Initiative Zukunftsenergien

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Glossary

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Agrarrohstoffe

Agrarrohstoffe sind Rohstoffe, die aus landwirtschaftlicher Produktion stammen und vom Menschen für weiterführende Anwendungszwecke des Nahrungs- und Futterbereich und als nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Nicht in diese Rohstoffgruppe gehören forstwirtschaftlich produzierte Rohstoffe, vor allem Holz, sowie Gemüse- und Obstpflanzen, die vor allem für den direkten Verzehr bestimmt sind. Der Begriff Agrarrohstoffe (hier auch: Soft Commodities[1]) wird in der Finanzwelt als Überbegriff für die entsprechende Gruppe von Handelswaren verwendet.

Die Hauptanwendungen liegen Agrarrohstoffe liegen seit jeher in der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln. Für diesen Zweck werden vor allem Getreidearten wie Reis, Weizen, Mais, Hirse, Roggen, Hafer, Gerste, und Triticale sowie Hackfrüchte wie Kartoffel, Zuckerrübe, Zuckerrohr und Maniok genutzt. Auch Ölpflanzen wie Raps, Erdnuss, Ölpalme und Soja bzw. die aus ihnen gewonnen Pflanzenöle sind als Agrarrohstoffe bedeutsam. Hinzu kommen nachwachsende Rohstoffe, die auf landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden. Neben den genannten, die auch Rohstoffe für Zwecke abseits der Nahrungsmittel- und Futterproduktion liefern, sind dies beispielsweise Baumwolle, Kautschuk und für die Energiegewinnung angebaute Biomassepflanzen (Chinaschilf, schnellwachsender Hölzer).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Agrarrohstoff

Aids-Epidemie

Die Immunschwächekrankheit AIDS hat seit dem ersten Bekanntwerden im Jahr 1981 mehr als 25 Millionen Opfer gefordert. Sie ist damit eine der zerstörerischsten Epidemien in der Geschichte der Menschheit.
Im Jahr 2005 betrug die Gesamtzahl der HIV-Positiven 40,3 Millionen, was in etwa einer Verdoppelung gegenüber 1995 entspricht (19,9 Millionen). Allein 2005 kam es weltweit zu nahezu fünf Millionen HIV-Neuinfektionen, das sind über 550 Neuinfektionen pro Stunde. Unter den fünf Millionen waren alleine 700.000 Kinder unter 15 Jahren.
Im gleichen Jahr starben über drei Millionen Menschen an Krankheiten, die auf AIDS zurückzuführen sind, darunter mehr als eine halbe Million Kinder. Weltweit gibt es schon jetzt weit über 13 Millionen Kinder, die durch AIDS zu Waisen geworden sind.

Zwischen 2003 und 2005 ist die Zahl der HIV-Positiven in allen Regionen der Welt gestiegen, mit Ausnahme der Karibik. Dabei hat weltweit nur ein Fünftel der Personen, die der Gefahr ausgesetzt sind, sich mit dem HI-Virus zu infizieren, Zugang zu grundlegenden Präventionsleistungen. Und von den HIV-Positiven wurde nur ein Zehntel auf das Virus getestet und weiß somit, dass er oder sie infiziert ist.

Auch wenn sich die Zahl der Menschen, die Zugang zu einer angemessenen HIV-Behandlung haben, in den Staaten mit niedrigen oder mittleren Einkommen seit Ende 2001 verdreifacht hat, erhielt 2005 bestenfalls einer von zehn Menschen in Afrika und einer von sieben in Asien die notwendige Behandlung.

URL: http://www.bpb.de/wissen/O2JNDW,0,0,AIDSEpidemie.html

Aids-Epidemien nach Regionen

Die Anzahl der mit dem HI-Virus infizierten Menschen ist weltweit sehr unterschiedlich verteilt. Das südliche Afrika war im Jahr 2005 mit 25,8 Millionen infizierten Menschen die am stärksten betroffene Region; nach UNAIDS stieg die Zahl der HIV-Positiven im Vergleich zu 2003 um ungefähr eine Million. Im südlichen Afrika leben etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung, jedoch mehr als 60 Prozent aller HIV-positiven Menschen. Im Jahr 2005 starben schätzungsweise 2,4 Millionen Menschen in dieser Region an AIDS, weitere 3,2 Millionen infizierten sich neu mit dem Virus.

Neben den absoluten Zahlen verdeutlicht die HIV-Prävalenz, wie hoch die Betroffenheit einer Region ist. Die HIV-Prävalenz bei Erwachsenen besagt, wie viel Prozent der Erwachsenen zwischen 15 und 49 mit dem HI-Virus infiziert sind. Während die weltweite HIV-Prävalenz im Jahr 2005 bei 1,1 lag, war sie im südlichen Afrika (7,2) und in der Karibik (1,6) im selben Jahr überdurchschnittlich hoch. Stark unterdurchschnittlich war die HIV-Prävalenz in den Regionen Ostasien, Nordafrika und Naher Osten sowie West- und Mitteleuropa.

Von einer überdurchschnittlichen Zahl an Neuinfektionen sind vor allem Osteuropa und Zentralasien sowie Ostasien betroffen. In Osteuropa und Zentralasien stieg die Zahl der HIV-Positiven zwischen 2003 und 2005 um ein Drittel auf 1,6 Millionen, die Zahl der AIDS-Toten hat sich im gleichen Zeitraum nahezu verdoppelt und lag 2005 bei 62.000. In Ostasien stieg die Zahl der HIV-Positiven im Vergleich zu 2003 um ein Viertel auf 870.000.

URL: http://www.bpb.de/wissen/ZABO4S,0,0,Regionale_Verbreitung_der_AIDSEpidemie.html

Aktienbestand und Aktienhandel

Seit Beginn der 1980er Jahre sind der Bestand und der Handel mit Aktien sehr stark gestiegen. Es lassen sich zwei Schübe beobachten: Der erste in den 1980er Jahren, der zweite Ende der 1990er Jahre. Dabei entwickelten sich Handel und Bestand jedoch in unterschiedlicher Geschwindigkeit: Der Aktienhandel nahm zwischen 1980 und 2005 um den Faktor 170 zu; der Aktienbestand stieg lediglich um das 15-fache. Die unterschiedliche Entwicklung beider Größen deutet darauf hin, dass Aktien zunehmend nicht nur der Investitionsfinanzierung und der langfristigen privaten Vermögensanlage dienen, sondern vielmehr auch zur Finanzspekulation genutzt werden.

Entsprechend kürzer ist auch die Haltedauer der Aktien, die Wertpapiere werden immer schneller ge- und verkauft. Im Jahre 1980 lag die Umschlaghäufigkeit bei 0,1, das heißt im Durchschnitt hielten die Käufer von Aktien diese zehn Jahre in ihrem Besitz. Im Jahre 2000 dagegen war die Umschlaghäufigkeit auf das 16-fache gestiegen, Aktien wurden im Durchschnitt nach gut sieben Monaten Haltedauer wieder verkauft.

Im Jahr 2000 zeigte sich das Platzen der Spekulationsblase deutlich: Während die Marktkapitalisierung als Folge des Kurseinbruchs schon deutlich abgenommen hatte, war der Handel weiter gestiegen – die Anleger hatten während der ersten Monate noch kräftig zugekauft, dann aber ebenso massiv verkauft. Im Jahre 2005 wurde der Umsatz während des letzten Booms erstmals wieder übertroffen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/5IAXN9,0,0,Aktienbestand_und_Aktienhandel.html

Anleihenbestand und Anleihenhandel

Der Handel mit und der Bestand an börsengehandelten Anleihen sind zwischen 1990 und 2005 um rund das Vierfache gestiegen. Die Entwicklung des Bestandes verlief deutlich weniger zyklisch als die des Handels. In letzterer spiegelt sich deutlich der Aufbau und das Platzen der Spekulationsblase an den Finanzmärkten wieder: Der Rückgang ab Mitte der 1990er Jahre signalisiert keine Abnahme von Finanzinvestitionen insgesamt, sondern eine Umschichtung von festverzinslichen Wertpapieren zu Aktien. Im Jahr 2000 sank der weltweite Anleihenhandel auf ein Allzeittief, während im gleichen Jahr der Aktienhandel ein Rekordhoch erreichte. Im Jahr 2005 ging der weltweite Bestand an Anleihen erstmals seit der Erholung ab 2002 wieder zurück. Da der Aktienhandel im gleichen Jahr neue Rekordwerte erreichte, könnte dies als Hinweis für eine neue Überhitzung gedeutet werden.

Der Umfang der insgesamt vorhandenen Anleihen sowie sonstiger festverzinslicher Wertpapiere lag im Jahr 2005 mit etwa 58 Billionen US-Dollar mehr als doppelt so hoch wie der Bestand der an Börsen ausgegebenen und gehandelten Papiere (25,8 Billionen US-Dollar). Zum größten Teil (49 Prozent) handelt es sich dabei um kurz- und mittelfristige Wertpapiere, mit denen Finanzinstitutionen sich untereinander re-finanzieren. Der zweitgrößte Teil (40 Prozent) entfällt auf Regierungsanleihen, also die Staatsverschuldung. Die Verschuldung von Unternehmen über Anleihen oder sonstige festverzinsliche Wertpapiere nimmt demgegenüber einen vergleichsweise geringen Platz ein (11 Prozent).

Die Internationalisierung der Kapitalmärkte schreitet dabei voran: 1994 waren noch mehr als neun Zehntel aller Anleihen nationale Anleihen, die im Land und in der Währung der jeweiligen Schuldner ausgegeben werden. 2005 ist dieser Anteil auf 76 Prozent gesunken. Fast ein Viertel aller Anleihen sind internationale Anleihen, die entweder außerhalb des Landes oder in einer anderen Währung als der des Schuldners (oder beides) ausgegeben werden.

URL: http://www.bpb.de/wissen/R2OYQJ,0,0,Anleihenbestand_und_Anleihenhandel.html

anthropogen

Der Begriff anthropogen (von griechisch ánthropos „Mensch“ und dem Verbalstamm gen- mit der Bedeutung „entstehen“) bezeichnet alles durch den Menschen Entstandene, Verursachte, Hergestellte oder Beeinflusste. So sind z. B. Kunststoffe anthropogen, da sie nur vom Menschen hergestellt werden.

Bei Eingriffen des Menschen in die Umwelt und bei vom Menschen verursachten Umweltproblemen wird häufig der Begriff anthropogen verwendet, z. B.

* anthropogene Landschaften,
* anthropogener Treibhauseffekt.

Als Gegensatz zu anthropogen wird häufig der Begriff natürlich verwendet. Viele Einflüsse auf die Umwelt können sowohl anthropogen als auch natürlich bedingt sein, wobei eine eindeutige Abgrenzung nicht immer möglich ist. So kann ein Waldbrand beispielsweise sowohl durch Menschen als auch durch eine natürliche Ursache (z. B. Blitzschlag) verursacht worden sein.

Die gestiegenen Bedürfnisse der Menschen, insbesondere seit der Industrialisierung in den sog. Industrieländern, haben weltweit anthropogene Veränderungen bis hin zu Schädigungen von Ökosystemen bewirkt und auch zu einem Rückgang der Artenvielfalt und damit der Biodiversität geführt. Diese Zeit der menschlichen Einwirkungen wird auch Anthropozän genannt.

Anthropogene Veränderungen müssen aber nicht unbedingt zur Verringerung der Biotop- oder Artendiverstität führen. So entstehen durch extensive menschliche Nutzung Kulturlandschaften, die eine Vielzahl von wertvollen Biotopen beherbergen. Die so entstandenen artenreichen Magerrasen sind auf Nutzung durch den Menschen angewiesen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anthropogen

Arbeitslosenquoten

Ende 2005 sind weltweit 2,85 Milliarden Menschen einer Beschäftigung nachgegangen. Die absolute Zahl der Beschäftigten hat sich kontinuierlich erhöht und ist seit 1995 um etwa 440 Millionen (16,8 Prozent) gestiegen. Der relative Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung ist im selben Zeitraum von 62,8 Prozent (1995) auf 61,4 Prozent (2005) gesunken.

Nach Angaben der International Labour Organization (ILO) betrug im Jahr 2005 die weltweite Arbeitslosenquote 6,3 Prozent – nach gut sechs Prozent im Jahr 1995 und 6,6 Prozent 2002. Für das Jahr 2005 entspricht die Arbeitslosenquote etwa 192 Millionen Arbeitslosen; das sind bei nahezu unveränderter Arbeitslosenquote über 34 Millionen Arbeitslose mehr als 1995.
Besonders kritisch ist, dass fast die Hälfte aller Arbeitslosen Jugendliche sind, obwohl die Jugendlichen nur 25 Prozent aller Erwerbspersonen darstellen. Das Risiko eines Jugendlichen, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, ist damit mehr als dreimal so hoch wie bei einem Erwachsenen.
Die weit über dem Durchschnitt liegenden Arbeitslosenquoten von Jugendlichen (weltweit 14,4 Prozent) finden sich in allen Regionen der Welt wieder. Am dramatischsten ist die Situation im Nahen Osten und Nordafrika sowie im subsaharischen Afrika, wo die entsprechende Quote im Jahr 2003 bei 25,6 bzw. 21 Prozent lag. Aber auch in Süd-Osteuropa und der GUS (18,6 Prozent), Lateinamerika und der Karibik (16,6 Prozent) und in Südostasien (16,4 Prozent) hat die Arbeitslosenquote der Jugendlichen eine kritische Höhe.

Nicht alle Personen sind gleichermaßen dem Risiko ausgesetzt, arbeitslos zu werden. Die Beschäftigten im Niedriglohnsegment sind eindeutig benachteiligt: Arbeitsprozesse, die wenig Qualifikation voraussetzen, können deutlich leichter automatisiert, rationalisiert oder verlagert werden. Zudem ist das Arbeitsangebot hoch. Damit ist der Druck auf die Beschäftigten hinsichtlich ihrer Beschäftigung und ihrer Löhne bedeutend höher.
Parallel zu dem Bedeutungsverlust der einfachen, mechanischen Arbeit hat sich die Nachfrage nach spezialisiertem, innovativem Wissen erhöht. Sowohl die Beschäftigungschancen als auch die Einkommen der hoch- und höchstqualifizierten Personen sind gestiegen.
Die 'High-Potentials' gehören im Regelfall zu den Gewinnern, die gering- und unqualifizierten Beschäftigten zu den Verlierern zunehmender Konkurrenz, die auch durch den Prozess der Globalisierung zugenommen hat und weiter zunimmt.

Gerade bei den gering- und unqualifizierten Beschäftigten in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten darf nicht davon ausgegangen werden, dass mit einer Beschäftigung bereits die größten Sorgen ausgeräumt sind: 2005 gab es weltweit knapp 1,4 Milliarden arbeitende Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter zwei US-Dollar pro Tag und Kopf lebten. Bei 520 Millionen arbeitenden Personen lag das entsprechende Einkommen sogar bei weniger als einem US-Dollar – in diesen Fällen ist trotz Arbeit nicht einmal die Grundversorgung gegeben.

URL: http://www.bpb.de/wissen/MS05XV,0,0,Arbeitslosenquoten.html

Armut trotz Arbeit

Viele Menschen leben trotz Erwerbstätigkeit unter der Armutsschwelle. Zwischen 1980 und 2005 hat sich die absolute Zahl der arbeitenden Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter einem US-Dollar pro Tag und Kopf leben, um ein Drittel auf 520 Millionen reduziert. Bei zwei US-Dollar pro Tag und Kopf haben sich die entsprechenden Zahlen von 1980 bis 1990 erhöht und dann auf hohem Niveau bei knapp 1,4 Milliarden Personen stabilisiert.
Aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen ist die relative Entwicklung noch wichtiger als die absoluten Zahlen. Gemessen an allen Beschäftigten hat sich die Zahl der arbeitenden Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter einem bzw. zwei US-Dollar pro Tag und Kopf leben, kontinuierlich verringert. Vor allem Ostasien, insbesondere China, hat den größten Anteil an dieser Reduzierung.

Bis auf das subsaharische Afrika, die Staaten in Zentral- und Osteuropa und die GUS hat sich das Problem 'Armut trotz Arbeit' in allen Regionen relativ verringert. Allerdings bleibt der Anteil der arbeitenden Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter zwei US-Dollar pro Tag und Kopf leben, hoch. Von allen Beschäftigten lebten im Jahr 2005 in Ostasien über 46 Prozent, in Süd-Ostasien über 57 Prozent und in Südasien und im subsaharischen Afrika sogar 87 Prozent der arbeitenden Personen in Haushalten mit einem Einkommen unter zwei US-Dollar pro Tag und Kopf.

Das Problem 'Armut trotz Arbeit' ist nicht auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten begrenzt. In den ökonomisch entwickelten Staaten steht die Verbreitung des Begriffes 'working-poor' für das Problem, dass das Einkommen von immer mehr Menschen trotz Erwerbstätigkeit unter der jeweiligen Armutsschwelle liegt. Seit Anfang der 1990er Jahre lebt etwa die Hälfte der von relativer Armut betroffenen US-Amerikaner in Haushalten mit wenigstens einem arbeitenden Familienmitglied. Im Jahr 2004 lebten schätzungsweise 17,6 Millionen Menschen in den USA in working-poor-Haushalten. Seit den 1990er Jahren ist der Anteil der Menschen, die trotz Arbeit arm sind, höher als je zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die hohe Anzahl an Haushalten, die arm sind, obwohl mindestens eine Person einer Beschäftigung nachgeht, ist ein Grund für die zunehmende Ungleichheit in vielen Staaten. Von 73 vom UNDP betrachteten Staaten hat sich in 53 Staaten, in denen über 80 Prozent der Weltbevölkerung leben, die Ungleichheit in den letzten zwanzig Jahren erhöht; nur in neun Staaten hat sie sich verringert. Die Ungleichheit hat dabei sowohl in wachstumsstarken als auch in wachstumsschwachen Staaten zugenommen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/ZKB10D,0,0,Armut_trotz_Arbeit.html

Atommüll

Der mengenmäßig überwiegende Teil der Abfälle entsteht durch die Uranwirtschaft: Der größte Teil mit rund 80 % der radioaktiven Abfälle stammt aus dem Uranabbau (Abraum und Tailings) und wird in der Nähe des jeweiligen Uranbergwerks gelagert. Weitere Teile stammen aus Kernkraftwerken (rund 12.000 t pro Jahr[1]), aus Kernforschungszentren, aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente und in Kernwaffenstaaten aus militärischen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Herstellung von Atomwaffen. Ein mengenmäßig geringer Anteil hat seinen Ursprung in der Anwendung radioaktiver Substanzen in Medizin, Industrie und Forschung.

Neben abgebrannten Brennelementen aus Kernkraftwerken und Abfällen aus der Wiederaufarbeitung, die den meistbeachteten, aber von der Stoffmenge geringsten Teil der radioaktiven Abfälle ausmachen, sowie den oben genannten Tailings gehören zu den radioaktiven Abfällen auch alle Materialien, die beim Umgang mit radioaktiven Stoffen in Kernkraftwerken, Medizin, Industrie und Forschung kontaminiert oder durch Neutronenstrahlung aktiviert wurden und die nicht wieder verwertbar sind. Dies umfasst eine breite Palette von Materialien, zum Beispiel

* Spritzen und Kanülen aus der Nuklearmedizin,
* Putzlappen,
* Verdampferkonzentrat (z. B. konzentrierte Putzwasser),
* demontierte Rohrleitungen,
* Betonschutt aus Umbaumaßnahmen,
* Isolierstoffe,
* alte Prüfstrahler,
* defekte Werkzeuge und Geräte,

und viele weitere Materialien und Substanzen. Prinzipiell kann alles, was in einem Betrieb, in dem mit radioaktiven Stoffen umgegangen wird, zu radioaktivem Abfall werden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Atomm%C3%BCll

Ausgewählte Handelsbilanzen

Bezogen auf die Handelsbilanzen haben sich seit Ende der 1960er Jahre weltweit die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte vergrößert. Das steigende Handelsbilanzdefizit der ökonomisch entwickelten Staaten ist vor allem auf die Ausweitung des Handelsbilanzdefizits der USA zurückzuführen. Während die USA bis etwa 1980 einen unterdurchschnittlichen Anteil am Handelsbilanzdefizit der ökonomisch entwickelten Staaten hatten, stieg ihr Anteil seitdem überproportional. Im Jahr 2007 schloss die Handelsbilanz mit einem Defizit in Höhe von 854 Milliarden US-Dollar – lediglich 2006 war das Defizit mit 881 Milliarden US-Dollar noch höher. Das Handelsbilanzdefizit der USA entsprach im Jahr 2007 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA. Im Jahr 2005 lag der entsprechende Wert bei 5,8 Prozent, 2004 bei 5,3 Prozent und 2003 noch bei 4,5 Prozent des BIP.

Die USA sind weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Warenexporteur im Jahr 2007 hinter Deutschland und China an dritter Stelle. Während die Warenexporte der USA zwischen 2000 und 2006 um 32,8 Prozent stiegen, wuchsen die Warenimporte mit 52,4 Prozent deutlich schneller; der Import von Brennstoffen stieg in diesem Zeitraum sogar um mehr als 147 Prozent.

Nach Angaben des U.S. Census Bureau machte im Jahr 2007 allein das Defizit mit China (256 Mrd. US-Dollar) fast ein Drittel des Gesamtdefizits aus. Mit Deutschland hatten die USA im selben Jahr mit rund 45 Milliarden US-Dollar das fünfthöchste Handelsbilanzdefizit – höher lagen neben China nur noch die Defizite gegenüber Japan (83 Mrd. US-Dollar), Mexiko (74 Mrd. US-Dollar) und Kanada (64 Mrd. US-Dollar).

Neben dem hohen Handelsbilanzdefizit der USA weiteten sich seit Anfang des Jahrhunderts auch die Defizite Großbritanniens (2007: minus 181 Mrd. US-Dollar) und Spaniens (2007: minus 131 Mrd. US-Dollar) auffällig stark aus. Den Handelsbilanzdefiziten stehen hohe Handelsbilanzüberschüsse von Deutschland (2007: plus 266 Mrd. US-Dollar), China (2007: plus 262 Mrd. US-Dollar) und Japan (2007: plus 90 Mrd. US-Dollar) sowie von den Hauptexporteuren von Öl und Gas gegenüber (vor allem Saudi-Arabien und Russland mit einem Plus von 141 bzw. 110 Mrd. US-Dollar im Jahr 2007).

Die aufgrund steigender Energienachfrage und -preise erzielten Handelsbilanzüberschüsse ölexportierender Staaten haben einen großen Einfluss auf die regionalen Handelsbilanzsalden: Während beispielsweise in Venezuela im Jahr 2007 nur etwa sieben Prozent der südamerikanischen Bevölkerung lebten, hatte der Handelsbilanzüberschuss Venezuelas einen Anteil von mehr als einem Viertel am gesamten Handelsbilanzüberschuss Südamerikas. Und in Afrika hatten im selben Jahr die vier wichtigsten Öl-Exporteure einen Handelsbilanzüberschuss von 108,7 Milliarden US-Dollar, wobei der Handelsbilanzüberschuss Afrikas insgesamt deutlich niedriger bei 56,5 Milliarden US-Dollar lag.

URL: http://www.bpb.de/wissen/CCK8TH,0,0,Ausgew%E4hlte_Handelsbilanzen.html

Ausgewählte Leistungsbilanzen

Wie bei den Handelsbilanzen ist auch bei den Leistungsbilanzen weltweit eine Zunahme der außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte festzustellen. Insbesondere seit Anfang der 1990er Jahre nahmen die Ungleichgewichte der Leistungsbilanzen auffallend stark zu. Das steigende Leistungsbilanzdefizit der ökonomisch entwickelten Staaten ist vor allem auf die Ausweitung des Leistungsbilanzdefizits der USA zurückzuführen. Im Jahr 2006 erreichte das Defizit der USA das Rekordniveau von 788 Milliarden US-Dollar – das entsprach 6,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Jahr 2007 wurde mit 731 Milliarden US-Dollar das zweithöchste Leistungsbilanzdefizit in der Geschichte der USA gemessen (5,3 Prozent des BIP). 1995 hatte das Defizit der USA lediglich 1,5 Prozent des BIP entsprochen, im Jahr 2000 waren es bereits 4,3 Prozent.

Abgesehen von China sind die Leistungsbilanzüberschüsse am auffälligsten bei den Nettoexporteuren von Energierohstoffen gestiegen. Allein die Überschüsse von Saudi-Arabien, Russland, Norwegen und Kuwait beliefen sich im Jahr 2007 auf 284 Milliarden US-Dollar. In Saudi-Arabien entsprach der Leistungsbilanzüberschuss von knapp 96 Milliarden US-Dollar rund 25 Prozent des BIP. Die Überschüsse aus den Handelsbilanzen durch große Energienachfrage und parallel gestiegene Preise werden demnach nicht durch die Salden anderer Teilbilanzen kompensiert.

Auch mehrere asiatische Ökonomien – wie zum Beispiel Malaysia, Hongkong, Singapur und Taiwan – konnten ihre Leistungsbilanzüberschüsse bis zum Jahr 2007 steigern. Japan, die gemessen am BIP größte asiatische Ökonomie, erzielte im Jahr 2007 einen Rekordüberschuss von 211 Milliarden US-Dollar (4,8 Prozent des BIP). Allerdings lag China mit einem Leistungsbilanzenüberschuss von 372 Milliarden US-Dollar nicht nur vor Japan, sondern vor allen anderen Staaten der Welt. Auch bezogen auf das BIP erreichte der Leistungsbilanzenüberschuss Chinas im Jahr 2007 seinen bisherigen Höchstwert (11,0 Prozent).

Der Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums war 2007 mit 0,2 Prozent des BIP nach wie vor gering. Die Leistungsbilanz der EU fiel mit einem Minus von 103 Milliarden US-Dollar sogar negativ aus – das entsprach 0,6 Prozent des BIP. Allerdings bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten. Während im Jahr 2007 beispielsweise der Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands bei 250 Milliarden US-Dollar lag (7,5 Prozent des BIP), erhöhte sich das Defizit Großbritanniens im selben Jahr auf 81 Milliarden US-Dollar (2,9 Prozent des BIP). Das Defizit Spaniens stieg sogar auf 145 Milliarden US-Dollar (10,1 Prozent des BIP).

Unter den ökonomisch entwickelten Staaten entfielen 2007 – neben den USA, Großbritannien und Spanien – hohe Leistungsbilanzdefizite auch auf Australien (57 Mrd. US-Dollar), Italien (51 Mrd. US-Dollar) und Griechenland (44 Mrd. US-Dollar).

URL: http://www.bpb.de/wissen/1DMQMU,0,0,Ausgew%E4hlte_Leistungsbilanzen.html

Ausländische Direktinvestitionen (ADI) pro Jahr

Die laufend getätigten ausländischen Direktinvestitionen (ADI) erhöhten sich von 13 Milliarden US-Dollar im Jahr 1970 über 208 Milliarden US-Dollar 1990 auf 1.833 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007. Dies übertraf deutlich den bisherigen Höchstwert von 1.411 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2000. Gegenüber dem Jahr 1970 hat sich der Umfang der laufenden ADI – bezogen auf den Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2007 – mehr als verhundertfacht, gegenüber 1980 war der entsprechende Wert fünfundzwanzigmal so hoch.

Der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten an den ADI ist nach wie vor groß: In den Jahren von 2005 bis 2007 tätigten bzw. erhielten die ökonomisch entwickelten Staaten durchschnittlich 84,0 bzw. 66,2 Prozent der weltweiten ADI. Allein die EU, die USA und Japan waren für 73,9 Prozent der weltweit getätigten ADI verantwortlich.

Die Staaten Süd-Osteuropas und die GUS erhielten in den Jahren von 2005 bis 2007 durchschnittlich 4,0 Prozent der ADI. Der Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten an den weltweiten ADI lag im selben Zeitraum bei durchschnittlich 29,8 Prozent. Allerdings verteilen sich die ADI sehr unterschiedlich auf die einzelnen Staaten: Von den ADI in ökonomisch sich entwickelnden Staaten entfielen im Jahr 2007 gut 59 Prozent auf nur acht Staaten; allein China erhielt knapp 17 Prozent der ADI in ökonomisch sich entwickelnden Staaten.

Die Bedeutung der ADI für die externe Finanzierung der ökonomisch sich entwickelnden Staaten hat beständig zugenommen. Während Anfang der neunziger Jahre private und öffentliche Hilfeleistungen den größten Anteil an ausländischen Geldern ausmachten, ist der Anteil der ADI seit Mitte der 1990er Jahre mindestens doppelt, teilweise fünfmal so hoch wie der der finanziellen Hilfeleistungen (ODA – Official Development Assistance). Dementsprechend stieg auch die Höhe der laufenden ADI bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt der ökonomisch sich entwickelnden Staaten von 0,9 Prozent im Jahr 1990 auf 3,6 Prozent im Jahr 2007.

Vor allem Multinationale Unternehmen (MNU) haben die technischen, finanziellen und politischen Ressourcen, um eine Strategie des 'global-sourcing' umzusetzen. Die ADI in Form von meist brancheninternen Fusionen, Unternehmenskäufen und -beteiligungen dienen der Markterschließung, Marktsicherung und Kostenersparnis. Grenzüberschreitende Unternehmensfusionen und -übernahmen – 'mergers and acquisitions' (M&As) – waren in den Jahren 2000 bis 2007 für durchschnittlich 84,5 Prozent der im Ausland getätigten Investitionen verantwortlich. Dabei entfielen im Durchschnitt 60,4 Prozent des M&A-Volumens auf so genannte Megafusionen mit einem Wert von über einer Milliarde US-Dollar.

URL: http://www.bpb.de/wissen/VULE3D,0,0,Ausl%E4ndische_Direktinvestitionen_%28ADI%29_pro_Jahr.html

Auslandsschulden ökonomisch sich entwickelnder Staaten

Die gesamte Auslandsschuld der ökonomisch sich entwickelnden Staaten lag im Jahr 2005 bei rund 2.080 Milliarden US-Dollar. Davon waren etwa 77,5 Prozent langfristige und 22,5 Prozent kurzfristige Schulden. Die langfristige Auslandsschuld gliedert sich wiederum in private, nicht öffentlich garantierte Schulden (2006: 529 Mrd. US-Dollar) und öffentliche bzw. öffentlich garantierte Schulden (2006: 1.096 Mrd. US-Dollar). Der Anteil der öffentlichen bzw. öffentlich garantierten Schulden an den gesamten langfristigen Auslandsschulden verringerte sich zwischen 1990 und 2006 stetig von 94,2 auf 67,4 Prozent. Dabei sind die zu leistenden Zinszahlungen bei den öffentlichen bzw. öffentlich garantierten Schulden relativ niedriger als bei den privaten, nicht öffentlich garantierten Schulden.

Parallel zur absoluten Zunahme der langfristigen Auslandsschulden erhöhten sich auch die absoluten Aufwendungen für den Schuldendienst (Zins und Tilgung). Im Jahr 2006 mussten die ökonomisch sich entwickelnden Staaten rund 352 Milliarden US-Dollar für den Schuldendienst aufbringen, 1990 waren es noch gut 105 Milliarden US-Dollar. Allerdings hat sich seit 1999/2000 der Schuldendienst relativ zur Wirtschaftskraft der ökonomisch sich entwickelnden Staaten verringert. Im Jahr 2006 entsprach der Schuldendienst für die langfristige Auslandsverschuldung 2,9 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP), im Jahr 2000 lag der entsprechende Wert noch bei 4,3 Prozent.

Diese positive Entwicklung ist nicht nur für die ökonomisch sich entwickelnden Staaten insgesamt, sondern auch für die ärmeren Staaten unter ihnen festzustellen: Bei den ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten reduzierte sich der Schuldendienst zwischen 2000 und 2006 und bezogen auf das BIP von 2,5 auf 2,2 Prozent. Bei den ökonomisch sich entwickelnden, stark verschuldeten Staaten sank der entsprechende Wert sogar von 3,4 auf 1,6 Prozent.

Die relative Verringerung des Schuldendienstes resultiert dabei sowohl aus einer Verringerung der Tilgungs- als auch der Zinszahlungen. Die Zinszahlungen der ökonomisch sich entwickelnden Staaten lagen im Jahr 2000 bei 1,3 Prozent des BIP, 2006 entsprachen die Zinszahlungen nur noch 0,6 Prozent des BIP.

Die positive Veränderung des Verhältnisses zwischen BIP und Schuldendienst bzw. Zinszahlungen seit den Jahren 1999/2000 erfolgte sowohl durch die durchschnittliche Erhöhung des BIP als auch durch eine Stabilisierung der Schuldenlast. Bei den ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten und den ökonomisch sich entwickelnden, stark verschuldeten Staaten reduzierte sich die Schuldenlast sogar.

Ein Teil dieser Reduzierung ist auf das von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) initiierte Entschuldungsprogramm für stark verschuldete Staaten zurückzuführen. Es wird bei Staaten angewendet, die ein sehr niedriges Bruttoinlandsprodukt pro Kopf haben. Bei der so genannten HIPC-Initiative ("heavily indebted poor countries") wird der Schuldenerlass an bestimmte Bedingungen geknüpft und für den Prozess der Schuldenbefreiung gibt es feste Regeln und Verfahren. Im Schnitt werden den Ländern zwei Drittel ihrer Schulden erlassen – darin sind auch individuelle bilaterale Schuldenerlasse einzelner Gläubigerländer enthalten.

Nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beträgt das Volumen der Entschuldung durch die HIPC-Initiative bisher rund 68 Milliarden US-Dollar (Stand: Juni 2009). Es umfasst Handelsschulden, die an die Regierungen einzelner Gläubigerländer übergegangen sind, und Schulden aus der bilateralen öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit. In begrenztem Umfang beinhaltet es auch Schulden gegenüber der Weltbank, dem IWF, regionalen Entwicklungsbanken und vielen kleineren multilateralen Organisationen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/SACY29,0,0,Auslandsschulden_%F6konomisch_sich_entwickelnder_Staaten.html

b
Bankenkonzentration in den führenden Finanzzentren

Die Konzentration im Bankensektor ist in den größten Finanzzentren sehr unterschiedlich. An der Spitze steht die Schweiz, in der die fünf größten Banken vier Fünftel der gesamten Bilanzsumme auf sich vereinigten. In den USA sind die Werte vergleichsweise niedrig. Grund dafür ist die Tatsache, dass dort bis zum Jahr 2000 Banken nur regional begrenzt tätig sein durften. Seitdem diese Beschränkung gefallen ist, hat eine Welle von Zusammenschlüssen zu einem Anstieg der Konzentration geführt, die weiter anhalten wird. In Deutschland erklärt sich der niedrige Konzentrationsgrad mit der Existenz eines großen Sparkassen- und eines (gemessen an der Zahl der Institute) noch größeren Genossenschaftssektors, die beide nur regional aktiv sind.

Die Liberalisierung der Kapitalmärkte hat in den meisten Ländern zu Fusionen geführt, die aber überwiegend nicht international waren, sondern nationale Führungskonzerne geschaffen haben. In fünf der angeführten Länder ist der Konzentrationsgrad seit 1990, und in sieben der acht Länder ab 1997 gestiegen. In den letzten beiden Jahren kam es auch zu großen grenzüberschreitenden Übernahmen in der EU. (z.B. Santander – Abbeys National, Unicredito – Hypovereinsbank), in deren Folge der Konkurrenzdruck zunimmt. Um diesem zu begegnen, versuchen die Banken ihre Positionen durch weitere Übernahmen zu stärken.

URL: http://www.bpb.de/wissen/3DH4W1,0,0,Bankenkonzentration_in_den_f%FChrenden_Finanzzentren.html

Bedrohte Arten

Bei der Anzahl der weltweit existierenden Tier- und Pflanzenarten gehen die Schätzungen sehr weit auseinander, sie liegen zwischen fünf und 100 Millionen. Eine im Auftrag des UN-Umweltprogramms UNEP erstellte Studie hält eine Anzahl von 13 bis 14 Millionen unterschiedlichen Arten für am wahrscheinlichsten. Bis zum Jahr 2004 konnten erst 1,54 Millionen Arten wissenschaftlich erfasst und damit beschrieben werden. 38.000 dieser beschriebenen Arten wurden dahingehend bewertet, ob sie bedroht sind oder nicht.

In den letzten 50 Jahren hat der Mensch so starken Einfluss auf die globale Umwelt genommen, wie nie zuvor. Dies ist auch der Hauptgrund dafür, warum der Verlust an Artenvielfalt nach wie vor mit großem Tempo voran schreitet. Täglich sterben, je nach Schätzung, zwischen 100 und 150 größtenteils unerforschte Pflanzen- und Tierarten aus. Und das UNEP geht davon aus, dass gegenwärtig mindestens tausendmal mehr Arten pro Jahr sterben, als es ohne den Einfluss des Menschen der Fall wäre – andere Quellen gehen sogar von einer zehntausendfach höheren Rate aus.

Die Hauptgründe für das Artensterben bestehen fort oder haben sich sogar verschärft: Schrumpfende Lebensräume, Übernutzung von Ökosystemen und Nahrungsbeständen, die Einführung von fremden Pflanzen und Tieren, Schadstoffbelastungen und der Klimawandel.

Sowohl bei Wirbeltieren und Nichtwirbeltieren als auch bei Pflanzen verdeutlicht die von der IUCN veröffentlichte "Rote Liste", dass das Ausmaß der Bedrohung der Arten auffallend hoch ist. So waren beispielsweise im Jahr 2004 1.101 Säugetiere gefährdet – das waren 23 Prozent aller hinsichtlich ihrer Gefährdung bewerteten Säugetiere und 20 Prozent aller beschriebenen Säugetiere. Bei den Amphibien, bei denen alle beschriebenen Arten auch bewertet wurden, war im selben Jahr fast jedes dritte Tier bedroht. Und bei den Vogelarten sind bereits zwölf Prozent gefährdet. Wird allein der Anteil bedrohter Arten an den bewerteten Arten betrachtet, waren unter den Wirbeltieren die Reptilien (61 Prozent) und Fische (46 Prozent) am stärksten gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Bei der Beurteilung von Nichtwirbeltieren und Pflanzen besteht das Problem, dass die Anzahl der beschriebenen Arten und die Zahl der davon bewerteten Arten sehr weit auseinander liegen. Während der Anteil der bedrohten Arten unter den bewerteten Arten schnell hoch ausfallen kann, verleitet der Anteil der bedrohten Arten unter den beschriebenen Arten dazu, die Bedrohung der Art zu unterschätzen.

So wurden beispielsweise von den Insekten, die mit 950.000 beschriebenen Arten den größten Anteil unter den Nichtwirbeltieren haben, nur 771 bewertet. Bei 559 bedrohten Insektenarten im Jahr 2004 galten damit über 70 Prozent der bewerteten Insektenarten als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Bezogen auf die beschriebenen Insektenarten schrumpft der Anteil jedoch auf marginale 0,06 Prozent.
Trotz dieser Einschränkung kann es nur als dramatisch bezeichnet werden, dass 57 Prozent aller bewerteten Nichtwirbeltiere und sogar 70 Prozent aller bewerteten Pflanzen vom Aussterben bedroht oder gefährdet sind.

