erfinden.

Die schlechte Nachricht: Das Zeitalter des billigen Erdöls ist definitiv vorüber. Die Menschheit wird spätestens in der nächsten Generation bitter dafür bestraft werden, dass sie immer noch so tut, als könnte sie über fossile Rohstoffe aus dem Bauch der Erde weiter nach belieben verfügen. Energiesparen und das Fördern regenerative Ressourcen wie Sonne, Wind und Biomasse sind dringend erforderlich – auch wenn diese erneuerbaren Rohstoffe in einem Energiemix aus Öl, Gas, Kohle und Atomstrom selbst langfristig bestenfalls ein Viertel des Bedarfs von Industriestaaten decken dürften.

Was ist aber die Lösung? Können wirklich die regenerativen Energieträger eine schnelle Abhilfe schaffen ohne einen weiteren, neben dem Klimawandel, paradoxerweise nachhaltigen Supergau auszulösen? Die Antwort finden wir wenn, dann nur alle gemeinsam!

Spätestens 1972 begannen belastende Diskussionen über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft.

Mit "Grenzen des Wachstums" wurde anhand der damals aktuellen Daten, Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung hochgerechnet. Die ökologischen Grenzen (absehbares Ende der natürlichen Ressourcen) einer lediglich auf steigendes Wirtschaftswachstum setzenden Weltwirtschaft, wurden erstmals aufgezeigt.

Die Kernaussage des Club of Rome, die wohl bekannteste aber zugleich nur eine der warnnenden Aussagen, die sich stetig vermehren und für solche Veröffentlichungen verantwortlich sind, decken sich aber alle in den Grundzügen. Wesentliche Aussagen der Berichte sind:

  • Die Bevölkerung nimmt weiter zu
  • Die Zunahme erfolgt in den ärmsten Ländern
  • Der Reichtum der Industriestaaten und Armut der Entwicklungsländer klaffen immer weiter auseinander
  • Nahrung für mehr Menschen, Übernutzung des Bodens, Abwanderung in Großstädte, Abholzung des Regenwaldes und Ausdehnung der Wüsten. Eine ständig nach oben steigende Spirale zeichnet sich ab
  • Die steigende Luftverschmutzung lässt eine Klimaverschiebung befürchten
  •  Zunehmender Kohlendioxidausstoß wird einen merklichen Anstieg der Temperaturen mit der Folge steigenden Meeresspiegels und zunehmender Überflutungen bewirken
  • Zunehmende Vergiftung macht die Erde unbewohnbar und das Trinkwasser knapp
  • Die Energieressourcen des Planeten werden auch im Jahre 2020 zu 80 % aus fossilen Energieträgern sein

"Trotz eines größeren materiellen Outputs werden die Menschen auf der Welt in vieler Hinsicht ärmer sein, als sie es heute sind." In Zukunft werden deshalb viele Menschen aus wirtschaftlicher Not flüchten. Die Prognose globaler Flüchtlingsströme war neu hinzugekommen. 1987 erschien eine UNO-Studie zu Umwelt- und Entwicklungsfragen, die nach der Federführenden norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundlandt benannt wurde. Diese Studie führte aus, daß die Umwelt als Quelle allen Lebens durch zu stürmisches Wirtschaftswachstum in höchster Gefahr ist.

  • Der Treibhauseffekt durch ständige Freisetzung von Kohlendioxid infolge steigenden Energiebedarfs (wobei ein Mensch in einem Industrieland zurzeit etwa 40mal soviel Energie wie beispielsweise ein Afrikaner südlich der Sahara benötigt) wird das Klima verändern
  • Das Waldsterben (insbesondere in der BRD und Europa) und der Zwang von mehr als 700 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze, ihre Umwelt zu überlasten, bedrohen das Überleben der Menschheit
  • Nationale Grenzen sind für diese neuen Bedrohungen völlig bedeutungslos! Nur eine Entwicklung auf Dauer kann eine Zukunft bieten.

"Die Warenproduktion bildet in aller Regel die Basis für Wachstum und Entwicklung ... Die Produktion müsste um das Fünf- bis Zehnfache erhöht werden, bis der Verbrauch von Fertigprodukten in den Entwicklungsländern das heutige Niveau der Industrieländer erreicht hätte ... Wie aber kann die Erde die Last einer solchen Industrieproduktion tragen, wenn wir heute schon an der Grenze der Belastbarkeit angelangt sind?" Diese Studie belegte: Lebensstil und Wertvorstellungen der Industrienationen sind weder verallgemeinerbar, noch auf Zukunft fortzuführen.

