Mehr Überschwemmungen durch steigenden Meeresspiegel, mehr Sturzfluten, mehr Seuchen. In einem 200 Seiten starken Bericht zeichnet das EU-Meeresforschungsprojekt „Clamer“ ein Horrorszenario nach dem anderen. Die Meere verändern sich in einem beispiellosen Tempo. Während Eisdecken schmelzen, steigen Wasserspiegel und -temperatur immer schneller an. „Wir können den Klimawandel nicht mehr stoppen. Wir haben diesen Pfad längst eingeschlagen“, so die Forscher. Durch die steigenden Temperaturen wird auch das Verhalten der Fische beeinflusst, viele Fischarten ziehen immer weiter in die kälteren Gewässer im Norden. Insbesondere im Süden müssen Fischer mit immer kleineren Fängen rechnen, der Kabeljau droht in der Ostsee auszusterben.

So könnte sich der Meeresspiegel nach einer Simulation des Max-Planck-Instituts ändern. Sie berücksichtigen die thermische Ausdehnung des wärmeren Wassers, veränderte Meeresströmungen, nicht aber Schmelzwasser. Die rote Farbe signalisiert Anstiege von mindestens einem halben Meter bis 2100
Aber nicht nur die Fische zieht es immer mehr in kältere Gewässer, insbesondere in Wärmeren Gewässer verbreiten sich immer mehr gefährliche bakterielle Krankheitserreger. Laut den Forschern kann die Population bestimmter Bakterien aus der Gattung der Vibrionen begünstigt werden und verursachen Cholera. Eine "potenzielle Bedrohung" sei das auch an deutschen Küsten, im Augenblick haben wir aber keine Cholera in der Nordsee." Dennoch könnten "Gesundheitskosten in Millionenhöhe" daraus entstehen, dass Menschen verseuchte Fische essen, sagt Carlo Heip.
Städte in Küstennähe seien vom Anstieg des Meeresspiegel bedroht und sie könnten gar ausgelöscht werden, wenn der Meeresspiegel zwischen 80- 200 cm steigt. Seit 1993 legt der Anstieg drastisch zu, waren es noch 1.8 Millimeter jährlich im vergangenen Jahrhundert, beträgt er heute rund 3,3 Millimeter, lauten Forschern.
„Das sind nicht nur Szenarien für eine ferne Zukunft, das alles passiert längst. Das Wetter werde immerhin auch von den Ozeanen gesteuert. Jährliche Schäden sollen dem Bericht zufolge allein in Deutschland um 37 Prozent steigen" meint Philippart. „Nicht alles ist schlecht. Dinge verändern sich nun mal. Aber wir müssen uns dieser Veränderungen bewusst sein und uns vorbereiten“, sagt Heip. „Wir müssen die Ozeane weiter beobachten.“ Der Bericht sei in erster Linie an Politiker und Wissenschaftler gerichtet – und zeige ihnen genau auf, wo es Forschungslücken gebe.
Auch wenn all diese Szenarien nicht wirklich neu seien, zeigt der Bericht aus Ergebnissen von mehr als 100 EU-finanzierten Forschungsprojekten, dass führende Forscher sich einig sind: Der Klimawandel wird Folgen für viele Menschen haben.
Der Bericht ist eine geballte Ladung an allen Wissenswertes, über die Ursachen und Folgen, auf 200 Seiten und in Englisch liegt der Bericht im Anhang unten bei.
| Anhang | Größe |
|---|---|
| Climate Change and Marine Ecosystem.pdf | 2.29 MB |
| meeresspiegel_graf_1271704z.jpg | 78.57 KB |