Quelle: http://www.bpb.de/wissen/MSPOUG,0,0,Bedrohte_Arten.html

Bestand an Ausländischen Direktinvestitionen (ADI)

Entsprechend der absoluten Zunahme der laufend getätigten ausländischen Direktinvestitionen (ADI) hat sich auch der weltweite Bestand an ADI stetig erhöht. Werden die Staaten betrachtet, auf die die Direktinvestitionen entfallen, dann stieg der so genannte inward-Bestand an ADI von 530 Milliarden US-Dollar im Jahr 1980 auf 12.415 Milliarden US-Dollar 2006. Das entsprach einem durchschnittlichen Wachstum von 13 Prozent pro Jahr. Von 2006 auf 2007 erhöhte sich der Bestand um überdurchschnittliche 22,5 Prozent auf 15.211 Milliarden US-Dollar.

Der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten am inward-Bestand lag in den Jahren 2000 bis 2007 bei durchschnittlich 71,8 Prozent, der der ökonomisch sich entwickelnden Staaten bei 26,2 Prozent. Der Anteil Süd-Osteuropas und der GUS betrug im Durchschnitt 2,0 Prozent. Auffällig ist dabei, dass der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten am inward-Bestand der ADI zwischen 2000 und 2006 stetig von 68,8 auf 75,8 Prozent zunahm. Der entsprechende Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten verringerte sich hingegen im selben Zeitraum von 30,0 auf 22,5 Prozent.

Im Jahr 2007 konnten die ökonomisch sich entwickelnden Staaten ihren Anteil am inward-Bestand der ADI auf 27,9 Prozent erhöhen. Die Staaten Süd-Osteuropas und die GUS verdoppelten ihren Anteil gegenüber 2006 sogar von 1,7 auf 3,3 Prozent – das Engagement in Russland leistete hier den größten Beitrag. Auf der anderen Seite fiel der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten auf das Niveau des Jahres 2000 zurück.

Aus der Perspektive der Investoren stieg der outward-Bestand an ADI zwischen 1980 und 2006 von 570 Milliarden US-Dollar auf 12.756 Milliarden US-Dollar – das entsprach einem durchschnittlichen Wachstum von 13 Prozent pro Jahr. Von 2006 auf 2007 erhöhte sich auch der outward-Bestand überdurchschnittlich stark: bei einem Wachstum von 22,3 Prozent stieg er auf 15.602 Milliarden US-Dollar.

Beim outward-Bestand an ADI war der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten mit durchschnittlich 87,4 Prozent noch höher als beim inward-Bestand. Im Durchschnitt knapp 11,9 Prozent des outward-Bestandes entfielen in den Jahren 2000 bis 2007 auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten. Der Anteil Süd-Osteuropas und der GUS lag bei 0,7 Prozent.

Im Jahr 2006 waren rund 63 Prozent des ADI-Bestandes Investitionen im Dienstleistungsbereich – 15 Prozentpunkte mehr als 1990. Gut 27 Prozent entfielen auf den Bereich der Warenproduktion (1990: 42 Prozent) und knapp 8 Prozent auf den Agrarsektor (1990: 9 Prozent). Der Rest entfiel auf unspezifizierbare Produkte.

Werden die ADI auf die Wirtschaftsleistung bezogen, wird deutlich, dass die Bedeutung der ADI in allen drei Staatengruppen hoch ist: Im Jahr 2007 entsprach der ADI-inward-Bestand in den ökonomisch entwickelten Staaten 27,2 Prozent des BIP (2000: 16,1 Prozent), bei den ökonomisch sich entwickelnden Staaten waren es 30,2 Prozent (2000: 25,6 Prozent). In Süd-Osteuropa und der GUS lag der entsprechende Anteil bei 28,3 Prozent (2000: 17,8 Prozent).

Durch den hohen Anteil der Multinationalen Unternehmen (MNU) an den ADI spiegelt der hohe ADI-Bestand auch die Macht der MNU wider. Einerseits sind die MNU unverzichtbar für Investitionen, nationale Arbeitsmärkte, Steuer- und Abgabenaufkommen, andererseits nimmt die Gefahr der Oligopolisierung durch die Marktstellung der MNU deutlich zu.

Bevölkerung nach Regionen

Der Anstieg der Weltbevölkerungszahl von 2,5 Milliarden Menschen 1950 über 6,1 Milliarden im Jahr 2000 auf schätzungsweise 9,1 Milliarden 2050 ist sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Regionen verteilt.
Das UN/DESA geht nach mittleren Wachstumsprognosen davon aus, dass der Bevölkerungsanteil Europas an der Weltbevölkerung weiter abnehmen wird. Zwischen 1950 und 2000 ist der Anteil bereits von knapp 22 Prozent auf 12 Prozent gesunken; für 2050 wird von einer weiteren Reduzierung auf etwa sieben Prozent ausgegangen. Europa ist auch die einzige Region, bei der sich die absolute Bevölkerungszahl verringert – bis 2050 um etwa 75 Millionen Menschen.
Ebenso auffällig ist der zunehmende Anteil Afrikas an der Weltbevölkerung. Lebten 1950 nur knapp neun Prozent aller Menschen in Afrika, waren es im Jahr 2000 bereits über 13 Prozent; im Jahr 2050 wird über ein Fünftel aller Menschen in Afrika leben.

Nach Prognosen des UN/DESA basiert die Zunahme der Bevölkerungszahl bis 2050 fast allein auf dem Wachstum in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten. Insbesondere die 50 ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten haben einen überdurchschnittlich hohen Anteil am erwarteten Bevölkerungswachstum. Bereits das Bevölkerungswachstum seit 1950 bis in die Gegenwart ist zu etwa 90 Prozent auf das Wachstum in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten zurückzuführen.
Ausgehend von der mittleren Wachstumsprognose des UN/DESA wird die Bevölkerungszahl in den ökonomisch entwickelten Staaten im Jahr 2050 unverändert sein. Die Bevölkerung der ökonomisch sich entwickelnden Staaten wird hingegen um durchschnittlich 57 Millionen pro Jahr zunehmen – 22 Millionen davon in den ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten.

In den ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten wird sich die Bevölkerungszahl nach mittlerer Wachstumsprognose bis 2050 von 760 Millionen auf über 1,7 Milliarden mehr als verdoppeln. In den folgenden Staaten wird sogar mit einer Verdreifachung der Bevölkerungszahl gerechnet: Afghanistan, Burkina Faso, Burundi, Tschad, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Osttimor, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Niger und Uganda.
Lediglich neun Staaten sind für die Hälfte des bis 2050 erwarteten Bevölkerungswachstums verantwortlich: Indien, Pakistan, Nigeria, Demokratische Republik Kongo, Bangladesch, Uganda, die USA, Äthiopien und China – aufgelistet in der Reihenfolge ihres absoluten Anteils an der Bevölkerungszunahme.

In 51 Staaten – darunter Deutschland, Italien, Japan und viele Staaten in Osteuropa – ist die prognostizierte Bevölkerungszahl im Jahr 2050 niedriger als 2005. In 43 ökonomisch entwickelten Staaten ist die Geburtenziffer schon heute niedriger als es für die Reproduktion der Bevölkerung erforderlich ist.
Die Geburtenziffer der ökonomisch entwickelten Staaten liegt im Durchschnitt bei 1,56 Kindern pro Frau und es wird eine leichte Steigerung auf 1,84 für 2045 bis 2050 prognostiziert. In den ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten liegt die Geburtenziffer gegenwärtig bei durchschnittlich fünf Kindern pro Frau. Bis 2050 wird bei der mittleren Wachstumsprognose des UN/DESA von einer Halbierung der Geburtenziffer auf dann 2,57 ausgegangen. Bei der Gesamtgruppe der ökonomisch sich entwickelnden Staaten wird sich die Geburtenziffer von gegenwärtig 2,58 auf schätzungsweise 1,92 Kinder pro Frau verringern – vor allem für die ökonomisch erfolgreichen Staaten Asiens wird angenommen, dass mit steigendem Wohlstand auch die Geburtenziffer zurückgeht.

URL: http://www.bpb.de/wissen/SA1HZU,0,0,Bev%F6lkerungswachstum_nach_Regionen.html

Bevölkerungswachstum

Vor 2000 Jahren lebten schätzungsweise 300 Millionen Menschen auf der Welt – deutlich weniger als heute allein in der EU. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts hat sich das Bevölkerungswachstum stark beschleunigt und die Bevölkerungszahl stieg von damals 500 Millionen über eine Milliarde (um 1800) auf etwa 1,7 Milliarden im Jahr 1900. Lebten 1950 noch 2,5 Milliarden Menschen auf der Welt, sind es heute über 6,5 Milliarden und die Prognosen des UN/DESA reichen von 7,7 bis 10,7 Milliarden Menschen für das Jahr 2050. Nach mittleren Wachstumsprognosen wird die Bevölkerungszahl im Jahr 2050 bei etwa neun Milliarden liegen.

Vor allem in Hinblick auf die globalen Ressourcen ist die Bevölkerungsentwicklung von großem Interesse, da Bevölkerungswachstum gekoppelt mit ökonomischer Marktintegration eine beschleunigte Reduzierung der natürlichen Vorkommen bedeutet.
Auch wenn das Erreichen der "Grenze des Wachstums" in der Vergangenheit häufig falsch datiert worden ist, besteht kein Zweifel an der Endlichkeit vieler Ressourcen, die für die bestehenden Gesellschaftsformen unverzichtbar sind. Die Entwicklung des Bevölkerungswachstums entscheidet also mit darüber, wie schnell sich die Menschen den natürlichen Grenzen nähern.

Nachdem die Zahl der Menschen über Jahrtausende gestiegen ist, wird sie nach mittleren Wachstumsprognosen des UN/DESA etwa ab 2070 rückläufig sein. Bis dahin führen die sinkenden Wachstumsraten weiterhin zu einer Zunahme der Weltbevölkerung. Während 1950 durchschnittlich 19 Personen pro km² lebten, waren es 1990 bereits mehr als doppelt so viele. 2005 entfielen auf einen Quadratkilometer 48 Personen und nach Schätzungen des UN/DESA wird sich diese Zahl bei mittlerem Wachstum auf 67 erhöhen.

Das höchste durchschnittliche Bevölkerungswachstum pro Jahr fällt in den Zeitraum von 1985 bis 1990. In dieser Zeit erhöhte sich die Bevölkerungszahl um jährlich über 87 Millionen Menschen. Trotz höherer Wachstumsraten in den vorangehenden Zeiträumen waren die absoluten Zuwächse geringer, da das Bevölkerungsniveau insgesamt noch niedriger war. Gegenwärtig nimmt die Weltbevölkerung jedes Jahr um etwa 76 Millionen Menschen zu. Zum Vergleich: in der BRD leben gut 82 Millionen Menschen.

Neben der quantitativen Herausforderung durch das Bevölkerungswachstum gibt es auch noch eine qualitative Veränderung, die nicht ohne Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben bleiben wird: Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung ist von 1950 bis 2005 von 23,9 auf 28,1 Jahre gestiegen. Ausgehend von der mittleren Wachstumsprognose des UN/DESA wird sich der Trend der Alterung fortsetzen und im Jahr 2050 zu einem Durchschnittsalter der Weltbevölkerung von 37,8 Jahren führen – ein Durchschnitt, der bisher nur für Europa gilt. Die Lebenserwartung stiege in diesem Fall auf 75 Jahre und die Anzahl der Personen, die 60 Jahre oder älter sind, erhöhte sich von 672 Millionen im Jahr 2005 auf etwa 1,9 Milliarden. Selbst die Zahl der Personen, die 80 oder älter sind, läge 2050 bei knapp 400 Millionen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/I6T8RL,0,0,Bev%F6lkerungswachstum.html

Bioenergien

Als Bioenergie bezeichnet man Energie, die aus Biomasse gewonnen wird. Dabei werden verschiedene Energieformen wie Wärme, elektrische Energie oder auch Kraftstoff für Verbrennungsmotoren eingeschlossen. Meist wird auch Biomasse, in der die Energie chemisch gespeichert ist, als Bioenergie bezeichnet.

Als Hauptenergiequelle werden Nachwachsende Rohstoffe verwendet. Bisher hat Holz als Festbrennstoff die größte Bedeutung, aber auch landwirtschaftliche Produkte (Agrarrohstoffe) und organische Reststoffe aus unterschiedlichen Bereichen spielen eine zunehmende Rolle.

Derzeit findet weltweit ein starker Ausbau der Erzeugung von Bioenergie statt. Wichtige Gründe sind die steigende Preistendenz für fossile Energieträger und deren abnehmende Verfügbarkeit, die hohe Abhängigkeit durch die einseitige Verteilung von Ressourcen wie Öl und Gas, sowie Bemühungen zur Senkung der Treibhausgasemissionen. In Deutschland wird dieser Ausbau vom Gesetzgeber vor allem durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert.

Einzelne Bioenergien stehen in der Kritik, da ihre Erzeugung eine Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung darstellen kann oder weil ihr ökologischer und ökonomischer Nutzen begrenzt ist. Da die Bereitstellung und Nutzung der verschiedenen Bioenergien sehr unterschiedlich stattfindet, ist eine Bewertung im Einzelfall notwendig.

Basis der Bioenergie ist die Sonnenenergie. Diese kann von Pflanzen mit Hilfe der Photosynthese in Biomasse chemisch gebunden werden. Abhängig von der Art der Biomasse sind unterschiedliche Aufbereitungsschritte notwendig. So können Verfahren wie Methangärung (Biogas), alkoholische Gärung (Ethanol), Pyrolyse oder Ölextraktion (Pflanzenöl) mit anschließender Umesterung (Biodiesel) notwendig sein, oder, wie bei Holz, auch eine direkte Verwendung erfolgen. Die Nutzung erfolgt meist in Anlagen, die in identischer oder ähnlicher Form auch mit fossilen Energieträgern betrieben werden (Feuerung (mit Dampfkessel), Verbrennungsmotor, Gasturbine).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bioenergie

Bioethanol

Als Bioethanol bezeichnet man Ethanol, das ausschließlich aus Biomasse (nachwachsende Kohlenstoffträger) oder den biologisch abbaubaren Anteilen von Abfällen hergestellt wurde und für die Verwendung als Biokraftstoff bestimmt ist.[2] Der Begriff Bioethanol ist ein aus den Begriffen biogen und Ethanol gebildetes Kofferwort. Wird das Ethanol aus pflanzlichen Abfällen, Holz, Stroh oder Ganzpflanzen hergestellt, bezeichnet man es auch als Cellulose-Ethanol. Ethanol kann als Kraftstoffbeimischung in Mineralölderivaten für Ottomotoren (Ethanol-Kraftstoff), als reines Ethanol (E100) oder zusammen mit anderen Alkoholen (z. B. Methanol) als Biokraftstoff verwendet werden.

Nach dem Ölschock der 1970er waren Biokraftstoffe als Alternative zu fossilen Energieträgern wiederentdeckt worden. Die reinere Verbrennung und der nachwachsende Rohstoff machten Bioethanol vorerst zu einem umweltfreundlichen Produkt, das nebenbei die Agrarüberschüsse aus EU und USA verwerten half. Seit erneuerbare Energieträger im Zusammenhang mit dem Kyoto-Protokoll als Mittel zur Eindämmung des CO2-Ausstoßes politisch im großen Maßstab forciert wurden, geriet Bioethanol zunehmend unter Kritik. Die kontroverse Diskussion der ökologischen und ökonomischen Aspekte der Bioethanolherstellung führte in der EU zur Reglementierung der Produktionsbedingungen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bioethanol

Biogas

Biogas ist ein brennbares Gas, das durch Vergärung von Biomasse in Biogasanlagen hergestellt und zur Gewinnung von Energie (Bioenergie) verwendet wird. Vor der Biogasaufbereitung ist es eine wassergesättigte Gasmischung mit den Hauptkomponenten Methan (CH4) und Kohlenstoffdioxid (CO2). In Spuren sind meist auch Stickstoff (N2), Sauerstoff (O2), Schwefelwasserstoff (H2S), Wasserstoff (H2) und Ammoniak (NH3) enthalten. Für die Verwertung von Biogas ist der Methananteil am wichtigsten, da seine Verbrennung Energie freisetzt.

Ebenso wie Biogas entstehen Deponiegas und Klärgas bei der als Vergärung oder Faulung bezeichneten anaeroben Zersetzung von organischem Material. Daher werden diese Gase gelegentlich auch unter den Bezeichnungen Faulgas oder Biogas zusammengefasst.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Biogas

Biokraftstoff

Biokraftstoffe (auch Biotreibstoffe, Agrotreibstoffe) sind eine Form der Bioenergie. Es handelt sich um flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die aus Biomasse hergestellt werden. Sie kommen für den Betrieb von Verbrennungsmotoren in mobilen und stationären Anwendungen zum Einsatz. Ausgangsstoffe der Biokraftstoffe sind Nachwachsende Rohstoffe, wie z. B. Ölpflanzen, Getreide, Zuckerrüben oder -rohr, Wald- und Restholz, Holz aus Schnellwuchsplantagen, spezielle Energiepflanzen und anderes.

Die EU-Richtlinie 2009/28/EG (Erneuerbare-Energien-Richtlinie) (Nachfolger der Richtlinie 2003/30/EG) beschreibt und regelt die Verwendung von Biokraftstoffen in Europa. Ein wichtiger Aspekt ist die Kontrolle der Nachhaltigkeit, die bei Biokraftstoffen regelmäßig in der Diskussion ist. Die Umsetzung in deutsches Recht erfolgte mit der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung. Eine Beimischungsquote von 10 % zu den fossilen Kraftstoffen bis 2020 hat zu erfolgen.

Biokraftstoffe können die fossilen Kraftstoffe Diesel, Benzin und Erdgas substituieren. Teilweise müssen Motoren und/oder Kraftstoffsysteme an die Biokraftstoffe angepasst werden. Biokraftstoffe werden entweder in Reinform oder als Beimischungen zu fossilen Kraftstoffen verwendet.

Es werden unter anderem folgende Arten von Biokraftstoffen unterschieden: Pflanzenöl-Kraftstoff, Biodiesel, Bioethanol, Biomethan und synthetische Biokraftstoffe (Biomass-to-Liquid).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Biokraftstoff

Biomasse

Als Biomasse wird die gesamte organische Substanz bezeichnet. Basis für die Bildung von Biomasse ist die vor allem von Pflanzen betriebene Photosynthese, bei der Sonnenenergie absorbiert und durch Bildung von Biomasse gespeichert wird. Zur Biomasse werden sowohl lebende Pflanzen, als auch die von ihnen abgeleitete organische Substanz, wie Tiere und Mikroorganismen, als auch tote organische Substanz wie Totholz, Laub, Stroh und anderes gezählt. Man bezeichnet sie daher auch als nachwachsende Rohstoffe. Die aus Biomasse entstandenen fossilen Energieträger (Kohle, Erdöl und Erdgas) werden ihr nicht zugeordnet. Die Natur produziert jährlich große Mengen an Biomasse, von der ein kleiner Teil als Nahrung, Futtermittel oder nachwachsender Rohstoff (Nawaro) zur stofflichen Nutzung oder zur Energiebereitstellung (Bioenergie) genutzt wird.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Biomasse

BIP-Veränderungen pro Kopf

Im Jahr 2007 entfielen vom Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) rund 71 Prozent auf die ökonomisch entwickelten Staaten (38.400 Mrd. US-Dollar) und 26 Prozent auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten (14.100 Mrd. US-Dollar). Gut 3 Prozent entfielen auf Süd-Osteuropa und die GUS (1.800 Mrd. US-Dollar).

Da in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten etwa 80 Prozent aller Menschen leben, stellt sich angesichts der ungleichen Verteilung des Welt-BIP die Frage, ob die ökonomisch sich entwickelnden Staaten von den Entwicklungen der letzten Jahre profitieren konnten. Da der Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten an der Weltbevölkerung von 1980 bis 2007 von etwa 75 auf mehr als 80 Prozent stieg und das Bevölkerungswachstum die Entwicklung des BIP relativiert, empfiehlt es sich, auf das Wachstum des BIP pro Kopf zurückzugreifen.

Während das reale Wachstum des BIP pro Kopf der ökonomisch entwickelten Staaten von 1980 bis 1990 noch deutlich über dem der ökonomisch sich entwickelnden Staaten lag, hat sich dieses Verhältnis seit 1990 grundlegend umgekehrt. Seit dem Jahr 2000 war das Wachstum des BIP pro Kopf in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten durchschnittlich sogar fast dreimal so hoch wie das entsprechende Wachstum in den ökonomisch entwickelten Staaten.

Allerdings profitierten nicht alle ökonomisch sich entwickelnden Staaten von dieser Umkehr. Am schlechtesten entwickelten sich die subsaharischen Staaten Afrikas, deren BIP pro Kopf von 1990 bis 2000 lediglich konstant blieb. Und auch in den darauffolgenden Jahren war das Wachstum des BIP pro Kopf – im Vergleich zur Gruppe der ökonomisch sich entwickelnden Staaten insgesamt – durchgehend unterdurchschnittlich hoch. Das Wachstum des BIP pro Kopf der ökonomisch sich entwickelnden, stark verschuldeten Staaten lag ebenfalls deutlich unter dem Durchschnitt. Dabei war jedoch das BIP-pro-Kopf-Wachstum seit dem Jahr 2000 in beiden Untergruppen immer noch etwa anderthalbmal so hoch wie das der ökonomisch entwickelten Staaten.

Die auffälligsten Wachstumsschwankungen finden sich in Süd-Osteuropa und der GUS. Der Verringerung des BIP pro Kopf um 4,5 Prozent pro Jahr von 1990 bis 2000 in Folge des Transformationsschocks folgte ein überdurchschnittliches Wachstum von 6,3 Prozent pro Jahr in der Zeit von 2000 bis 2005 bzw. von 7,7 Prozent von 2005 bis 2007.

Für das überdurchschnittlich hohe Wachstum des BIP pro Kopf der ökonomisch sich entwickelnden Staaten in den Jahren 2000 bis 2007 lassen sich mehrere Ursachen finden: Von der kräftigen Nachfrage der USA profitierten unter den ökonomisch sich entwickelnden Staaten vor allem asiatische Ökonomien (im Jahr 2007 verzeichneten diese mit 6,8 Prozent sogar das stärkste BIP-pro-Kopf-Wachstum seit der Krise von 1997/98). Dabei gelang es vielen Staaten Asiens – insbesondere Süd-Ostasiens – die Zuflüsse an Ausländischen Direktinvestitionen zu erhöhen und den Export von Fertigwaren zu steigern.

Auch zahlreiche Staaten Lateinamerikas konnten ihre Exporte ausweiten. Dabei wirkten sich die in den letzten Jahren steigenden Rohstoffpreise ebenfalls positiv auf die Handelsbilanzen aus.

In Afrika sorgte die auffällige Verbesserung der Terms of Trade für eine deutliche Belebung des BIP-Wachstums. Allerdings waren es vor allem die Staaten Westafrikas, die von dieser Entwicklung profitierten.

Werden die ökonomisch sich entwickelnden Staaten nicht nach ihrer geografischen Lage sortiert, sondern in ökonomischen Gruppen zusammengefasst, zeigt sich, dass das BIP-pro-Kopf-Wachstum sowohl von 1990 bis 2000 als auch von 2000 bis 2007 bei den Hauptexporteuren von Fertigwaren am höchsten war.

URL: http://ini-fz.info/admin/content/taxonomy/21/add/term

Blockheizkraftwerke

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine modular aufgebaute Anlage zur Gewinnung von elektrischer Energie und Wärme, die vorzugsweise am Ort des Wärmeverbrauchs betrieben wird, aber auch Nutzwärme in ein Nahwärmenetz einspeisen kann. Sie setzt dazu das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung ein.

Als Antrieb für den Stromerzeuger können Verbrennungsmotoren, d. h. Diesel- oder Gasmotoren, aber auch Gasturbinen verwendet werden.

Der höhere Gesamtnutzungsgrad gegenüber der herkömmlichen Kombination von lokaler Heizung und zentralem Kraftwerk resultiert aus der Nutzung der Abwärme der Stromerzeugung direkt am Ort der Entstehung. Der Wirkungsgrad der Stromerzeugung liegt dabei, abhängig von der Anlagengröße, zwischen etwa 25 und 50 %. Durch die ortsnahe Nutzung der Abwärme wird die eingesetzte Primärenergie aber zu 80 bis über 90 % genutzt. Blockheizkraftwerke können so bis zu 40 % Primärenergie einsparen.

Übliche BHKW-Module haben elektrische Leistungen zwischen fünf Kilowatt und fünf Megawatt. Unter 50 kW spricht man auch von Mini-Kraft-Wärme-Kopplung (Mini-KWK), unter 15 kW von Mikro-KWK. Mini- und Mikro-KWK werden in Ein- und Mehrfamilienhäusern, Betrieben und im Siedlungsbau verwendet. Die Kraft-Wärme-Kopplung wird ebenfalls in Heizkraftwerken genutzt, dort typischerweise mit elektrischen Leistungen von einigen hundert MW.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Blockheizkraftwerk

Börsengehandelte Finanzderivate

Derivate haben sich seit Beginn dieses Jahrzehnts schneller entwickelt als alle anderen Finanzinstrumente. Ende 2005 war der Wert der Wertpapiere, die vom börsenbetriebenen Derivathandel betroffen sind (underlyings), 25mal größer als Anfang der 1990er Jahre. Er lag mit 58 Billionen US-Dollar über dem Bestandswert aller Aktien der Welt (45 Billionen US-Dollar). Der entsprechende Wert der außerbörslich gehandelten OTC-Derivate ("over the counter") war mit 285 Billionen US-Dollar allerdings noch fünfmal größer. Ein kleiner Teil der Derivate (ca. 1 Billion US-Dollar) wird von den rund 1.200 Hedgefonds verwaltet. Hedgefonds gelten als besonders riskant, weil sie wenig reguliert und noch weniger transparent sind.

Der Börsenhandel mit Derivaten, gemessen an den Werten der jeweiligen Wertpapiere (underlyings), hatte 2005 einen Umfang von 1.400 Billionen US-Dollar. Das macht pro Handelstag 5,6 Billionen US-Dollar, dreimal mehr als in 2004. Überwiegend (2005: zu 90 Prozent) handelt es sich dabei um Zinsinstrumente, mit denen sich Finanzanleger gegen die Risiken von Zinsänderungen absichern wollen. Der besonders steile Anstieg des Bestands an und des Handels mit Derivaten nach der Finanzkrise 2000 kann als Versuch der Finanzanleger interpretiert werden, sich gegen künftige Finanzmarktrisiken abzusichern.

Auf der anderen Seite dürften auch die Spekulationen im Zuge des neuen Aufschwungs eine größere Rolle spielen. Ein aktuelles Beispiel ist das des Hedgefonds Amaranth, der mit Hilfe von Derivaten auf steigende Gaspreise spekuliert hatte und Kontrakte in Milliardenhöhe zum Kauf von Gas auf Termin zu einem festen Preis eingegangen war. Wenn die Preise erwartungsgemäß gestiegen wären, hätte er zum Termin das Gas zum vereinbarten Preis kaufen und sofort wieder teurer verkaufen können und einen Gewinn in Höhe der Differenz zwischen vereinbarten Einkaufspreis und höherem Marktpreis gemacht. Da die Gaspreise stattdessen fielen, musste Amaranth Gas zu überhöhten Preisen kaufen und machte innerhalb einer einzigen Woche einen Verlust in Höhe von über fünf Milliarden US-Dollar.

URL: http://www.bpb.de/wissen/GC265C,0,0,B%F6rsengehandelte_Finanzderivate.html

Bruttoinlandsprodukt pro Kopf

Entsprechend der ungleichen Verteilung des Welt-Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf die verschiedenen Staaten bestehen auch hinsichtlich des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf sehr große Unterschiede. Während das BIP pro Kopf in den ökonomisch entwickelten Staaten im Jahr 2007 bei etwa 38.000 US-Dollar lag, betrug das BIP pro Kopf in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten lediglich rund 2.700 US-Dollar; in Süd-Osteuropa und der GUS lag das BIP bei 5.950 US-Dollar pro Kopf.

Noch größer ist die Differenz zwischen den einzelnen Staaten: In Luxemburg (der Staat mit dem höchsten BIP pro Kopf) war das BIP pro Kopf mit 102.145 US-Dollar im Jahr 2007 mehr als achthundertfünfzigmal so hoch wie das BIP pro Kopf Burundis (der Staat mit dem weltweit niedrigsten BIP pro Kopf). Auch bei einer Betrachtung der bevölkerungsreichsten Staaten unter den fünfzehn Staaten mit dem höchsten bzw. niedrigsten BIP pro Kopf bleibt der Unterschied riesig. In den USA (310 Millionen Einwohner) lag das BIP bei 44.600 US-Dollar pro Kopf; demgegenüber hatte Äthiopien (83 Millionen Einwohner) mit 200 US-Dollar das weltweit fünfniedrigste BIP pro Kopf.

Im Jahr 2007 lagen 16 der 20 Staaten mit dem weltweit niedrigsten BIP pro Kopf in Afrika. Afrika ist auch der Kontinent mit dem niedrigsten BIP pro Kopf – es betrug im selben Jahr lediglich 1.400 US-Dollar pro Jahr.

In den 25 Staaten mit dem niedrigsten BIP pro Kopf lebten im Jahr 2007 rund 485 Millionen Menschen; das BIP dieser Staaten lag bei insgesamt 142 Milliarden US-Dollar. Im Gegensatz hierzu lag das BIP der 25 Staaten mit dem höchsten BIP pro Kopf bei 37.400 Milliarden US-Dollar. Da in den 25 Staaten mit dem höchsten BIP pro Kopf im Jahr 2007 etwa 900 Millionen Menschen lebten, war das BIP pro Kopf gut hundertvierzigmal höher als das in den 25 Staaten mit dem niedrigsten BIP pro Kopf.

URL: http://www.bpb.de/wissen/Y2ZKS2,0,0,Bruttoinlandsprodukt_pro_Kopf.html

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Demokratie und ihre Verbreitung

Im Jahr 2008 gab es nach Angaben der Nicht-Regierungsorganisation Freedom House 119 parlamentarische Demokratien. Das entsprach knapp 62 Prozent aller Staaten weltweit. Der bisherige Höchstwert wurde in den Jahren 2005 und 2006 mit 123 parlamentarischen Demokratien bzw. einem Anteil von 64 Prozent erreicht. Gegenüber dem Jahr 2007 sind Georgien, Mauretanien, Venezuela und die Zentralafrikanische Republik aus der Liste der parlamentarischen Demokratien herausgefallen, Bangladesch sowie Bosnien und Herzegowina sind neu hinzugekommen.

Die Demokratie ist die dominierende Staatsform in West- und Zentraleuropa sowie in Nord- und Südamerika. Nach der Klassifizierung von Freedom House sind alle 25 Staaten Europas parlamentarische Demokratien – dabei war die Türkei der einzige Staat, der 2008 als lediglich eingeschränkt frei galt. Von den 35 Staaten Nord- und Südamerikas waren im selben Jahr 33 parlamentarische Demokratien – davon wurden 25 Staaten als frei und acht als eingeschränkt frei eingestuft. Zwei Staaten (Kuba und Venezuela) galten als unfrei.

In Asien war mit 20 von 39 Staaten gut die Hälfte der Staaten demokratisch. 16 der 20 demokratischen Staaten galten als frei, vier als eingeschränkt frei. Weiter waren im Jahr 2008 insgesamt 18 der 28 ehemals kommunistischen Staaten in Zentral- und Osteuropa parlamentarische Demokratien – davon galten 13 Staaten als frei und fünf als eingeschränkt frei. In Zentraleuropa sowie den baltischen Staaten ist die Demokratie fest etabliert. Hingegen wurden noch immer sieben der Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion als unfrei eingestuft.

Im subsaharischen Afrika waren im Jahr 2008 trotz der Fortschritte in der Vergangenheit nur 22 der insgesamt 48 Staaten demokratisch. Davon galten nach Freedom House zehn Staaten als frei und zwölf Staaten als eingeschränkt frei. Noch geringer ist der Anteil der parlamentarischen Demokratien nur im Nahen Osten und Nordafrika, wo Israel die einzige parlamentarische Demokratie ist.

Im Zeitalter der Globalisierung wird die Demokratisierung der Staatenwelt von vielen als unverzichtbar angesehen. Dies vor allem deshalb, weil die demokratische Legitimation als eine Grundvoraussetzung für das Gelingen von Global Governance, also für das Regieren im politischen Mehrebenensystem, angesehen wird. Nicht zuletzt um durch politische Kooperationen ein Gegengewicht zu den ökonomischen Kräften aufzubauen, engagieren sich auch zahlreiche NGOs beim Aufbau demokratischer Strukturen in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten.

Parallel zur Zunahme demokratischer Staatsformen und der nahezu grenzenlosen Verbreitung demokratischer Ideen findet sich auch die These, dass die etablierten Demokratien durch die Globalisierung unter Druck geraten. Zwei Argumente sind dabei von zentraler Bedeutung. Zum einen wird darauf hingewiesen, dass politische Teilhabe ökonomische Teilhabe voraussetzt – zunehmender ökonomischer Stress hat demnach einen negativen Einfluss auf die politische Partizipation. Zum anderen wird problematisiert, dass öffentliche Interessen gegenüber privatwirtschaftlichen immer häufiger das Nachsehen haben: Die Verhandlungsmacht der Staaten und damit die Einflussnahme demokratisch legitimierter Vertreter schwindet und ist häufig nur in Krisenzeiten gefragt. Parallel nimmt die Macht privater Interessen und die der Multinationalen Unternehmen zu.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Globalisierung nicht zwangsläufig eine Demokratisierung nach sich zieht. Gerade die Einbindung in den Weltmarkt hat in zahlreichen Staaten zu einer ökonomischen und in der Folge politischen Stärkung undemokratischer Regime geführt.

Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass trotz der rasanten Verbreitung demokratischer Staatsformen noch immer 34 Prozent aller Menschen in unfreien Staaten leben. Aufgrund des überdurchschnittlichen Bevölkerungswachstums in diesen Staaten wird sich die absolute Zahl der Menschen, die nicht in Demokratien leben, zunächst weiter erhöhen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/4D631K,0,0,Verbreitung_demokratischer_Staaten.html

Dienstleistungsexport

Der nominale Wert des Weltwarenexports stieg zwischen 1980 und 2007 um durchschnittlich 7,4 Prozent pro Jahr. Die Wachstumsraten lagen damit deutlich über denen der Weltwarenproduktion. Noch stärker als der Wert des Warenexports wuchs mit 8,3 Prozent pro Jahr der Wert des Dienstleistungsexports. Lag er im Jahr 1980 noch bei 388 Milliarden US-Dollar, war er 1990 bereits mehr als doppelt so hoch. Mit einer Steigerung von rund 1.530 auf etwa 3.340 Milliarden US-Dollar hat sich der Wert des Dienstleistungsexports auch zwischen den Jahren 2000 und 2007 nochmals mehr als verdoppelt.

Der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten am weltweiten Dienstleistungsexport schwankte in der Zeit von 1980 bis 2001 zwischen 75 und 81 Prozent. Seit 2002 verringerte er sich kontinuierlich von 75,4 auf 71,9 Prozent im Jahr 2007. Allerdings erhöhte sich parallel der absolute Wert des Dienstleistungsexports der ökonomisch entwickelten Staaten von 1.237 Milliarden US-Dollar im Jahr 2002 auf 2.399 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 (plus 94 Prozent).

Der Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten am weltweiten Dienstleistungsexport lag in den Jahren 1980 bis 2001 zwischen 18 und 23 Prozent. Zwischen 2002 und 2007 stieg er stetig von 22,4 auf 25,4 Prozent. Der entsprechende Anteil der süd-osteuropäischen Staaten und der GUS lag Anfang der 1990er Jahre bei rund einem Prozent. Ungeachtet kleinerer Schwankungen stieg er von 1,5 Prozent im Jahr 2000 auf 2,7 Prozent im Jahr 2007.

Bei einer Gliederung nach Regionen entfielen vom weltweiten Dienstleistungsexport im Jahr 2007 knapp 52 Prozent auf Europa, 22,5 Prozent auf Asien, gut 16 Prozent auf Nordamerika, rund 3 Prozent auf Süd- und Mittelamerika und jeweils etwa 2 Prozent auf Afrika, den Nahen Osten sowie die GUS. Vom weltweiten Dienstleistungsimport entfielen 47,4 Prozent auf Europa, 24,6 Prozent auf Asien, gut 14 Prozent auf Nordamerika, rund 4 Prozent auf den Nahen Osten und jeweils etwa 3 Prozent auf Afrika, Süd- und Mittelamerika sowie die GUS.

Transportbezogene Dienstleistungen hatten im Jahr 2007 einen Anteil von 22,8 Prozent am weltweiten Dienstleistungsexport. Bei reisebezogenen Dienstleistungen lag der entsprechende Anteil im selben Jahr bei 26,0 Prozent. Mehr als die Hälfte des weltweiten Dienstleistungsexports entfiel auf andere kommerzielle Dienstleistungen (51,2 Prozent).

Der Wert des Exports von anderen kommerziellen Dienstleistungen nahm zwischen 1990 und 2007 schneller zu als der Wert des Exports von transportbezogenen bzw. reisebezogenen Dienstleistungen. Die durchschnittliche Wachstumsrate lag bei den anderen kommerziellen Dienstleistungen bei 10 Prozent in den Jahren 1990 bis 1995, bei 7 Prozent 1995 bis 2000 und bei 14 Prozent in den Jahren 2000 bis 2007.

Entsprechend der niedrigeren Wachstumsraten schrumpften die Anteile der transportbezogenen und reisebezogenen Dienstleistungen am weltweiten Dienstleistungsexport zwischen 1990 und 2007 kontinuierlich. Allerdings sind die nominalen Werte aller drei Dienstleistungsgruppen gestiegen – insbesondere zwischen 2000 und 2007 nahm der Wert überdurchschnittlich stark zu. 2007 war dabei das wachstumsstärkste Jahr: während der Export von reisebezogenen Dienstleistungen um 14 Prozent zunahm, erhöhte sich der Export von transportbezogenen Dienstleistungen bzw. der von anderen kommerziellen Dienstleistungen um 19 bzw. 20 Prozent.

URL: http://www.bpb.de/wissen/081I8A,0,0,Dienstleistungsexport.html

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Elektrische Energie

Die elektrische Energie oder elektrische Arbeit ist eine Form der Energie oder physikalischen Arbeit, die mittels der Elektrizität geleistet werden kann. Elektrische Energie kann u. a. in elektrischen und magnetischen Feldern gespeichert und in andere Energieformen umgewandelt werden.