Die Wachstumsillusionen, die einen ständig steigenden Lebensstandard mit Lebensqualität verwechseln, sind - trotz dieser Studien - ungebrochen. Auch in den neuen Werten des naturverträglichen Handelns setzen sich vor allem jene Vorstellungen durch, nach denen nach wie vor – umweltfreundlicher gestaltet - ungebrochen weiterproduziert wird.

Die Industrieländer sind Hauptverursacher der Klimabeeinflussenden Emissionen. Beim Ausstoß von Kohlendioxid haben sie durch Verbrennung fossiler Energieträger zusammen einen weltweiten Anteil von drei Fünfteln.

Allein in den USA sind 35 % aller in der Welt vorhandenen PKW in Betrieb, jeder Zweite fährt ein Auto. In Afrika hingegen ist es bisher nur jeder 92. und in der VR China nur jeder 1108........Seine Übertragung auf die Entwicklungsländer hätte verheerende Folgen. So würde sich das weltweite PKW-Aufkommen verfünffachen, wenn die Entwicklung des Individualverkehrs in den OECD Staaten auch in der übrigen Welt einträte. Eine entsprechende Zunahme der CO2-, SO- und Blei-Emissionen wäre die Folge. Eine interessante Aussicht für die Automobilindustrie - aber sicher der endgültige ökologische Kollaps der Erde bei keiner technologischen Weiterentwicklung.

Etwa ein Viertel der Schadstoffbelastung, die ein Auto während seines "Lebens" abgibt, fällt bereits durch die Herstellung an. Diese Rechnung ergibt sich daraus, dass die meisten Autos mehr "Stehzeuge" als Fahrzeuge sind. Nur 10 - 15% ihrer "Lebensdauer" im Durchschnitt werden sie zum Fahren genutzt.

Rund 21 Stunden pro Tag stehen die Fahrzeuge. Unbestritten ist, dass die Dritte Welt enormen Nachholbedarf an Infrastruktur hat, allein schon, um zukünftig Nahrungsmittel- und Energieversorgung für alle gewährleisten zu können. Jede Übertragung (oder gar Steigerung) von Individualverkehr würde weitere nicht abzuschätzende ökologische Schäden und Ungleichverteilungen zur Folge haben.

Ein von Mensch verursachter Klima-Gau?

Die globale Klimaerwärmung (global warming) beruht auf der Eigenschaft der Erdatmosphäre, die Wärmebestrahlung der Erdoberfläche und bodennaher Luftschichten in das Weltall zu verringern. Ohne diesen » natürlichen Treibhauseffekt « läge der bodennahe Weltmitteltemperatur heute nicht bei 15,5° C, sondern bei lebensfeindlichen -18° C. An diesem gewünschten Treibhauseffekt sind als wichtigstes natürliches Treibhausgas der Wasserdampf mit 61 %, Kohlendioxid (CO 2) mit 21 %, bodennahes Ozon (O 3) mit 7 % und andere Gase mit 11% beteiligt. Sowohl die atmosphärische Konzentration der Treibhausgase als auch die globale Mitteltemperatur sind natürlichen Schwankungen unterworfen, die jedoch zunehmend durch den Einfluss menschlicher Aktivitäten überlagert werden. Diese führen zur Anreicherung der Treibhausgase und zu einer globalen Erwärmung (anthropogener Treibhauseffekt)

Klimabilanz

Das Jahr 2004 war das viertwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1861, das Jahr 2010 das wärmste mit +0,58° C überhaupt! Die Temperatur an der Erdoberfläche lag im Jahresdurchschnitt um 0,44° C über dem Mittel der Jahre 1961- 1990 (14,0° C; Abweichung 2003: + 0,49° C, 1998: + 0,54° C). Die letzten 15 Jahre (1995- 2010) waren - mit Ausnahme von 1996 – die wärmsten seit beginn der Beobachtung. Im 20 Jahrhundert hat sich das Weltklima um mehr als 0,6° C erwärmt, das Tempo des Anstiegs hat sich seit 1976 deutlich erhöht.