In der Physik wird für die elektrische Energie das Formelzeichen E und die Einheit Wattsekunde (Einheitenzeichen: Ws) verwendet. Dabei ist 1 Ws = 1 J (Joule). Bei der Messung des Energieverbrauchs im Bereich der elektrischen Energietechnik ist die Angabe kWh (Kilowattstunde) üblich. 1 kWh = 3.600.000 Ws, 1 Ws ≈ 2,778·10−7 kWh.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrische_Energie

Elektrische Spannung

Die elektrische Spannung ist eine physikalische Größe, die angibt, wie viel Arbeit oder Energie nötig ist, um ein Objekt mit einer bestimmten elektrischen Ladung innerhalb eines elektrischen Feldes zu bewegen. Spannung ist also das spezifische Arbeitsvermögen der Ladung. Sie ist eine Feldgröße, die in einem großen Größenordnungsbereich auftritt.

Das Formelzeichen der Spannung ist U – abgeleitet vom lat. urgere (drängen, treiben, drücken). Sie wird im internationalen Einheitensystem in der Einheit Volt (Einheitenzeichen: V) angegeben, benannt nach Alessandro Volta.

Auf „natürliche“ Weise entsteht elektrische Spannung zum Beispiel durch Reibung, bei Gewittern und bei Redoxreaktionen. Zur technischen Nutzung werden Spannungen meistens durch elektromagnetische Induktion sowie durch Elektrochemie erzeugt.

Die umgangssprachliche Bezeichnung „Stromspannung“ ist fachlich inkorrekt und sollte bei eindeutigem Zusammenhang durch „Spannung“ und sonst durch „elektrische Spannung“, oder auch „Netzspannung“ ersetzt werden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrische_Spannung

Elektrofahrzeuge

Elektrofahrzeuge weisen einen geringeren Energieverbrauch als konventionelle Kraftfahrzeuge auf. Ein Vergleich von verschiedenen Fahrzeugen hat gezeigt, dass ein konventionelles Kraftfahrzeug einen Wirkungsgrad in der Größenordnung von 25% (Tank to Wheel), ein Elektrofahrzeug einen Wirkungsgrad von rund 85% (Plug to Wheel) hat. Der hohe Wirkungsgradverlust erklärt sich durch den hohen Wärmeverlust bei Verbrennungsmotoren. Auch bei Einberechnung der Wirkungsgradverluste in Kraftwerken (E-Fahrzeuge) und Raffininerien (konventionelle Fahrzeuge) fällt der Vergleich eindeutig zugunsten der E-Fahrzeuge aus. Ebenso positiv zugunsten der E-Fahrzeuge fällt der Vergleich mit Erdgasfahrzeugen aus. Würde das Erdgas zur Stromerzeugung verwendet werden anstatt zur direkten Verbrennung in einem Erdgasfahrzeug, könnte in einem E-Fahrzeug etwa die doppelte Weglänge mit der gleichen Energie zurückgelegt werden. Durch die Einführung von 20% Elektrofahrzeugen (ca. 1 Mio. Fahrzeuge) in den österreichischen Markt würden 8,4 TWh an Energie eingespart werden, dies entspricht einem Beitrag von ca. 37% zur Erreichung des Energieefizienzziels für 2016. Darüberhinaus kann die gespeicherte Energie der Batterien bei Nichtverwendung durch das Elektrofahrzeug in das elektrische Netz rückgeführt werden.

Endlagerung

Mit zunehmender Industrialisierung sind auf der Erde vermehrt giftige Stoffe im Einsatz, entstehen als Abfallprodukt von Wirtschaftsgütern oder bleiben am Ende der Nutzungsdauer eines Produktes über, wenn es keine Wiederverwendung oder -verwertung gibt. Diese Abfälle werden in Abhängigkeit von ihrer Gefährlichkeit unterschiedlich entsorgt. In Deutschland wird nach Deponieklassen 0 bis IV unterschieden.

Für die Endlagerung hochtoxischer (hochgiftiger) konventioneller und radioaktiver Abfälle hat sich weltweit als Konzept das Einbringen der Abfälle in tiefe geologische Formationen (ca. 300–1.000 m Tiefe) durchgesetzt.

Die Endlagerung beruht auf dem Mehrbarrierensystem. Es besteht aus verschiedenen Barrieren, die jeweils ihren Anteil an der Rückhaltung der Schadstoffe aufweisen, insgesamt aber die Isolation der Schadstoffe gewährleisten sollen. Die Barrieren sind technischer und natürlicher Art. Als technische Barrieren gelten beispielsweise Verpackungen der Abfälle und Schachtverschlüsse. Natürliche Barrieren werden durch die das Endlager umschließenden geologischen Formationen mit sehr geringer Durchlässigkeit für Wasser gebildet (der einschlußwirksame Gebirgsbereich). Ein Versagen aller Barrieren ist unwahrscheinlich, ein katastrophales Versagen mit plötzlichem Freisetzen großer Mengen an Schadstoffen kann bei einem ausschließlich zum Zwecke der Endlagerung aufgefahrenen Bergwerk ausgeschlossen werden.

Das Hauptproblem der Endlagerung liegt vielmehr im langsamen Transport der endgelagerten Schadstoffe mit dem Grundwasser durch Advektion und/oder Diffusion vom Endlager in Richtung Biosphäre. Um auch im Falle eines Eindringens von Wasser ins Endlager einen Rücktransport der Schadstoffe in die Biosphäre möglichst klein zu halten, wird versucht, die verschiedenen Barrieren optimal aufeinander abzustimmen. Dennoch zeigen Sicherheitsbetrachtungen, dass über sehr lange Zeiträume ein langsamer Austritt von Schadstoffen mit dem Grundwasser aus dem Endlager nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Endlagerung

Energiekosten

Um die Entwicklung der Energiekosten zu erfassen, bietet sich eine Betrachtung des Rohölpreises an. Rohöl ist mengenmäßig der wichtigste Energieträger, Transport und Transportkosten hängen maßgeblich vom Rohöl bzw. Rohölpreis ab und der Erdgaspreis ist an den Erdölpreis gekoppelt. Zudem hat sich der Preis für Kohle, weltweit der zweitwichtigste Energieträger, weitgehend parallel zum Rohölpreis entwickelt.

Der Rohölpreis schwankte in den vergangenen 150 Jahren erheblich. Dies hatte häufig auch politische Ursachen. Von 1860 bis 1970 ist der Rohölpreis (US-Dollar pro Barrel) tendenziell gefallen. Erst der Ölpreisschock in den 1970er-Jahren kehrte diesen Trend massiv um. Von 1970 bis 1980 stieg der Ölpreis inflationsbereinigt um rund 780 Prozent.

Die sich anschließende Phase real sinkender Rohölpreise von 1980 bis 1998 hat den Prozess der Globalisierung stark beschleunigt. Denn ohne niedrige Energiepreise kann die theoretische Annahme, dass alle Regionen der Welt als potenzielle Orte der Produktion und des Absatzes in Betracht gezogen werden, nicht in die Praxis umgesetzt werden. Die Unternehmensstrategie des "global sourcing" ist also auch von den Transportkosten abhängig, und diese wiederum vom Preis des Rohöls.

Indirekt ist auch der niedrige Rohölpreis der Vergangenheit für den steigenden Preis seit 1998 verantwortlich. Denn relativ niedrige Rohölpreise begünstigten den Warenhandel, sorgten für steigende Wachstumsraten und trugen so dazu bei, dass mehr Öl nachgefragt wurde.

Von 2006 auf 2007 stieg der globale Ölverbrauch um 1,3 Prozent (gut 1 Million Barrel pro Tag), was etwa dem Zehnjahresdurchschnitt entsprach. 2008 sank der globale Ölverbrauch zum ersten Mal seit 1993. Der Rückgang von 420.000 Barrel pro Tag (minus 0,5 Prozent) war der größte seit Anfang der 1980er-Jahre. Allerdings ist der weltweite Energieverbrauch auch von 2007 auf 2008 gestiegen – vor allem durch die stärkere Nutzung von Kohle, Wasserkraft, Gas und regenerativen Energien.

Mit durchschnittlich 38 US-Dollar pro Barrel (Brent-Rohöl) lag der Ölpreis 2004 um zehn US-Dollar über dem Vorjahresniveau. Im Jahr 2005 lag der Rohölpreis bereits bei knapp 55 US-Dollar und 2007 bei mehr als 72 US-Dollar pro Barrel. Im Jahr 2008 erhöhte sich der Ölpreis auf durchschnittlich 97,3 US-Dollar pro Barrel – allerdings schwankte er dabei zwischen gut 144 US-Dollar pro Barrel Anfang Juli und weniger als 40 US-Dollar pro Barrel am Ende des Jahres. Ausgehend von diesem niedrigen Niveau hat sich der Ölpreis in der ersten Hälfte des Jahres 2009 wiederum um mehr als die Hälfte erhöht und ist danach auch weiter gestiegen. Noch wichtiger als die Entwicklung der laufenden Preise ist, dass im Jahr 2008 der Ölpreis einen Wert erreichte, der inflationsbereinigt nur ganz knapp unter dem Rekordwert des Jahres 1980 lag.

URL: http://www.bpb.de/wissen/N7B60U,0,0,Energiekosten.html

Energiepflanzen

Als Energiepflanzen werden landwirtschaftliche Nutzpflanzen bezeichnet, die mit dem Hauptziel einer Energiegewinnung angebaut werden, in Abgrenzung zu Pflanzen zur Nahrungsmittelerzeugung, Futterpflanzen und Industriepflanzen. Wild wachsende Pflanzen, die z. B. als Brennholz energetisch genutzt werden, werden nicht zu den Energiepflanzen gezählt. Forstpflanzen, die auf landwirtschaftlichen Flächen zur Energienutzung angebaut werden (beispielsweise in Kurzumtriebsplantagen) werden gelegentlich mit erfasst. Teilweise wird nur bei einer energetischen Nutzung der ganzen Pflanze von Energiepflanzen gesprochen.[1]

Entscheidend ist also die Nutzung der Pflanze. So kann z. B. Mais sowohl als Zuckermais zur menschlichen Ernährung als auch als Futtermais (Maissilage) zur Tierfütterung oder als Energiemais zur Biogaserzeugung kultiviert werden. Je nach Nutzungsrichtung unterscheiden sich die verwendeten Sorten und Anbauverfahren für Energiepflanzen teilweise von den bei Nahrungs- und Futtermitteln genutzten.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Energiepflanze

Entwicklung des Warenexportes

Vom Wert der Waren, die im Jahr 2007 exportiert wurden, entfielen 9.500 Milliarden US-Dollar auf Fertigwaren, etwa 2.660 Milliarden US-Dollar auf Brennstoffe und Bergbauprodukte sowie rund 1.130 Milliarden US-Dollar auf Landwirtschaftsprodukte. 333 Milliarden US-Dollar entfielen auf unspezifizierbare Produkte.

Der Export ist bei allen drei Warengruppen von starken Wachstumsraten gekennzeichnet. Während die Ausfuhr von Landwirtschaftsprodukten bzw. Brennstoffen und Bergbauprodukten in den Jahren von 1950 bis 2007 real, also inflationsbereinigt, um 682 bzw. 950 Prozent zunahm, erhöhte sich der Export von Fertigwaren um 7.600 Prozent bzw. um durchschnittlich 7,9 Prozent pro Jahr. In laufenden Preisen hat sich der Export von Fertigwaren seit 1950 deutlich mehr als verzweihundertfacht.

Die realen Wachstumsraten des Exports von Fertigwaren lagen in allen Jahrzehnten seit 1950 über denen des Exports von Landwirtschaftsprodukten bzw. Brennstoffen und Bergbauprodukten. Entsprechend haben sich auch die Anteile der drei Warengruppen am Welthandel verschoben. In konstanten Preisen stieg der Anteil von Fertigwaren am weltweiten Export zwischen 1950 und 2007 von weniger als 27 Prozent auf knapp 70 Prozent. Parallel hierzu ging der entsprechende Anteil von Landwirtschaftsprodukten von 29 Prozent im Jahr 1950 auf gut 8 Prozent 2007 zurück. Der Anteil von Brennstoffen und Bergbauprodukten halbierte sich von knapp 42 Prozent 1950 auf 19,5 Prozent im Jahr 2007.

Die relative Abnahme des Anteils von Landwirtschaftsprodukten, Brennstoffen und Bergbauprodukten am weltweiten Warenexport und die Zunahme des Exportanteils von Fertigwaren lassen darauf schließen, dass der grenzüberschreitende Handel – relativ – immer seltener die Funktion hat, nicht vorhandene Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Anders formuliert verdeutlicht die Entwicklung der Struktur des weltweiten Warenexports, dass dieser zunehmend von der weltweiten Konkurrenz um Marktanteile bestimmt wird.

URL: http://www.bpb.de/wissen/A0AG3W,0,0,Entwicklung_des_Warenexports_nach_Warengruppen.html

Erderwärmung

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich die globale erdnahe Temperatur um fast ein Grad erhöht. Während der natürliche Treibhauseffekt eine Abkühlung der Erde verhindert, geht die Mehrheit der Wissenschaftler davon aus, dass die anhaltende Temperaturerhöhung vorwiegend Folge menschlicher Aktivitäten ist. Vor allem der Ausstoß von Treibhausgasen ist problematisch. Den Hauptanteil am anthropogenen, also vom Menschen verursachten, Treibhauseffekt hat mit 60 Prozent das Kohlendioxid (CO2). Es wird durch die Verbrennung fossiler Energieträger, Waldrodungen, Bodenerosion sowie Holzverbrennung freigesetzt. Methan, das primär in der Landwirtschaft und durch Massentierhaltung entsteht, trägt zu 15 Prozent zum anthropogenen Treibhauseffekt bei.

Wie außergewöhnlich die Temperaturerhöhung der letzten Jahrzehnte ist, wird deutlich, wenn die Verteilung der wärmsten Jahre betrachtet wird: Die zwanzig Jahre mit der höchsten Durchschnittstemperatur in den letzten 150 Jahren entfallen alle auf die Zeit nach 1980. Davon siebzehn sogar auf die Zeit nach 1990. Alle Jahre von 2001 bis 2008 gehören zu den zehn wärmsten überhaupt. Bezogen auf die nördliche Hemisphäre liegen die Temperaturen heute höher als zu irgendeinem Zeitpunkt in den letzten tausend Jahren.

Klimasimulationen des Max-Planck-Instituts für Meteorologie zeigen, dass sich die globale Mitteltemperatur bis Ende des 21. Jahrhunderts um weitere 2,5 bis 4,1°C erhöhen könnte, wenn die Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen unvermindert ansteigen. Andere Institutionen wie zum Beispiel das IPCC gehen davon aus, dass die Temperaturerhöhung noch stärker ausfallen kann.

Die Erderwärmung bringt mehrere Probleme mit sich. Infolge der thermischen Ausdehnung der Ozeane könnte der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 im globalen Mittel zwischen 20 und 30 cm steigen (relativ zum Mittel der Jahre 1961-1990). Die regionalen Unterschiede würden allerdings von einer leichten Absenkung bis hin zu einem Anstieg von mehr als einem Meter reichen. Hinzu käme ein Anstieg des globalen Meeresspiegels von bis zu zehn Zentimetern durch Änderungen des Inlandeises: Die beginnende Schmelze des Eises auf Grönland würde den Meeresspiegel um bis zu 15 cm steigen lassen, während der erhöhte Schneefall in der Antarktis den globalen Meeresspiegel um fünf Zentimeter absenken würde.

Der hohe von Menschen verursachte CO2-Ausstoß beeinflusst die Meere auch auf andere Weise: 2007 gelangten etwa 29 Milliarden Tonnen des Gases in die Atmosphäre, mehr als ein Drittel davon nehmen die Weltmeere als Kohlensäure auf und versauern dadurch schrittweise. Dies gefährdet wiederum die Fischbestände der Weltmeere und schädigt kalkbildende Organismen wie Muscheln, Schnecken und Korallen. Schon in 30 Jahren könnten mehr als 60 Prozent der tropischen Korallenriffe verschwunden sein.

Die Erderwärmung bzw. der Klimawandel hat weitere Folgen für den Menschen. Während in einigen Gebieten Überschwemmungen und intensive Regenfälle zunehmen, haben andere Regionen mit geringen Niederschlagsmengen bzw. lang anhaltenden Dürreperioden und Hitzewellen zu kämpfen. Hieraus resultieren wiederum Ernteausfälle und Probleme bei der Wasserversorgung bzw. Veränderungen ganzer Lebensräume.

Quelle: http://www.bpb.de/wissen/ADVGJT,0,0,Erderw%E4rmung.html

Erdgas - Haupthandelsströme

Der weltweite Primärenergie-Bedarf wurde im Jahr 2008 zu gut 29 Prozent mit Erdgas gedeckt. Wie beim Öl ist auch beim Erdgas das natürliche Rohstoffaufkommen ungleich verteilt. Da die ressourcenreichen Staaten nicht gleichzeitig die Hauptverbraucher sind, ist ein Großteil der Staaten durch den Handel mit Erdgas vernetzt. Im Jahr 2008 wurden 27,0 Prozent des gesamten Gasverbrauchs vor dem Verbrauch grenzüberschreitend transportiert – entweder per Pipeline oder als Flüssiggas (LNG – liquefied natural gas). Umgerechnet wurden damit täglich 2,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas ex- bzw. importiert. Das per Pipeline transportierte Gas hatte mit 72,2 Prozent einen deutlich höheren Anteil am Export als das Flüssiggas mit 27,8 Prozent.

Allein auf die USA (14,1 Prozent), Japan (11,3 Prozent) und Deutschland (10,7 Prozent) entfiel 2008 deutlich mehr als ein Drittel des weltweiten Gasimports. Addiert man alle anderen Staaten Europas hinzu, steigt der Anteil am Gasimport sogar auf 80,6 Prozent.

Auf der anderen Seite hatten 2008 lediglich sechs Staaten einen Anteil von 64,4 Prozent am weltweiten Gasexport: Russland (19,0 Prozent), Kanada (12,7 Prozent), Norwegen (11,7 Prozent), Algerien (7,3 Prozent), Katar (7,0 Prozent) und die Niederlande (6,8 Prozent). Insbesondere Katar konnte seine Stellung als Gasexporteur ausweiten: Von 2007 auf 2008 war Katar für 36 Prozent des Wachstums des Welthandels mit Gas (insgesamt plus 3,8 Prozent) verantwortlich. Neben Algerien waren in Afrika auch Nigeria, Ägypten sowie Libyen und in Asien Indonesien und Malaysia wichtige Gasexporteure.

Obwohl die Handelsströme zur Energieversorgung weltumspannend sind, ist wie beim Handel mit Öl auch beim Handel mit Gas häufig eine regionale Prägung festzustellen: Beim Flüssiggas wurden im Jahr 2008 fast 100 Prozent des Gases aus Malaysia, Indonesien und Brunei nach Japan, Südkorea und Taiwan exportiert. Nordafrika exportierte im selben Jahr gut 72 Prozent seines Flüssiggases nach Europa; Australien entsprechend knapp 79 Prozent nach Japan. Das Gas aus Trinidad und Tobago wurde zu 43 Prozent in die USA exportiert. Bezogen auf das Flüssiggas hat der asiatisch-pazifische Raum die günstigste Anbindung an den Nahen Osten. Dementsprechend gingen rund 84 Prozent des Flüssiggasexports der Staaten Katar, Oman und Vereinigte Arabische Emirate nach Japan, Südkorea und Indien.

Da es sich bei einer Pipeline um ein geschlossenes System handelt, bei dem die technischen und finanziellen Anforderungen mit zunehmender Länge steigen, ist die regionale Konzentration bei Gasexporten per Pipeline noch eindeutiger: Die Pipeline-Exporte aus Russland, Norwegen, den Niederlanden, Deutschland, Großbritannien und Belgien wurden im Jahr 2008 vollständig in Europa abgesetzt. Und auch das von Algerien und Libyen per Pipeline exportierte Gas ging zu mehr als 96 Prozent nach Europa. Myanmar, Indonesien und Malaysia exportierten hingegen ausschließlich in den asiatischen Raum (Singapur und Thailand). Kanada exportierte 100 Prozent seines Gases in die USA, Bolivien exportierte sein Gas zu 100 Prozent nach Brasilien und Argentinien.

URL: http://www.bpb.de/wissen/YA51K3,0,0,Haupthandelsstr%F6me_%96_Erdgas.html

Erdöl

Erdöl ist ein in der Erdkruste eingelagertes, hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen bestehendes Stoffgemisch, das bei Umwandlungsprozessen organischer Stoffe entsteht.[1] Das als Rohstoff bei der Förderung aus Speichergesteinen gewonnene und noch nicht weiter behandelte Erdöl wird auch als Rohöl bezeichnet. Es ist derzeit der wichtigste Rohstoff der modernen Industriegesellschaften und wird deshalb auch „Schwarzes Gold“ genannt. Allein in den Jahren von 2000 bis 2007 wurden etwa 200[2] bis 220[3] Milliarden Barrel – ein Barrel entspricht ungefähr 159 Liter – weltweit gefördert. Erdöl ist ein fossiler Energieträger und dient zur Erzeugung von Elektrizität und als Treibstoff fast aller Verkehrs- und Transportmittel. Wichtig ist Erdöl zudem in der chemischen Industrie, es wird zur Herstellung von Kunststoffen und anderen Chemieprodukten benötigt. Die Vorräte in der Erdkruste sind endlich und werden in wenigen Jahren nicht mehr ausreichen: Der Jahresbericht 2009 der IEA zeigt auf, dass vor dem Jahr 2020 Quellen gebraucht würden, welche noch gar nicht entdeckt sind und im Jahr 2030 schon 60 Prozent des Bedarfs aus erschlossenen Quellen nicht mehr gedeckt werden kann.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l

Erdöl - Handelsströme

Etwa 35 Prozent des weltweiten Primärenergie-Bedarfs wurden im Jahr 2008 mit Öl gedeckt. Da das natürliche Rohstoffaufkommen ungleich verteilt ist und die ressourcenreichen Staaten nicht gleichzeitig die Hauptverbraucher sind, ist ein Großteil der Staaten durch den Handel mit Öl vernetzt. Vom gesamten Ölverbrauch des Jahres 2008 wurden rund 69 Prozent vor dem Verbrauch grenzüberschreitend transportiert. Umgerechnet wurden damit täglich 58 Millionen Barrel Öl ex- bzw. importiert.

Beim Ex- und Import stehen den Ballungsräumen, in denen sich die Handelsströme verdichten, Regionen gegenüber, die kein Teil des Handelsnetzes oder nur schwach mit ihm verwoben sind. Allein auf die USA, die EU, China, Japan, Indien und Russland entfielen 2008 mehr als 62 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs. Da nur Russland seinen Verbrauch selbst decken bzw. darüber hinaus noch Öl exportieren kann, importierten Europa, Japan, China, Indien und die USA im Jahr 2008 71,5 Prozent des grenzüberschreitend gehandelten Öls.

Auf der anderen Seite wurden im selben Jahr 37,1 Prozent des weltweiten gehandelten Öls von den Staaten des Nahen Ostens und 15,0 Prozent von Russland und anderen Nachfolgestaaten der UdSSR exportiert. Staaten in West- und Nordafrika (insbesondere Algerien, Nigeria, Angola) sowie in Mittel- und Südamerika (beispielsweise Venezuela und Ecuador) waren 2008 ebenfalls wichtige Ölexporteure – auf diese Regionen entfielen 14,5 bzw. 6,6 Prozent des weltweiten Ölexports.

Obwohl die Handelsströme zur Energieversorgung weltumspannend sind, ist häufig eine regionale Prägung festzustellen: 2008 gelangten 67,0 Prozent des aus Mittel- und Südamerika exportierten Öls in die USA. Bei den Ölexporten aus Mexiko und Kanada lagen die entsprechenden Werte mit 80,9 und 98,5 Prozent nochmals höher. Die Nachfolgestaaten der UdSSR lieferten hingegen 78,7 Prozent ihrer Ölexporte nach Europa, beim Öl aus Nordafrika waren es noch 62,7 Prozent.

Aufgrund der zentralen Lage und des hohen Anteils an den weltweiten Reserven spielt der Nahe Osten eine Sonderrolle bei der Energieversorgung. Die Versorgungsanteile des Nahen Ostens sind in allen drei Regionen der Handels-Triade Nordamerika – Europa – Asien-Pazifik überdurchschnittlich hoch. Die günstigste Anbindung hat der asiatisch-pazifische Raum. Dementsprechend gingen 2008 deutlich mehr als zwei Drittel der Ölexporte aus dem Nahen Osten in die Region Asien-Pazifik (68,7 Prozent) bzw. stammten 63,2 Prozent der Ölimporte in der Region Asien-Pazifik aus dem Nahen Osten.

URL: http://www.bpb.de/wissen/JD8DP9,0,0,Haupthandelsstr%F6me_%96_Erd%F6l.html

erneuerbare Energiengesetz EEG

Mit dem EEG erhalten betroffene Anlagebetreiber 15 bis 20 Jahren lang eine festgelegte Vergütung für ihren erzeugten Strom, und Netzbetreiber werden zu dessen vorrangiger Abnahme verpflichtet (§ 21 und § 8 Abs.1 EEG vom 25. Oktober 2008). Die Höhe der Vergütungssätze sind nach Technologien und Standorten differenziert und sollen einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen ermöglichen. Der für neu installierte Anlagen festgelegte Satz sinkt jährlich um einen bestimmten Prozentsatz (Degression). Durch diese stetige Degression wird ein Kostendruck im Sinne einer gewollten Anreizregulierung erzeugt: Anlagen sollen effizienter und kostengünstiger hergestellt werden, um langfristig auch ohne Hilfen am Markt bestehen zu können. Gefördert wird die Erzeugung von Strom aus:

* Wasserkraft
* Deponiegas, Klärgas und Grubengas
* Biomasse
* Geothermie
* Windenergie
* solarer Strahlungsenergie (zum Beispiel Photovoltaik)

Der der Anlage nächstgelegene öffentliche Netzbetreiber ist aufgrund eines gesetzlichen Schuldverhältnisses zum Anschluss der Anlage und zur vorrangigen Einleitung des erzeugten Stromes sowie zur Zahlung der gesetzlich festgelegten Vergütung verpflichtet. Eines Vertrages zwischen dem Anlagenbetreiber und dem Netzbetreiber bedarf es nicht (sogenanntes Koppelungsverbot nach § 4 Abs. 1 EEG), wie nicht von den Bestimmungen des EEG, soweit nicht ausdrücklich dort vorgesehen, abgewichen werden darf (§ 4 Abs. 2 EEG).

Die entstandenen Mehrkosten, d. h. die Differenz zwischen Vergütungssatz und Marktpreis des Stroms, geben die aufnehmenden Netzbetreiber den bundesweit agierenden Übertragungsnetzbetreibern (das sind zur Zeit noch die vier großen Energieversorgungsunternehmen (EVU) E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall) weiter, unter denen die Kosten gleichmäßig, das heißt entsprechend dem Umfang der in ihrem jeweiligen Gebiet erfolgenden Strombelieferung an Letztverbraucher, aufgeteilt werden (Bundesweite Ausgleichsregelung, § 36 EEG). Dadurch werden unabhängig von den regionalen Unterschieden bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien (wie etwa in den besonders windhöffigen Küstenregionen) alle Übertragungsnetzbetreiber gleich belastet. Diese leiten den Strom an die die Letztverbraucher beliefernden Elektrizitätsversorgungsunternehmen unter Berechnung der EEG-Mehrkosten weiter (§ 37 EEG). Für die Belieferung der Letztverbraucher sieht das EEG keine besonderen Bestimmungen mehr vor, sondern unterstellt, dass die zusätzlichen Kosten in Form der sogenannten EEG-Umlage in die Kalkulation und Abrechnung der Endverbraucherpreise einfließen. Ab 2010 soll diese Vermarktung nach der AusglMechV vom 17. Juli 2009 dahingehend geändert werden, dass die Übertragungsnetzbetreiber nicht mehr zur Weiterleitung des EEG-Stroms verpflichtet sind, sie stattdessen den erhaltenen EEG-Strom an einer Strombörse vermarkten müssen. Den die Endverbraucher beliefernden Versorgungsunternehmen können sie aber die Differenz der Gestehungskosten für den EEG-Strom und der Vermarktungskosten in Form der EEG-Umlage anteilig berechnen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz

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Fast Food

Viele global agierende Markenkonzerne haben ihren Ursprung in den USA. Mit ihren Produkten erweitern sie nicht nur das Warenangebot in der jeweiligen Zielregion, sondern verdrängen dabei auch regionale Produkte. Das Tragen von Nike-Schuhen, das Trinken von Coca-Cola und das Essen bei McDonald's ist immer auch ein Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses.

Im Globalisierungsdiskurs wird einerseits die Dominanz westlicher Kulturen und das damit verbundene Konsummuster kritisiert. Andererseits wird auf Homogenisierungstendenzen hingewiesen, die im Zuge von Standardisierungs- und Vereinheitlichungsprozessen zu einer Verschmelzung von Kulturen führen: Wenn sich das weltweite Konsumverhalten und andere Bereiche des Alltagslebens immer weiter angleichen, werden lokale Traditionen schrittweise durch eine Einheitskultur ersetzt.

Für beide Thesen – westliche Dominanz und kulturelle Konvergenz – wird der Konzern McDonald's als Beispiel angeführt. Für die westliche Dominanz steht das durch den amerikanischen Soziologen George Ritzer geprägte Schlagwort "McDonaldisierung". Die Fast-Food-Kette McDonald's steht in diesem Zusammenhang für die negativen Folgen der Globalisierung. Sie verkörpert den prototypischen Übergang von traditionellen zu rationalen Geschäfts- und Gedankenmodellen, die auf effizienten, kalkulierbaren und kontrollierbaren Prinzipien basieren.

McDonald's ist mit 58 Millionen Kunden am Tag (Stand: 2008 / 2003: 47 Mio.) die größte und wohl auch bekannteste Fast-Food-Kette der Welt. Auch wegen seiner Größe und seines Bekanntheitsgrads ist der Konzern regelmäßig Ziel von Protestaktionen von Globalisierungskritikern sowie Umwelt- und Verbraucherschützern. Darüber hinaus wurden dem Konzern die Ausbeutung von Arbeitskräften und das Verhindern gewerkschaftlicher und betriebsrätlicher Zusammenschlüsse vorgeworfen. Die Organisation CorpWatch weist darauf hin, dass McDonald's im Zusammenhang mit der Herstellung von Werbespielzeug auch dem Vorwurf der Kinderarbeit ausgesetzt war. Im Nahen Osten, Frankreich und Spanien kam es in der Vergangenheit sogar zu gewalttätigen Aktionen gegen einzelne Niederlassungen.

Gleichzeitig ist McDonald's auch ein Beispiel für die These der kulturellen Konvergenz, da der Konzern den Auftritt und die Produktpalette je nach Region den kulturellen Gegebenheiten anpasst. So wird etwa in israelischen Niederlassungen lediglich koscheres Essen angeboten und entsprechend der jüdischen Tradition bleiben die Restaurants am Sabbat geschlossen. In Indien wiederum werden keine Rindfleischgerichte verkauft und auch in islamisch geprägten Ländern werden die jeweiligen Speisevorschriften eingehalten.

Im Gegensatz zum Image von McDonald's in der westlichen Welt, wo es eher für standardisiertes und ungesundes Essen steht, wird McDonald's in anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in China (wo in Peking eine der weltweit größten McDonald's-Filialen zu finden ist), eher mit einem höheren sozialen Status in Verbindung gebracht. Um das Image in der westlichen Welt aufzubessern, hat McDonald's sein Einrichtungskonzept, das Angebot sowie sein Erscheinungsbild verändert: Sitzwürfel aus Leder ergänzen die Plastikbänke, das Angebot von McCafé konkurriert mit dem klassischer Kaffeehäuser und in Europa wurde bei den ersten Filialen die Hintergrundfarbe "rot" durch "grün" ersetzt.

Das erste McDonald's Restaurant wurde 1940 in Kalifornien eröffnet. In den frühen 1970er-Jahren expandierte das Unternehmen in Teile Europas und Mittelamerikas sowie nach Australien und Japan. In den darauffolgenden 20 Jahren wurden Westeuropa und Lateinamerika nahezu komplett erschlossen. In den 1990er-Jahren erfolgte die Expansion vor allem nach Asien, Osteuropa und in den Nahen Osten. Auch in Afrika begann der Konzern, erste Niederlassungen einzurichten. Kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde 1990 in Moskau die erste russische Filiale eröffnet.

Allerdings werden nicht nur neue Restaurants eröffnet: Im Zuge der weltweiten Finanzkrise wurden Ende 2009 die McDonald's-Filialen in Island geschlossen (2008 wurden drei Filialen betrieben). Aufgrund der Abwertung der isländischen Währung waren die Kosten für Importe stark gestiegen. Die Einfuhr aller Waren aus anderen Ländern – vom Fleisch über Käse bis hin zu den Verpackungen – war notwendig, da der isländische Markt zu klein ist, um diese Produkte vor Ort zu produzieren.

McDonald's ist nach eigenen Angaben in 118 Staaten und Territorien aktiv (Stand: Anfang 2010). Gegenwärtig betreibt der Konzern weltweit etwa 32.000 Restaurants. Das Unternehmen verzeichnete im Jahr 2008 einen Gesamtumsatz von rund 23,5 Milliarden US-Dollar. Insgesamt wurde 2008 ein Gewinn von 4,3 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

URL: http://www.bpb.de/wissen/VYGS5X,0,0,Fast_Food.html

Fernsehunterhaltung

Als Massenmedium hat das Fernsehen eine weitreichende Wirkung auf seine Konsumenten. Da es leicht zu konsumieren und in allen Bevölkerungsgruppen sehr beliebt ist, spielt es eine zentrale Rolle bei der Meinungs- und Stilbildung.

Die höchsten Einschaltquoten erzielen seit längerem Unterhaltungssendungen. Innerhalb der populären Unterhaltungssparte hat der internationale Handel mit spezifischen Sendeformaten in den letzten Jahren stark zugenommen. Unter Sendeformaten wird dabei ein feststehendes Sendungskonzept mit einheitlich geregelten Formen der Präsentation verstanden. Die Integration aufgekaufter Sendeformate führt dazu, dass sich die Fernsehprogramme weltweit immer weiter angleichen.

Waren es ehemals überwiegend (US-amerikanische) Spielfilme und Serien, die im Ausland gezeigt wurden, so ist heute darüber hinaus eine hohe Anzahl an Formaten zu finden, die zwar im Ausstrahlungsland produziert werden, sich jedoch einer ausländischen Vorlage bedienen und weltweit erfolgreich lizenziert werden.

Während Deutschland noch vor einigen Jahren als weltweit führender Importeur von Gameshows galt und kaum eigene Shows produzierte, haben sich in den vergangenen Jahren auch heimische Formate im Abendprogramm durchgesetzt. So avancierte etwa das von Raab TV und Brainpool produzierte und 2006 erstmals ausgestrahlte Format 'Schlag den Raab' nicht nur in Deutschland zum Quotenschlager, sondern war Anfang 2009 bereits an 14 Länder verkauft und wurde dort zur Primetime ausgestrahlt – darunter Großbritannien, Kroatien, Spanien, Schweden und China. Dabei wurden die ersten Aufzeichnungen der britischen Variante 'Beat the Star' im Köln-Mülheimer Studio von 'Schlag den Raab' aufgezeichnet. Das Publikum im Studio bestand jedoch nicht wie gewöhnlich aus Rheinländern, sondern überwiegend aus Briten, die von einer Casting-Agentur vermittelt worden waren. Um Kosten zu sparen, werden seit Produktionsbeginn in Deutschland lebende Personen gesucht, deren Muttersprache Englisch ist.

Die weltweit erfolgreichsten Unterhaltssendungen reichen von Talentwettbewerben und Castingshows wie 'Pop Idol' (der internationalen Version von 'Deutschland sucht den Superstar') über Reality-Soaps wie 'Big Brother' bis hin zu Quizsendungen wie 'Wer wird Millionär?'.

Letztere, auch in Deutschland ausgestrahlte Gameshow, hat ihren Ursprung in Großbritannien und gehörte bis März 2006 zum geistigen Eigentum der Firma Celador. 2006 verkaufte Celador die Rechte an der Show der holländischen Firma 2waytraffic. Die holländische TV-Produktionsfirma, der neben 'Wer wird Millionär' auch andere bekannte Gameshow-Formate wie 'Wheel of fortune' ('Glücksrad') gehörten, wurde zwei Jahre später vom japanischen Unternehmen Sony Pictures Television aufgekauft.

Seit Jahren ist 'Wer wird Millionär' auf allen Kontinenten der Erde zu sehen und die Lizenzierungs- und Ausstrahlungsrechte wurden bereits an Fernsehanstalten in mehr als 100 Ländern verkauft, als sich das Format noch im Besitz von Celador befand. Ende 2009 verfügten oder verhandelten 118 Staaten und Territorien über eine Nutzungslizenz. Im Oktober 2008 wurden die Format- und Ausstrahlungsrechte sogar an eine TV-Produktionsfirma in Kabul verkauft. Dies ist das erste Mal, dass in Afghanistan ein westliches Unterhaltungsformat offiziell lizenziert wurde.

Das Erscheinungsbild der Sendung ist vertraglich streng geregelt und stark an das britische Ursprungsformat angepasst, was etwa bei der Aufmachung des Studios, bei den Kameraeinstellungen sowie den Licht- und Soundeffekten deutlich wird. Da trotz eines umfangreichen Regelwerks seitens des Lizenzgebers gewisse Abweichungen bei den nationalen Ausstrahlungen erlaubt sind, lassen sich in den jeweiligen Versionen regionale Unterschiede und kulturelle Einfärbungen erkennen, die sich nicht nur auf die Inhalte der gestellten Fragen beziehen. Während die Atmosphäre in einigen Ländern eher heiter ist und viel gelacht wird, geht es in anderen Ländern ernster und verstärkt gewinnorientiert zu. Um den Bedürfnissen des Zielpublikums zu entsprechen, setzen die Produzenten für die jeweilige Zielkultur Moderatoren mit passendem Showcharakter ein.

Darüber hinaus kommt es zu regionalen Unterschieden, die sowohl formal als auch kulturell bedingt sind. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist die Gewinnhöhe in der japanischen Version deutlich niedriger als in den übrigen Ländern. In Georgien und Island ist die Anzahl der Kandidaten geringer, da sich nicht genügend Interessenten bewerben. In Nigeria wiederum müssen Rubbellose gekauft werden, um eine Teilnahme an der Sendung gewinnen zu können. Außergewöhnlich ist auch, dass sich in der Türkei unter den Kandidaten fast ausschließlich männliche Bewerber befinden oder in Russland das Publikum Gefallen daran findet, bei Einsatz des Publikumsjokers mit vorsätzlich falschen Antworten aktiv ins Geschehen einzugreifen.

Dass das Überstülpen eines einheitlichen Sendeformats ungeachtet der kulturellen Rahmenbedingungen aber auch kontraproduktiv sein kann, zeigt das Beispiel 'MTV'. Im Gründungsjahr 1981 versuchte der Musiksender unter dem Motto 'One World – One Music', mit einem einheitlichen Sendeformat grenzüberschreitend erfolgreich zu sein, war jedoch schnell mit den unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Barrieren der jeweiligen Empfangsregionen konfrontiert.