Steigt die Durchschnittstemperatur um +2 ° C (Klimakatastrophe) hätte dies verehrende Folgen für die ganze Welt.
Regional waren Klimaextreme wie schon in den Vorjahren sehr unterschiedlich verteilt: Hitzewellen gab es u.a. Juni/ Julie in Südspanien, Portugal und Rumänien (Temperaturen bis 40° C), den ganzen Sommer über in Japan, im Februar in Ostaustralien (Temperaturen bis 45° C) und in der letzten März Wochen in Nordindien (mehr als hundert Tote). Von Kältewellen betroffen waren im Julie die Hochanden im Süden Perus (92 Tote), zum Jahreswechsel 2003/2004 größere Gebiete in Südasien (600 Tote) und im Januar 2004 Nordindien und Bangladesch (Temperaturen 6- 10°C unter dem Durchschnitt). Dürreperioden wurden u.a. beobachtet Anfang 2004 in Ost und Südafrika, Mosambik, Lesotho und Swasiland, ganzjährige im Süden Ugandas, Kenia (Nahrungsmittelproduktion um 44,3 % zusammengebrochen), Somalia, Eritrea sowie von August bis Oktober in Südchina (schlimmste Dürre seit 54 Jahren). Sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen kam während der Monsunzeit (Juni- September) in Nordindien, Nepal und Bangladesch (1800 Tote, schlimmste Überschwemmung seit mehr als 20 Jahren), im Juni/ Julie in Südostchina (1000 Tote). im Januar in Brasilien (161 Tote), Ende Mai in Haiti (Hurrikane – Jeanne- , mehr als 3000 Tote), September Hurrikane Katharina (1.600 Tote)

Folgen des Klimawandels

Der in den letzten Jahren beobachteten Anstieg des Meeresspiegels um 10- 20 cm ist wahrscheinlich Größenteils auf die globale Erwärmung zurückzuführen. Dieser Vorgang könnte durch das Abschmelzen der polaren Eiskappen beschleunigt werden. Das Meereis in der Arktis ist heute nur noch halb so dick wie vor 50 Jahren, seine Ausdehnung lag 2004 das dritte Jahr in Folge deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt (-13% gegenüber der Periode 1973- 2003). Es wird damit gerechnet, dass bis zum Jahr 2070 20- 40% des Nordpoleises abgetaut sein werden. Im Februar 2005 im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichte Satellitendaten deuten darauf hin, dass auch die Eisdecke der Westarktis dünner wird.

 Bis zum Jahr 2100 rechnet die auf UN Ebene eingerichtete Zwischenstaatliche Kommission für Klima Veränderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) mit einem weiteren Anstieg der globalen Mitteltemperaturen um 1,4 bis 4,8°C und des Meeresspiegels um 19 bis 70 cm, falls keine geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Auf einer Expedition des deutschen Forschungsschiffs Polarstern 2004 gewonnen- Erkenntnissen könnte der Klimawandel am Nordpol wesentlich schneller erfolgen als bisher angenommen. Bis Ende des Jahreshunderts ist eine Erwärmung um 2- 4°C möglich, im Sommer wäre der Nordpol dann Eisfrei.

Die globale Erwärmung wird darüber hinaus schwerwiegende und unumkehrbare Folgen für die landwirtschaftliche Produktion, Trinkwasserreserven, menschliche Siedlungen, Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria und Cholera, sowie für die Artenvielfalt haben. Von den Auswirkungen am stärksten betroffen sein werden Entwicklungsländer und Inselstaaten.

In den kommenden Jahrzehnten muss mit mehr Stürmen, heftigeren Niederschlägen, mehr Überschwemmungen und mit mehr Hitze- und Dürreperioden gerechnet werden.
U.a. erwartet das IPCC, dass:

  • sich die Zahl der in Ländern mit ungenügenden Trinkwasserreserven lebenden Menschen bis zum Jahr 2025 auf fünf Milliarden verdreifachen wird
  • sich die Auswirkungen der Luftverschmutzung in den Städten verschlimmern wird
  • bis Ende des 21 Jahrhunderts jeder zweite Gletscher in Europa geschmolzen sein wird
  • es in Südeuropa extrem Hitzewelle und in Wintersportregionen wesentlich weniger Schnee geben wird
  • sich das absterben der Korallenriffe in Folge der Erwärmung der Ozeane fortsetzt. Heute gelten 27% aller Korallenriffe als schwer beschädigt (1992: 10%) bis 2030 könnten 60 % komplett verschwunden sein
  • die Ernteerträge in tropischen und subtropischen Regionen zurückgehen wird wenn nicht komplett zum erliegen
  • für Millionen von Menschen das Überschwemmungsrisiko zunehmen wird
  • etc…

Die Folgen des Klimawandels für die menschliche Gesundheit wurden erstmals systematisch in einer im Dezember 2003 vorgelegten Studie der Weltgesundheitsorganisation untersucht. Danach ist der Klimawandel für 2,8% aller Durchfallerkrankungen und für 2% aller Malariaerkrankungen verantwortlich. Im Jahr 2005 forderte er weltweit 650.000 Todesopfer und verursachte 5,5 Mio. verlorene oder durch Krankheit eingeschränkte Lebensjahre (sog. DALYs = Disability Adjusted Life Years).