Die Gründung von MTV-Europe Ende der 1980er-Jahre und die von MTV-Asia, MTV-Latino und MTV-Mandarin Anfang der 1990er-Jahre lässt den Schluss zu, dass die ursprünglich ausschließlich global orientierte Sendestrategie an ihre Grenzen gestoßen war. Dafür spricht auch, dass heute ein Drittel des Gesamtumsatzes von MTV von den internationalen Schwesterunternehmen erwirtschaftet wird, die seit Mitte der 1990er-Jahre mit lokaler Orientierung umgestaltet wurden.

URL: http://www.bpb.de/wissen/0CWODB,0,0,Fernsehunterhaltung.html

Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der G-7 - Staaten

Die Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors in den G-7-Staaten hat sich im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte weg von der Kredit- und hin zur Wertpapierfinanzierung verschoben. Bestand 1970 und 1980 noch jeweils mehr als ein Drittel der Finanzierung aus Bankkrediten, sank dieser Anteil im Jahr 2000 auf ein knappes Viertel. Gleichzeitig stieg der Anteil der Aktien von einem guten Drittel auf über die Hälfte. Insofern hat es, insbesondere in Europa, eine Strukturveränderung von einem (haus)bankbasierten zu einem marktbasierten Finanzsystem gegeben, das in den USA schon länger vorherrschte.

Die als Alternative zur herkömmlichen Kreditaufnahme genutzten Unternehmensanleihen spielen in Europa mit unter zehn Prozent – in Kontinentaleuropa mit unter fünf Prozent – eine nach wie vor untergeordnete Rolle für den Sektor insgesamt. Das liegt vor allem daran, dass diese Finanzierungsform nur sehr wenigen großen Unternehmen offen steht.

Trotz des allgemein zu beobachtenden neuen Trends unterscheidet sich die Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der einzelnen Staaten nach wie vor erheblich. Bei den G-7-Staaten lag der Aktienanteil im Jahr 2000 in drei Staaten (Frankreich, Großbritannien und USA) bei über 60 Prozent, in Japan waren es dagegen weniger als 30 Prozent. Auf der anderen Seite lag der Kreditanteil in vier Staaten unter 25 Prozent, in Japan wiederum bei 40 Prozent.

URL: http://www.bpb.de/wissen/LZDBD0,0,0,Finanzierungsstruktur_G7Staaten.html

Fischbestände auf offener See

Zwischen 1950 und 2003 hat sich die Menge des weltweit verbrauchten Fisches von etwa 19 Millionen Tonnen auf über 132 Millionen Tonnen erhöht – dies entspricht einer Steigerung von knapp 600 Prozent. Im Jahr 2003 wurden von den 132 Millionen Tonnen Fischverbrauch 103 Millionen Tonnen vom Menschen konsumiert, durchschnittlich 16,3 kg pro Kopf. Die verbleibenden 29 Millionen Tonnen wurden vor allem für die Produktion von Fischmehl und Ölen genutzt.

Während der Verbrauch von gezüchtetem Fisch im Jahr 1950 keine Rolle spielte und der mengenmäßige Anteil auch 1980 noch deutlich unter zehn Prozent lag, stammten 2003 knapp 32 Prozent des Fischverbrauchs aus der Fischzucht. Die auf offener See bzw. in Binnengewässern gefangenen Fische hatten im selben Jahr einen Anteil von gut 61 bzw. sieben Prozent an der insgesamt verbrauchten Fischmenge.

Trotz der relativen Abnahme der Menge des Fangfisches gegenüber der des Zuchtfisches hat sich die absolute Menge des gefangenen Fisches kontinuierlich erhöht. Insbesondere neue Fangmethoden und die nicht zuletzt durch das Bevölkerungswachstum gestiegene Nachfrage haben zu einer immer intensiveren Befischung und teilweise zu einer Überfischung der Meere geführt.
Von den weltweit 200 wichtigsten Fischarten, auf die über 65 Prozent des Fischfangs auf offener See entfallen, galten nach Aussagen der FAO Anfang der 1950er Jahre noch deutlich über 60 Prozent als gering befischt. Mitte der 1960er Jahre schrumpfte der entsprechende Anteil auf ein Drittel und Anfang der 1970er Jahre rutschte er unter zehn Prozent. Seit Ende der 1970er Jahre gilt keine der 200 wichtigsten Fischarten als gering befischt.

Im Jahr 1974 waren 39 Prozent der Fischbestände auf offener See moderat oder gering befischt. Dreißig Jahre später bewertete die FAO nur noch 23 Prozent der Fischbestände als moderat (20 Prozent) oder gering (3 Prozent) befischt. Parallel zu dieser Abnahme hat sich der Anteil der überfischten oder erschöpften Fischbestände deutlich erhöht. Waren 1974 nur zehn Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt oder erschöpft, liegt der entsprechende Anteil seit Ende der 1980er Jahre bei oder über einem Viertel der Gesamtbestände. Auch im Jahr 2004 waren 17 Prozent der Fischbestände überfischt und sieben Prozent komplett erschöpft. Ein Prozent der weltweiten Fischbestände erholte sich im selben Jahr auf niedrigstem Niveau.

Quelle: http://www.bpb.de/wissen/CDCEBU,0,0,Fischbest%E4nde_auf_offener_See.html

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Geothermie

Die Geothermie oder Erdwärme ist die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme. Sie umfasst die in der Erde gespeicherte Energie, soweit sie entzogen und genutzt werden kann, und zählt zu den regenerativen Energien. Sie kann sowohl direkt genutzt werden, etwa zum Heizen und Kühlen im Wärmemarkt (Wärmepumpenheizung), als auch zur Erzeugung von elektrischem Strom oder in einer Kraft-Wärme-Kopplung. Geothermie bezeichnet sowohl die ingenieurtechnische Beschäftigung mit der Erdwärme und ihrer Nutzung als auch die wissenschaftliche Untersuchung der thermischen Situation des Erdkörpers.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Geothermie

Global Health Governance (GHG)

Die globale Gesundheitslage beziehungsweise die armutsorientierte Krankheitsbekämpfung haben sich zu einem eigenständigen globalen Politikfeld entwickelt: Global Health Governance (GHG). Nicht nur moralische Überlegungen haben zur Entwicklung der GHG beigetragen, sondern auch die Erkenntnis, dass die massiven Gesundheitsprobleme in den armen Regionen ein potenzielles Risiko für die globale Stabilität und Sicherheit darstellen.

Insbesondere HIV/AIDS ist zu einem Thema geworden, das international auf den höchsten politischen Ebenen behandelt wird. Beispielsweise behandelte der UN-Sicherheitsrat im Jahr 2000 zum ersten Mal ein Gesundheitsthema – "The impact of AIDS on peace and security in Africa" – und verabschiedete die Resolution "HIV/AIDS and International Peacekeeping Operations". Weiter berücksichtigte die UN-Generalversammlung das Thema AIDS in der Millenniumserklärung. Im Jahr 2001 wurde eine Sondersitzung (UNGASS) speziell zu HIV/AIDS einberufen und die "Declaration of Commitment" verfasst. Und 2006 sowie 2008 hat die UN-Generalversammlung ein "High Level Meeting on AIDS" einberufen.

GHG beschreibt die Handlungen im globalen Mehrebenensystem (global, regional, national und lokal), die – unter Beteiligung staatlicher und nicht-staatlicher Akteure – auf die nationalen Gesundheitssysteme einwirken. Inhaltlich konzentriert sich GHG auf die Bekämpfung armutsbedingter (Infektions-)Krankheiten.

Die internationale Gesundheitspolitik wird stark von der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beeinflusst. Während sich die Weltbank zu einer der wichtigsten internationalen Finanzierungsorganisationen gesundheitsbezogener Projekte entwickelt hat, ist die WHO die zentrale Organisation für internationale Gesundheitsfragen und nimmt durch globale Normsetzung sowie technische und politische Beratung Einfluss auf die globale Gesundheitspolitik.

Weitere Akteure von GHG sind Netzwerke und Global Public-Private Partnerships (GPPPs). Sie gelten als neue Formen politischer Steuerung in einer globalisierten Welt, da sie einen Rahmen für unterschiedliche Akteure und Politikebenen schaffen. Der 2001/2002 geschaffene "Global Fund to fight AIDS, Tuberculosis and Malaria" (GFATM) ist eine solche GPPP im Gesundheitsbereich. Der Fonds gilt nach wie vor als Hoffnungsträger im Kampf gegen die drei wichtigsten armutsbedingten Krankheiten AIDS, Tuberkulose und Malaria. Zwei Aspekte sind dafür hauptverantwortlich: Zum einen die Praxis der Mittelvergabe, die die Empfängerstaaten dazu auffordert, eigene Strategien und damit Strukturen im Kampf gegen die Epidemien zu entwickeln. Zum anderen das große Finanzvolumen bei einem vergleichsweise kleinen Verwaltungsapparat.

Die Organisationsstruktur des GFATM unterscheidet sich von traditionellen Hilfsinstitutionen: nicht nur Regierungen sind beteiligt und können über Projekte bestimmen, sondern auch private lokale Akteure. Die Empfängerstaaten bilden einen Beirat, bestehend aus öffentlichen und privaten Akteuren, und entwickeln eigene, auf sich zugeschnittene Programme, die der GFATM, nach Prüfung durch einen wissenschaftlichen Beirat, finanziert. Auch eine Anschlussfinanzierung ist nur dann möglich, wenn mit den erhaltenen Geldern messbare und nachhaltige Ergebnisse erzielt werden konnten.

Seit der GFATM 2002 seine Arbeit aufgenommen hat, wurden über den Fond insgesamt 18,7 Milliarden US-Dollar für 572 gesundheitsbezogene Projekte und Programme in 140 Staaten bewilligt (Stand: Ende 2009). Der GFATM ist damit das wichtigste Finanzierungsinstrument im Kampf gegen die drei häufigsten armutsbedingten Krankheiten AIDS, Tuberkulose und Malaria – sein Anteil an der internationalen Finanzierung liegt bei rund einem Viertel in Bezug auf AIDS und bei etwa zwei Dritteln bzw. drei Vierteln bei Tuberkulose und Malaria.

URL: http://www.bpb.de/wissen/2P6QV9,0,0,Global_Health_Governance_%28GHG%29.html

Globale Armut

Zwischen 1981 und 2002 hat sich die absolute Zahl der Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter einem US-Dollar pro Tag und Kopf leben, um knapp ein Drittel auf etwa eine Milliarde reduziert. Bei den Einkommen unter zwei US-Dollar pro Tag und Kopf schwankt die entsprechende Zahl der Personen um 2,6 Milliarden.
Aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen ist die relative Entwicklung noch wichtiger als die absoluten Zahlen. Gemessen an der Weltbevölkerung hat sich die Zahl der Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter einem bzw. zwei US-Dollar pro Tag und Kopf leben, kontinuierlich verringert. Vor allem Ostasien, insbesondere China, hat den größten Anteil an dieser Reduzierung.

Parallel zu der Reduzierung der absoluten Armut hat sich seit Anfang der 1980er Jahre auch die durchschnittliche Lebenserwartung in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten um zwei Jahre erhöht. Gegenwärtig sterben jährlich zwei Millionen Kinder weniger vor ihrem fünften Lebensjahr als im Jahr 1990. Und auch bei "weicheren" Armutsindikatoren ist eine Verbesserung festzustellen; so hat sich etwa die Analphabetisierungsrate in den letzten fünfzehn Jahren von 30 Prozent auf 24 Prozent reduziert.

Allerdings bleiben viele Staaten von den ökonomischen Wohlfahrtsgewinnen vollständig ausgeschlossen. Noch immer sterben jährlich über zehn Millionen Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr. Die Zahl unterernährter Menschen ist zwar seit 1990 gesunken. Schätzungen gehen aber weiter von weit über 800 Millionen Hungernden aus.

Das größte Problem besteht darin, dass sich die Annährung zwischen arm und reich zunehmend verlangsamt und in einigen Bereichen stagniert. Jeder vierzehnte Mensch lebt in einem Staat, dessen Bevölkerung es im Jahr 2003 sogar schlechter ging als Anfang der 1990er Jahre.

Außerdem darf nicht vergessen werden, dass eine Annährung auch bei hohen Wachstumsraten nur langsam erfolgt. Nach Berechnungen des UNDP würde Indien erst Anfang des 22. Jahrhunderts zu den entwickelten Staaten aufschließen, wenn die überdurchschnittlichen Wachstumsraten der Jahre 2000 bis 2005 weiter Bestand hätten. Selbst wenn die Wachstumsraten der ökonomisch entwickelten Staaten gleich Null wären, erreichten die Ökonomien Lateinamerikas bzw. Afrikas erst im Jahr 2177 bzw. 2236 das gleiche Niveau.

Der globalen Armut steht ein extremer, globaler Reichtum gegenüber: Laut Forbes stieg das Nettovermögen der Milliardäre von Anfang 2005 bis Anfang 2006 um 18 Prozent auf 2,6 Billionen US-Dollar. Die Zahl der Personen, die über ein Vermögen von über einer Milliarde verfügen, hat sich in nur zwanzig Jahren von 140 auf 793 erhöht; allein im Jahr 2005 kamen 100 Milliardäre hinzu. Die zehn Reichsten dieser Welt haben ein Vermögen von etwa 275 Milliarden US-Dollar.

Die ärmsten 40 Prozent der Weltbevölkerung beziehen nur fünf Prozent des weltweiten Einkommens, bei den ärmsten 20 Prozent schrumpft der Anteil auf weniger als 1,5 Prozent. Die reichsten 10 bzw. 20 Prozent verfügen hingegen über 54 bzw. 74 Prozent des weltweiten Einkommens.

URL: http://www.bpb.de/wissen/WILQQ6,0,0,Globale_Armut.html

Globalisierungskritische Netzwerke

Parallel zur Globalisierung der Ökonomie hat sich auch die Kritik an diesem Prozess globalisiert. Durch den breiten Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien können sich auch diejenigen vernetzen, die globale soziale und ökologische Probleme benennen und beheben wollen: zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Einzelaktivisten sowie soziale und politische Netzwerke.

Die Kritik an der Globalisierung fällt dabei nicht immer gleich aus. Sowohl bei der Identifizierung der Probleme als auch bei den Lösungsansätzen bestehen deutliche Unterschiede zwischen den Akteuren. Häufig besteht auch keine Einigkeit darüber, ob einzelne Probleme allein durch die Globalisierung entstanden sind, durch diese verstärkt werden oder ob der Einfluss der Globalisierung vernachlässigbar ist. Trotz dieser Einschränkungen lassen sich einige Themen benennen, die häufiger als andere im Zentrum der Kritik stehen: die Ungleichheit und Armut sowohl in ökonomisch sich entwickelnden als auch in ökonomisch entwickelten Staaten, die Privatisierung öffentlicher Aufgaben (Bildung, Gesundheit, Altersvorsorge), der Verkauf öffentlicher Güter (zum Beispiel im Bereich der Wasser- und Energieversorgung), die zunehmende – nicht demokratisch legitimierte – Macht der Multinationalen Unternehmen, die Entmachtung von Arbeitnehmerorganisationen, die Ausbeutung von Arbeitskräften, die Zerstörung der Umwelt sowie die Missachtung der Menschenrechte.

Eine der bekanntesten globalisierungskritischen Bewegungen ist das Politiknetzwerk Attac. Nach eigenen Aussagen ist Attac ein Netzwerk, das Akteure zusammenbringt, um sich zusammen "für eine ökologische, solidarische und friedliche Weltwirtschaftsordnung" einzusetzen. Attac wurde 1998 in Frankreich gegründet, Attac Deutschland am 22. Januar 2000. Weltweit hat Attac etwa 90.000 Mitglieder in 50 Ländern. Ausgehend von den Daten, die Attac Deutschland Ende 2009 zur Verfügung standen, war Deutschland im Jahr 2007 das Land mit den meisten Mitgliedern (19.000, davon 16.000 zahlende Mitglieder). Bis Ende 2009 erhöhte sich die Zahl der Attac-Mitglieder in Deutschland auf 22.000.

Attac ist dezentral organisiert, hat flache Hierarchien und einen geringen Institutionalisierungsgrad. Aufgrund der heterogenen Zusammensetzung des Netzwerks ist die Kritik an der Globalisierung vielseitig und auch eine schicht- oder klassenspezifische Deutung fehlt.

In den Gründungsjahren hat Attac bereits bestehende Gruppen bzw. Personen, die zuvor in anderen sozial engagierten Gruppen aktiv waren, zusammengeführt. Gerade in der Anfangszeit fiel Attac durch spontanen Protest sowie unkonventionelle, nicht institutionalisierte Beteiligungsformen auf. Verbunden mit neuen Formen medialer Inszenierung wurde auch von einer 'Wahrnehmungsrevolution' gesprochen: weder waren die Themen völlig neu noch die Akteure mächtig, aber Attac wurde für neu und mächtig gehalten.

Das hohe Niveau der öffentlichen Aufmerksamkeit ist eine Grundvoraussetzung dafür, die politische Agenda beeinflussen zu können. Für Netzwerke wie Attac ist daher die Frage zentral, welche Forderungen und Themen im Mittelpunkt der eigenen Arbeit stehen. Der geringe Institutionalisierungsgrad und die vielschichtige Zusammensetzung des Netzwerks haben jedoch zur Folge, dass die Vorstellungen in Bezug auf die Dringlichkeit der einzelnen Themen und vor allem die politischen Antworten weit auseinander gehen. Neben gemäßigten Reformern, die in erster Linie an der Umsetzung einzelner Regulierungsinstrumente interessiert sind, stehen andere, die einen ganzen Katalog an Reformen in verschiedenen Politikbereichen umsetzen wollen. Hinzu kommen Revolutionäre, für die eine grundlegende Veränderung des gesamten ökonomischen Systems bzw. auch anderer gesellschaftlicher Bereiche unumgänglich ist.

Bisher hat Attac sein Themenspektrum stetig erweitert, um die verschiedenen Strömungen aufzunehmen. Bei einzelnen Themen, wie zum Beispiel der Besteuerung von Finanzmarkttransaktionen, ist es dem Netzwerk gelungen, sich klar zu positionieren und den politischen Diskurs zu beeinflussen. Aus der Vielzahl an Themen, mit denen sich Attac auseinandersetzt (Welthandel, Finanzmärkte, die öffentlichen Haushalte, Privatisierung, Europa, Lateinamerika, Ökologie, Krieg, Feminismus, geistiges Eigentum, Kultur und Rechtsextremismus), kann jedoch auch Strukturlosigkeit entstehen. Während das Fehlen einer Struktur in Wirkungslosigkeit münden kann, führt eine zunehmende Institutionalisierung häufig zu thematischen Beschränkungen und dazu, dass das Mehrheitsprinzip an Bedeutung gewinnt. Bisher hat sich Attac nicht auf eine Strategie festgelegt: Attac ist ein expandierendes Netzwerk, das sich an einzelnen Knotenpunkten strukturell verfestigt hat.

URL: http://www.bpb.de/wissen/MV79MY,0,0,Globalisierungskritische_Netzwerke.html

Grenzüberschreitender Warenhandel

Kaum etwas veranschaulicht den Prozess Globalisierung so deutlich wie die steigende ökonomische Bedeutung des Außenhandels bzw. die Veränderung des Verhältnisses von Warenhandel und Weltwarenproduktion.

Von 1950 bis 2007 nahm der Warenexport real – also gemessen in konstanten Preisen – um den Faktor 29,2 und die Weltwarenproduktion um den Faktor 8,6 zu. Der Export von Waren stieg dabei durchschnittlich um 6,1 Prozent, die Weltwarenproduktion um 3,9 Prozent pro Jahr. Als Folge erhöhte sich der Anteil der exportierten Waren und Dienstleistungen am Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 1950 und 2007 von etwa acht auf mehr als 31,6 Prozent.

Der nominale Wert der exportierten Waren lag 2007 bei gut 13,8 Billionen US-Dollar und hat sich damit gegenüber 1950 fast verzweihundertzwanzigfacht. Die höchsten realen Zuwächse verzeichnete der Warenexport in den beiden Zeiträumen von 1950 bis 1960 und von 1960 bis 1970. Allerdings war zu dieser Zeit der Anteil der zwischen den Staaten gehandelten Waren an den insgesamt produzierten Waren noch gering. Bedeutender für den Prozess der Globalisierung ist die Steigerung des Warenexports um knapp 86 Prozent in den Jahren 1990 bis 2000, da die ökonomische Verflechtung 1990 hoch war bzw. der Warenexport bereits einen Wert von fast 3,5 Billionen US-Dollar hatte.

Als Folge der relativen Zunahme des grenzüberschreitenden Warenhandels gegenüber der Weltwarenproduktion wächst die Bedeutung des Außenhandels für die einzelnen Ökonomien. Dies wird auch bei einer Betrachtung der Außenhandelsquoten deutlich. Der prozentuale Anteil der Warenexporte und -importe am weltweiten BIP stieg von 28 Prozent im Jahr 1970 auf 51 Prozent im Jahr 2007. Deutschland hatte als "Exportweltmeister 2007" mit 71,6 Prozent eine überdurchschnittlich hohe Außenhandelsquote.

URL: http://www.bpb.de/wissen/CCDNXF,0,0,Entwicklung_des_grenz%FCberschreitenden_Warenhandels.html

Größere Finanzkrisen seit 1970 bis 2006

Mit dem Wachstum, der Globalisierung und der zunehmenden Liberalisierung der Finanzmärkte seit Ende der 1970er Jahre ist auch eine zunehmende Anfälligkeit für Turbulenzen und Finanzkrisen verbunden. Sie manifestieren sich als Bankkrisen, Börsenkrisen und als Währungskrisen. Die weitaus meisten Finanzkrisen haben in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten und insbesondere in den Schwellenländern stattgefunden, oft als Währungskrisen, in deren Verlauf feste Wechselkurse zusammenbrechen und massiver Kapitalabfluss stattfindet.

Aber auch in den ökonomisch entwickelten Staaten wie Dänemark, Schweden, Italien und Japan gab es in den 1990er Jahren Finanzkrisen mit erheblichen schädlichen Folgen. Eine jüngere von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Weltbankgruppe zusammengestellte Übersicht zählt seit Beginn der 1980er Jahre 166 Finanzkrisen, von denen 119 einen "systemischen" Charakter haben, das heißt in ihren Wirkungen über den engen Bankenbereich hinausgehen.

Es scheint sich auch nicht um ein Übergangsphänomen zu handeln, denn die Häufigkeit der Krisen hat in den 1990er Jahren nicht ab-, sondern zugenommen: Von den 84 "größeren" Krisen haben 30 in den 1980er und 50 in den 1990er Jahren begonnen. (Jüngere Auswertungen liegen nicht vor).

Seit Ende der 1990er Jahre steht das Verhindern von Finanzkrisen auf der Tagesordnung internationaler Institutionen. Ein Versuch hierzu ist das ab 2007 in Kraft tretende Regelwerk Basel II, das eine bessere Risikokontrolle von Bankkrediten vorsieht. Weitere Vorschläge beziehen sich auf die Eindämmung kurzfristiger internationaler Kapitalflüsse durch eine Devisentransaktionssteuer (Tobinsteuer) und die vorsichtigere Liberalisierung des Kapitalverkehrs der ökonomisch sich entwickelnden Staaten (sog. Sequencing). Auch die (relative) Stabilisierung von Wechselkursen durch die Einführung von Zielzonen die in internationaler Kooperation gemanaged werden, werden immer wieder in die Diskussion gebracht.

URL: http://www.bpb.de/wissen/DP0D1P,0,0,Gr%F6%DFere_Finanzkrisen_seit_1970.html

Größte Aktienbörsen

Zwischen 1990 und 2005 ist der weltweite Aktienhandel von 5,7 auf 51,1 Billionen US-Dollar gestiegen. Gleichzeitig hat sich die regionale Verteilung erheblich verändert. Die New York Stock Exchange (NYSE) baute ihre führende Position weiter aus: auf sie entfiel 2005 mehr als ein Viertel (27,6 Prozent) des weltweiten Börsenhandels mit Aktien. Die Börse Tokio, die 1990 mit einem Weltmarktanteil von 22,7 Prozent noch knapp an die NYSE (1990: 23,3 Prozent) heranreichte, fiel dagegen drastisch auf einen Weltmarktanteil von unter 10 Prozent zurück. Taiwan ist aus der Führungsgruppe der größten Fünf verschwunden.

Die zunehmende Bedeutung des elektronischen Handels lässt sich besonders gut am Beispiel der US-Technologiebörse NASDAQ (National Association of Securities Dealers Automated Quotations) sehen. Die erste elektronische Börse der Welt ging 1971 an den Start. Während sie noch 1990 eine untergeordnete Rolle spielte, nimmt sie mittlerweile weltweit Platz zwei im Aktienhandel ein. Die beiden US-Börsen NYSE und NASDAQ kommen gemeinsam auf einen Marktanteil von gut 47 Prozent.

In Europa hat die London Stock Exchange (LSE) etwas zugelegt, die Deutsche Börse, die 1990 noch einen bescheidenen fünften Platz in der Führungsgruppe einnahm, ist dagegen auf einen Weltmarktanteil von 3,8 Prozent zurück gefallen und aus der Führungsgruppe ausgeschieden. Den fünften Platz nimmt jetzt die im Jahr 2000 gegründete französisch-niederländisch-belgisch-portugiesische Gemeinschaftsbörse Euronext ein. Ihr Anteil an den weltweiten Umsätzen ist mit knapp sechs Prozent allerdings so gering, dass weitere Zusammenschlüsse, vorprogrammiert sind.

URL: http://www.bpb.de/wissen/N202PW,0,0,Die_gr%F6%DFten_Aktienb%F6rsen.html

Grundlast

Grundlast bezeichnet die Netzbelastung, die während eines Tages in einem Stromnetz nicht unterschritten wird.[1]. In Deutschland liegt sie bei um die 40 GW (2005)[2] im Gegensatz zur Jahreshöchstlast mit 75-80 GW[3].

Da der niedrigste Stromverbrauch meist nachts auftritt, hängt die Höhe der Grundlast von nachts produzierenden Industrieanlagen, der Straßenbeleuchtung und von Dauerverbrauchern in Haushalt und Gewerbe ab. Darüber hinaus kann die Grundlast von Energieversorgungsunternehmen erhöht werden, indem zu Schwachlastzeiten die Speicherbecken von Pumpspeicherkraftwerken gefüllt oder Nachtspeicherheizungen eingeschaltet werden.

Zur Deckung der Grundlast werden Grundlastkraftwerke eingesetzt, bei denen die Stromgestehungskosten hauptsächlich durch fixe Kostenbestandteile (meistens Kapitalkosten) bestimmt werden.

Aus diesem Grund wird von den Energieversorgungsunternehmen versucht, den Grundlastbedarf möglichst langfristig im Voraus abzuschätzen. Bei Unterschreitung des abgeschätzten Wertes muss entsprechend reagiert werden, entweder durch Einschalten zusätzlicher Verbraucher (Pumpspeicherkraftwerke, Nachtspeicherheizungen) oder durch Abgabe von Strom in andere Stromnetze.

Wird der Grundverbrauch überschritten, so setzt man zur Deckung des zusätzlichen elektrischen Verbrauchs Mittel- und Spitzenlastkraftwerke ein.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Grundlast

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Halbwertszeit

Die Halbwertszeit ist die Zeit, in der sich ein exponentiell mit der Zeit abnehmender Wert halbiert hat. Bei exponentiellem Wachstum spricht man entsprechend von einer Verdoppelungszeit.

Die nach einer Halbwertszeit verbliebene Menge einer Substanz halbiert sich im Lauf der nächsten Halbwertszeit, d. h. es verbleibt 1/2·1/2=1/4; nach 3 Halbwertszeiten 1/8, dann 1/16, 1/32, 1/64 und so fort. Das gilt allerdings nur als statistischer Mittelwert, also dann, wenn die betrachtete Probe eine große Zahl von Molekülen oder Atomen enthält. Die Umwandlung eines einzelnen Atomkerns kann nicht vorhergesagt werden, sondern es kann lediglich eine Wahrscheinlichkeit für diese Umwandlung innerhalb einer gegebenen Zeit angegeben werden (Zerfallswahrscheinlichkeit λ, siehe unten). Die Wahrscheinlichkeit, dass ein betrachteter Kern sich innerhalb der ersten Halbwertszeit umwandelt, beträgt 50 %, dass er sich innerhalb von 2 Halbwertszeiten umwandelt, 50 % + 25 % = 75 %, bei 3 Halbwertszeiten beträgt der Wert 50 % + 25 % + 12,5 % = 87,5 %, usw. .

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Halbwertszeit

Handelsanteile ökonomisch sich entwickelnder Staaten

Der Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten am weltweiten Export erreichte im Jahr 2007 mit 37,5 Prozent den höchsten Wert seit 1980. Das Gleiche gilt für den Importanteil, der im selben Jahr bei 33,0 Prozent lag. Die Zunahme des Export- und Importanteils seit 1980 relativiert sich allerdings, wenn die Bevölkerungsentwicklung einbezogen wird. Denn der Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten an der Weltbevölkerung erhöhte sich zwischen 1980 bis 2007 von 75,6 auf 84,9 Prozent. Unter der Annahme sonst gleichbleibender Bedingungen ist knapp die Hälfte des Wachstums des Exportsanteils und knapp ein Viertel des erhöhten Importanteils auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen.

Export- und Importanteile verändern sich, wenn sich die gehandelte Warenmenge oder der Warenpreis verändert. So verringerten beispielsweise die bis Ende der 1990er Jahre sinkenden Rohstoffpreise den Exportanteil der rohstoffexportierenden ökonomisch sich entwickelnden Staaten, obwohl das Ausfuhrvolumen insgesamt nicht sank. Und der seit 1998 steigende Ölpreis erhöhte den Exportanteil der Hauptexporteure von Öl ebenso wie die steigende Energienachfrage.

Den größten Anteil am Wachstum sowohl des Export- als auch des Importanteils der ökonomisch sich entwickelnden Staaten hatten die Hauptexporteure von Fertigwaren. Ihr Anteil an den weltweiten Exporten erhöhte sich von 8,3 Prozent im Jahr 1980 auf 25,6 Prozent im Jahr 2007. Bei den Importen stiegen die entsprechenden Werte von 10,0 auf 23,6 Prozent. Damit waren 2007 die Hauptexporteure von Fertigwaren für 68,3 Prozent aller Exporte und für 71,5 Prozent aller Importe der ökonomisch sich entwickelnden Staaten verantwortlich.

In der Gruppe der ökonomisch sich entwickelnden Staaten ist der Handelsanteil der Staaten mit einem niedrigen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf auffallend stark gestiegen. Dies liegt vor allem daran, dass China im Basisjahr 2000 in die Gruppe der Staaten mit niedrigem BIP pro Kopf fiel. Allein zwischen 1980 und 2007 stieg der Anteil Chinas an den weltweiten Exporten von 0,9 auf 8,8 Prozent und der Anteil an den weltweiten Importen von 1,0 auf 6,8 Prozent. Ohne China gerechnet sind die Anteile der Staaten mit einem niedrigen BIP pro Kopf zwischen 1980 und 2007 nicht gestiegen, sondern gesunken: Bei den Exporten von 6,0 auf 4,5 Prozent und bei den Importen von 5,1 auf 4,8 Prozent.

URL: http://www.bpb.de/wissen/3SAYRW,0,0,Handelsanteile_%F6konomisch_sich_entwickelnder_Staaten.html

Handelsgewichtete Zollbelastungen

Die Globalisierung wird durch sinkende Zölle beschleunigt, da diese zu einer Ausweitung des grenzüberschreitenden Handels beitragen. In den insgesamt acht Verhandlungsrunden des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT – General Agreement on Tariffs and Trade) zwischen 1947 und 1994 wurden die Zölle in fast allen Marktsegmenten gesenkt.

Bei der letzten Verhandlungsrunde innerhalb des GATT, der sogenannten Uruguay-Runde von 1986 bis 1994, wurden die Vereinbarungen und das Ziel der Liberalisierung der Märkte auf den Bereich der Dienstleistungen (GATS) und des geistigen Eigentums (TRIPs) ausgedehnt und die Gründung der Welthandelsorganisation (WTO) zum 01. Januar 1995 beschlossen. Heute ist das GATT eines der wichtigsten Abkommen innerhalb der WTO. Im Jahr 2007 unterlagen 94,1 Prozent des weltweiten Warenexports und 95,0 Prozent des Warenimports den Regelwerken der WTO. 1948 lagen diese Anteile – bezogen auf das GATT – noch bei gut 63 bzw. 58 Prozent.

Sowohl das Zollniveau der ökonomisch entwickelten Staaten als auch das der ökonomisch sich entwickelnden Staaten hat einen historischen Tiefstand erreicht. Die durchschnittliche handelsgewichtete Zollbelastung ist gegenüber allen Partnerregionen gesunken. Die Senkung von Zöllen und damit die Liberalisierung von Märkten wird zusätzlich durch binationale sowie inter- und intraregionale Integration vorangetrieben. Der Binnenmarkt der EU ist dabei die ökonomisch bedeutendste Freihandelszone.

Von wenigen Staaten und Produkten abgesehen haben die von den ökonomisch entwickelten Staaten tatsächlich erhobenen Zölle ein sehr niedriges Niveau erreicht. Von einer klar über dem Durchschnitt liegenden handelsgewichteten Zollbelastung nicht-agrarischer Produkte waren lediglich die Staaten Zentralamerikas (ohne Mexiko) betroffen.

Bezogen auf alle Produkte und alle Staaten ist die handelsgewichtete Zollbelastung der ökonomisch sich entwickelnden Staaten mehr als doppelt so hoch wie die der ökonomisch entwickelten Staaten. Nach den Angaben, die der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) im Jahr 2008 zur Verfügung standen, lagen die entsprechenden Werte bei 4,9 bzw. 2,1 Prozent. Auch bei einer Betrachtung der einzelnen Staatengruppen sind die von den ökonomisch sich entwickelnden Staaten tatsächlich erhobenen Zölle (handelsgewichtet und bezogen auf alle Produkte) fast durchgehend höher als die der ökonomisch entwickelten Staaten (einzige Ausnahme sind die Staaten Zentralamerikas, ohne Mexiko).

Das niedrige Zollniveau gilt jedoch nicht für alle Produkte. Insbesondere Textilien und Agrarprodukte waren bzw. sind mit hohen Zöllen belegt. Nach Angaben der UNCTAD (ausgehend von den im Jahr 2008 zur Verfügung stehenden Daten) erhoben die ökonomisch entwickelten Staaten bei Agrarprodukten einen durchschnittlichen handelsgewichteten Importzoll von 12,6 Prozent (nicht-agrarische Produkte: 1,5 Prozent). Bei den ökonomisch sich entwickelnden Staaten lagen die entsprechenden Werte bei 15,5 bzw. 4,3 Prozent.

Für Textilien und Kleidung wurden Anfang 2005 die Importbeschränkungen zwar offiziell aufgehoben, allerdings gehörten sie zumindest 2006 und 2007 zu den Produkten, die am stärksten von nicht-tarifären Handelshemmnissen betroffen waren. Zu den nicht-tarifären Handelshemmnissen, von denen auch andere Produkten betroffen sind, gehören Quotenregelungen, Subventionen, Selbstbeschränkungsabkommen, Produktstandards, Anti-Dumping-Verfahren und andere Zugangsregelungen.

Nach Angaben der UNCTAD sind Produktstandards, Quotenregelungen und Marktzugangsgenehmigungen die am häufigsten angewandten nicht-tarifären Handelshemmnisse. Insbesondere über Produktstandards (unter anderem Qualitäts- und Sicherheitsstandards, Beschriftungs- und Verpackungsvorschriften, Angaben zur Herkunft, Prüfung der Umweltverträglichkeit) wird immer häufiger versucht, den Marktzugang zu erschweren.

URL: http://www.bpb.de/wissen/JX7BR1,0,0,Handelsgewichtete_Zollbelastungen.html

Hilfsorganisationen

Die Globalisierung führt nicht nur zu einer Vernetzung im Bereich der Ökonomie, sondern auch zu einer Ausweitung und Verdichtung von sozialen Netzwerken sowie zu einer globalen Verbreitung von Ideen. Neben dem Weltmarkt und den weltweiten Produktionsketten findet sich die Idee, dass auch die sozialen Räume oder die Ökosysteme der Erde als globale, zusammenhängende Einheit gesehen werden können oder sogar gesehen werden müssen.

Von dieser Voraussetzung leitet sich wiederum der Handlungsansatz ab, dass für globale soziale und ökologische Probleme letztlich nur auf globaler Ebene angemessene Lösungen gefunden werden können. Folglich haben nicht nur Unternehmen internationale oder globale Strategien umgesetzt, sondern auch zahlreiche Hilfs- und Umweltorganisationen sind grenzüberschreitend tätig.

Zu den größten und bekanntesten Hilfsorganisationen gehören beispielsweise 'World Vision International', 'International Save the Children Alliance', 'Oxfam International', 'Ärzte ohne Grenzen' (Médecins Sans Frontières), die 'Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung' oder 'CARE International'.

Die christliche Hilfs- und Entwicklungsorganisation World Vision International (WVI) hatte mit 2,6 Milliarden US-Dollar (Devisen und Waren) die höchsten Fundraising-Einnahmen im Jahr 2008. Mit 48 Millionen Kindern, die 2008 in mehr als 50 Staaten direkt oder indirekt von der Arbeit von Save the Children profitierten, ist die International Save the Children Alliance die größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt. Das internationale Netzwerk von Ärzte ohne Grenzen ist hingegen auf die medizinische Nothilfe spezialisiert und leistet diese in mehr als 60 Ländern weltweit. Bezogen auf die Anzahl der Staaten, in denen die einzelnen Organisationen aktiv sind, ist die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung die größte humanitäre Organisation der Welt: Fast 97 Millionen freiwillige Helfer, Unterstützer und Beschäftigte sind in 186 auf nationaler Ebene organisierten Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften aktiv.

CARE International wurde 1945 in den USA gegründet, um die durch den Zweiten Weltkrieg entstandene Not in Europa zu lindern. Bis 1960 versendete CARE insgesamt mehr als 100 Millionen Lebensmittelpakete nach Europa. Allein bei der Berliner Luftbrücke 1948/49 flogen von CARE gecharterte Maschinen mehr als 200.000 sogenannte CARE-Pakete in die von der Versorgung abgeschnittene Stadt.

1982 schlossen sich die unabhängig voneinander arbeitenden nationalen CARE-Organisationen unter der Bezeichnung CARE International zusammen. Inzwischen koordiniert das Genfer Generalsekretariat die Arbeit von zwölf Mitgliedsorganisationen: USA (gegründet 1945), Kanada (1946), Deutschland (1980, seit 2007 Deutschland-Luxemburg), Norwegen (1980), Frankreich (1983), Großbritannien (1985), Österreich (1986), Australien (1987), Japan (1987), Dänemark (1988), Niederlande (2001) und Thailand (2003).