Ursachen der Klimaerwärmung

Über den Zusammenhang zwischen menschlichen Aktivitäten und beobachteter Erwärmung gibt es eine anhaltende wissenschaftliche Kontroverse. Der jüngste IPCC- Bericht spricht jedoch von – neuen und stärkeren Beweisen-, dass der überwiegende Teil der globalen Erwärmung der letzten 50 Jahre vom Menschen verursacht wurde. Hauptverantwortlich für die Erwärmung ist demnach der in den letzten Jahrzehnten rasch gewachsene Ausstoß von Treibhausgasen.
 Der Ausstoß des wichtigsten Treibhausgases CO² durch die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas,) durch den Menschen hat sich im Laufe der Industrialisierung von 342 Mio. t im Jahr 1860 auf 27,6 Mrd. t im Jahr 2009 etwa um den Faktor 75 erhöht. Zwischen 1990 und 2003 lag der Zuwachs insgesamt bei fast 20 %, allein zwischen 2007 und 2008 stiegen die Emissionen um 3,9%. Zwischen 1751 und heute wurden insgesamt mehr als 1.140 Mrd. t CO2 freigesetzt, mehr als die Hälfte davon seit Mitte der 1970er Jahre.

Die globalen Emissionen des zweitwichtigsten Treibhausgases Methan (CH4) lagen nach jüngsten Schätzungen (2008) für das Jahr 2004 bei 510 Mio. t, damit fast fünf mal so hoch wie in der vorindustriellen Zeit und ist bis zu dreißig mal aggressiver als CO². Auf Viehhaltung und Reisanbau entfallen gemeinsam mehr als die Hälfte der Emissionen, weitere bedeutsame Quellen sind die Biomasseverbrennung, die Kohleförderung Mülldeponien und die Erdgasförderung. Weitere Treibhausgase sind Distickstoffoxid (NH2), teilhalogenierte Kohlenwasserstoffe (H- FKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6).

Die vom Menschen ausgestoßenen Treibhausgase verbleiben bis zu 200 Jahre in der Atmosphäre, bevor sie durch chemische/ biologisch Prozesse (wie die Photosynthese im Falle des Co²) wieder entfernt werden.

 Die Konzentration des wichtigsten Treibhausgases CO² in der Erdatmosphäre nimmt im Mittel der 1990er Jahre mit etwa 1,5ppm (parts per million) pro Jahr zu und lag im Jahr 2006 mit 386 ppm um mehr als ein Drittel über dem vorindustriellen Wert 280 ppm. Im März 2006 wurde auf Hawaii 391 ppm und damit eine deutliche Beschleunigung des Konzentrationsanstiegs gemessen.

Ein zusätzlicher Beitrag zum Anstieg der atmosphärischen CO² Konzentration resultiert aus der Abholzung von Waldflächen, die bei ihrem Wachstum CO² aus der Luft einbinden und deshalb im CO² Kreislauf als – Senke- fingieren. Der Beitrag der Entwaldung wird derzeit auf etwa 5,9 Mrd. t CO² pro Jahr geschätzt.

Klimaschutz

Nach Einschätzung des IPCC kann der weltweite Ausstoß an Treibhausgasen bereits mit vorhandener Technologie und ohne wirtschaftliche Einbußen erheblich reduziert werden. Die Hälfte des technischen Einsparpotenzials könnte so erschlossen werden, dass der wirtschaftliche Nutzen (u. a. durch verringernden Energieverbrauchs) größer als die Kosten wäre. Nach einer Untersuchung der IEA könnten die Industriestaaten allein durch Einführung strengerer Verbrauchsstandards für elektrische Geräte in privaten Haushalten bis 2010 ihre CO2- Emissionen um 320 Mio. t- entsprechend 30 % ihrer Reduktionsverpflichtungen aus dem Kyoto- Protokoll reduzieren. Die Mehrkosten für die effizienteren Geräte würden dabei durch wesentlich niedrigere Verbrauchskosten mehr als ausgeglichen.
Neben diesen Gegenmaßnahmen (-mitigation-) betont das IPCC die Notwendigkeit von Anpassungsmaßnahmen (Adaptation), da sich eine weitere Erwärmung in den nächsten Jahrzehnten wegen der langen Verweildauer der Treibhausgase in der Atmosphäre nur noch zum Teil vermeiden lässt. Europa wird demnach etwa 1,8 % seines Bruttosozialprodukts (BSP) aufwenden müssen, um sich –etwa durch Deichbau oder Anpassung der Landwirtschaft- gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen. In vielen Entwicklungsländern werden die Anpassungskosten auf 12% des BSP oder höher taxiert. In besonders betroffenen Staaten wie Bangladesch, das wegen der langen, tief liegenden Küstenlinie extrem vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen sein wird, sogar auf 30%