Auch heute steht die Armutsbekämpfung im Zentrum der Arbeit von CARE International. Mit mehr als 1.000 Projekten in rund 70 Ländern, Ausgaben in Höhe von etwa 600 Millionen Euro pro Jahr und 14.000 Mitarbeitern erreicht CARE International mehr als 55 Millionen Menschen weltweit. CARE International ist in den Bereichen Gesundheitsfürsorge, HIV/AIDS-Prävention, schulische und berufliche Bildung, nachhaltige Landwirtschaft sowie Not- und Soforthilfe aktiv. CARE International zählt zu den zehn größten privaten Hilfsorganisationen weltweit.

URL: http://www.bpb.de/wissen/5KQPWB,0,0,Hilfsorganisationen.html

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Informations- und Kommunikationstechnologie

Der Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien hat sich in den letzten 20 Jahren in allen Regionen der Welt verbessert. Insgesamt stieg die Zahl der Festnetzverbindungen (Anschlüsse) zwischen 1990 bis 2006 von 519 Millionen auf 1,26 Milliarden. Noch rasanter war die Entwicklung im Bereich Mobilfunk. Lag die Anzahl der Mobilfunkverbindungen (Teilnehmer) 1990 noch bei 11 Millionen, waren es 2003 bereits 1,4 Milliarden. Bis 2006 erhöhte sich die Zahl nochmals deutlich auf 2,7 Milliarden – für den Zeitraum 1990 bis 2006 entsprach das einer durchschnittlichen Steigerung von mehr als 40 Prozent pro Jahr. Die geschätzte Anzahl der Computer stieg von 120 Millionen im Jahr 1990 auf rund 870 Millionen im Jahr 2006.

Die Zahl der Internetverbindungen lag 2006 weltweit bei rund 426 Millionen. Angesichts dieser enormen Verbreitung kann schnell übersehen werden, wie neu die Vernetzung in diesem Bereich ist: 1988 waren lediglich acht Staaten mit dem Internet verbunden, im Jahr 1993 waren es 55 und 1995 zum ersten Mal mehr als die Hälfte aller Staaten. Erst seit Beginn dieses Jahrtausends sind alle Staaten mit dem Internet verbunden.

Auch wenn alle den Gesamttrend zusammenfassenden Statistiken eine Verringerung der digitalen Kluft zwischen den Staaten (Digital Divide) in den letzten zwei Jahrzehnten bestätigen, bestehen nach wie vor große Unterschiede zwischen den Staatengruppen. Im Jahr 2006 entfielen in den ökonomisch entwickelten Staaten auf 100 Einwohner 51 Festnetzverbindungen, 62 Computer und 24 Internetverbindungen. Außerdem verfügten rein rechnerisch 92 von 100 Einwohnern über eine Mobilfunkverbindung und 19 von 100 über eine Breitbandverbindung. In den ökonomisch sich entwickelnden Staaten (hier ohne die ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten) ist die Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien hingegen deutlich schlechter: Auf je 100 Einwohner kamen 15 Festnetzverbindungen, lediglich 5 Computer und nur 4 Internetverbindungen. Während rein rechnerisch etwa jeder dritte Einwohner über eine Mobilfunkverbindung verfügte, entfielen auf 100 Einwohner nur 2 Breitbandverbindungen. Zusätzlich zu den bestehenden Unterschieden ist festzustellen, dass die Verringerung des Digital Divide vor allem aus der Zunahme der Bestände in den Bereichen Festnetz, Mobilfunk und Internet resultiert.

Durch technische Entwicklungen kann auch ein neuer Digital Divide entstehen. So lebten Ende 2004 drei Viertel aller Nutzer der dritten Mobilfunkgeneration in nur drei Staaten – USA (49,5 Mio.), Südkorea (27,5 Mio.) und Japan (25,7 Mio.) und 99 Prozent aller Breitbandanschlüsse entfielen auf die ökonomisch entwickelten Staaten. Allerdings hat sich hier der Abstand rasant verringert: Bereits bis 2006 sank der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten an allen Breitbandverbindungen auf rund 66 Prozent. Durch die höhere Einwohnerzahl der ökonomisch sich entwickelnden Staaten bleibt die Verfügbarkeit aber ungleich verteilt: 2006 entfielen auf 100 Einwohner in den ökonomisch entwickelten Staaten 19 Breitbandanschlüsse. Bei den Übergangsstaaten und den ökonomisch sich entwickelnden Staaten waren es jeweils nur 2 je 100 Einwohner.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass für die Schließung der digitalen Kluft vor allem die wohlhabenderen Staaten unter den ökonomisch sich entwickelnden Staaten verantwortlich sind. Die ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten sind nach wie vor weitgehend ausgeschlossen. Dort entfielen 2006 lediglich 0,9 Festnetzverbindungen auf 100 Einwohner. Bei Computern (0,7) und Internetverbindungen (0,2) war das Verhältnis noch ungünstiger. Lediglich Mobilfunkverbindungen, über die rein rechnerisch 10 von 100 Einwohnern verfügten, waren etwas stärker verbreitet. Breitbandverbindungen spielten 2006 keine Rolle. Da viele der ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten in Afrika liegen, besteht allerdings die Chance, dass sich daran etwas ändert: Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 wurden die ersten Glasfaserkabel verlegt.

URL: http://www.bpb.de/wissen/R9GY83,0,0,Informations_und_Kommunikationstechnologie.html

Informelle Ökonomie

Mit der Liberalisierung der Handelsbeziehungen nehmen nach Beobachtung der International Labour Organization (ILO) häufig die schlecht bezahlten Beschäftigungsverhältnisse ohne regulären Vertrag zu; der informelle Sektor weitet sich aus. Auch in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die Bedeutung des informellen Sektors zwischen 1990 und 2003 in allen Regionen der Welt gewachsen.

In den ökonomisch sich entwickelnden Staaten (ohne China) entsprach die ökonomische Bedeutung des informellen Sektors im Jahr 1990 noch 28 Prozent des BIP, 2003 lag der entsprechende Wert bei 36 Prozent. Nach Schätzungen der ILO gehen bis zu 70 Prozent aller Beschäftigten in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten einer informellen Beschäftigung nach.
Der informelle Sektor hat im subsaharischen Afrika, in Lateinamerika und der Karibik sowie in den einkommensschwachen Staaten Europas und in Zentralasien einen überdurchschnittlich hohen Anteil an der Ökonomie. Im Nahen Osten und Nordafrika, in Südasien sowie in Ostasien und der Region Pazifik ist seine Bedeutung unterdurchschnittlich.

In den ökonomisch entwickelten Staaten wuchs der informelle Sektor sogar etwas stärker als in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau. Er entsprach im Jahr 2003 13 Prozent des BIP.
Der informelle Sektor existiert in den ökonomisch entwickelten Staaten häufig parallel zum formellen Sektor. Insbesondere bei starker Zuwanderung von gering- und unqualifizierten Arbeitskräften aus ökonomisch sich entwickelnden Staaten können sich Parallelökonomien entwickeln, die – bei schlechterer Bezahlung und längerer Arbeitszeit der Beschäftigten – dem formellen Sektor zuarbeiten.

Als besonderes Problem gilt in Bezug auf den informellen Sektor das so genannte 'Subcontracting'. Dabei geben Multinationale Unternehmen (MNU) arbeitsintensive Produktionsschritte an Subunternehmen in ökonomisch sich entwickelnden Staaten als Auftragsleistung weiter. Diese Subunternehmen greifen wiederum vielfach auf den informellen Sektor zurück, um die nachgefragten Leistungen besonders kostengünstig anbieten zu können.
Der Widerspruch zwischen den sozialen Standards der MNU bei ihren westlichen Produktionsstätten bzw. Unternehmenssitzen und den Arbeitsbedingungen bei den Subunternehmen hat zu zahlreichen, durchaus nicht folgenlosen Kampagnen von Aktivisten gegen die MNU geführt.

URL: http://www.bpb.de/wissen/CD5VFR,0,0,Bedeutungszuwachs_der_informellen_%D6konomie.html

Institutionelle Investoren

Das von institutionellen Investoren verwaltete Vermögen ist in den beiden letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts rasant von knapp drei Billionen US-Dollar (1980) auf gut 36 Billionen US-Dollar (2000) gewachsen. Bis zum Jahr 2005 stieg das Vermögen noch einmal sprunghaft auf 55 Billionen US-Dollar. Hierin kommt die Verschiebung von einem vorwiegend bankgestützten zu einem mehr marktgestützten Finanzsystem zum Ausdruck. Denn anders als Banken geben institutionelle Investoren keine Kredite, sondern kaufen Wertpapiere (vor allem Aktien und Anleihen), die sie bei Bedarf auch wieder verkaufen können. Dadurch ist das Verhältnis zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern weniger fest als bei der traditionellen Form der Finanzierung über Bankkredite. Je größer (liquider) die Kapitalmärkte sind, desto günstiger ist das Umfeld für institutionelle Investoren.

Die absolute und relative Zunahme der institutionellen Investoren hat in allen großen Staaten stattgefunden, allerdings in unterschiedlichem Umfang und Tempo. Im Vergleich zum BIP der jeweiligen Staaten ist das institutionell verwaltete Vermögen in der Schweiz am größten und am schnellsten gewachsen: von 3,9 Prozent des BIP im Jahr 1980 auf 232,7 Prozent 2001. Dies ist sicher auch auf die für Kapitalanleger günstigen steuerlichen und sonstigen Rahmenbedingungen (Bankgeheimnis) zurückzuführen. Vergleichweise weniger weit vorangeschritten ist die Institutionalisierung des Finanzvermögens in anderen Staaten wie Deutschland (2005: 63 Prozent des BIP), Japan oder Italien.

Der Markt für institutionelle Anlagen wird nach wie vor von US-amerikanischen Unternehmen beherrscht. Sie verwalteten im Jahre 2005 knapp die Hälfte des weltweit institutionalisierten Vermögens. 1980 waren es allerdings noch fast drei Viertel. Die Vormacht der USA nahm zwischen 1980 und 1990 deutlich ab, stieg jedoch bis zum Beginn dieses Jahrhunderts wieder etwas an. Die Position der EU ist dagegen kontinuierlich stärker geworden; ihr Marktanteil stieg von 23 Prozent auf 28 Prozent. Der Marktanteil Japans ging von 20 Prozent im Jahr 1990 auf 10 Prozent im folgenden Jahrzehnt zurück.

URL: http://www.bpb.de/wissen/NCAQ1W,0,0,Institutionelle_Investoren.html

Inter- und intraregionaler Warenhandel

Im Jahr 2007 wurden weltweit Waren im Wert von etwa 13.600 bzw. 14.000 Milliarden US-Dollar ex- bzw. importiert. Exporte und Importe konzentrieren sich zunehmend auf bestehende Wirtschaftsblöcke, sind also regional geprägt (Intraregionalisierung). Der intraregionale Warenaustausch – hier innerhalb einer der Regionen Nordamerika, Europa oder Asien-Pazifik – lag in den 1950er Jahren bei 30 Prozent, 1980 bei etwa 40 Prozent und 2007 bei rund 50 Prozent des gesamten Welthandels. Allerdings lag der entsprechende Anteil im Jahr 2004 noch bei deutlich über 50 Prozent. Allein die EU wickelt mehr als zwei Drittel ihres Warenhandels innerhalb der eigenen Grenzen ab. In den Regionen Asien-Pazifik und Nordamerika entfallen etwa 50 Prozent des Exports auf die eigene Region.

Parallel zur Ausweitung des Handels innerhalb der Regionen nahm langfristig auch der Handel zwischen den Triade-Regionen Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik zu. Zwischen den Triade-Regionen wurden im Jahr 1980 17,4 Prozent des gesamten Warenexports abgewickelt, im Jahr 2007 waren es 22,4 Prozent. (Triadisierung bzw. Interregionalisierung). Allerdings lag dieser Wert 2004 noch bei 23,5 Prozent und 1998 sogar noch bei gut 25 Prozent.

Entsprechend fiel der Anteil des Warenexports zwischen der Triade und den verbleibenden Staaten am weltweiten Export von 35,7 Prozent im Jahr 1980 über 22,9 Prozent 1998 auf 16,9 Prozent im Jahr 2004. Im Jahr 2007 lag der entsprechende Anteil mit 21,5 Prozent wiederum deutlich höher.

Allerdings ist weder die Triadisierung – als Sonderfall der Interregionalisierung – noch die Intraregionalisierung mit einer abnehmenden Bedeutung der globalen Ebene gleichzusetzen.

Erstens hat der grenzüberschreitende Handel, der nicht zwischen den Triade-Regionen oder innerhalb der einzelnen Triade-Regionen abgewickelt wird, absolut zugenommen: Da der Weltwarenexport zwischen 1950 und 2007 real um 2.820 Prozent stieg, hat sich der Warenexport zwischen der Triade und den verbleibenden Staaten – trotz des abnehmenden Anteils am Weltwarenexport (von etwa 60 auf 21,5 Prozent) – real immer noch mehr als verzehnfacht.

Noch wichtiger ist zweitens, dass sowohl der Handel zwischen den Triade-Regionen als auch der Handel innerhalb der Regionen als Teil einer globalen Unternehmensstrategie verstanden werden kann und muss. Da bei den Produktions- und Absatzstrategien eines Unternehmens sehr viele Faktoren berücksichtigt werden, kann auch aus einer globalen Unternehmensstrategie folgen, dass sich das unternehmerische Handeln auf den inter- und intraregionalen Handel konzentriert. So ist beispielsweise die im Jahr 2001 getroffene und später auch umgesetzte Entscheidung von BMW, eine Produktionsstätte in Leipzig zu errichten, kein Ausdruck einer nationalen Unternehmensstrategie. Bei der Standortwahl wurde lediglich eine Vielzahl von ökonomischen Einflussfaktoren und nicht einseitig das Lohnniveau berücksichtigt. Anders formuliert waren in diesem Fall die so genannten Billiglohnländer – nach der Zusammenführung verschiedenster Standortkriterien – die teureren Standorte.

URL: http://www.bpb.de/wissen/8EUGSK,0,0,Inter_und_intraregionaler_Warenhandel.html

Internationale Treffen in Staaten und Städten

Im Jahr 2007 fanden 10.318 internationale Treffen statt – damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2000 nur leicht unterschritten. Zuvor war die Anzahl internationaler Treffen zwischen 2001 und 2006 von mehr als 9.200 auf knapp 8.900 gesunken.

Wie in den Jahren zuvor wurden auch im Jahr 2007 mehr als die Hälfte aller internationalen Treffen in Europa ausgerichtet. Allerdings hat sich dieser Anteil in den 1990er-Jahren stetig verringert – von 62,3 Prozent 1991 auf 56,2 Prozent im Jahr 2000. In den Folgejahren erhöhte sich der Anteil und lag 2006 bei rund 59 Prozent. Im Jahr 2007 fiel der Anteil mit 53,8 Prozent wiederum unter das Niveau des Jahres 2000.

Eine weitere Besonderheit des Jahres 2007 besteht darin, dass der Anteil Asiens an der Ausrichtung internationaler Treffen mit 19,9 Prozent erstmals über dem Anteil Nord- und Südamerikas lag (19,2 Prozent). Zu Beginn dieses Jahrhunderts lag der entsprechende Anteil Asiens noch bei rund 13 Prozent und der Anteil Nord- und Südamerikas bei deutlich über 21 Prozent. Der Anteil an der Ausrichtung internationaler Treffen der Regionen Afrika (2007: 3,9 Prozent) und Australasien-Pazifik (2007: 3,2 Prozent) hat sich in dieser Zeit uneinheitlich entwickelt. Während der Anteil Afrikas in den Jahren 2003 bis 2005 mit jeweils 4,8 Prozent einen Höhepunkt erreichte, fiel der Anteil der Region Australasien-Pazifik zwischen 2000 und 2006 von 4,4 auf 2,6 Prozent.

Von den Internationalen Treffen fanden im Jahr 2007 gut 49 Prozent in nur zehn Staaten statt. Allein auf die USA, Frankreich und Deutschland – die seit 2003 die Plätze eins bis drei belegen – entfielen 21,7 Prozent aller Internationalen Treffen. Daneben waren Italien, Spanien, Österreich und Großbritannien ebenfalls von 2003 bis 2007 unter den Top Ten. China, das im Jahr 2004 zu den zehn Staaten gehörte, in denen am meisten Internationale Treffen stattfanden, wurde 2005 dauerhaft durch die Niederlande verdrängt. Die Aufsteiger Singapur und Japan lösten Belgien und die Schweiz ab.

Wie bei den Staaten sind die internationalen Treffen auch stark auf einzelne Städte konzentriert: Im Jahr 2007 entfiel mehr als ein Fünftel aller internationalen Treffen auf nur zehn Städte (20,7 Prozent). 2003 lag dieser Wert noch bei 16,5 Prozent. Die meisten internationalen Treffen wurden im Jahr 2007 in Singapur (4,5 Prozent), Paris (3,1 Prozent) und Wien (2,9 Prozent) ausgerichtet. Neben den Städten Paris und Wien – die 2003 bis 2006 durchgehend auf Platz eins und zwei standen – waren zwischen 2003 und 2007 auch Singapur, Brüssel, Genf und Barcelona ohne Unterbrechung unter den Top Ten zu finden.

Die Verteilung der internationalen Treffen folgt grob der ökonomischen Bedeutung der einzelnen Regionen. Auch wenn sich hieran in naher Zukunft wenig ändern wird, entfallen die höchsten Zuwächse bei der Ausrichtung internationaler Treffen auf Staaten, die bisher nur eine marginale Rolle gespielt haben. Zwischen 1995 und 2004 stieg die Zahl der Internationalen Treffen am stärksten in Estland (plus 300 Prozent), Island (plus 268 Prozent), Algerien (plus 233 Prozent), Tansania (plus 150 Prozent), Fidschi (plus 138 Prozent) und Vietnam (plus 130 Prozent).

URL: http://www.bpb.de/wissen/6XTL9F,0,0,Internationale_Treffen_in_Staaten_und_St%E4dten.html

Internationaler Gerichtshof

1899 trat auf Initiative von Zar Nikolaus II. die erste Haager Friedenskonferenz zusammen. Sie beschloss, einen "Ständigen Schiedsgerichtshof" in Den Haag zu errichten. Dieser setzte sich aus ernannten Sachverständigen des Völkerrechts zusammen und sollte Konflikte zwischen Staaten schlichten. 1922 wurde im Rahmen des Völkerbundes zusätzlich der Ständige Internationale Gerichtshof geschaffen. Seit Gründung der Vereinten Nationen (UN) im Jahr 1945 besteht er als Internationaler Gerichtshof (IGH) weiter. Der IGH urteilt ebenfalls über Streitigkeiten zwischen Staaten, die seine Zuständigkeit anerkennen.

Heute gibt es eine Vielzahl weiterer internationaler Gerichte wie zum Beispiel den Internationalen Seegerichtshof (ISGH), den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte, den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften (EuGH), den EFTA-Gerichtshof, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), den Sondergerichtshof für Sierra Leone (SCSL) oder den Sonderstrafgerichtshof in Kambodscha (ECCC).

Eine besondere Beachtung verdient der Bereich des internationalen Strafrechts, da hier nicht Konflikte zwischen Staaten behandelt werden, sondern über natürliche Personen gerichtet wird. Die Besonderheit besteht darin, dass ein einmal anerkanntes internationales Gericht ein Urteil unabhängig von den Überzeugungen einzelner Staatsvertreter nicht nur fällen, sondern auch vollziehen kann.

Die Forderung nach Errichtung eines Internationalen Strafgerichtshofs geht auf das vorige Jahrhundert zurück – bereits 1872 gab es unter dem Eindruck der Grausamkeiten im preußisch-französischen Krieg von 1870/71 den ersten entsprechenden Vorschlag. Vor allem wegen der während des Zweiten Weltkriegs begangenen Verbrechen und der Tätigkeit der Internationalen Militärgerichtshöfe von Nürnberg und Tokio wurde die Idee auf UN-Ebene neu belebt. Die 1948 beschlossene Völkermordkonvention sah ein internationales Strafgericht vor, zu dessen Gründung es aber nicht kam. Auch spätere Bemühungen im Rahmen der UN blieben wegen des Kalten Kriegs ohne Erfolg.

Erst im Jahre 1990 erneuerte die Generalversammlung den Auftrag an die Völkerrechtskommission, das Strafgerichtshofsvorhaben zu prüfen. Die massiven Verstöße gegen das Humanitäre Völkerrecht im zerfallenden Jugoslawien und der Völkermord in Ruanda führten zur Einrichtung zweier ad hoc-Strafgerichtshöfe. Dies gab dem Vorhaben eines ständigen Internationalen Strafgerichtshofs weiteren Auftrieb. 1994 legte die Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen ihren ersten Entwurf für ein Statut eines Internationalen Strafgerichtshofs vor. Die von der Generalversammlung beschlossene Konferenz zur Errichtung eines Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) endete mit der Verabschiedung des Römischen Statuts am 17. Juli 1998. Nachdem 60 Staaten das Römische Statut ratifiziert hatten, trat es am 01. Juli 2002 in Kraft.

Bisher wurde das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs von 110 Staaten ratifiziert, weitere 37 Staaten haben es unterschrieben. Lediglich fünf Staaten lehnen das Statut gegenwärtig ab – China, Irak, Katar, Libyen und die USA. Die Position der USA ist auch deswegen bemerkenswert, weil das Statut zunächst durch den US-amerikanischen Präsidenten Bill Clinton unterzeichnet wurde, sein Amtsnachfolger George W. Bush aber von der Unterzeichnung zurückgetreten ist – ein zumindest in der näheren Vergangenheit beispielloser Akt. Für die Zukunft hat Präsident Barack Obama eine kooperative Haltung gegenüber dem IStGH angekündigt.

Der IStGH soll weder die nationale Strafgerichtsbarkeit ersetzen noch nationale Verfahren überprüfen. Der Gerichtshof kann nur dann strafverfolgend tätig werden, wenn Staaten nicht willens oder nicht in der Lage sind, eine bestimmte schwere Straftat ernsthaft zu verfolgen (Grundsatz der Komplementarität). Die Gerichtsbarkeit ist auf vier besonders schwere Verbrechen beschränkt: Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und das noch zu definierende Verbrechen der Aggression.

Der Gerichtshof kann seine Gerichtsbarkeit nicht nur ausüben, wenn sich ein Verbrechen in einem Staat ereignet, das die Gerichtsbarkeit des IStGH anerkannt hat, sondern auch dann, wenn der mutmaßliche Täter die Staatsangehörigkeit eines dieser Staaten besitzt. Die völkerrechtspolitische Errungenschaft besteht darin, dass sich Individuen (unter Aufhebung der Immunität) vor einer unabhängigen richterlichen Institution der Staatengemeinschaft verantworten müssen. Hierin liegt auch der Hauptgrund für die ablehnende Haltung der USA. Diese befürchten, der IStGH könnte eines Tages gegen US-Bürger ermitteln.

Der Gerichtshof wird entweder aufgrund einer Staatenbeschwerde, einer Initiative des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen oder einer eigenen Initiative des Anklägers tätig. Bisher wurde der IStGH dreimal aufgrund einer Staatenbeschwerde tätig (Demokratische Republik Kongo, Uganda, Zentralafrikanische Republik) und einmal ging die Initiative vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aus (Sudan, Region Darfur).

URL: http://www.bpb.de/wissen/BU8R9X,0,0,Internationale_Gerichtsbarkeit.html

IWF - Internationaler Währungsfond

Die Ursprünge des Internationalen Währungsfonds (IMF – International Monetary Fund) gehen auf die große Depression in den 1930er-Jahren zurück. Denn durch protektionistische Maßnahmen, Abwertungswettläufe bei den Währungen und Einschränkungen des Devisenmarkts hatte die Krise auch im Bereich des internationalen Finanz- und Währungssystems zerstörerische Konsequenzen. Der IMF entstand als Teil der Verträge der Konferenz in Bretton Woods/USA im Jahr 1944. Das wesentliche Ergebnis der Konferenz war die Schaffung eines Systems fester Wechselkurse, das nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Kraft trat. Die festen Wechselkurse sollten gewährleisten, dass Währungen jederzeit gegeneinander getauscht werden können (Konvertibilität) und so der Handel zwischen den Staaten erleichtert wird.

Der Fonds nahm seine Tätigkeit im Mai 1946 in Washington, D.C. auf. Damals zählte er 39 Mitglieder. Bereits Ende 1965 waren mehr als 100 Staaten Mitglied, Mitte 2009 waren es 186. Als Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) beschäftigt der IMF etwa 2.400 Mitarbeiter.

Die Kernaufgaben des IMF bestehen darin, die internationale Zusammenarbeit bei der Währungspolitik zu fördern, zur Stabilisierung von Wechselkursen beizutragen und den laufenden internationalen Zahlungs- bzw. den freien Devisenverkehr von staatlichen Beschränkungen freizuhalten. Um diese Aufgaben zu erfüllen, unterliegt die Geldpolitik der Mitglieder einer Überwachung durch den IMF. Zudem verfügt der IMF über verschiedene Möglichkeiten der Kreditvergabe.

Beim Beitritt zum IMF zahlt jedes Mitglied eine Einlagequote. 1946 zahlten die damaligen Mitglieder 7,6 Milliarden US-Dollar ein. Bis 1998 betrug die Summe der Quoten aller IMF-Mitglieder rund 200 Milliarden US-Dollar. 1999 wurde die Summe auf etwa 300 Milliarden US-Dollar erhöht. Für eine generelle Erhöhung müssen die zustimmenden Mitglieder über einen Stimmenanteil von mindestens 85 Prozent verfügen. Ende August 2009 lag der Wert der Quoten bei rund 325 Milliarden US-Dollar.

Die Quoten der einzelnen Staaten werden aus ökonomischen Größen wie Bruttoinlandsprodukt, Anteil am Welthandel, Kapitalflüsse und Währungsreserven errechnet. Sie werden vom Fonds als Geldreserve genutzt und bilden die Basis für die Ermittlung der Summe, die die Mitglieder jederzeit und ohne Auflage ausleihen können (Reservetranche). Die USA hatten mit 17,1 Prozent den höchsten Quotenanteil (Oktober 2009). Die zehn Staaten mit dem höchsten Quotenanteil hatten zusammen einen Anteil von knapp 55 Prozent.

Da sich auch der Stimmenanteil der einzelnen Staaten nach den jeweiligen Quoten richtet, haben die ökonomisch entwickelten Staaten einen überdurchschnittlich hohen Einfluss auf die Entscheidungen des IMF. Hinzu kommt, dass sowohl die USA als auch die EU durch ihren Quotenanteil von mehr als 15 Prozent über eine Sperrminorität verfügen.

Weiter entscheiden die Quoten über die Zuteilungen der so genannten Sonderziehungsrechte – ein im Rahmen des IMF geschaffenes Buchgeld, das die internationale Liquidität erhöhen soll und das gegen nationale Währungen mit anderen Zentralbanken und dem Fonds getauscht werden kann.

Schließlich kann jedes Mitglied jährlich Kredittranchen in Höhe von 100 Prozent der Quote in Anspruch nehmen. Wenn keine außergewöhnliche Situation vorliegt, können finanzielle Mittel in Höhe von maximal 300 Prozent der Quote in Anspruch genommen werden.

Neben den quotenbezogenen Krediten vergibt der IMF weitere Kredite: Kredite zur Armutsbekämpfung werden lediglich mit 0,5 Prozent verzinst, gewöhnliche Kredite hingegen zu marktüblichen Konditionen. Der Vorzug der IMF-Kredite liegt im Wegfall der Risikoprämie, die bei einem privaten Kredit anfiele. Allerdings sind diese Kredite an Bedingungen geknüpft (Konditionalität). In der Regel werden makroökonomische Stabilisierungsprogramme verlangt: Abbau von Staatsverschuldung und Subventionen, Kürzungen der Staatsausgaben und Bekämpfung der Inflation.

Die Konditionalität bei der Kreditvergabe hat vielfach Anlass zur Kritik am IMF gegeben. Dieser konzentriere sich zu wenig auf die Stabilisierung der Währungen. Stattdessen ständen Auflagen zu Strukturreformen im Mittelpunkt, die sowohl die Kompetenz des IMF überschreiten als auch der Souveränität der einzelnen Staaten entgegenstehen würden. Darüber hinaus wird kritisiert, dass die Vorgaben zu detailliert ausfallen und die betroffenen Staaten zu wenig als Partner bei der Behebung der Krise angesehen würden.

Manche Kritiker, wie zum Beispiel Mitglieder des globalisierungskritischen Netzwerks Attac, gehen noch weiter. Sie werfen dem IMF vor, dass die Maßnahmen sogar zur Verstärkung von Krisen beitragen und zu häufig der Schutz der von den Krisen betroffenen Gläubiger im Mittelpunkt steht.

Der IMF hat daraufhin die Wirkung der eigenen Programme überprüft und seit 2002 die Konditionalitäten bei der Kreditvergabe überarbeitet. Dabei ist das erklärte Ziel des IMF, stärker auf die politischen und ökonomischen Voraussetzungen des jeweiligen Staates einzugehen und die Kreditvergabe flexibler zu gestalten. Zudem ist bei aller Kritik zu bedenken, dass der Fonds lediglich Mittler ist. Auch bei der Ausarbeitung einer Kreditvereinbarung mit einem Mitglied handelt der IMF nicht eigenmächtig, sondern im Auftrag der Mitgliedstaaten.

URL: http://www.bpb.de/wissen/ECOO8M,0,0,IMF_%96_International_Monetary_Fund.html

j
Joule

Das Joule [d͜ʒuːl] ist die abgeleitete SI-Einheit der Größen Energie, Arbeit und Wärmemenge. Benannt ist die Einheit nach James Prescott Joule. Die Einheit Joule wird für alle Formen von thermischer Energie, mechanischer Energie und elektrischer Energie verwendet. Es gilt:[1]

\mathrm{1\, Joule(J) = 1\,{Newtonmeter(Nm)} = 1\, {Wattsekunde(Ws)}}

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Joule

Jugendaustausch

Jährlich verbringen etwa 2.000 junge Menschen aus dem Ausland ein Schuljahr in Deutschland. Rund 1.700 von ihnen vermitteln die Mitglieder des Arbeitskreises gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA). Gleichzeitig verbringen jährlich etwa 12.000 bis 14.000 Schüler aus Deutschland ein Jahr im Ausland. Ein Viertel dieser Jugendlichen entscheidet sich für eines der Programme der AJA-Mitglieder. Die Mitglieder – AFS Interkulturelle Begegnungen, Deutsches Youth For Understanding Komitee, Experiment, Open Door International, Partnership International und Rotary Jugenddienst Deutschland – organisieren weltweit in mehr als 60 Ländern einjährige Schüleraustauschprogramme.

Die AJA-Mitglieder entstanden wenige Jahre nach dem Krieg, ihre Ursprünge liegen im Bereich der Demokratie- und Friedenserziehung. Auch heute steht nicht das Reisen oder die Qualifizierung für den Arbeitsmarkt im Mittelpunkt der Austauschprogramme, sondern die Integration in eine fremde Kultur. Nach Aussagen des AJA sollen die Teilnehmenden lernen, Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, eigene Wertvorstellungen zu überdenken und sich der eigenen Identität bewusst zu werden. Dieses interkulturelle Lernen fördere Flexibilität, Offenheit und Verständnis.

Internationale Austauschprogramme sind ein wichtiger Teil der kulturellen Globalisierung, da nie zuvor so viele Menschen die Möglichkeit hatten, freiwillig für einen längeren Zeitraum in einer für sie fremden Kultur zu leben. Die Idee ist, dass neben der offiziellen Politik ein kultureller Austausch gefördert wird, der auf persönlichen Beziehungen beruht. Dabei ist offen, inwieweit diese Form des globalen kulturellen Austauschs auch Konvergenzprozesse auslöst, also zu einer Angleichung oder Übernahme von Kulturpraktiken führt.

Ein Mitglied des AJA ist das Deutsche Youth For Understanding Komitee (YFU), das 1957 gegründet wurde. Über den Verein können Schüler aus Deutschland im Schuljahr 2011/2012 in 41 Ländern ein Austauschjahr verbringen. Parallel werden Schüler aus rund 50 Ländern in Gastfamilien in Deutschland empfangen. Anfang 2010 waren es 47 Länder – dabei kamen rund 170 Schüler aus Europa, 80 aus den USA, 160 Schüler aus Lateinamerika und mehr als 110 Jugendliche aus Asien, Afrika und Ozeanien. Das Deutsche Youth For Understanding Komitee ist dabei Teil des internationalen YFU-Netzwerks, das aus 59 selbstständigen YFU-Organisationen besteht.

URL: http://www.bpb.de/wissen/58Y9H6,0,0,Jugendaustausch.html

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Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten 1

Erst zu Beginn der 1990er Jahre setzen die Nettokapitalflüsse in die ökonomisch sich entwickelnden Staaten in relevanten Größenordnungen ein. Sie entwickeln sich für die einzelnen Regionen sehr unterschiedlich. Mit Abstand am wenigsten Kapital fließt nach Afrika, insgesamt 222 Milliarden US-Dollar in 23 Jahren (oder knapp 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr). Mehr als dreimal soviel, nämlich über 700 Milliarden US-Dollar, fließen jeweils nach Asien und nach Lateinamerika.

Am unregelmäßigsten verläuft die Entwicklung in Asien, wo im Zuge des Booms der Zufluss im Jahre 1996 auf über 100 Milliarden US-Dollar steigt. Im Jahr 1998 ist jedoch als Folge der Asienkrise ein Nettokapitalabfluss von 34 Milliarden US-Dollar zu beobachten. Der Kapitalfluss nach Süd-Osteuropa und in die GUS gerät im Zuge der Russlandkrise Ende der 1990er Jahre ins Stocken, nimmt aber Mitte dieses Jahrzehnts deutlich an Umfang zu. Dabei handelt es sich überwiegend um Kapitalströme in die mittel- und osteuropäischen Länder (2005: 99,7 Milliarden US-Dollar) und nur zum geringen Teil in die Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion (2005: 9,4 Milliarden US-Dollar).

Bemerkenswert ist der massive Kapitalabfluss aus dem Nahen Osten, der überwiegend aus Geldern von Staaten oder internationalen Organisationen (2005: -148,8 Milliarden US-Dollar) besteht. Allein in den vier Jahren von 2003 bis 2006 sind aus dem Nahen Osten – vermutlich aufgrund der politischen Spannungen in der Region – fast 320 Milliarden US-Dollar abgezogen worden.

URL: http://www.bpb.de/wissen/YNTETY,0,0,Kapitalfl%FCsse_in_%F6konomisch_sich_entwickelnde_Staaten_I.html

Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten 2

Vor 1990 waren die Kapitalzuflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten sehr gering. Ihre Entwicklung danach zeichnet sich durch große Schwankungen aus. Sie stiegen bis 1995 steil bis auf 222 Milliarden US-Dollar an, fielen dann noch steiler bis auf 29 Milliarden US-Dollar und nahmen dann bis 2004 allmählich wieder zu und ab 2005 wieder ab. Nach vorläufigen Zahlen ist der Nettozufluss im Jahr 2006 niedriger als in jedem anderen Jahr seit 1990.

Die verschiedenen Arten der Nettokapitalflüsse unterscheiden sich allerdings sehr in ihrer Stetigkeit. Am stetigsten entwickelten sich die privaten Direktinvestitionen, die in der gesamten Zeit in nur zwei Jahren nicht zunahmen und 2006 sieben Mal so hoch waren wie 1991. Die größte Schwankungsintensität wiesen demgegenüber die sonstigen Kapitalflüsse auf, hinter denen im Wesentlichen (zum Teil kurzfristige) private Bankkredite stecken. In ihrer Entwicklung spiegeln sich am deutlichsten der Aufbau und das Platzen von Spekulationsblasen in den ökonomisch sich entwickelnde Staaten wider: In der Boomphase werden sie mit Krediten und auch mit Portfolioinvestitionen überschwemmt, die beim Zeichen einer Krise massenhaft abgezogen werden und so die Krise massiv verstärken.

Bemerkenswert ist auch, dass die staatlichen Nettoflüsse seit Beginn dieses Jahrzehnts im Unterschied zu den 1990er Jahren mit einer Ausnahme negativ gewesen sind: Staaten und internationale Organisationen ziehen sich zunehmend aus der so genannten Entwicklungsfinanzierung zurück, und der Betrag der Rückzahlungen übersteigt den der Neugewährung von Darlehen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/3NK1WX,0,0,Kapitalfl%FCsse_in_%F6konomisch_sich_entwickelnde_Staaten_II.html

Kohle

Kohle (aus dem altgerm. kolo) ist ein schwarzes oder bräunlich-schwarzes, festes Sedimentgestein, das durch Karbonisierung von Pflanzenresten entsteht. Mehr als 70 Prozent ihres Volumens und mehr als 50 Prozent ihres Gewichtes besteht aus dem Element Kohlenstoff.
Anthrazit
Brennende Steinkohle
Ein Brikett aus Braunkohle

Verwendet wird Kohle hauptsächlich als Träger fossiler Energie. Bei ihrer Verbrennung wird Wärme freigesetzt, die z. B. zum Heizen oder zur Erzeugung elektrischer Energie in Kohlekraftwerken genutzt werden kann. Kohle ist ebenso als Ausgangsstoff bei der Koks- und Graphitherstellung sowie der Gewinnung flüssiger Kohlenwasserstoffe von Bedeutung. Der Brennwert einer Steinkohleeinheit dient als Vergleichsmaßstab für andere Brennstoffe.

Sowohl Inkohlung als auch Kohleverbrennung sind wesentliche Bestandteile des globalen Kohlenstoffzyklus´. Kohle ist die bedeutendste Energiequelle für die Stromgewinnung weltweit und eine wichtige anthropogene Kohlendioxidquelle. Der Kohlendioxidausstoß liegt etwas über dem aus Erdöl und ist etwa doppelt so hoch wie der aus Erdgas.[1]

Die Menge der weltweiten Kohlevorräte ist Gegenstand anhaltender Untersuchungen. Manche Schätzungen rechnen bei gleichbleibendem Verbrauch (2004) mit mehreren hundert Jahren bis zu deren Erschöpfung,[2] andere Schätzungen gehen davon aus, dass das Kohlefördermaximum bereits im Jahr 2025 erreicht sein könnte.[3] Der Marktpreis für Kohle ist seit dem Jahr 1996 deutlich angestiegen (Stand Juni 2010)

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kohle

Kohlekraftwerk

Ein Kohlekraftwerk ist eine spezielle Form des Kraftwerkes. Es hat seinen Namen von der Kohle als hauptsächlichem Brennstoff. Es gibt Kraftwerke für Braunkohle und für Steinkohle. Die Kraftwerkstypen sind speziell für den jeweiligen Einsatzbrennstoff mit seinen verfahrenstechnischen Eigenheiten, seinem Heizwert und seinen Ascheanteilen konzipiert.