Umweltkatastrophen

Die Häufigkeit großer Naturkatastrophen hat sich seit den sechziger Jahre mehr als verdoppelt, die daraus resultierender wirtschaftliche Schäden sind auf das siebenfache und die versicherten Schäden gar auf das Vierzehnfache angestiegen. Immer mehr Menschen fallen diesen Katastrophen zum Opfer, nicht zuletzt, weil die Siedlungsdichte in Hochrisikogebiete wie z. b. an der Küste Floridas zunimmt und Risikogebiete immer größer werden.
Mit Ausnahme von Erdbeben sind praktisch alle Naturkatastrophen wetterbedingt. Wenngleich eine Zunahme extremer Wetterereignisse heute noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, geht die Klimaforschung davon aus, dass die fortschreitende Erwärmung der Erdatmosphäre in den nächsten Jahrzehnten zu einem vermehrten Auftreten von Stürmen, Überschwemmungen und Dürren führen wird.
In der jährlichen von der Münchner Rück erstellten Bilanz der (bedeutenden) Umweltkatastrophen wurden für 2005 insgesamt 730 Ereignisse aufgeführt, direkt dabei starben mehr als 60.000 Menschen und der Volkswirtschaftliche Schaden beläuft sich auf 56 Mrd. US-$.

Energienutzung

Die Debatte über die Zukunft der Energieversorgung nimmt angesichts wachsender Gefahren durch die globale Erwärmung und den Preisanstieg bei fossilen Energieträgern durch instabile Förderregionen (v.a. Erdöl) an Intensität zu. Weitgehend unstrittig ist die Notwendigkeit, die Effizienz der Energieumwandlung (z. b. durch höhere Wirkungsgrade, d. h. bessere Brennstoffnutzung in Kraftwerken) zu steigern und Endenergie (z. b. durch wärmeisolierte Häuser, sparsame Autos und Haushaltsgeräte) einzusparen. Wesentlich kontroverser ist die Frage nach dem Energiemix der Zukunft: Sollte der Klimagefahr und der Verknappung fossiler Energieträger eher mit dem Ausbau der (quasi CO²- freien) Atomenergie oder besser mit der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energiequellen werden? Nur ein Weg für eine nachhaltige Zukunft besitzt Legitimität
   
Erdöl wird knapp

Der tägliche weltweite Verbrauch lag im Jahr 2008 bei etwa 87 Millionen Barrel. Die USA mit 20,1 Millionen Barrel, die Volksrepublik China mit 6 Millionen Barrel, Japan mit 5,5 Millionen Barrel und Deutschland mit 2,7 Millionen Barrel waren im Jahr 2003 Hauptverbraucher des Erdöls. Der Weltverbrauch steigt derzeit ca um 2 % pro Jahr an. Der jährliche pro Kopf Verbrauch liegt in den USA bei 26,0 Barrel pro Einwohner, in Deutschland bei 11,7, in China 1,7, in Indien 0,8 und in Bangladesch nur 0,2 Barrel pro Einwohner. Tendenz steigend.

Über die Reichweite fossiler Energieträger gibt es eine anhaltende internationale Kontroverse. In deren Kern steht die Frage, ob die Menge der wirtschaftlich erschließbaren Reserven an Kohle, Erdöl und Erdgas durch Neufunde und Verbesserungen in der Fördertechnologie schneller gesteigert werden kann, als die weltweite Nachfrage nach diesen Energieträgern wächst. Falls nicht, schrumpfen die Reserven und ihre berechnete Reichweite. Insbesondere die Reichweite des Erdöls ist höchst umstritten. Nach Angaben der Deutschen- Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ist die uneingeschränkte Versorgung mit Erdöl nur noch für 10- 20 Jahre gesichert, die statische Reichweite (nutzbare Reserven geteilt durch aktuellen Jahresverbrauch und Preis) liegt bei 42 Jahren. Den Scheitelpunkt der Erdölförderung (Peak Oil) vermutet die BGR im Zeitraum 2010 bis 2018- anschließend wird sie abnehmen. Dramatisch wird die Versorgungssicherheit durch unabhängige Erdölexperten eingeschätzt, die die Höhe der von Ölkonzernen und Staaten gemeldeten Ölreserven in Frage stellen. Sie sehen den Scheitelpunkt z. t. schon im Jahr 2007. Der rasante Anstieg des Ölpreises 2005 ist jedoch Folge aktueller Engpässe bei den Förderkapazitäten: In den Zeiten billigen Öls in den 1990er Jahren waren Investitionen in Exploration und Förderung zurückgestellt worden. Der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten kann jedoch mit der aktuell wachsenden Erdölnachfrage durch China und Indien, kaum Schritt halten.