In Deutschland wird mit braunkohlegefeuerten Kohlekraftwerken die Grundlast und mit Steinkohle hauptsächlich die Mittellast erzeugt. Die prozentualen Anteile an der gesamten Stromerzeugung betragen in Deutschland 24 Prozent für Steinkohle und 27 Prozent für Braunkohle, die Anteile an der gesamten Energie sind geringer. Ein einzelner Kraftwerksblock hat eine typische elektrische Leistung von bis zu 1000 Megawatt; bei der Zusammenschaltung mehrerer Kraftwerksblöcke zu einem Großkraftwerk addieren sich die installierten Leistungen der einzelnen Blöcke. Zum Beispiel werden im Block K des Braunkohlekraftwerks Niederaußem je Stunde rund 850 Tonnen Rohbraunkohle verbrannt, bei einer elektrischen Leistung von 1000 MW.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlekraftwerk

Kohlenstoffdioxid

Kohlenstoffdioxid, auch Kohlendioxid oder in gelöster Form umgangssprachlich oft ungenau Kohlensäure genannt, ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff mit der Summenformel CO2. Kohlenstoffdioxid ist ein saures, unbrennbares, farb- und geruchloses Gas, das sich gut in Wasser löst. Mit basischen Metalloxiden oder –hydroxiden bildet es zwei Arten von Salzen, die Carbonate und Hydrogencarbonate genannt werden.

Kohlenstoffdioxid, ein wichtiges Treibhausgas, ist ein natürlicher Bestandteil der Luft, wo es in einer mittleren Konzentration von 0,038 % vorkommt. Es entsteht sowohl bei der vollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen unter ausreichender Sauerstoffzufuhr als auch im Organismus von Lebewesen als Kuppelprodukt der Zellatmung. Pflanzen, manche Bakterien und Archaeen wandeln Kohlenstoffdioxid durch Fixierung in Biomasse um. Bei der Photosynthese entsteht aus anorganischem Kohlenstoffdioxid und Wasser Glucose. Kohlenstoffdioxid ist ein wichtiger Bestandteil des globalen Kohlenstoffzyklus. In höheren Konzentrationen wirkt Kohlenstoffdioxid giftig und kann zum Tod durch Ersticken führen.

Kohlenstoffdioxid besitzt ein breites technisches Anwendungsspektrum. In der chemischen Industrie wird es zur Gewinnung von Harnstoff eingesetzt. In fester Form als Trockeneis wird es als Kühlmittel eingesetzt, überkritisches Kohlenstoffdioxid dient als Extraktionsmittel.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlendioxid

Konzentration des Aktienhandels

Der weltweite Aktienhandel ist in doppelter Hinsicht sehr stark konzentriert: So entfallen seit Beginn der 1990er Jahre drei Viertel des Gesamtumsatzes der 50 Aktienbörsen auf die fünf führenden Börsen. Zudem konzentrieren sich Marktkapitalisierung und Handel auf die Aktien relativ weniger großer Unternehmen.

Im Jahr 2005 generierten bei 35 der 50 Börsen fünf Prozent der Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung mehr als die Hälfte des Umsatzes. In London und an der US-Technologiebörse NASDAQ lagen die entsprechenden Anteile bei über drei Vierteln. Im Vergleich zu 1990 hat sich dabei die Konzentration deutlich erhöht. An der Börse mit dem höchsten Konzentrationsgrad, der London Stock Exchange, stieg der Umsatzanteil der Unternehmen mit dem höchsten Marktwert von 72 Prozent im Jahr 1990 auf knapp 86 Prozent 2005.

Eine der Ursachen liegt darin, dass die großen Unternehmen jeweils Bestandteil der nationalen Börsenindizes (DAX, Nikkei, Dow Jones etc.) sind und professionelle (institutionelle) Anleger ihre Entscheidungen vielfach an den Bewegungen der jeweiligen Index-Unternehmen ausrichten und ihr Portfolio gegebenenfalls schnell an Veränderungen der Kurse dieser Unternehmen anpassen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/0ZUWM5,0,0,Konzentration_des_Aktienhandels.html

Kunstmarkt

Nicht zuletzt aufgrund neuer Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten hat sich im Kunstbetrieb ein Netz von sozialen Beziehungen gespannt, das in seinen Ausdehnungen und seiner Dichte stark zugenommen hat. Die digitalen Medien und die zunehmende Mobilität haben diesen Prozess nochmals intensiviert. Auf Seiten der Akteure des Kunstbetriebs findet sich daher häufig die Einschätzung, dass der Bereich der Kunst bereits global vernetzt ist.

Die Betrachtung des 'Kunstkompass' spiegelt jedoch die These einer weitreichenden Globalisierung des Kunstmarktes nicht wider. Beim Kunstkompass handelt es sich um eine seit 1970 jährlich veröffentlichte Rangliste, in der die weltweit gefragtesten Künstler der Gegenwart aufgeführt werden. Ein Blick auf die Ranglisten verdeutlicht, dass das Zentrum des Kunstmarktes nach wie vor 'westlich' geprägt ist. Daran hat bisher auch die weltweite Vernetzung von Künstlern und Künstlergruppen nichts verändert. Selbst die wenigen Künstler aus Südamerika, Asien und Afrika, die einen der begehrten Plätze unter den Top 100 erlangen konnten oder in der Vergangenheit erlangten, leben und arbeiten häufig in den bedeutenden Kunstmetropolen der USA, Deutschlands, Großbritanniens oder Frankreichs.

Allerdings gab es rund um die Jahrhundertwende auch Anzeichen für eine Abschwächung der extrem hohen Konzentration westlich geprägter Künstler und Werke in der Kunstdomäne. Immer mehr Künstlerinnen und Künstler aus nicht-westlichen Nationen konnten in diesen Jahren in wichtige Märkte und Ausstellungen integriert werden. Nach ein paar rückläufigen Jahren scheint das Jahr 2009 an diesen Prozess anzuknüpfen: In der Liste der 100 einflussreichsten Künstler der Gegenwart fanden sich 2009 mit 46 Newcomern mehr neue Namen als je zuvor – darunter viele Neueinsteiger aus Schwellen- und Entwicklungsländern.

Problematisch ist, dass auch die Einbindung von Neueinsteigern aus Schwellen- und Entwicklungsländern aus einer eurozentrischen Kunstauffassung resultieren kann: Kritisiert wird in diesem Zusammenhang die modische Ausstellung von "ethnischen Randgruppen", bei der die Aufnahme der Künstler nur auf der Basis von "Anderssein" stattfände. Die Werke müssten dabei zwangsläufig Spuren der afrikanischen oder asiatischen Herkunft aufweisen, um Beachtung zu finden. Bestehende Machtstrukturen würden sich aber durch diese Art des Umgangs nicht ändern, sondern eher noch verfestigen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/NCKKFH,0,0,Kunstmarkt.html

Kunststoff

Als Kunststoff (organisches Polymer) (umgangssprachlich Plastik oder Plast) bezeichnet man einen Festkörper, dessen Grundbestandteil synthetisch oder halbsynthetisch aus monomeren organischen Molekülen hergestellt wird.

Kunststoffe können sowohl aus linearen Ketten wie aus verzweigten und vernetzten Ketten bestehen. Die Kettenlänge der einzelnen polymeren Moleküle variiert zwischen einigen tausend Moleküleinheiten bis über eine Million monomeren organischen Moleküleinheiten. Chemiefasern, Kunstharze in Lack- und Klebstoffen sind auch synthetische Polymere aus monomeren organischen Molekülen. In der Wirtschaftsstatistik sind diese Produktgruppen jedoch getrennt ausgewiesen. Ein Werkstück aus Kunststoff besteht aus Millionen sehr langer, ineinander verschlungener Molekülketten (Polymeren), die aus sich stets wiederholenden Grundeinheiten (Monomeren) zusammengesetzt sind. Beispielsweise besteht der Kunststoff Polypropylen aus sich vielfach wiederholenden Propyleneinheiten (Erklärung im Bild rechts).

Ein herausragendes Merkmal von Kunststoffen ist, dass sich ihre technischen Eigenschaften, wie Formbarkeit, Härte, Elastizität, Bruchfestigkeit, Temperatur-, Wärmeformbeständigkeit und chemische Beständigkeit, durch die Wahl von Ausgangsmaterial, Herstellungsverfahren und Beimischung von Additiven in weiten Grenzen variieren lassen. Kunststoffe werden zu Formteilen, Halbzeugen, Fasern oder Folien weiterverarbeitet. Sie dienen als Verpackungsmaterialien, Textilfasern, Wärmeisolierung, Rohre, Bodenbeläge, Bestandteile von Lacken, Klebstoffen und Kosmetika, in der Elektrotechnik als Material für Isolierungen, Leiterplatten, Gehäuse, im Fahrzeugbau als Material für Reifen, Polsterungen, Armaturenbretter, Benzintanks und vieles mehr.

Synthetische Kunststoffe werden durch Polymerisation, Polyaddition oder Polykondensation aus Monomeren oder Prepolymeren erzeugt. Rohstoff ist meist gecracktes Naphtha. Halbsynthetische Kunststoffe entstehen durch die Modifikation natürlicher Polymere (vorwiegend Zellulose zu Zelluloid) während andere biobasierte Kunststoffe wie Polymilchsäure oder Polyhydroxybuttersäure durch die Fermentation von Zucker oder Stärke hergestellt werden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kunststoff

Kyoto-Protokoll

Global Governance (GG), also das Regieren im politischen Mehrebenensystem, weist den Nationalstaaten neue Handlungsoptionen zu. Auch wenn sich an der gegenwärtigen Machtstellung der Nationalstaaten auf absehbare Zeit wenig ändern wird, müssen sich die Nationalstaaten angesichts der grenzüberschreitenden Herausforderungen zunehmend mit "geteilten Souveränitäten" beschäftigen, wenn sie ihre politische Handlungsfähigkeit sichern wollen.

Vorläufer und Teil des GG-Ansatzes sind die Weltkonferenzen der Vereinten Nationen (UN), die Verhandlungsrunden der Welthandelsorganisation (WTO) aber auch die Gipfeltreffen der G7/G8-Staaten – auch wenn deren konkrete Ausgestaltung von verschiedenen sozialen Gruppen kritisiert wird. Ein prominentes Beispiel für den GG-Ansatz ist die UN-Konferenz in Kyoto im Jahr 1997, die das sogenannte Kyoto-Protokoll zur weiteren Ausgestaltung der Rahmenkonvention der UN über Klimaänderungen (UNFCCC) hervorgebracht hat.

Das bis zum Jahr 2012 gültige Abkommen schreibt verbindliche Ziele für den Ausstoß von Treibhausgasen fest. Die einzelnen Staaten verpflichten sich, ihre Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008 bis 2012 im Mittel um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Dabei sind nicht für alle Staaten die gleichen Reduktionswerte vorgesehen – beispielsweise soll Russland seine Emissionen stabilisieren, Spanien darf den Ausstoß von Treibhausgasen um 15 Prozent erhöhen und die EU soll ihre Emissionen um 8,0 Prozent reduzieren. Die große Aufmerksamkeit, die das Kyoto-Protokoll auf sich zieht, hängt auch damit zusammen, dass beim Klimaschutz nur ein abgestimmtes und nicht zuletzt solidarisches Verhalten die notwendigen Erfolge ermöglicht.

Das Kyoto-Protokoll konnte erst in Kraft treten, als es 55 Staaten ratifiziert hatten, die zugleich einen Anteil von mindestens 55 Prozent an den Treibhausgasemissionen der sogenannten Annex I Staaten (Basisjahr 1990) hatten. Den Durchbruch brachte die Ratifizierung durch Russland im November 2004. Noch kurz zuvor sah es so aus, als ob Russland aus ökonomischen Interessen bei einer Ablehnung bleiben würde. Anfang Dezember 2009 galt das Kyoto-Protokoll in 190 Staaten, die zusammen 63,7 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen zu verantworten haben.

Die grundsätzlich positiv zu bewertenden Vereinbarungen des Kyoto-Protokolls werden jedoch durch verschiedene Faktoren relativiert:

* Dem Protokoll fehlen Sanktionsmöglichkeiten im Falle der Nichterfüllung der vereinbarten Ziele. Auch deshalb sind die Emissionen in den vergangenen Jahren in vielen Annex I Staaten stärker gestiegen als vereinbart. Der Rückgang von insgesamt 3,9 Prozent in den Annex I Staaten zwischen 1990 und 2007 beruht vor allem auf der sinkenden Wirtschaftsleistung in den Transformationsstaaten. In den Annex I Staaten, die keinem "Transformationsschock" ausgesetzt waren, ist der Ausstoß von Treibhausgasen in diesem Zeitraum um 11,2 Prozent gestiegen. Den Hauptanteil am anthropogenen, also vom Menschen verursachten, Treibhauseffekt hat mit 60 Prozent das Kohlendioxid (CO2). Allein die weltweiten CO2-Emissionen haben sich zwischen 1990 und 2007 von weniger als 22 auf rund 29 Milliarden Tonnen erhöht.
* Die USA haben das Protokoll zwar 1998 unterzeichnet, aber bis heute nicht ratifiziert. Die USA sind wegen ihres politischen Gewichts aber vor allem wegen ihrer hohen Treibhausgasemissionen von zentraler Bedeutung für die Klimapolitik. Im Jahr 2007 hatten die USA einen Anteil von knapp einem Fünftel an den weltweiten CO2-Emissionen.
* Aus der Sicht der Klimaforschung liefert das Kyoto-Protokoll in der gegenwärtigen Form nicht den notwendigen Klimaschutz. Um gravierende Klimaänderungen in den nächsten hundert Jahren zu vermeiden, müsste der Ausstoß von Treibhausgasen auf einen kleinen Teil des heutigen Ausstoßes reduziert werden. In der Zukunft muss daher der Einführung regenerativer Energien mehr Gewicht beigemessen werden, denn nur diese stehen unbegrenzt und klimaneutral zur Verfügung.
* Bisher sind keine verbindlichen Regeln für die Zeit nach 2012 festgelegt. Auch die UN-Klimaschutzkonferenz Ende 2009 in Kopenhagen hat die Erwartungen nicht erfüllt. Zwar wurden Klimaschutzziele formuliert, der "Vertrag von Kopenhagen" (Copenhagen accord) wurde allerdings vom Plenum nur "zur Kenntnis" genommen, verbindliche Regelungen fehlen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/DDQ520,0,0,Internationale_Vertr%E4ge_%96_Das_KyotoProtokoll.html

l
Luftfracht

Geht man vom Warengewicht der grenzüberschreitend transportierten Güter aus, hat die Luftfracht einen Anteil von weniger als einem Prozent. Bezogen auf den Warenwert steigt der Anteil jedoch auf etwa 40 Prozent. Denn im Gegensatz zur Seefracht konzentriert sich der Luftfrachtverkehr auf kapitalintensive, kurzlebige und verderbliche Güter.

Vor allem bei Produkten aus dem Kommunikations- und EDV-Bereich ist der Produktzyklus sehr kurz, bei ihnen werden die Hauptumsätze während der ersten Monate nach Einführung erzielt. Unter Konkurrenzbedingungen ist daher die schnelle Marktdurchdringung für einen großen Teil des Markterfolges verantwortlich. Dies gilt auch für die Modebranche, da hier Trends schnell entstehen und ebenso schnell vergehen.

Entsprechend der Zunahme des grenzüberschreitenden Warenhandels erhöhte sich auch die grenzüberschreitend beförderte Luftfrachtmenge. Laut der International Civil Aviation Organization (ICAO) stieg die Luftfrachtmenge von 5,1 Millionen Tonnen 1986, über 12,5 Millionen Tonnen 1995, auf 25,2 Millionen Tonnen im Jahr 2007. Für den Zeitraum 1986 bis 2007 entsprach das einer durchschnittlichen Steigerung von knapp 8 Prozent pro Jahr. Von 2007 auf 2008 reduzierte sich die grenzüberschreitend beförderte Luftfrachtmenge leicht auf 25,0 Millionen Tonnen (minus 0,8 Prozent). Von Juni 2008 bis Juni 2009 war der Rückgang mit 16,5 Prozent allerdings deutlich größer. Im Durchschnitt des Jahres 2008 lag das grenzüberschreitend auf dem Luftweg transportierte Frachtaufkommen bei gut 68.000 Tonnen pro Tag.

Nach Angaben der ICAO wurden die 25,0 Millionen Tonnen, die im Jahr 2008 grenzüberschreitend auf dem Luftweg befördert wurden, im Durchschnitt gut 5.200 Kilometer transportiert. Bei den 15,5 Millionen Tonnen, die 2008 auf den Binnenmärkten auf dem Luftweg befördert wurden, lag die durchschnittliche Transportstrecke bei gut 1.600 Kilometern. Zusammengefasst ergibt sich damit ein Luftfrachtaufkommen von knapp 131 Milliarden Tonnen-Kilometern auf internationaler und von gut 25 Milliarden Tonnen-Kilometern auf nationaler Ebene.

Laut MergeGlobal lag das Luftfrachtaufkommen sogar noch höher: Für 2008 beziffert das Unternehmen allein das Luftfrachtaufkommen zwischen den Regionen (interregionale Luftfracht) auf rund 150 Milliarden Tonnen-Kilometer (davon sind 129 Mrd. tkm in der Grafik aufgeschlüsselt). Hinzu kommen noch die Binnen-Luftfracht sowie die Luftfracht innerhalb einer Region (intraregionale Luftfracht). Den größten Anteil an der intraregionalen Luftfracht hat die Region Asien-Pazifik: Nach MergeGlobal lag hier das Luftfrachtaufkommen 2008 bei knapp 19 Milliarden Tonnen-Kilometern.

Das grenzüberschreitende Luftfrachtaufkommen wurde zu 38,3 Prozent von asiatisch-pazifischen Fluggesellschaften abgewickelt. Darauf folgten Fluggesellschaften aus Europa (30,6 Prozent), Nordamerika (18,0 Prozent), dem Mittleren Osten (8,4 Prozent), Lateinamerika und der Karibik (3,2 Prozent) sowie Afrika (1,6 Prozent). Nordamerikanische Fluggesellschaften (insbesondere aus den USA) hatten den mit Abstand größten Anteil an der Binnen-Luftfracht (rund zwei Drittel).

Werden die Angaben der International Air Transport Association (IATA) auf die der ICAO bezogen, entfiel gut die Hälfte des gesamten grenzüberschreitenden Luftfrachtaufkommens auf nur zehn Fluggesellschaften (51 Prozent). Bei der Binnen-Luftfracht war der Konzentrationsgrad noch höher: 2008 wickelten zehn Fluggesellschaften knapp 75 Prozent des Luftfrachtaufkommens ab. Allein Federal Express und UPS Airlines hatten einen Anteil von 56 Prozent an der gesamten Binnen-Luftfracht.

Auch im Bereich der Personenbeförderung ist eine starke Konzentration festzustellen. 2008 wurden weltweit täglich knapp 6,7 Millionen Passagiere auf In- und Auslandsflügen befördert. Bezogen auf die internationalen Flüge und die mit den Passagieren zurückgelegten Kilometer beförderten lediglich zehn Fluggesellschaften rund 36 Prozent der Passagiere. Bei den Inlandsflügen entfielen 49 Prozent der Passagiere auf zehn Fluggesellschaften.

Nach Angaben von ACI (Airports Council International) wurden – ausgehend von dem Gewicht – 56 Prozent der weltweit transportierten Luftfrachtmenge auf lediglich 30 Flughäfen umgeschlagen. Weiter starteten und landeten auf den 30 Flughäfen mit dem weltweit höchsten Flugverkehrsaufkommen rund 20 Prozent aller Flugzeuge.

URL: http://www.bpb.de/wissen/PQK08R,0,0,Luftfracht.html

m
Migration

Nach Schätzungen der Weltbank lebten im Jahr 2005 weltweit etwa 190 Millionen Menschen in Staaten, in denen sie nicht geboren sind. Fünf bzw. fünfzehn Jahre zuvor lag diese Zahl noch bei 174 bzw. 155 Millionen. 54 Prozent aller Migranten leben in nur zehn Staaten, alleine 32 Prozent in den USA, Russland und Deutschland.

Allerdings sind die Staaten, in denen absolut die meisten Migranten leben, nicht gleichzeitig die Staaten, in denen der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung am höchsten ist. Um zu dieser Staatengruppe zu gehören, muss der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung bei über 25 Prozent liegen – dies gilt hier nur für die Vereinigten Arabischen Emirate (71,4 Prozent), Hongkong als Teil von China (42,6 Prozent), Israel (39,6 Prozent) und Saudi Arabien (25,9 Prozent). Andere Staaten mit einem sehr hohen Anteil an Migranten sind Kuwait, Jordanien, Singapur, Oman, Estland, Lettland, die Schweiz und Neuseeland.
In den ökonomisch entwickelten Staaten hat sich der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung von 6,2 Prozent im Jahr 1990 auf 9,3 Prozent im Jahr 2005 erhöht. In den Staaten mit mittlerem Einkommen ist der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung seit zwanzig Jahren stabil unter zwei Prozent; in den Staaten mit niedrigem Einkommen geht der entsprechende Anteil seit 1985 kontinuierlich zurück und liegt gegenwärtig bei etwa einem Prozent.

Nach Prognosen des UN/DESA wird die Nettozuwanderung in die ökonomisch entwickelten Staaten bis 2050 bei insgesamt etwa 97 Millionen liegen – das sind durchschnittlich 2,2 Millionen Migranten pro Jahr. Von diesen 2,2 Millionen Migranten werden schätzungsweise 1,1 Millionen auf die USA, jeweils 200.000 auf Deutschland und Kanada, 130.000 auf Großbritannien, 120.000 auf Italien und 100.000 auf Australien entfallen. Die meisten Migranten werden nach den Schätzungen des UN/DESA aus China (-327.000), Mexiko (-293.000), Indien (-241.000), den Philippinen (-180.000), Indonesien (-164.000), Pakistan (-154.000) und der Ukraine (-100.000) stammen.

Unter den Migranten gab es laut Weltbank im Jahr 2004 weltweit 8,7 Millionen Flüchtlinge, davon stammten 6,8 Millionen, also fast 80 Prozent, aus nur 15 Staaten. Allein aus Afghanistan, dem Sudan und Burundi flüchteten im selben Jahr 3,3 Millionen Menschen. Afghanistan war auch in den Jahren 1995 und 2003 der Staat, aus dem am meisten Menschen geflüchtet sind.
Deutlich über die Hälfte aller Flüchtlinge wurden 2004 von nur sieben Staaten aufgenommen: Iran, Pakistan, Deutschland, Tansania, USA, China und Großbritannien.

In den Jahren von 2000 bis 2005 waren in 74 Staaten die Einwanderungszahlen höher als die Auswanderungszahlen. In 64 dieser Staaten steigerte die Zuwanderung das ohnehin bestehende Bevölkerungswachstum, in sieben drehte die Zuwanderung die sinkenden Bevölkerungszahlen in einen Bevölkerungswachstum; in den verbleibenden drei Staaten (Tschechien, Ungarn, Russland) konnte die Nettozuwanderung den Bevölkerungsrückgang nicht kompensieren.

Parallel zu dem Anstieg der Zahl an Migranten sind die Auslandsüberweisungen der Migranten zu einem unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor für die Heimatstaaten geworden. Die Zahlungen, die die Heimatstaaten erhalten, haben sich von 69 Milliarden US-Dollar im Jahr 1990 über 173 Milliarden 2003 auf 228 Milliarden US-Dollar im Jahr 2004 erhöht. Noch deutlicher wird die ökonomische Bedeutung der Auslandsüberweisungen, wenn sie in Relation zum BIP betrachtet werden. Im Nahen Osten und Nordafrika sowie in Südasien entsprechen die empfangenen Auslandsüberweisungen über 3,5 Prozent des jeweiligen BIP. Und in Lateinamerika und der Karibik sowie Ostasien und der Region Pazifik haben sich die Auslandsüberweisungen bezogen auf das BIP mehr als verdoppelt.

Eine besondere Variante der Migration findet sich bei hochqualifizierten Personen aus ökonomisch sich entwickelnden Staaten, die das eigene Land verlassen oder nach entsprechender Ausbildung im Ausland nicht wieder zurückkehren. Dieser so genannte 'brain-drain' gefährdet die potenziellen Entwicklungschancen der betroffenen Staaten. So schätzt beispielsweise die WTO, dass etwa ein Viertel der Führungspersonen im Silicon Valley außerhalb der USA geboren sind. Und nach Angaben der Zuwanderungskommission verlassen in Indien etwa 60 Prozent der Absolventen der Technischen Universitäten das Land.

URL: http://www.bpb.de/wissen/Q93RXO,0,0,Migration.html

Mittellast

Mittellast bezeichnet im Kraftwerksmanagement den Bereich der Tageslastkurve, in dem

1. über die Grundlast hinaus zusätzlicher Strom verbraucht wird und
2. die Charakteristik des Stromverbrauchs so ist, dass sie von Mittellastkraftwerken abgedeckt werden kann. Für kurze Spitzen des Stromverbrauchs, sehr starke Lastanstiege oder unvorhergesehenen Strombedarf müssen dann Spitzenlastkraftwerke hinzugenommen werden.

Die Lastkurve zeigt den Verlauf des Stromverbrauchs über die 24 Stunden eines Tages. Dabei gibt die Grundlast an, wie viel Strom rund um die Uhr mindestens verbraucht wird. Im deutschen Stromnetz steigt die Belastung tagsüber, in den Zeiten zwischen 6:00 Uhr morgens und 24:00 Uhr, meist über die Grundlast in den Bereich der Mittellast an. In Zeiten der Spitzenlast ist der Stromverbrauch am größten. Sie liegen in der Regel am Vormittag zwischen 7:00 und 12:00 Uhr und nachmittags zwischen 16:00 und 20:00 Uhr. Schwachlast hingegen bezeichnet Zeiträume, in denen der Stromverbrauch unter die Grundlast fällt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mittellast

Mode

"Kleider machen Leute". Seit jeher wird Kleidung nicht nur als Gebrauchsgegenstand verstanden. Kleidung hat eine ästhetische Bedeutung, sie transportiert Aussagen über die soziale Stellung, vermittelt ein bestimmtes Selbstverständnis oder verleiht der eigenen Persönlichkeit Ausdruck. Mode macht kulturelle Hintergründe, spezifische Wertvorstellungen und Lebenseinstellungen sichtbar.

Ästhetische Ideale werden auch mithilfe von Massenmedien verbreitet und führen zu vereinheitlichten oder konvergierenden Geschmacksmustern. Neueste Kreationen zumeist europäischer und nordamerikanischer Herkunft schmücken die Cover international vertriebener Mode- und Lifestylemagazine. Sportartikelhersteller treten mit großflächiger Werbung als Sponsoren weltweit übertragener Sportveranstaltungen auf. Die Unterhaltungsindustrie bringt Popstars hervor, die bei global operierenden Mode- und Bekleidungsunternehmen unter Vertrag stehen und von diesen gewinnbringend in Szene gesetzt und weltweit vermarktet werden. Auf diese Weise haben es zahlreiche Unternehmen geschafft, dass ihre Logos und Produkte mit einem bestimmten Lebensgefühl in Verbindung gebracht werden und deswegen weltweit gekauft und getragen werden. Das Image der Ware entsteht also erst durch ihre Inszenierung. Und genau dieser Punkt trennt die Warenhersteller von den Modehandelsketten. Die Modehandelsketten sind darauf spezialisiert, Trends aufzuspüren bzw. verfügen sie über das nötige Kapital, um diese anzuschieben.

Global agierende Modekonzerne wie Gap, H&M oder Inditex (der Mutterkonzern von Zara) haben sich auf nahezu allen Kontinenten der Erde erfolgreich niedergelassen und dabei ihre Werbekampagnen weltweit nach ähnlichen Mustern geschaltet. Während die Vereinheitlichung der ästhetischen Vorlieben weiter voranschreitet, verlieren traditionelle, lokale und regionale Moden an Bedeutung.

Bei dem 1947 in Schweden gegründeten Konzern Hennes & Mauritz (H&M) werden diese Vereinheitlichungstendenzen besonders deutlich: H&M gehört mit seinen 73.000 Mitarbeitern zu den größten Textilketten der Welt. Die Ware wird zu eher günstigen Preisen in mehr als 1.800 Filialen in 37 Staaten vertrieben. Dazu gehören neben zahlreichen Standorten in West- und Osteuropa, den USA sowie Kanada auch Filialen in China und Japan. Im Nahen Osten etablierte sich H&M im Jahr 2006 durch Franchising-Verträge zunächst in Dubai und Kuwait. Im Juni 2008 fasste H&M durch die Eröffnung einer Filiale in Kairo erstmalig in Afrika Fuß. Anfang 2009 wurde in Moskau die erste russische Filiale eröffnet. Ende des Jahres 2010 sollen Filialen in Tel Aviv und Jerusalem folgen. Die Warenproduktion wird über 20 H&M-eigene Produktionsbüros organisiert, nach entsprechenden Vorgaben wird die Ware von etwa 800 eigenständigen Herstellern in 2.700 verschiedenen Produktionsstätten hergestellt. Der weltweit erzielte Umsatz des Aktienunternehmens lag 2008 bei gut 10 Milliarden Euro.

H&M ist stets um den Aufbau einheitlicher Filialen bemüht. Dies beginnt beim Corporate Design, dem Logo und dem Mobiliar und reicht bis zu einer ähnlichen Schaufenstergestaltung. Die weltweit angebotene Produktpalette ist größtenteils identisch. Es wird vor allem auf einen Wiedererkennungswert gesetzt, egal in welcher Stadt oder in welchem Land sich der Konsument befindet. Die Kampagnen weisen für alle Märkte und Regionen große Ähnlichkeiten auf, jedoch werden auch kulturelle Unterschiede berücksichtigt. Entsprechend der Marketingstrategie 'think global, act local' gibt es in südlichen Ländern witterungsbedingt weniger Wintermode oder etwa in Saudi-Arabien eine Abteilung, zu der nur Frauen Zutritt haben und in der ausschließlich weibliches Personal beschäftigt wird (einschließlich des Sicherheitsdienstes).

H&M achtet darauf, dass die Unternehmenskultur und -werte auch in anderen Kulturen gepflegt und umgesetzt werden. Ein großer Teil der Belegschaft in Filialen im Nahen Osten stammt daher aus Europa (in Saudi-Arabien sind lediglich ein Drittel der Angestellten saudi-arabischer Herkunft) und auch die Mitarbeiter der japanischen Dependancen wurden vor der Eröffnung nach Norwegen eingeflogen, wo sie in mehreren H&M-Filialen auf ihre Aufgaben vorbereitet wurden.

Inspirationen holen sich die Designer und Trendscouts von H&M, wie auch die Konkurrenten, durch Besuche internationaler Modenschauen. Sie versuchen, aufkommende Trends unmittelbar zu übernehmen und in ihren monatlich neu auf den Markt gebrachten Kollektionen zu verarbeiten. Dabei agieren sie schneller, als Gucci oder Prada ihre Kollektionen an den Einzelhandel verkaufen können. Im Mittelpunkt steht dabei das Prinzip der Massentauglichkeit: Die Entwürfe und Ideen führender Designer werden in Kleidungsstücke transferiert, die einen möglichst großen Kundenkreis ansprechen sollen.

Vor allem die Medienberichte über Kinderarbeit und schlechte Arbeitsplatzbedingungen in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten sowie die Arbeitsplatzverlagerungen der Bekleidungshersteller haben das Bild von der Globalisierung geprägt. Während Design, Marketing und Logistik nach wie vor in den ökonomisch entwickelten Staaten angesiedelt sind, ist die Massenfabrikation im Bekleidungssektor nahezu komplett ausgelagert, um das Preisniveau niedrig zu halten. Auch H&M sah sich in der Vergangenheit dem Vorwurf der Kinderarbeit ausgesetzt: 2007 berichtete ein schwedischer Fernsehsender, dass unter den Zulieferern von H&M auch usbekische Baumwollproduzenten zu finden sein, die Kinder beschäftigen. H&M verwies zunächst darauf, dass es keine Möglichkeit gäbe, die Lieferkette vom Anfang bis zum Ende zu überwachen. Nach eigenen Angaben setzt das Unternehmen aber inzwischen an mehreren Stellen an (Verhaltenskodex für die Hersteller, Fabriksrevisionen und Initiativen), um die Arbeitsbedingungen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu verbessern.

URL: http://www.bpb.de/wissen/RHLJVV,0,0,Mode.html

Multinationale Unternehmen (MNU)

Im Jahr 1980 gab es etwa 17.000 Multinationale Unternehmen. Bis zum Jahr 2000 stieg die Gesamtzahl auf über 63.000 an und hat sich bis 2004 noch einmal deutlich auf 70.000 erhöht. Die Zahl der Tochterunternehmen der Multinationalen Unternehmen lag im selben Jahr bei etwa 690.000.

Die Entwicklung verlief in einzelnen Ländern unterschiedlich. Während sich die Anzahl der Multinationalen Unternehmen in Deutschland von 1979 bis 1998 von gut 4.600 auf fast 8.500 erhöht hat, ergeben sich für Japan und die USA geringere Steigerungsraten.

Dabei steht die Entwicklung in Japan und den USA nicht im Gegensatz zu einer zunehmenden Größe bzw. Marktmacht der MNU. Denn Größe und Konzentration werden auch durch Unternehmensfusionen gesteigert. Allein zwischen 1990 und 1999 ist die Zahl der Fusionen weltweit von rund 9.000 auf fast 25.000 gestiegen. Die Zahl der grenzüberschreitenden Fusionen wuchs im selben Zeitraum von gut 2.500 auf 7.125. Dieser Rekord wurde nur noch im Jahr 2000 mit knapp 8.000 Fusionen übertroffen. 2004 lag die Zahl der grenzüberschreitenden Fusionen bei 5.000. So genannte Megafusionen, mit einem Wert von über einer Milliarde US-Dollar, hatten 1990 einen wertmäßigen Anteil von 40,4 Prozent an den grenzüberschreitenden Fusionen. Nachdem sie in den Jahren 1999 (68,1 Prozent) und 2000 (75,7 Prozent) Spitzenwerte erzielten, sank der Anteil der Megafusionen wieder und lag 2004 bei 52,5 Prozent.

Multinationale Unternehmen können als treibende Kraft der Globalisierung betrachtet werden. Sie verfügen über große technische und finanzielle Ressourcen, ihr Anteil am Welthandel ist außerordentlich hoch. Gleichzeitig sind sie einer starken Konkurrenz ausgesetzt. Durch ihre Bedeutung für Investitionen und Beschäftigung ergibt sich parallel zu ihrer ökonomischen auch ihre politische Macht.

URL: http://www.bpb.de/wissen/3MGD0S,0,0,Anzahl_Multinationaler_Unternehmen.html

Musik

Die Kultur- und Unterhaltungsindustrie dient der kommerziellen Herstellung und Verbreitung von Produkten vor allem aus den Bereichen Fernsehen, Film, Musik, Bücher und Computerspiele. Die Unterhaltungsindustrie gilt als Vermittler von Lebensweisen und -welten und ist damit besonders für Jugendliche eine Orientierungsgrundlage bei der Geschmacks- und Stilbildung.

Dass einzelne Unternehmensgruppen eine marktbeherrschende Stellung im Medienbereich einnehmen, ist kein neues Phänomen. Aufgrund zunehmend transnational agierender Medienunternehmen hat der Konzentrationsgrad im Unterhaltungssektor jedoch ein noch nie da gewesenes Ausmaß erreicht.

Nach Angaben des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) hatten die weltweit 50 umsatzstärksten Medienunternehmen im Jahr 2008 einen Umsatz von rund 362 Milliarden Euro. Hiervon entfielen knapp 60 Prozent auf US-amerikanische und gut 30 Prozent auf europäische Unternehmen. 2008 stammten alle fünf umsatzstärksten Medienunternehmen aus den USA, unter den ersten 20 Unternehmen sind 11 US-amerikanische zu finden. Von den 50 umsatzstärksten Medienunternehmen hatte der Mutterkonzern in 23 Fällen seinen Sitz in der EU und in 21 Fällen in den USA. Darauf folgten Japan (4), Kanada und Mexiko (jeweils 1).

Das umsatzstärkste europäische Unternehmen ist die Bertelsmann AG aus Deutschland. Mit einem Umsatz von mehr als 16 Milliarden Euro war sie im Jahr 2008 für 15,9 Prozent der Gesamtumsätze der zwanzig umsatzstärksten europäischen Medienunternehmen verantwortlich. Darauf folgten Vivendi und Lagardère aus Frankreich mit 11,1 und 8,1 Prozent sowie die Reed Elsevier Group aus Großbritannien mit einem Anteil von 6,6 Prozent an den Gesamtumsätzen.

In einigen Fällen kommen die 'Global Players' auch aus ökonomisch weniger weit entwickelten Staaten. So werden beispielsweise in Indien mit 800 bis 1.200 Filmen pro Jahr wesentlich mehr Filme als in Hollywood produziert. Wird nicht nur die Produktion, sondern auch die Verbreitung betrachtet, kann das brasilianische Mediennetzwerk Rede Globo als ein weiteres Beispiel angeführt werden, da der Konzern bei den TV-Umsätzen innerhalb weniger Jahre zum weltweit viertgrößten Anbieter geworden ist (hinter den US-amerikanischen Senderketten NBC, CBS und ABC). 2005 belegte das Unternehmen noch Platz 11.

Besonders hoch ist die Unternehmenskonzentration auf dem internationalen Musikmarkt. Nach Angaben der International Federation of the Photographic Industry (IFPI) gehörte der Musikmarkt mit einem Umsatz von knapp 30 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 zu den umsatzstärksten Bereichen der Unterhaltungsindustrie (2004: 33,6 Mrd. US-Dollar). Derzeit existieren vier große sogenannte Major-Labels. Ihr Anteil an den weltweiten Umsätzen liegt bei rund 80 Prozent. Die 'Big Four' sind die Universal Music Group (USA), Sony Music Entertainment (Japan), EMI Music (Großbritannien) und die Warner Music Group (USA). Diese multinationalen Konzerne dominieren den globalen Musikmarkt und entscheiden im Wesentlichen, welche Musik auf die Ladentische gelangt.

Die unternehmerische Oligopolisierung auf dem Musikmarkt wird insbesondere deshalb kritisiert, weil die global angebotenen Inhalte vor allem "westliche" und davon geprägte Wertvorstellungen und Gedankenmuster transportierten. Dies führe dazu, dass zentrale Bereiche des kulturellen Lebens über universelle Bilderwelten, Modeformen und Konsumgüter geprägt werden. Da diese unter ökonomischen Gesichtspunkten verbreitet würden, seien sie zudem weitgehend durch allgemeine Konsumierbarkeit und Stimulierung von Konsumbedürfnissen geprägt.

Weiter blieben für kleinere Firmen bzw. Labels häufig nur Nischenmärkte oder die Vorarbeit für die 'Majors' übrig. Vor allem für unbekannte Künstler würden damit die Rahmenbedingungen erschwert, das Publikum zu erreichen. In den Augen der Kritiker versperrt die enorme Wettbewerbsstärke global agierender Unterhaltungskonzerne lokal und regional bedeutsamen Musikformen den Marktzugang. Im Zuge dieses Verdrängungskampfes verschwände authentisches Material des kulturellen Erbes, wodurch letztlich das Bewusstsein für eigene Traditionen und ihre Bedeutung getilgt würde.

Für die IFPI ist hingegen die illegale Verbreitung von Musik dafür verantwortlich, dass unter den Top 50 der Musikbrache kaum Newcomer zu finden sind: Rückläufige Umsatzzahlen würden zu rückläufigen Investitionen beim Aufbau von noch unbekannten Künstlern führen. Um das Investitionsrisiko klein zu halten, würden die Unternehmen stattdessen immer stärker auf bereits etablierte Künstler setzen. Zu diesen gehört beispielsweise die Band Metallica, die seit Bestehen etwa 100 Millionen Alben verkauft hat. Bei diesen Top-Sellern zahlt sich eine globale Marketingstrategie voll aus: Das vorletzte Album "St. Anger" war in 40 Staaten auf Platz 1 der Charts. Von den Anfängen in den 1980er-Jahren bis Ende 2010 wird Metallica knapp 1.700 Konzerte in 53 Staaten gegeben haben.

Die Kritik an der Monopolisierung des Musikmarktes hat auch in Deutschland dazu geführt, dass eine staatlich geregelte Quote für den Unterhaltungssektor wie in Frankreich, der Schweiz, Kanada oder Polen gefordert wird. In Frankreich etwa sind die Rundfunksender seit 1996 dazu verpflichtet, 40 Prozent französischsprachige Titel zu senden, mindestens die Hälfte davon darf nicht älter als sechs Monate sein. Der Deutsche Bundestag sprach sich am 17. Dezember 2004 für eine deutsche Musikquote aus. Mit einer Selbstverpflichtung der deutschen Radiosender soll ein Anteil von 35 Prozent deutscher Künstler bzw. in Deutschland produzierter Musik erreicht werden. Eine endgültige Entscheidung über eine Musikquote können aber nur die jeweiligen Bundesländer fällen, da sie für die Rundfunkpolitik zuständig sind. Ziel dieser umstrittenen Forderung ist es, einer durch die Globalisierung des Musikmarktes entstandenen Monokultur nationale und regionale Vielfalt entgegenzusetzen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/LNDZKG,0,0,Musik.html

n
Nachwachsender Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe (abgekürzt NaWaRo, NawaRo oder Nawaro oder NR) sind organische Rohstoffe, die aus land- und forstwirtschaftlicher Produktion stammen und vom Menschen zielgerichtet für weiterführende Anwendungszwecke außerhalb des Nahrungs- und Futterbereiches verwendet werden.[1]

Die größte Bedeutung hat heute die Verwendung von Rohstoffen pflanzlicher Herkunft sowie biogener Abfallprodukte. Diese werden sowohl energetisch als auch stofflich genutzt. Die energetische Nutzung erfolgt in flüssiger Form (Biokraftstoff), in fester Form (Biogener Brennstoff), sowie gasförmig (Biogas). Von stofflicher Nutzung spricht man bei der Herstellung von technischen Ölen, Textilien, Faserstoffen, Kunststoffen, chemischen Grundstoffen und anderen Produkten. Dezidiert für eine energetischen Nutzung angebaute Pflanzen werden als Energiepflanzen bezeichnet, Pflanzen für die stoffliche Nutzung sind Industriepflanzen.

Mit der Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen macht sich der Mensch eine Synthesevorleistung der Natur zu nutzen, die Umwandlung von Sonnenenergie in energiereiche, organische Verbindungen.

Im Zuge der Rohstoff- und Energiewende sollen Nachwachsende Rohstoffe andere Rohstoffe und/ oder fossile Energieträger (Erdöl, Erdgas) teilweise ersetzen können. Wegen der dadurch zunehmenden Flächen- und Nutzungskonkurrenz stehen einzelne Anwendungen in der Diskussion.

In Anlagen wie Biomasseheizkraftwerken, Biogasanlagen, etc. können NaWaRos zur Stromerzeugung eingesetzt werden. In Deutschland kann die Vergütung des Stroms teilweise oder vollständig den Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) unterliegen. Dabei kann auch ein Anrecht auf den sogenannten Nawaro-Bonus bestehen. Die Definition von NaWaRos nach diesem Gesetz weicht teilweise von der Definition in diesem Artikel ab.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nachwachsender_Rohstoff

NGO´s - Nicht Regierungsorganisationen

Die ersten Vorläufer der sogenannten Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs – Non-Governmental Organizations) finden sich im 19. Jahrhundert. 1839 wurde die erste Menschenrechtsorganisation, die Foreign Anti-Slavery Society (Anti-Sklaverei-Gesellschaft), gegründet. Mit dem Roten Kreuz gründete sich 1863 die erste humanitäre Organisation der Welt. Die Bezeichnung NGO hat sich jedoch erst seit 1945 durchgesetzt.

Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zu Beginn der 1980er-Jahre stieg die Zahl der NGOs kontinuierlich. Während die Union of International Associations (UIA) im Jahr 1951 lediglich 832 NGOs registrierte, waren es 1972 bereits knapp 2.200. In den 1980er Jahren stagnierte die Zahl der NGOs und lag bei rund 4.500.

Das Ende der Blockkonfrontation und die damit einhergehende Neugestaltung der internationalen Politik ließ die Zahl der NGOs schließlich rasant ansteigen. Insbesondere die Weltkonferenzen der Vereinten Nationen (UN), beginnend mit der Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED) im Jahre 1992 in Rio de Janeiro, führten zu einer neuen Stellung und Akzeptanz der NGOs. Parallel zu ihrer steigenden Bedeutung durch Mitarbeit, Expertise und Lobbytätigkeit erhöhte sich die Anzahl der NGOs von 1991 bis 2007 kontinuierlich von 4.620 auf gut 7.600. Heute sind die NGOs ein fester Bestandteil aller Global Governance Ansätze. NGOs sollen das Gewicht der Zivilgesellschaft auf globaler Ebene erhöhen und Themen wie Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte zur Sprache bringen.

Auch wenn NGOs keiner politischen Partei zuzuordnen sind und sie für sich in Anspruch nehmen, allgemeine und universelle Gesellschaftsinteressen zu vertreten, gibt es dennoch Kritik an einer zu starken Stellung der NGOs: So kann die fehlende öffentliche Legitimation transnationaler Politik nicht durch NGOs ausgeglichen werden, da diese ebenfalls nicht demokratisch legitimiert sind. Selbst die NGOs, die sich für mehr Demokratie auf globaler Ebene einsetzen, sind nicht gewählt und damit nicht ermächtigt, im Namen des Volkes zu agieren. Zudem sind NGOs auch intern nicht immer demokratisch strukturiert und ihre Spendenabhängigkeit kann in Widerspruch zu ihrer Glaubwürdigkeit stehen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/3UD6BP,0,0,NichtRegierungsorganisationen_%28NGOs%29.html

ö
Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Der Entwicklungshilfeausschuss der OECD, zu dem 22 der 30 OECD Staaten gehören, definiert Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA – Official Development Assistance) als Leistung, die von öffentlichen Stellen stammt und den ökonomisch sich entwickelnden Staaten entweder direkt oder über internationale Organisationen zur Verfügung gestellt wird. Das Hauptziel der ODA ist die Förderung der ökonomischen und sozialen Entwicklung. Weiter muss die ODA ein Zuschusselement von mindestens 25 Prozent beinhalten (Konzessionalität). Für die Anrechnung als ODA müssen alle Bedingungen erfüllt sein.

Die für die ODA zur Verfügung stehenden Mittel haben sich kontinuierlich erhöht. In laufenden Preisen stieg die empfangene ODA von 4,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 1960 – über 32,0 Milliarden US-Dollar 1985 – auf 105,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007. Allerdings relativiert sich diese enorme Steigerung, wenn die Entwicklung in konstanten Preisen betrachtet wird. Unter Berücksichtigung der Preissteigerungen hat sich die ODA zwischen 1960 und 2007 nicht verfünfundzwanzigfacht, sondern lediglich verdreifacht.

Die im Entwicklungshilfeausschuss der OECD vertretenen Staaten – die so genannten DAC-Mitglieder (DAC – Development Assistance Committee) – haben den größten Anteil an der ODA. Im Jahr 2007 leisteten allein zehn DAC-Mitglieder 81,0 Prozent der gesamten ODA. Auf nur fünf Staaten – USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Japan – entfielen 58,4 Prozent. Die USA hatten dabei einen Anteil von mehr als einem Fünftel an den gesamten ODA-Leistungen.

Werden die absoluten ODA-Leistungen jedoch auf das Bruttonationaleinkommen (BNE) bezogen, brachten im Jahr 2007 alle fünf Hauptgeber weniger Mittel für die ODA auf als der Durchschnitt der DAC-Mitglieder (0,45 Prozent). Die USA, die 0,16 Prozent ihres BNE für ODA-Leistungen aufwendeten, belegten sogar den letzten Platz. Gemessen am BNE leisteten Norwegen (0,95 Prozent), Schweden (0,93 Prozent) und Luxemburg (0,91 Prozent) die größten Beiträge, es folgten die Niederlande und Dänemark. Deutschland lag mit ODA-Leistungen in Höhe von 0,37 Prozent des BNE im Mittelfeld der DAC-Mitglieder.

Entgegen der häufig formulierten Forderung, die ODA-Leistungen auf 0,7 Prozent des BNE der DAC-Staaten zu steigern, fielen die Leistungen in den 1990er-Jahren kontinuierlich von 0,33 auf 0,22 Prozent des BNE. Nach einer Phase der Stagnation erhöhten sich die Leistungen seit Anfang dieses Jahrhunderts zunächst wieder: Im Jahr 2004 wendeten die DAC-Mitglieder 0,26 Prozent ihres BNE für die ODA auf, 2005 wurde mit 0,33 Prozent sogar der höchste Wert seit 1992 erreicht. In den Jahren 2006 und 2007 sank der Anteil der ODA jedoch auf 0,31 bzw. 0,28 Prozent des BNE der DAC-Mitglieder. Bezogen auf das Jahr 2007 entsprach das 115 US-Dollar pro Kopf.

Im Jahr 2005 beschlossen die DAC-Mitglieder und auch der Europäische Rat, die ODA bis 2015 auf 0,7 Prozent des BNE zu erhöhen. Allerdings wurde dieses Ziel bereits 1969 formuliert und für 1975 anvisiert – und bisher in keinem Jahr erreicht. Auch das Vorhaben der DAC-Mitglieder aus dem Jahr 2002, die Ausgaben für die ODA bis zum Jahr 2006 auf 0,39 Prozent des BNE zu steigern, wurde nicht umgesetzt. Zuletzt wurde im Rahmen der EU vereinbart, die ODA-Leistungen bis 2010 auf 0,51 Prozent des BNE zu erhöhen.

Anfang der 1990er Jahre war die ODA noch die wichtigste externe Finanzierungsquelle der ökonomisch sich entwickelnden Staaten. Heute haben die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) und die Auslandsüberweisungen von Migranten in ihre Heimatstaaten ein größeres Gewicht. Auch deshalb meinen Kritiker der ODA, es sei wichtiger, die Handelsbeschränkungen gegenüber den ökonomisch sich entwickelnden Staaten zu reduzieren als die ODA-Mittel aufzustocken. Allerdings gibt es regionale Ausnahmen: im subsaharischen Afrika entsprach die ODA im Jahr 2007 gut vier Prozent des BIP und war damit rund dreimal so hoch wie die erhaltenen Auslandsüberweisungen bzw. immer noch leicht höher als die ausländischen Direktinvestitionen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/I9P8KA,0,0,%D6ffentliche_Entwicklungszusammenarbeit_%28ODA%29.html

p
Politische Freiheit

Abgesehen von kleineren Schwankungen im Zeitverlauf hat sich der Anteil der freien Staaten seit Mitte der 1970er-Jahre kontinuierlich erhöht. Galt 1975 lediglich ein Viertel aller Staaten als frei, waren es 1990 bereits 40 Prozent und 2008 rund 46 Prozent aller Staaten. Während der Anteil der eingeschränkt freien Staaten in den meisten Jahren seit 1975 bei etwa einem Drittel lag, hat sich der Anteil der unfreien Staaten langfristig reduziert. Im Jahr 2008 galten 22 Prozent aller Staaten als unfrei (1975: 41 Prozent). Allerdings lebten in diesen 22 Prozent aller Staaten 34 Prozent der Weltbevölkerung – knapp 2,3 Milliarden Menschen.

Gegenüber dem Jahr 2007 nahmen die politischen Rechte und/oder das Ausmaß an Bürgerrechten in 34 Staaten ab und in lediglich 14 Staaten nahmen sie zu. In einigen Staaten erfolgte hierdurch eine Änderung des Gesamtstatus: Afghanistan und Mauretanien wurden von eingeschränkt freien Staaten zu unfreien Staaten, Senegal verlor seinen Status als freier Staat. Auf der anderen Seite fielen die zuvor noch unfreien Staaten Pakistan, Malediven und Bhutan im Jahr 2008 in die Kategorie der eingeschränkt freien Staaten.

Bei der Verteilung der freien, eingeschränkt freien und unfreien Staaten bestehen große Unterschiede zwischen den Regionen. Nirgendwo ist der Anteil unfreier Staaten höher als im Nahen Osten und in Nordafrika. Von 18 Staaten galten im Jahr 2008 sechs als eingeschränkt frei und elf als unfrei. Nur Israel galt als frei und war gleichzeitig auch die einzige parlamentarische Demokratie.

Im subsaharischen Afrika überwogen 2008 ebenfalls die eingeschränkt freien und unfreien Staaten. Von den insgesamt 48 Staaten galten 23 Staaten als eingeschränkt frei (48 Prozent) und 15 Staaten als unfrei (31 Prozent). Problematisch ist dabei, dass sich die Lage bei rund einem Viertel der Staaten gegenüber dem Vorjahr verschlechterte; in vier Staaten war eine leichte Verbesserung festzustellen.

Westeuropa ist nicht nur die Region mit dem höchsten Anteil an freien Staaten, sondern auch die einzige Region der Welt, in der kein Staat unfrei ist. Alle 25 Staaten sind parlamentarische Demokratien. 24 Staaten bzw. 96 Prozent aller Staaten sind frei; nur die Türkei galt 2008 als eingeschränkt freier Staat. Allerdings ist – ausgehend von einem sehr hohen Freiheitsniveau – auch für Italien und Griechenland im Jahr 2008 eine leichte Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr festzustellen.

Die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) Freedom House betont, dass die politische Freiheit auch in Staaten zugenommen hat, die stark vom Islam beeinflusst sind. Von den Staaten, in denen die Mehrheit der Bevölkerung dem muslimischen Glauben anhängt, galt 1995 nur einer als frei; 13 waren eingeschränkt frei und 32 Staaten galten als unfrei (70 Prozent). Im Jahr 2005 erhöhte sich die Zahl der freien Staaten auf drei und die der eingeschränkt freien Staaten auf 20. Die Zahl der unfreien Staaten sank hingegen auf 23 (50 Prozent).

Im Jahr 2008 waren 42 Staaten unfrei – das heißt, dass den Menschen in diesen Staaten mehrere Freiheitsrechte verweigert wurden. Nach den Maßstäben von Freedom House waren im selben Jahr acht der unfreien Staaten extrem unfrei. Darunter sehr unterschiedliche politische Systeme: Nordkorea als sozialistischer Einparteistaat, die zentralasiatischen Staaten Turkmenistan und Usbekistan, die von Diktatoren regiert werden, deren politische Macht eng mit der kommunistischen Vergangenheit ihrer Staaten verbunden ist, der arabische Staat Libyen, der unter der Herrschaft eines säkularen Diktators steht, sowie der Sudan, der von radikalen Islamisten und einer Militärjunta regiert wird. Zu den extrem unfreien Staaten gehören weiter Myanmar, das unter der strengen Kontrolle einer Militärdiktatur steht, Äquatorialguinea, das durch massive Menschenrechtsverletzungen auffällt, und Somalia als so genannter 'Failed State' (gescheiterter/zerfallender Staat).

Neben diesen acht Staaten galten im Jahr 2008 zwei Staatsterritorien als extrem unfrei: Das unter chinesischer Herrschaft stehende Tibet und Tschetschenien, wo Teile der Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Russland kämpfen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/7IERUZ,0,0,Politische_Freiheit.html

Pumpspeicherkraftwerk

Ein Pumpspeicherkraftwerk (auch Pumpspeicherwerk (PSW) genannt) ist eine besondere Form eines Speicherkraftwerkes und dient der Speicherung von elektrischer Energie durch Umwandlung in potentielle Energie von Wasser. Ein Pumpspeicherwerk ist kein Kraftwerk im herkömmlichen Sinn, weil es per Saldo keinen Strom erzeugt, sondern immer Strom wegen der mit der Zwischenspeicherung verbundenen Wirkungsverluste verbraucht. Es ist ein zur Netzregelung notwendiger Stromverbraucher.

Zu Zeiten, in denen ein "Überschuss" an elektrischer Energie vorhanden ist (in der Regel nachts), wird Wasser über Pumpen durch Rohrleitungen in ein hochgelegenes Speicherbecken (Oberbecken) gepumpt. Dieser See ist entweder natürlichen Ursprungs oder entsteht durch Aufstauen durch eine Staumauer oder einen Staudamm. Es gibt Oberbecken, die ausschließlich durch Wasserpumpen gefüllt werden und solche, die auch durch natürlichen Zufluss gespeist werden.

Die Höhe der Speicherkapazität ist grundsätzlich abhängig von der speicherbaren Wassermenge und dem nutzbaren Höhenunterschied zwischen Oberbecken und der Turbine. Auch verrohrte Strecken unterhalb der Turbine bis zum Auslauf sind für die Turbine nutzbar. Bei reinen Pumpspeicherwerken ist die Speicherkapazität meist so ausgelegt, dass die Generatoren ca. 4 bis 8 Stunden unter Volllast Strom produzieren können.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pumpspeicherkraftwerk

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Reale effektive Wechselkurse

Seit Einführung der europäischen Währungsunion am 01. Januar 1999 zwischen zunächst elf und ab 2001 zwölf Staaten der EU unterliegt der Wechselkurs des Euro zum Dollar erheblichen Schwankungen: Er sank von seinem Anfangswert von 1,18 $/€ innerhalb von weniger als zwei Jahren um mehr als ein Viertel auf 0,85 $/€ und stieg dann bis Ende 2004 um fast zwei Drittel auf 1,36$/€. Diese starke Aufwertung verteuert auf der einen Seite die Exporte aus der Eurozone in Drittländer, auf der anderen Seite erleichtert sie den Erwerb ausländischen Kapitals.

In einer längerfristigen Betrachtung wird deutlich, dass seit dem Ende des währungspolitischen Kooperationsregimes von Bretton Woods große und anhaltende Schwankungen der Wechselkurse die internationalen Währungsbeziehungen kennzeichnen, während die Jahre davor von bemerkenswerter Stabilität waren.

Wechselkursschwankungen können verschiedene Ursachen haben: Dazu gehören die unterschiedlichen Entwicklungen von Produktivität und Preisniveau in den verschiedenen Staaten. Diese schlagen sich auf die Waren- und Dienstleistungsströme und damit auf Handels- und Leistungsbilanzen nieder. Daneben spielen autonome internationale Finanzinvestitionen, die etwa durch unterschiedliche Zinssätze und/oder Renditeaussichten von Wertpapieren ausgelöst werden, eine zunehmend wichtige Rolle. Die kurzfristigen Ausschläge der Wechselkurse werden vielfach durch Währungsspekulation ausgelöst. Schließlich können auch die Zentralbanken – insbesondere durch koordiniertes Handeln – die Wechselkursentwicklung beeinflussen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/JD2EAK,0,0,Reale_effektive_Wechselkurse.html

Rohstoffpreise

Die realen Preise für Nahrungs- und Genussmittel-Rohstoffe sowie für Industrierohstoffe sind seit Mitte der 1970er Jahre langfristig gesunken. Ihren historischen Tiefstand erreichten die Preise in den Jahren 2001/2002. Bis zum Jahr 2008 sind die realen Preise (hier auf den USA-Lebenshaltungsindex bezogen) sowohl der Nahrungs- und Genussmittel-Rohstoffe als auch der Industrierohstoffe um mehr als 100 Prozent gestiegen. Trotz dieser Preissteigerung lag das Preisniveau der Nahrungs- und Genussmittel-Rohstoffe im Jahr 2008 bei lediglich etwa einem Drittel des Wertes von 1974. Und auch der reale Preis für Industrierohstoffe lag 1974 noch knapp 50 Prozent höher als im Jahr 2008.

Da die Rohstoffpreise in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 massiv gesunken sind und sie sich in der ersten Hälfte des Jahres 2009 vergleichsweise langsam erholt haben, ist die reale Preissteigerung seit Beginn des Jahrzehnts noch nicht als anhaltende Abweichung vom langfristigen Trend anzusehen – der reale Preisrückgang der zusammengefassten Rohstoffe (ohne Öl) lag in den letzten 150 Jahren bei etwa 1,5 Prozent pro Jahr. Und auch wenn sich China weiter zu einem bedeutenden Produzenten von Industriegütern und Verbraucher von Rohstoffen entwickelt und dadurch die Preise für Rohstoffe mittelfristig steigen, reagieren sowohl Nachfrage und Angebot als auch die Preise anderer Güter auf solche Veränderungen. Zu erwartende Preissteigerungen werden hierdurch deutlich abgemildert.

Ein Grund für den starken realen Preisrückgang bei nicht-energetischen Rohstoffen in der ersten Hälfte der achtziger und noch einmal in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre war die Aufwertung des Dollars bzw. der hieraus resultierende hohe Realzins. Die Produzenten von nicht-energetischen Rohstoffen waren gezwungen, das Angebot auszuweiten, um ihre Dollarschulden zu bedienen – das steigende Angebot führte zu sinkenden Preisen. Der Trend langfristig rückläufiger Preise führt bei den Exporteuren dieser Produkte zu einem anhaltenden Rückgang ihrer verfügbaren Realeinkommen.

Problematisch an den Preisentwicklungen der Vergangenheit ist zusätzlich, dass diese in hohem Maße unvorhersehbar und von starken Schwankungen geprägt sind. Da die Erträge aus Rohstoffexporten häufig einen sehr hohen Anteil der öffentlichen Einnahmen der rohstoffexportierenden Staaten ausmachen, sind auch bei Exportüberschüssen Maßnahmen zur gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung erforderlich. Wenn diese ausbleiben und stattdessen die Staatsausgaben, häufig gekoppelt mit einer zunehmenden Verschuldung, steigen, führt eine Erhöhung der Rohstoffpreise nicht zu einer Verbesserung der ökonomischen Lage. Sie bewirkt dann eine dauerhafte Verschlechterung der Haushaltslage und der Leistungsbilanz.

Das Ziel rohstoffexportierender Staaten sollte es demnach sein, die Staatsausgaben von den Schwankungen der Einnahmen aus den Rohstoffexporten unabhängiger zu machen. Mehrere Staaten sind dem Beispiel des staatlichen norwegischen Erdölfonds gefolgt und haben als ersten Schritt Ausgleichsfonds eingerichtet. Diese sichern die Einnahmen längerfristig bzw. strecken die Ausgaben zeitlich.

URL: http://www.bpb.de/wissen/EK3OMU,0,0,Rohstoffpreise.html

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Seefracht

Der Transport über den Seeweg ist zentral für die globale Vernetzung, da auf ihn – ausgehend vom Warengewicht der transportierten Güter – mehr als 80 Prozent des grenzüberschreitenden Warenhandels entfallen. 2007 wurden 8,02 Milliarden Tonnen mehr als 4.100 Seemeilen weit transportiert. Dabei hatten Rohöl und ölbasierte Produkte mit 37,8 Prozent den größten Anteil an der Seefracht. 31,6 Prozent der über den Seeweg gehandelten Güter entfielen im Jahr 2007 auf Eisenerz, Kohle und Getreide; 30,6 Prozent auf andere Trockenladungen. Das Seefrachtaufkommen erhöhte sich zwischen 1970 und 2007 von 10.650 auf 32.930 Milliarden Tonnen-Meilen. Eine Tonnen-Meile entspricht dem Transport von einer Tonne Ladung über eine Seemeile bzw. 1,852 km.

Die Bedeutung des Seehandels ist vor allem aufgrund der relativ geringen Frachtkosten gestiegen. So kostet etwa der Transport eines TEU-Containers mit mehr als 20 Tonnen Fracht von Asien nach Europa nicht mehr als ein Flug in der Economy-Class für einen einzigen Flugpassagier auf derselben Strecke. Und der Transport einer Tonne Eisenerz von Australien nach Europa kostet durchschnittlich etwa 12 US-Dollar. Dementsprechend ist auch der Anteil der Seefrachtkosten an den Gesamtkosten der Produkte gering: Bei einem Transport von Asien nach Europa liegt der entsprechende Anteil bei einem Fernseher bei etwa 1,4 Prozent, bei einem Kilo Kaffee sogar nur bei einem Prozent.

Zwei wichtige Gründe für die relativ niedrigen Transportkosten sind die Verbreitung der standardisierenden Containerschifffahrt seit den 1960er-Jahren und die steigende Tragfähigkeit der Schiffe. Während das größte Containerschiff 1968 752 TEU-Container laden konnte, war zwei Jahrzehnte später bereits die viertausender Marke überschritten. Mitte 2009 waren die Schiffe der so genannten 'Emma-Maersk-Klasse' mit einer Ladefähigkeit von 11.000 TEU-Containern die größten der Welt. Mit mehr als 550 Containerschiffen bzw. einer Gesamtkapazität von mehr als 2 Millionen TEU ist die dänische Reederei Maersk zudem die weltweit größte Containerschiff-Reederei.

Anfang 2008 wurde die Seefracht weltweit von 50.525 Schiffen transportiert. Gemessen an der Tragfähigkeit der Schiffe kontrollierten die Unternehmen aus nur fünf Staaten – Griechenland (16,8 Prozent), Japan (15,6 Prozent), Deutschland (9,1 Prozent), China (8,2 Prozent) und Norwegen (4,5 Prozent) – mehr als 54 Prozent des Seefrachtaufkommens. Insgesamt entfielen auf die Unternehmen aus den 20 wichtigsten Seefrachtnationen 86,8 Prozent des gesamten Seehandels. Bei den Unternehmen aus den 35 wichtigsten Seefrachtnationen lag dieser Wert bei 95,4 Prozent – der Seehandel war damit stärker konzentriert als jemals zuvor.

Im Zusammenhang mit dem Seehandel wird häufig kritisiert, dass alle Seefrachtnationen große Teile ihrer Flotte nicht im eigenen Land registrieren. Durch das so genannte 'Ausflaggen' verringern die Reedereien ihre Kosten – beispielsweise durch geringere Löhne oder niedrigere Sicherheitsstandards. Aus diesem Grund wird rund ein Drittel des weltweiten Seefrachtaufkommens unter den Flaggen Panamas und Liberias transportiert.

URL: http://www.bpb.de/wissen/KSW7JQ,0,0,Seefracht.html

Sonnenenergie

Als Sonnenenergie oder Solarenergie bezeichnet man die von der Sonne durch Kernfusion erzeugte Energie, die in Teilen als elektromagnetische Strahlung zur Erde gelangt.

Die Sonnenenergie ist, seitdem sie gemessen wird, annähernd konstant; es gibt auch keine Hinweise auf deutliche Schwankungen in historischer Zeit. Die Intensität der Sonneneinstrahlung beträgt an der Grenze der Erdatmosphäre etwa 1,367 kW/m²; dieser Wert wird auch als Solarkonstante bezeichnet. Ein Teil der eingestrahlten Energie wird von den Bestandteilen der Atmosphäre - festen (z. B. Eiskristallen, Staub), flüssigen oder gasförmigen Schwebeteilchen - reflektiert. Ein weiterer Teil wird von den Bestandteilen der Atmosphäre absorbiert und bereits dort in Wärme umgewandelt. Der dritte Teil geht durch die Atmosphäre hindurch bis zum Erdboden. Dort wird er entweder in Wärme umgewandelt, oder er betreibt zum Beispiel die Photosynthese, die Photothermik oder die Photovoltaik. Die prozentuale Verteilung der Einstrahlung auf Reflexion, Absorption und Transmission hängt vom jeweiligen Zustand der Atmosphäre ab. Dabei spielen die Luftfeuchtigkeit, die Bewölkung und die Länge des Weges, den die Strahlen durch die Atmosphäre nehmen müssen, eine Rolle. Die auf die Erdoberfläche auftreffende Strahlung beträgt weltweit im Tagesdurchschnitt (bezogen auf 24 Stunden) noch ungefähr 165 W/m²[1] (mit erheblichen Schwankungen je nach Breitengrad, Höhenlage und Witterung). Die gesamte auf die Erdoberfläche auftreffende Energiemenge ist mehr als fünftausend Mal größer als der Energiebedarf der Menschheit.[1] Letztlich wird die gesamte Energie der Sonne in Form von Wärmestrahlung wieder an den Weltraum abgegeben.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenenergie

Soziale Netzwerke

Kein Medium ist für die globale Vernetzung so prägend wie das Internet. Auch im kulturellen Bereich hat das Internet einen großen Einfluss auf die Inhalte und die Form der Kommunikation. Durch die zunehmende Verbreitung, die schneller werdende Datenübertragung und das veränderte Nutzerverhalten dringt das Internet immer tiefer in den Alltag von immer mehr Menschen ein.

Unter den verschiedenen Nutzungsformen des Internets kommt den sogenannten Sozialen Netzwerken eine besondere Bedeutung zu, da sie verschiedene Medienformate (E-Mail, Chat, Video, Bild) verbinden. Sie dienen sowohl der direkten privaten und beruflichen Kommunikation als auch der Verbreitung von und Diskussion über informierende und unterhaltende Inhalte. Die unterschiedlichen Intensitäten der Kommunikation reichen vom privaten Eins-zu-eins-Kontakt über den Austausch in festen Gruppen bis zur Kommunikation mit allen Nutzern eines Netzwerks. Dabei bildet – wie der Name schon sagt – nicht der einzelne Nutzer die Basis, sondern das Netzwerk, das sich nach innen verdichtet und nach außen expandiert.

Nach Angaben des IT-Branchenverbandes Bitkom sind rund 30 Millionen Deutsche ab 14 Jahren bei mindestens einer dieser Internetgemeinschaften angemeldet. Nach den Ergebnissen einer repräsentativen Erhebung ist dabei der Wunsch, bestehende Kontakte zu Freunden und Bekannten zu pflegen, für 78 Prozent der Community-Nutzer der wichtigste Grund für ihre Mitgliedschaft. 41 Prozent wollen sich mit Menschen austauschen, die gleiche Interessen haben, und knapp jeder Dritte (30 Prozent) will neue Freunde oder Bekannte finden. 13 Prozent aller Community-Nutzer wollen auch berufliche Kontakte pflegen.

Gemessen an der Zahl der Nutzer im Februar 2010 war laut dem Medien-Portal meedia.de (auf Basis von Google Ad Planner) die VZnet Netzwerke Ltd. (schülerVZ, studiVZ und meinVZ) mit 13,6 Millionen Besuchern der größte Anbieter im Bereich der Sozialen Netzwerke in Deutschland. Es folgten Facebook (13,0 Mio.), wer-kennt-wen (6,8 Mio.), StayFriends (5,1 Mio.), MySpace (3,4 Mio.), XING (3,1 Mio.) und twitter (2,9 Mio.). Werden die VZ-Netzwerke nicht zusammen gewertet, ist Facebook das Netzwerk mit den meisten Nutzern in Deutschland.

Mit 400 Millionen aktiven Nutzern Ende Februar 2010 ist Facebook auch weltweit das größte Soziale Netzwerk. Nach Angaben von Facebook loggen sich 50 Prozent aller aktiven Nutzer täglich ein, mehr als 25 Prozent nutzen Facebook über ein mobiles Empfangsgerät. Im Durchschnitt hat jeder aktive Nutzer 130 Freunde bei Facebook, er ist Mitglied in 13 Gruppen und verbringt täglich knapp eine Stunde auf der Facebook-Seite. Den weltweit größten Anteil an den Nutzern von Facebook hat die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen. Die älteren Jahrgänge fallen allerdings durch hohe Wachstumsraten bei den Nutzerzahlen auf.

Anfang Februar 2010 stammten nach Angaben von Inside Facebook von den 373 Millionen aktiven Facebook-Nutzern die meisten aus den USA: 108,1 Millionen Personen bzw. 29,0 Prozent. Für eine Auswahl weiterer Staaten liegen ebenfalls Angaben zur Nutzeranzahl vor: Großbritannien (24,3 Mio. aktive Facebook-Nutzer / 6,5 Prozent aller aktiven Facebook-Nutzer), Türkei (18,6 Mio. / 5,0 Prozent), Indonesien (17,3 Mio. / 4,6 Prozent), Frankreich (15,5 Mio. / 4,2 Prozent), Philippinen (9,3 Mio. / 2,5 Prozent), Mexiko (7,6 Mio. / 2,0 Prozent), Deutschland (6,7 Mio. / 1,8 Prozent), Indien (6,3 Mio. / 1,7 Prozent) sowie Brasilien (2,9 Mio. / 0,8 Prozent). Bezogen auf die jeweilige Bevölkerung dieser Staaten war der Anteil der aktiven Nutzer in Großbritannien (40 Prozent), den USA (35 Prozent) und in der Türkei (26 Prozent) am höchsten.

Die intensive Nutzung der Sozialen Netzwerke bringt jedoch auch Probleme mit sich. Während die Offenheit der Netzwerke den gesellschaftlichen Austausch erleichtert, wird befürchtet, dass allein aus Zeitgründen die Face-to-Face-Kontakte leiden. So nutzen laut einer von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) in Auftrag gegebenen Repräsentativbefragung mehr als 85 Prozent der 12- bis 24-Jährigen in Deutschland das Internet mindestens mehrmals pro Woche. Im Durchschnitt ist diese Altergruppe gut zwei Stunden pro Tag aktiv online, etwa die gleiche Zeit verbringt sie vor dem Fernseher.

Weiter ist im Zusammenhang mit der Kommerzialisierung der Netzwerke insbesondere die personenbezogene Werbung kritisiert worden, die sich am Nutzerverhalten und den jeweiligen Online-Profilen orientiert. So stellt beispielsweise die Stiftung Warentest fest, dass "die meisten Netzwerke beim Datenschutz Mängel haben". Die Netzwerke "Facebook, Myspace und LinkedIn schränken die Rechte der Nutzer stark ein, genehmigen sich selbst aber weitreichende Rechte, vor allem bei der Weitergabe der Daten an Dritte". Stiftung Warentest kritisiert zudem, dass die Nutzer bei Facebook ihre Rechte am geistigen Eigentum abtreten und dass andere Netzwerke, wie zum Beispiel LinkedIn, verbraucherfeindlicher Klauseln in ihren Geschäftsbedingungen aufführen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/VQEMG9,0,0,Soziale_Netzwerke.html

Struktur des Warenexportes

Die drei Warengruppen Landwirtschaftsprodukte, Brennstoffe und Bergbauprodukte sowie Fertigwaren lassen sich jeweils in verschiedene Produktgruppen unterteilen. Vom Anteil, den Landwirtschaftsprodukte im Jahr 2007 am Weltwarenexport hatten (8,3 Prozent), entfielen 0,7 Prozentpunkte auf Fisch, 6,1 Prozentpunkte auf andere Nahrungsmittel und 1,6 Prozentpunkte auf agrarische Rohstoffe.

Innerhalb der Warengruppe 'Brennstoffe und Bergbauprodukte' hatten die Brenn- und Treibstoffe mit 15,0 Prozent den größten Anteil am weltweiten Export. Nicht-eisenhaltige Metalle bzw. Erze und andere Mineralien waren 2007 für lediglich 2,7 bzw. 1,9 Prozent des Weltwarenexports verantwortlich.

Im Jahr 2007 hatte der Export von Fertigwaren einen Anteil von 69,8 Prozent am weltweiten Export. Hiervon entfielen 11,1 Prozentpunkte auf Büro- und Telekommunikationsprodukte, 2,7 Prozentpunkte auf pharmazeutische und 8,2 Prozentpunkte auf andere chemische Erzeugnisse. Fahrzeugbezogene Produkte hatten einen Anteil von 8,7 Prozent am Weltwarenexport. Bei Eisen und Stahl, Bekleidung sowie Textilien lagen die Anteile bei 3,5, 2,5 sowie 1,7 Prozent. Der große Rest entfiel auf andere Maschinen und transportbezogene Produkte (16,6 Prozent), Fertigwaren (8,0 Prozent) und Halbfertigwaren (6,7 Prozent).

Der Anteil, den eine Produktgruppe oder ein einzelnes Produkt am gesamten Warenhandel hat, wird nicht nur von der Menge der gehandelten Güter, sondern auch von der jeweiligen Preisentwicklung beeinflusst. So erhöhte sich beispielsweise zwischen 2000 und 2007 die Menge der exportierten Brennstoffe und Bergbauprodukte um 26 Prozent (Weltwarenexport: plus 46 Prozent). Durch die enorme Preissteigerung in diesem Bereich stieg aber der Wert der exportierten Brennstoffe und Bergbauprodukte parallel um 209 Prozent (Weltwarenexport: plus 117 Prozent).

In laufenden Preisen ging der Export von Agrarprodukten zwischen 1980 und 1985 um durchschnittlich 2 Prozent zurück. Mit 5 Prozent pro Jahr war der Rückgang des Exports im Bereich der Warengruppe Brennstoffe und Bergbauprodukte noch ausgeprägter. Überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten verzeichneten die Produktgruppen 'Büro- und Telekommunikation' (plus 9 Prozent pro Jahr), 'Fahrzeugbau' (plus 5 Prozent) sowie 'Bekleidung' (plus 4 Prozent). Das Wachstum des Exports von Büro- und Telekommunikationsprodukten war auch in den Jahren 1985 bis 1990 (plus 18 Prozent), 1990 bis 1995 (plus 15 Prozent) und 1995 bis 2000 (plus 10 Prozent) überdurchschnittlich hoch.

Die größte Schwankung der Wachstumsrate ist bei der Produktgruppe 'Eisen und Stahl' zu finden: Während die durchschnittliche Wachstumsrate zwischen 1995 und 2000 – in laufenden Preisen – noch bei minus 2 Prozent pro Jahr lag, war sie mit jährlich 19 Prozent von 2000 bis 2007 höher als bei jeder anderen Produktgruppe.

Während der Wert der Exporte von Agrarprodukten in den Jahren 1985 bis 1990 bzw. 1990 bis 1995 jährlich um 9 bzw. 7 Prozent wuchs, nahm der Wert der Exporte von Brennstoffen und Bergbauprodukten in den selben Zeiträumen lediglich um 3 bzw. 2 Prozent pro Jahr zu. Erst durch die dauerhafte Veränderung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage stieg der Wert der exportierten Brennstoffe und Bergbauprodukte und die durchschnittliche Wachstumsrate des Exports erhöhte sich in den Jahren von 1995 bis 2000 auf 10 Prozent pro Jahr. Von 2000 bis 2007 lag das durchschnittliche Wachstum sogar bei 17 Prozent pro Jahr.

Der Export von Landwirtschaftsprodukten ging in den Jahren 1995 bis 2000 um jährlich 1 Prozent zurück. Zwischen 2000 und 2007 weitete er sich allerdings ebenso stark aus wie der Export von Fertigprodukten (jeweils plus 11 Prozent).