Die politische Dimension

Alle große Staaten haben heute erkannt: Erdöl und Erdgas sind von existentieller strategischer Bedeutung. Sie sind Treibstoff der kommenden Konflikte. Deshalb stecken die Mächtigen der Welt überall dort, wo überlebenswichtige Rohstoffreserven liegen, mit Waffengewalt oder aggressiver Diplomatie ihre Claims ab.

 Leider auch westliche Politiker, die sich sonst gern als Verfechter von Menschenrechten und Vorkämpfer demokratischer Freiheit geben, nehmen wenig Rücksicht darauf, mit wem sie Geschäfte machen. Erdöl und Erdgasfunde rücken neue internationale Brennpunkte wie Westafrika, der Sudan, Venezuela oder etwa die Region ums Kaspische Meer ins Blickfeld.


 Bei der Jagd nach Erdöl und Erdgas scheuen die KP Bosse von der VR China nicht vor direkten Konfrontationen mit Japan und den Vereinigten Staaten zurück, halten Indien auf Abstand- und gehen sogar über Leichen. Peking verhinderte Monate lang scharfe UNO- Sanktionen gegen den Sudan, obwohl das Regime von Khartum in der Region von Darfur Milizen zum systematischen Mord an Tausenden aufhetzt. Die einfache Erklärung für Pekings Verhalten: Die Chinesen beuten mit Rückendeckung des islamitischen Regimes die Erdölquellen im Süden des größten afrikanischen Flächenstaats aus. Sie haben dort sogar ihren eigenen Sicherheitsdienst stationiert. Schon knapp fünf Prozent des Öls, das China importiert, stammt aus dem Sudan.

 Noch wesentlich mehr liefert Iran mit seinem Präsidenten, der die ganze Welt provoziert: über 13 Prozent. Nach dem kürzlich abgeschlossenen Deal, der auf 30 Jahre angelegt ist, dürfte sich Chinas Abhängigkeit von dem Mullah- Staat noch wesentlich erhöhen. Und umgekehrt: Das staatliche Pekinger Unternehmen Sionpec plant, sich an der Erschließung des riesigen iranischen Yadavaran- Gasfeld zu beteiligen.

 Die KP- Bosse wollen nicht, dass Iran Atombomben baut, aber noch weniger wollen sie, dass ihr Partner wirtschaftlich entscheidend geschwächt wird. Nur unverbesserliche Optimisten können daher hoffen, dass China als eines der fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder seine Geschäftsfreunde brüskiert und eine vom Westen forcierte Isolierung durch scharfe Sanktionen mitträgt. Sollte es zu einer solchen Resolution kommen, ist ein Veto der Chinesen  wahrscheinlich.

 Fast 40% der chinesischen Direktinvestitionen gehen nach Lateinamerika- enorm viel auch nach Afrika. Präsident Hu und Premier Wen haben allein in den vergangenen beiden Jahren Dutzende afrikanische Länder besucht, mit vielen haben sie Geschäfte abgeschlossen und dabei Washington ausgestochen. Für Mikkal Herberg, einen amerikanischen Spezialisten für Wirtschaftsentwicklung, ist schlichtweg kein Szenario denkbar, das nicht zu einer Konfrontation zwischen den USA und China in Sachen Energie führt.

Die selbstbewussten Chinesen legen sich bei ihrem brachialen Expansionskurs auch mit Japan an. Es geht um die Gasreserven im Meer, von denen beide Staaten glauben, sie stünden ihnen zu. Die Spannungen nannte das KP- Organ “Volkszeitung“ in einem chauvinistischen Leitartikel „nur ein Vorspiel zu Schlimmeren“. Japans Regierung hat jetzt seine Sicherheitsdoktrin verändert- unter der Annahme, „dass sich Konflikte um Ressourcen zu Kriege ausweiten können“.

Der Rohstofffluch der Entwicklungsländer

Nigeria gehört zu den großen Hoffnungen im weltweiten Ölgeschäft. Kaum irgendwo sonst werden derzeit so gewaltige Felder entdeckt, die Ölfirmen wollen die Förderung hier in zehn Jahren verdoppeln. Das Land ist von der Natur verwöhnt, es könnte so reich sein. Stattdessen wird es ruiniert und auf Generationen zerstört.
Das Land ist zerrüttet, seine Menschen werden in ständigen Konflikten zermürbt. So chaotisch sind die Zustände, dass der Welt sechstgrößter Ölexporteur Kraftstoff importieren muss: Es gibt zu wenige Raffinerien, die funktionieren.

Hinter solchen Widersprüchen steckt System. Sie sind oft gerade dort zu beobachten, wo Öl und Gas, Gold, Silber; Kupfer, Diamanten, Rubine, Saphir,…, gefördert werden. Ausgerechnet in jenen Staaten, die über große Rohstoffvorkommen verfügen, herrschen Armut und Elend, grassieren Krieg und Gewalt, ihre Volkswirtschaften haben den Anschluss an die Wissensgesellschaft verloren und bekommen nur spärliche Unterstützung, da viele der Meinung sind das aufgrund ihres Rohstoffaufkommens keine Hilfe benötigen.

 Der US- Ökonom Jeffrey Sachs und Andrew Warner haben vor Jahren schon den Zusammenhang genauer untersucht und dabei „eine ziemlich belastbare Tatsache“ entdeckt: Rohstoffreiche Entwicklungsländer verzeichnen meist ein deutlich geringeres Wachstum als Länder, in denen Bodenschätze keine so große Rolle spielen.

Nigeria ist dafür eins von vielen aber doch eklatantes Beispiel: Das jährliche Pro- Kopf- Einkommen betrug vor 25 Jahren 913 Dollar, damals war das Land ein bedeutender Agrarexporteur. Heute verdienen Nigerianer im Schnitt nur noch 645 US $; Sie leben sehr oft ohne Strom, ohne fließendes Wasser, ohne ausgebautes Straßennetz- obwohl sich die Öleinahmen seitdem verdoppelt haben beginnen Nahrungskämpfe.  In Staaten wie dem Kongo, wie Surinam oder Sierra Leone, die vom Bergbau abhängig sind, schrumpfte die Wirtschaft je Einwohner laut Berechnung der Weltbank in den neunziger Jahren um fast elf Prozent, während sie Weltweit um 17 Prozent wuchs.

Wo ein Land von Bodenschätzen lebt, da sind oft autoritäre Regime an der Macht, die die Menschenrechte missachten und Minderheiten unterdrücken.  Da ist Kindersterblichkeit besonders hoch- im Kongo zum Beispiel liegt sie im östlichen Teil bei 41 Prozent- und die Lebenserwartung besonders niedrig. Da sind Korruption und Vetternwirtschaft allgegenwärtig. Und es wird kaum ein Cent investiert, jedenfalls nicht in Krankenhäuser, Straßen, Schulen, Wasserversorgung, Energieprojekte und sonstiges, sondern höchstens in Waffen.


 Vom „Paradox des Überfluss“ sprechen die Volkswirte, wenn sie solche Widersprüche beschreiben, oder, ein bisschen Geheimnisvoller, vom „Fluch der Ressourcen“. Er lastet nicht nur auf die Wirtschaft der Länder, er stürzt das gesamte Staatswesen ins Unglück-  die Zerstörung der Umwelt durch den Landschaftsverbrauch in Abbaugebieten ist unbeschreiblich und erstreckt sich auf Quadratkilometer in den Siedlungsgebieten hinein- und die Bevölkerung leidet darunter am meisten. Man sagt die Hoffnung stirbt zuletzt, wir dürfen nicht zulassen dass die Hoffnung für die Menschen in den dritten Welt Ländern stirbt, ansonsten wird sich die Spirale über den gesamten Erdball erstrecken.
 
Erneuerbare Energie

Nach Definition der Internationalen Energieagentur gehören zu den erneuerbaren Energien die Biomasse (feste Biomasse wie Holz, Stroh etc., Holzkohle, Biomüll, flüssige Biomasse, vergärte und vergaste Biomasse), Windenergie, Wasserkraft, Solarenergie, Erdwärme und Gezeitenenergie. Der Anteil der Erneuerbaren am Weltenergiebedarf liegt bei 11%, ihr Anteil an der erneuerbaren Energienutzung bei 80%. Die zweitgrößte erneuerbare Energiequelle ist die Wasserkraft (16%)- die restlichen erneuerbaren Energiequellen, die sog. -neuen Erneuerbaren- stehen bisher nur für 4% der erneuerbaren Energienutzung. Große Unsicherheiten besteht darin in welchem Ausmaß sog. alternative, d. h. regenerierbare (erneuerbare) Energiequellen ökonomisch und ökologisch sinnvoll einsetzbar sind (z. B.  Biomasse, Sonnen und Windenergie, Gezeiten- und Geothermische Energie, Wasserkraftnutzung). Die Haupthindernisse für eine rasche Zunahme der Nutzung regenerative Energiequellen sind:

  • meist geringe Energiedichte und damit verbunden,
  • häufig ein ungünstiges Verhältnis zwischen technischem und finanziellen Aufwand und Ertrag,
  • häufig stark störende Eingriffe in die Natur- und Landschaftshaushalt (z.b. Wasserkraftwerke) oder in das Landschaftsbild (z.b. Windkraftwerke)
  • meist sehr hohe Abhängigkeit von Tages- und Jahreszeiten, klimatisch und geologische Verhältnissen u.a. (Problem der starken Variabilität der Erzeugung und Speicherung der Energie).


Eine Anwendung erneuerbarer Energien in größerem Maßstab –über lokale Erzeugung hinaus- wurde deshalb bisher fast ausschließlich durch die Verbrennung von Holz und anderem Biomaterial und bei der Wasserkraft realisiert, die in vielen Industrieländern bereits stark ausgebaut ist, sowie neuerdings zunehmend auch bei der Windkraft. Die direkte Nutzung der Sonnenenergie zur Stromerzeugung in den Industrieländern der nördlichen Breiten ist bisher ausschließlich mit Hilfe öffentlicher Subventionen konkurrenzfähig. Am wirtschaftlichsten ist der Einsatz regenerativer Energiequellen  derzeit im regionalen und lokalen Maßstab, z. b. in gering industrialisierten ländlichen Räumen mit schwachem Energiebedarf oder in Entwicklungsländer mit mangelhafter Versorgungsinfrastruktur. Hier können regenerative Energiequellen, wie Sonnen- und Windenergie, dazu beitragen, den Raubbau am Wald (Brennholz) und den Ausstoß von Treibhausgase zu begrenzen.

 Ein ins Gewicht fallender Beitrag zur Senkung der CO2- Emissionen, die bei konventioneller Energieerzeugung in Verbrennungskraftwerken entstehen, ist- global gesehen- in naher Zukunft durch regenerierbare Energieträger nicht zu erwarten, zumal die bevölkerungsreichen Entwicklungs- und Schwellenländer, wie z. b. China, Indien und Brasilien, z. Z. ihre Kapazitäten an Verbrennungs- und Atomkraftwerken stark ausbauen.

Renaissance der Atomkraft

Aktuell (März 2011) sind laut World Nuclear Association 443 Reaktoren in Betrieb und 62 im Bau, weitere 158 Anlagen sind in Planung. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien hat Mitte 2004 eine –Langfristige Analyse- vorgelegt, die- vor dem Hintergrund wachsender Klimagefahren- eine Ausweitung der Kernenergienutzung bis 2030 um das 2,5 fache und bis 2050 gar um das vierfache voraussagt. Als Anzeichen für diesen neuerlichen Aufschwung führt der Bericht eine Liste von 27 (einschließlich Taiwan 29) in Bau befindliche Reaktoren mit einer Gesamtleistung von ca. 23.000 MW auf.

 Kritiker des Ausbauszenarios verweisen darauf, dass die Umsetzung dieser Projekte in vielen Fällen äußerst unsicher sei- fast die Hälfte der Reaktoren ist z. B. bereits zwischen 17 und 29 Jahren- im Bau-. Neubauplanungen würden jedoch oftmals u. a. aufgrund von Widerständen in der Bevölkerung und Genehmigungsproblem wieder aufgeben. In der Liste enthalten sind außerdem zwei Meiler, die die USA dem kommunistischen Regime in Nordkorea versprochen haben, sofern es auf die Entwicklung von Atombomben verzichtet, was derzeit jedoch nicht absehbar ist. Als aktuelle Bauvorhaben bleiben übrig: acht Reaktoren in Indien, zwei in China, zwei in Taiwan, zwei in Japan, einer in Südkorea.

Das mit Abstand größte Problem zur Nutzung erneuerbare Energien verursacht nicht die Technik, sondern die Politik. Solange große Energiekonzerne mit fossilen und atomaren Energieträger Milliardengewinne machen, besitzen sie genug Energie um die politische Landschaft für ihre Gunsten zu beeinflussen. Denn eine Umstellung auf erneuerbare Energien bedeutet eine Dezentralisierung, und damit eine Demokratisierung der Energieversorgung, eine Umverteilung von oben nach unten ist daher zwangsläufig. Und wer will schon das ganze Geld und die Macht aus der Hand geben?

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