URL: http://www.bpb.de/wissen/7MRBVM,0,0,Struktur_des_Warenexports.html

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Terms of Trade

Die Terms of Trade, genauer die Terms of Trade auf Güterbasis (Commodity Terms of Trade), werden berechnet, indem der Preisindex der Exporte durch den Preisindex der Importe in heimischer Währung geteilt wird. Die Terms of Trade geben Auskunft darüber, wie viel von einem konstruierten, ausländischen Warenkorb gegen einen bestimmten Anteil des eigenen Warenkorbs getauscht werden kann.

An der Entwicklung der Terms of Trade kann abgelesen werden, wie sich die Austauschverhältnisse der exportierten und importierten Waren verändern. Steigen die Terms of Trade eines Staates, durch eine Preissteigerung der eigenen Exportgüter und/oder durch eine Preissenkung der Importgüter, verbessert sich die außenwirtschaftliche Position, da sich die Fähigkeit erhöht, mit dem gleichen Exportvolumen mehr Güter zu importieren.

Die Terms of Trade der ökonomisch entwickelten Staaten haben sich von 1980 bis Mitte der 1990er Jahre leicht erhöht und sich seitdem um das erreichte Niveau bewegt. Bei den ökonomisch sich entwickelnden Staaten haben sich die Terms of Trade zwischen 1980 und 2003 stetig verschlechtert. In den drei Folgejahren hat jedoch eine leichte Verbesserung eingesetzt. Die Terms of Trade der Staaten Süd-Osteuropas und der GUS haben sich seit 2001 rasant verbessert.

In der Gruppe der ökonomisch sich entwickelnden Staaten hatten in den Jahren 1980 bis 1999 die ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten, die Hauptexporteure von Öl und die ökonomisch sich entwickelnden, stark verschuldeten Staaten einen dramatischen Rückgang der Terms of Trade zu beklagen. Seit den Jahren 2001/2002 stiegen die Terms of Trade jedoch so steil an, dass bei allen drei Gruppen im Jahr 2006 in etwa das Niveau von 1980 erreicht wurde.

Bei den Hauptexporteuren von Fertigwaren unter den ökonomisch sich entwickelnden Staaten war der Rückgang der Terms of Trade bis 1999 nicht so stark ausgeprägt. Im Gegensatz zu den anderen Staatengruppen setzte er sich allerdings auch in den Folgejahren fort.

Die Terms of Trade der Hauptexporteure von Fertigwaren sanken vor allem aufgrund der hohen Konkurrenzsituation. Da die ökonomisch sich entwickelnden Staaten in ihrer Gesamtheit eher arbeitsintensive und nicht wissensbasierte Fertigwaren produzieren, führt eine Ausweitung der Produktion bzw. eine Angebotserhöhung zu sinkenden Preisen. Insbesondere Chinas Produktionsausweitung beschleunigte den Preisverfall. Da die Importpreise nicht im gleichen Maße sanken, führte der Preisverfall der Exportgüter zu einer Verschlechterung der Terms of Trade.

Die Überproduktion bzw. ein Angebot, das über der Nachfrage lag, führte auch bei den rohstoffexportierenden Staaten lange Zeit zu fallenden Preisen ihrer Güter. Von 1980 bis Mitte/Ende der 1990er verschlechterten sich die Terms of Trade der ökonomisch sich entwickelnden Staaten, die Energierohstoffe (insbesondere Öl) und Mineralien bzw. andere Bergbauprodukte exportieren, stärker als bei jeder anderen Staatengruppe. Auch die Lage der Staaten, die stark vom Export von Agrarrohstoffen abhängen, verschlechterte sich in dieser Zeit deutlich.

Allerdings veränderte sich das Preisniveau seit dem Jahr 2001 für die meisten Agrarrohstoffe deutlich sowie für Industrie- und Energierohstoffe sehr stark. Eine steigende Nachfrage nach Rohstoffen und die Begrenztheit der natürlichen Ressourcen führten zu einem Anstieg der Preise. Da die Importpreise nicht im gleichen Maße stiegen, entwickelten sich die Terms of Trade zahlreicher rohstoffexportierender, ökonomisch sich entwickelnder Staaten seit 2001 vorteilhaft.

URL: http://www.bpb.de/wissen/RLGB37,0,0,Reale_Austauschverh%E4ltnisse_%28Terms_of_Trade%29.html

Tourismusverkehr

Weder der Massentourismus selbst noch die Zunahme des Tourismusverkehrs zwischen 1950 und 2008 haben ein Vorbild in der Geschichte. Belief sich die Zahl der weltweit einreisenden Touristen im Jahr 1950 auf lediglich 25,3 Millionen, waren es 1970 bereits 165,8 Millionen und 1990 436,0 Millionen. Im Jahr 2008 wurde mit 921,8 Millionen sogenannten Personen-Ankünften ein neuer Rekord erreicht.

Der Tourismus gehört zu den Bereichen, bei denen Privatpersonen schnell Einsparungen vornehmen können. Entsprechend führte die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 zu einem Rückgang der Personen-Ankünfte: Nach vorläufigen Angaben der World Tourism Organization (UNWTO) war in den ersten drei Quartalen 2009 ein Rückgang von 10, 7 bzw. 2 Prozent zu verzeichnen. Lediglich im vierten Quartal erhöhten sich die Personen-Ankünfte (plus 2 Prozent). Allerdings kann es bei einer anhaltend positiven ökonomischen Entwicklung auch zu deutlichen Nachholeffekten kommen.

Im Jahr 2008 entfiel mehr als die Hälfte aller Personen-Ankünfte auf Europa (487,9 Mio. bzw. 52,9 Prozent). Der Anteil der Region Asien und Pazifik lag bei genau einem Fünftel (20,0 Prozent). 16,0 Prozent aller einreisenden Touristen entfielen auf Nord-, Mittel- und Südamerika sowie 6,0 Prozent auf den Mittleren Osten und 5,1 Prozent auf Afrika.

Bei den Personen-Ankünften hatte die Region Asien und Pazifik mit 12,5 Prozent die höchste durchschnittliche Zuwachsrate in den Jahren von 1950 bis 2008. Die jährlichen Zuwachsraten des Mittleren Ostens (10,2 Prozent) und Afrikas (8,1 Prozent) lagen ebenfalls über dem Durchschnitt. Die Zuwachsraten Europas (6,0 Prozent) sowie Nord-, Mittel- und Südamerikas (5,3 Prozent) waren hingegen unterdurchschnittlich. Werden nur die Jahre seit 2000 betrachtet, hatte der Mittlere Osten (10,6 Prozent) die höchste durchschnittliche Zuwachsrate bei den Personen-Ankünften. Bei Afrika (6,7 Prozent) und der Region Asien und Pazifik (6,6 Prozent) lagen die jährlichen Zuwachsraten ebenfalls über dem Durchschnitt.

Im Jahr 2007 entfielen 46,2 Prozent der Personen-Ankünfte (417,3 Mio.) auf nur zehn Staaten. Der Anteil der Top 5 – Frankreich (81,9 Mio.), Spanien (59,2 Mio.), USA (56,0 Mio.), China (54,7 Mio.) und Italien (43,7 Mio.) – lag bei einem knappen Drittel. Deutschland belegte mit 24,4 Millionen Personen-Ankünften den siebten Rang.

Entsprechend der Zunahme der Personen-Ankünfte sind auch die Einnahmen aus dem Tourismusverkehr gestiegen: Von lediglich 2,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 1950 über 106,5 Milliarden 1980 auf ihren bisherigen Höchststand von 944 Milliarden US-Dollar im Jahr 2008.

Im Jahr 2007 entfiel mit 433,4 Milliarden US-Dollar der größte Teil der Einnahmen wiederum auf Europa (50,6 Prozent). An zweiter Stelle stand die Region Asien und Pazifik (22,1 Prozent), gefolgt von Nord-, Mittel- und Südamerika (20,0 Prozent). Parallel zum Anteil an den Personen-Ankünften hatten der Mittlere Osten und Afrika auch den kleinsten Anteil an den Einnahmen aus dem Tourismusverkehr (4,0 bzw. 3,3 Prozent).

Knapp die Hälfte der Einnahmen aus dem Tourismusverkehr (426,5 Mrd. US-Dollar) entfiel 2007 auf nur zehn Staaten. Ein gutes Drittel der Einnahmen verteilte sich auf die Top 5: USA (96,7 Mrd. US-Dollar), Spanien (57,8 Mrd. US-Dollar), Frankreich (54,2 Mrd. US-Dollar), Italien (42,7 Mrd. US-Dollar) und China (41,9 Mrd. US-Dollar). Wie bei den Personen-Ankünften lag Deutschland auch bei den Einnahmen auf dem siebten Rang (36,0 Mrd. US-Dollar).

Kein Land gab im Jahr 2007 mehr Geld für den grenzüberschreitenden Tourismus aus als Deutschland (82,9 Mrd. US-Dollar). Rang zwei und drei belegten die USA (76,2 Mrd. US-Dollar) und Großbritannien (72,3 Mrd. US-Dollar). Darauf folgten Frankreich (36,7 Mrd. US-Dollar), China (29,8 Mrd. US-Dollar) und Italien (27,3 Mrd. US-Dollar).

Von den zehn Ländern, die 2007 am meisten für den grenzüberschreitenden Tourismus ausgaben, waren die Ausgaben pro Kopf bei den Briten mit 1.189 US-Dollar am höchsten. Ihnen folgten Deutsche mit 1.008 US-Dollar und Kanadier mit Ausgaben in Höhe von 755 US-Dollar pro Kopf.

Etwa vier Fünftel des grenzüberschreitenden Tourismusverkehrs entfallen auf den Tourismus innerhalb einer Region (intraregional). Ein Fünftel entfällt auf den Tourismusverkehr zwischen den Regionen (interregional). Allerdings verschiebt sich das Verhältnis zwischen interregionalem und intraregionalem Tourismusverkehr stetig in die gleiche Richtung: In den Prognosen der UNWTO wird davon ausgegangen, dass sich der Anteil des interregionalen Tourismusverkehrs bis zum Jahr 2020 auf etwa ein Viertel erhöht.

URL: http://www.bpb.de/wissen/2OW091,0,0,Tourismusverkehr.html

Trasnport- und Kommunikationskosten

Obwohl einzelne Güter schon früh über große Entfernungen transportiert wurden, hat sich das ökonomische Handeln den größten Teil der Menschheitsgeschichte auf die lokale Ebene bezogen. Auch heute spielt die lokale Ebene eine wichtige Rolle. Aber seit etwa 200 Jahren und noch einmal verstärkt in den vergangenen 50 Jahren hat der grenzüberschreitende Handel stetig an Bedeutung gewonnen. Neben expansiven Unternehmensstrategien ermöglichen vor allem sinkende Transport- und Kommunikationskosten die Ausweitung des grenzüberschreitenden Handels.

Seit 1930 sind sowohl die Kosten für den See- und Lufttransport als auch die Telekommunikationskosten massiv gesunken. Die Kosten für Seefracht und Lufttransport verringerten sich innerhalb von 70 Jahren um 65 bzw. 88 Prozent. Bei den Kommunikationskosten – etwa bei den Gebühren für ein dreiminütiges Telefongespräch von New York nach London – ist der Trend noch deutlicher: In Preisen von 1990 kostete dieses Gespräch 1930 knapp 245 US-Dollar, 1970 noch mehr als 30 US-Dollar und 2005 nur noch 30 US-Cent – eine Kostenreduzierung von 99,88 Prozent. Auch deshalb hat sich allein vom Ende der siebziger bis zum Ende der neunziger Jahre die Zahl der aus den USA ins Ausland telefonierten Minuten auf etwa 28 Milliarden verneunfacht.

Während die Kommunikationskosten vor allem aufgrund technischer Entwicklungen und der Entstehung eines Massenmarktes gesunken sind, profitierte der Transportsektor zusätzlich von relativ sinkenden Rohölpreisen seit Anfang der 1980er-Jahre bis zum Ende der 1990er-Jahre. Marktliberalisierungen wirkten sich in beiden Bereichen kostensenkend aus.

Erst die relativ sinkenden Kosten für Transport- und Kommunikation und die parallele Verbreitung globaler Transport- und Kommunikationsnetze haben neue Produktions-, Vermarktungs- und Absatzstrategien sowie einen allgemeinen globalen Austausch ermöglicht.

Dabei sind sinkende Transport- und Kommunikationskosten nicht nur eine Voraussetzung für die Globalisierung, sondern werden ihrerseits von ihr beeinflusst: Durch eine größere Nachfrage von Dienstleistungen im Kommunikationsbereich, wachsende Gütermengen im Transportwesen und schnellere Verbreitung technischer Entwicklungen können logistische Leistungen günstiger angeboten – und im nächsten Schritt wiederum stärker nachgefragt – werden. Erst wenn das Angebot langsamer wächst als die Nachfrage, steigen die Preise.

Während die Kommunikationskosten auch in den letzten Jahren weiter gesunken sind, haben vor allem die seit etwa zehn Jahren steigenden Energiekosten in vielen Bereichen zu einer Erhöhung der Transportkosten geführt. Genauso wie sinkende Transport- und Kommunikationskosten die Globalisierung beschleunigen, führen steigende Kosten zu einer Entschleunigung des grenzüberschreitenden Handels.

Allerdings ist der Anteil der Transportkosten bei vielen Produkten gegenwärtig so gering, dass sich auch deutliche Preissteigerungen kaum auf die Endverbraucherpreise auswirken müssen. So kostet etwa der Transport eines TEU-Containers mit mehr als 20 Tonnen Fracht von Asien nach Europa nicht mehr als ein Flug in der Economy-Class für einen Flugpassagier auf derselben Strecke. Der Transport einer Tonne Eisenerz von Australien nach Europa kostet durchschnittlich etwa 12 US-Dollar. Und bei einem Transport von Asien nach Europa liegt der Anteil der Seefrachtkosten bei einem Fernseher bei etwa 1,4 Prozent, bei einem Kilo Kaffee sogar nur bei einem Prozent.

URL: http://www.bpb.de/wissen/5TRK99,0,0,Transport_und_Kommunikationskosten.html

Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen

Um grundlegende Bedürfnisse befriedigen zu können, benötigt der Mensch je nach Region zwanzig bis fünfzig Liter unbelastetes Wasser pro Tag. Vielen Menschen bleibt dieser Mindestanspruch verwehrt: Im Jahr 2002 hatten 17 Prozent der Weltbevölkerung – deutlich über eine Milliarde Menschen – keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Etwa 2,5 Millionen Kinder sterben jährlich an Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser übertragen wurden.

Während die Trinkwasserversorgung in den ökonomisch entwickelten Staaten alle Menschen erreicht, sind in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten bzw. den ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten 21 bzw. 42 Prozent der Bevölkerung vom Zugang zu sauberem Trinkwasser ausgeschlossen. Auf dem Land liegen die entsprechenden Anteile sogar bei 30 bzw. 50 Prozent.
In einigen afrikanischen und asiatischen Staaten erreicht die Wasserversorgung nur ein Drittel der Menschen, in Afghanistan hatten im Jahr 2002 nur 13 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Im selben Jahr hatten weltweit über 2,6 Milliarden Menschen, etwa 42 Prozent der Weltbevölkerung, keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen bzw. geregelter Abwasserentsorgung. In Südasien und im subsaharischen Afrika ist der Anteil der Unterversorgung mit rund 65 Prozent der Bevölkerung am größten. Der Zugang zu Sanitäreinrichtungen ist wiederum nur in den ökonomisch entwickelten Staaten für die ganze Bevölkerung garantiert.

Das Versorgungsniveau ist nicht nur eine Frage der Verfügbarkeit, sondern wird auch durch finanzielle Ressourcen bestimmt. Beispielsweise beträgt das Pro-Kopf-Speichervolumen der Stauseen in den USA oder Australien mehr als das Hundertfache derer in Äthiopien. Nur die hohen Investitionen in die Wasserspeicherung ermöglichen einen täglichen Wasserverbrauch von 700 Litern pro Kopf in den USA bzw. von 3100 Litern in Südkalifornien.

Trotz der ungleichen Verteilung der natürlichen und ökonomischen Ressourcen, der elementaren Bedeutung der Ressource Wasser und der Tatsache, dass es weltweit über 250 grenzüberschreitende Flüsse gibt, liegt der letzte "Wasserkrieg" Jahrtausende zurück. Spannungen und politische Auseinandersetzungen sind zwar häufig, im Normalfall münden diese allerdings in Nutzungsabkommen. Weltweit existieren mehr als 3.800 unilaterale, bilaterale oder multilaterale Erklärungen und Konventionen, die die Wassernutzung regeln.

URL: http://www.bpb.de/wissen/VKR6QY,0,0,Trinkwasser_und_Sanit%E4reinrichtungen.html

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UN - United Nations

Der Völkerbund war der erste Versuch, eine politische Weltorganisation zu schaffen. Da sich die USA am Völkerbund nicht beteiligten und andere wichtige Staaten austraten, blieb er jedoch unbedeutend. Noch während des Zweiten Weltkriegs nahmen der britische Premierminister Churchill und der amerikanische Präsident Roosevelt die Idee einer Weltfriedensorganisation wieder auf. Allerdings sollte sich die Weltgemeinschaft diesmal so organisieren, dass sie sowohl legitimiert als auch handlungsfähig sein würde. Anfang 1942 unterzeichneten nach den USA, Großbritannien, der Sowjetunion und China 22 weitere Nationen die "Erklärung der Vereinten Nationen". Am 26. Juni 1945 beschlossen 50 Staaten in San Francisco die Charta der Vereinten Nationen (UN) – Polen folgte als 51. Gründungsmitglied am 15. Oktober 1945. Am 24. Oktober 1945 trat die Charta der UN in Kraft.

Die UN gewährleisteten in der Vergangenheit die Kommunikation im Kalten Krieg und begleiteten den Übergang von der Kolonialzeit zur Ära der unabhängigen Nationalstaaten – zwei Drittel der Staaten, die jetzt Mitglieder der UN sind, sind aus diesem Prozess hervorgegangen. Sie haben die Menschenrechte und Grundfreiheiten im globalen Rahmen kodifiziert, zahlreiche Friedenseinsätze durchgeführt und sich verschiedener globaler Probleme angenommen. Schließlich fördern die UN den Dialog zwischen den ökonomisch starken und schwachen Staaten.

Den UN gehören 192 Staaten und damit fast alle Staaten der Welt an. In den UN sind die Mitgliedstaaten durch ihre jeweiligen Regierungen vertreten. Die UN sind damit die einzige Organisation, die eine universelle Akzeptanz für sich in Anspruch nehmen kann.

Artikel 17 der UN-Charta bestimmt, dass die Ausgaben der UN von den Mitgliedstaaten zu tragen sind. Der sogenannte Beitragsausschuss ermittelt mit Hilfe eines komplexen Schlüssels die Beitragshöhe jedes einzelnen Mitglieds. Prinzipiell bestimmen ökonomische Faktoren wie zum Beispiel das Bruttonationaleinkommen und die Schuldenlast die Höhe des jeweiligen Beitrags. Statistisch werden dabei Zeiträume von bis zu sechs Jahren erfasst. Zudem erhalten Staaten mit einem niedrigen Pro-Kopf-Einkommen Abschläge und Staaten mit einem hohen Pro-Kopf-Einkommen Zuschläge auf den Beitragssatz. Für den Beitragssatz wurde eine Kappungsgrenze von 22 Prozent festgelegt (die faktisch nur die USA betrifft), der Mindestbeitragssatz liegt bei 0,001 Prozent. Wenn ein Mitglied mit der Zahlung seiner finanziellen Beiträge zwei Jahre im Rückstand ist, verliert es sein Stimmrecht in der Generalversammlung. Die Friedensmissionen der UN werden über eine gesonderte Kostenumlage finanziert, ebenso die Internationalen Strafgerichtshöfe für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda. Darüber hinaus werden die Programme und Fonds der UN aus freiwilligen Beiträgen der Mitgliedstaaten finanziert.

Die drei größten Beitragszahler in den Jahren 2007 bis 2009 sind die USA (22,0 Prozent), Japan (16,6 Prozent) und Deutschland (8,6 Prozent) – sie finanzieren zusammen fast die Hälfte des gesamten Haushalts, der in der Zwei-Jahres-Periode 2008/2009 bei 4,865 Milliarden US-Dollar liegt. Auf den nächsten Plätzen folgen Großbritannien (6,6 Prozent), Frankreich (6,3 Prozent) und Italien (5,1 Prozent).

Die Hauptorgane der UN sind die Generalversammlung, der Sicherheitsrat, der Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC), der Treuhandrat, der Internationale Gerichtshof (IGH/ICJ) und das Sekretariat, an dessen Spitze der Generalsekretär steht. Zum UN-System gehören eine Vielzahl von Unterorganen, Spezialorganisationen, Sonderorganisationen und andere zwischenstaatliche Institutionen, die zum großen Teil erst im Laufe der Jahre gegründet wurden.

Der Generalversammlung gehören alle 192 Mitgliedstaaten der UN an. Der Sicherheitsrat hat 15 Mitglieder. Neben den fünf ständigen Mitgliedern China, Frankreich, Großbritannien, Russland und den USA wählt die Generalversammlung die anderen zehn Mitglieder für jeweils zwei Jahre. Jedes Jahr wechseln fünf nichtständige Mitglieder.

Während die Generalversammlung als zentrales Beratungsorgan lediglich völkerrechtlich nicht verbindliche Resolutionen erlassen kann, kann der Sicherheitsrat als einziges Gremium für alle UN-Mitglieder bindende Beschlüsse fassen.

Die komplexe Organisation der UN ist unvermeidbar, aber nicht unproblematisch. Angesichts der Aufgabenverschiebung und der wachsenden Anzahl der Institutionen wird die Koordination immer schwieriger. Hinzu kommt, dass die politische Praxis der UN auf den Prinzipien Konsens und Kompromiss beruht. Durch unterschiedliche politische Interessen, Traditionen und Herrschaftsformen sind die Entscheidungsprozesse häufig schwierig und langsam.

Um die Handlungsfähigkeit der UN zu erhöhen, müssen die Mitgliedstaaten die UN nicht nur politisch unterstützen und ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen, sondern auch die Reform der UN vorantreiben. Im Mittelpunkt steht dabei die Reform des Sicherheitsrats, die Frage nach einer Kompetenzerweiterung des Generalsekretärs bzw. die Veränderung des institutionellen Aufbaus der UN sowie die Finanz- und Managementreform. Der im März 2005 vom damaligen Generalsekretär Kofi Annan präsentierte Bericht "In größerer Freiheit" ("In Larger Freedom") gilt als das bisher umfassendste Konzept zur Reform der UN. Als weitgehend konsensfähig gilt eine Erweiterung des Sicherheitsrats, damit die bislang nicht vertretenen Weltregionen Afrika, Lateinamerika und Südasien mit einem ständigen Sitz ausgestattet und weitere politische bzw. ökonomische Schwergewichte berücksichtigt werden können – allerdings ist die konkrete Ausgestaltung der Erweiterung heftig umstritten.

URL: http://www.bpb.de/wissen/7WLR9U,0,0,UN_%96_United_Nations.html

UN-Friedenseinsätze

Die Friedenseinsätze der Vereinten Nationen (UN) haben sich zu einem wichtigen Instrument des UN Sicherheitsrats bei der Wahrnehmung seiner Verantwortung für den Frieden entwickelt. Noch nie in der 61-jährigen Geschichte der Friedenseinsätze waren so viele Menschen für friedenserhaltende oder friedensstiftenden Maßnahmen der UN im Einsatz wie im September 2009: gut 96.000 Uniformierte – also Soldaten, Polizisten und Militärbeobachter – sowie etwa 20.000 Zivilpersonen.

Noch zu Beginn der 1990er-Jahre war das Ziel oft, Frieden zu schaffen. Heute tendiert der Sicherheitsrat vor allem wegen der Rückschläge in Somalia, Ruanda und dem ehemaligen Jugoslawien zum klassischen Mandat der Friedenserhaltung bei dem die Konfliktparteien ihr Einverständnis erteilen. Das Mandat der Friedenstruppen wird durch den Sicherheitsrat in der Regel halbjährlich verlängert.

Seit 1948 wurden 63 friedenserhaltende oder friedensstiftende Maßnahmen beschlossen. Gegenwärtig betreibt das Department of Peacekeeping Operations (DPKO) 15 unterschiedliche Missionen – davon sieben in Afrika, drei im Nahen Osten, jeweils zwei in Europa und der Region Asien-Pazifik und eine in Mittelamerika. Hinzu kommen zwei vom DPKO unterstützte politische Missionen in Afghanistan (UNAMA) und Burundi (BINUB) sowie die UN Assistence Mission for Irak (UNAMI) und die UN Mission in Nepal (UNMIN).

Ende September 2009 stellten 116 verschiedene Staaten das uniformierte Personal der Friedenseinsätze. Die meisten Soldaten, Polizisten und Militärbeobachter stammten dabei aus Pakistan (10.580), Bangladesch (9.458), Indien (8.752), Nigeria (5.985), Nepal (4.211), Ägypten (3.895), Ruanda (3.595), Jordanien (3.545), Ghana (3.154) und Äthiopien (2.686) – allein diese zehn Staaten stellten 58,1 Prozent des uniformierten Personals.

Die Einsätze werden von allen Mitgliedern der Vereinten Nationen (UN) finanziert. Die Generalversammlung legt den genauen Finanzierungsschlüssel fest. Prinzipiell bestimmen ökonomische Faktoren wie zum Beispiel das Bruttonationaleinkommen und die Schuldenlast die Höhe des Beitrags der einzelnen Staaten. Statistisch werden dabei Zeiträume von bis zu sechs Jahren erfasst. Staaten mit einem niedrigen pro Kopf Einkommen erhalten Abschläge und Staaten mit einem hohen pro Kopf Einkommen Zuschläge auf den Beitragssatz. Zudem müssen sich die ständigen Mitglieder des UN Sicherheitsrats, wegen ihrer Gesamtverantwortung im UN System, stärker an der Finanzierung beteiligen.

Nach dem Finanzierungsschlüssel hatten Mitte 2009 die zehn größten Beitragszahler einen Anteil von 82,8 Prozent an den finanziellen Aufwendungen: USA (26,0 Prozent), Japan (16,6 Prozent), Deutschland (8,6 Prozent), Großbritannien (7,8 Prozent), Frankreich (7,4 Prozent), Italien (5,1 Prozent), China (3,1 Prozent), Kanada (3,0 Prozent), Spanien (3,0 Prozent) und Südkorea (2,2 Prozent).

In der Zeit vom 01. Juli 2007 bis zum 30. Juni 2008 betrug das Budget für die Friedenseinsätze rund 7,75 Milliarden US-Dollar. Auch für den Zeitraum Juli 2009 bis Juni 2010 liegen die voraussichtliche Kosten bei mehr als 7,7 Milliarden US-Dollar. Knapp 80 Prozent dieser Kosten entfallen auf Friedensmissionen in Afrika, insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, in Liberia und Côte d’Ivoire. Zwischen 1948 und Mitte 2008 wurden insgesamt etwa 61 Milliarden US-Dollar für die Friedenseinsätze ausgegeben.

Zusätzlich zu den finanziellen Aufwendungen unterstützen viele Staaten die Friedenseinsätze auch mit Leistungen, die über ihre festgelegten Verpflichtungen hinausgehen (zum Beispiel Transportleistungen, Materialaufwendungen und Personal).

URL: http://www.bpb.de/wissen/NS1FCS,0,0,UN_Friedenseins%E4tze.html

UN-Global Compact

Die Globalisierung hat einerseits den Einfluss von Multinationalen Unternehmen stark erhöht, andererseits auch den Legitimationsdruck auf die "Global Players" wachsen lassen. Die Folge ist, dass die Geschäfts- und Produktionspraktiken mehrerer Großkonzerne öffentlich kritisiert wurden – so zum Beispiel Nike für die schlechten Arbeitsbedingungen in asiatischen Zuliefererfirmen, Shell für das Vorhaben die Ölplattform Brent Spar im Atlantik zu versenken oder die gesamte Pharmabranche, die das Patentrecht über die Arzneimittelversorgung der Menschen in armen Staaten stellte.

Zusammengefasst lautet die Kritik, dass global tätige Unternehmen nicht nur an Gewinnen interessiert sein dürfen, sondern auch die sozialen und ökologischen Folgen ihrer weltweiten Operationen berücksichtigen müssen.

Mit der Vision der Globalisierung ein "menschliches Antlitz" zu verleihen, lud der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 1999, den privaten Sektor ein, eine "Partnerschaft" mit den Vereinten Nationen einzugehen: Der Global Compact (GC) ist wohl die prominenteste Initiative zur Förderung von verantwortungsvollen Unternehmenspraktiken. Unternehmen sollen dabei durch freiwillige Selbstverpflichtung gutes Unternehmensbürgertum (Corporate Citizenship) demonstrieren sowie soziale und ökologische Verantwortung (Corporate Social Responsibility – CSR) übernehmen.

Unternehmen, die dem GC beitreten, verpflichten sich (in allen Staaten, in denen sie tätig sind) die zehn Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, Umwelt und Korruptionsbekämpfung einzuhalten. Durch diese Initiative wird der Kreis der Global Governance Akteure um ökonomische Akteure erweitert.

Der Global Compact ist kein Regulierungsinstrument, sondern ein Lern- und Dialogforum mit dem Ziel gesellschaftliches Engagement von Unternehmen zu fördern. Er bietet eine Diskussionsplattform und bringt alle relevanten Akteure zusammen. Unternehmen sollen ihre Geschäftspraktiken vorstellen und im Austausch mit Stakeholdern "Best Practices", also gute Beispiele mit Vorbildfunktion, generieren.

Während die Unternehmen den freiwilligen Charakter des Paktes begrüßen und sich ihm auch deshalb gerne anschließen, kritisieren zivilgesellschaftliche Organisationen gerade die Freiwilligkeit und fordern einen verbindlichen Ordnungsrahmen auf globaler Ebene. Sie befürchten eine Vereinnahmung der Vereinten Nationen durch die Unternehmen und unterstellen diesen, lediglich den guten Ruf der UN für eigene Werbezwecke zu missbrauchen.

Obwohl die einzelnen Leistungen freiwilliger CSR-Aktivitäten von Unternehmen nicht verkannt werden dürfen, können CSR-Aktivitäten langfristig nur erfolgreich sein, wenn sie in einen verbindlichen Ordnungsrahmen eingebettet sind.

Trotz vorhandener Schwierigkeiten sehen zivilgesellschaftliche Organisationen in den Vereinten Nationen die einzige global legitimierte Instanz, die in der Lage ist, transparente Verhandlungsprozesse anzuregen bei denen Staaten, Zivilgesellschaft und Unternehmen im Rahmen von Global Governance ihren Beitrag zu einem ordnungspolitischen Rahmen auf globaler Ebene leisten können.

URL: http://www.bpb.de/wissen/A32P19,0,0,UN_Global_Compact.html

Uran-Anreicherung

In einer Urananreicherungsanlage wird Natururan („Feed“) in zwei Fraktionen getrennt, von denen die eine („Product“) gegenüber dem Ausgangsstoff einen höheren, die andere („Tails“) einen niedrigeren Anteil an 235U besitzt. Kernreaktoren der gängigsten Typen (Druckwasser- und Siedewasserreaktoren) werden meistens mit Uran beschickt, dessen 235U-Gehalt auf 3 bis 5 % erhöht worden ist. In Schwerwasser- und Graphit-moderierten Reaktoren kann auch Natururan zum Einsatz kommen. Für Kernwaffen ist eine sehr hohe Anreicherung erforderlich (typischerweise mindestens 85 %); dieses Urangemisch wird auch als hochangereichertes Uran (engl. highly enriched uranium, HEU) bezeichnet. Die von einer Trenneinrichtung verrichtete Arbeit wird in kg Urantrennarbeit (kg UTA) bzw. Tonnen Urantrennarbeit (t UTA) ausgedrückt. In der englischen Fachliteratur wird diese Einheit als SWU (Separative Work Unit) bezeichnet. Eine große Anlage besitzt eine Jahreskapazität in der Größenordnung einiger 1000 t UTA. Die gängigen industriellen Verfahren setzen als Verfahrensmedium Uranhexafluorid (UF6) ein, die einzige chemische Verbindung des Urans, die bei Raumtemperatur eine für den Trennvorgang ausreichende Flüchtigkeit besitzt (etwa 100 mbar Dampfdruck bei Raumtemperatur).

Als Nebenprodukt der Anreicherung entsteht abgereichertes Uran mit einem 235U-Gehalt von ca. 0,3 %. Im Falle der Anreicherung zu zivilen Zwecken fallen etwa 5,5 Tonnen abgereichertes Uran je Tonne Kernbrennstoff an. Das abgereicherte Uran wird unter anderem wegen seiner hohen Dichte in Ausgleichsgewichten für Flugzeugtragflächen und Renn-Yachten und militärisch in Uranmunition verwendet. Für solche Zwecke werden aber bisher nur etwa 5 % des anfallenden abgereicherten Urans genutzt, der Rest wird eingelagert. Das Hauptinteresse an diesem Material, besonders von Russland, besteht in der Verwendung als Mischmaterial („Blender-Material“) für die Umwandlung hochangereicherten (militärischen) Urans in schwachangereichertes (ziviles) Uran für den Einsatz in Leichtwasser-Reaktoren. Hier sei besonders die Abrüstungsaktion nach dem START-II-Abkommen genannt: „Megatonnen zu Megawatt“. Laut dem Atomgesetz der Bundesrepublik Deutschland gilt abgereichertes Uran als Wertstoff.

Den größten Anteil an der weltweit installierten Gesamtanreicherungskapazität haben immer noch die Diffusionsanlagen (siehe unten). Der Produktionsanteil der Zentrifugenanlagen steigt jedoch in zunehmendem Maße aufgrund der technischen Dominanz der fortschrittlichen Gaszentrifugen. In Frankreich soll demnächst die bestehende Gasdiffusionsanlage (Georges Besse I) durch eine moderne Zentrifugenanlage (Georges Besse II) ersetzt werden. Zwei neue Zentrifugenanlagen sind in den USA geplant.

Die Laseranreicherung, in deren Entwicklung erhebliche Mittel investiert wurden, konnte die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Die meisten Länder haben sich aus dieser Technologie inzwischen zurückgezogen oder den Forschungsaufwand zumindest deutlich reduziert.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Uran-Anreicherung

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Verstädterung

Im Zuge des Anstiegs der Weltbevölkerungszahl von 2,5 Milliarden Menschen im Jahr 1950 über 6,5 Milliarden 2005 auf schätzungsweise 8,2 Milliarden im Jahr 2030 verändern sich auch die jeweiligen Anteile der Land- und Stadtbevölkerung. Lebten 1950 nur 29 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, sind es gegenwärtig schon etwa die Hälfte. Bis 2030 wird sich der Anteil nach Schätzungen des UN/DESA auf etwa 61 Prozent weiter erhöhen.

Bereits heute leben in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten zweieinhalb so viele Städter wie in den ökonomisch entwickelten Staaten. In Afrika hat sich die absolute Zahl der Stadtbevölkerung zwischen 1950 und 2005 mehr als verzehnfacht, in Asien im selben Zeitraum nahezu versiebenfacht. Allein in China und Indien hat sich die absolute Zahl der Stadtbevölkerung seit 1950 um über 715 Millionen erhöht. Im Jahr 2030 werden in China 875 Millionen und in Indien 600 Millionen Städter leben.
Die Hauptgründe für die absolute und relative Zunahme der Stadtbevölkerung in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten sind das hohe Bevölkerungswachstum auf der einen und der Zuzug von Personen aus ländlichen Gebieten auf der anderen Seite.

Parallel zum Wachstum der Stadtbevölkerung hat sich auch die Anzahl der Millionenstädte erhöht. Existierten im Jahr 1800 weltweit nur zwei Millionenstädte, waren es 1900 schon 17 – neun in Europa, vier in Nordamerika und vier in Asien. Von den 86 Millionenstädten im Jahr 1950 befanden sich etwa die Hälfte in Europa (30) und Nordamerika (14). Im Jahr 2000 lagen 194 der weltweit 387 Millionenstädte in Asien. In Europa (62) und Nordamerika (41) gab es im selben Jahr zusammen kaum mehr Millionenstädte als in Südamerika und der Karibik (49), Afrika (35) und Ozeanien (6). Auch die Größe der Städte hat sich gewaltig gewandelt. Im Jahr 1800 hatten die 100 größten Städte durchschnittlich 187.000 Einwohner, im Jahr 1900 waren es bereits 725.000. Nur 50 Jahre später lag die durchschnittliche Einwohnerzahl der 100 größten Städte bei 2,2 Millionen und im Jahr 2000 stieg die entsprechende Zahl auf 6,3 Millionen.
In 19 der 100 größten Städte lag die Einwohnerzahl im Jahr 2000 bei über 10 Millionen. Für 2015 wird sich die Zahl der so genannten Megacitys auf schätzungsweise 23 erhöhen, wobei in fünf dieser Städte über 20 Millionen Menschen leben werden.

44 der 100 größten Städte befanden sich im Jahr 2000 in Asien; 16 lagen in Südamerika und der Karibik, jeweils 15 in Europa und Nordamerika, acht in Afrika und zwei in Ozeanien. 100 Jahre zuvor lagen noch 53 der 100 größten Städte in Europa und 22 in Asien. 200 Jahre zuvor glich das Verhältnis zwischen Asien und Europa eher dem heutigen, denn im Jahr 1800 befanden sich 65 der 100 größten Städte in Asien und lediglich 28 in Europa.

Gerade in den ökonomisch am wenigsten entwickelnden Staaten besteht das Problem, dass die Städte durch den Zuzug der armen Landbevölkerung vor unlösbare Probleme gestellt werden. Vielfach kann die Infrastruktur nicht mit der Expansion der Städte mithalten. Dies kann dazu führen, dass sogar elementare Bedürfnisse wie die Wasserversorgung nicht mehr befriedigt werden können. Die Wasserverfügbarkeit ist häufig nicht nur zu gering, sondern wird dauerhaft übernutzt und meistens durch Verschmutzung durch große Abwassermengen zusätzlich verringert.
Die unkontrollierte Zuwanderung in die Städte, das rasante Bevölkerungswachstum und die hieraus resultierende Überforderung der Infrastruktur hat die Verslumung großer städtischer Gebiete zur Folge. Gegenwärtig leben etwa 30 Prozent aller Städter – etwa eine Milliarde Menschen – in Slums mit dürftiger Wasserversorgung bzw. Abwasserentsorgung, unzureichender Hygiene und häufig fehlendem staatlichen Schutz.

URL: http://www.bpb.de/wissen/6ODQKG,0,0,Verst%E4dterung.html

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Währungsreserven ökonomisch sich entwickelnder Staaten

Die Währungsreserven in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten haben in erster Linie die Funktion, den eigenen Wechselkurs in bestimmten Bandbreiten zu stabilisieren und Währungsspekulationen abzuwehren. Starke Wechselkursschwankungen haben ungewollte Folgen für Import- und Exportpreise, Zinsbewegungen, Einkommen und die Staatseinnahmen.

Parallel zur zunehmenden Einbindung der ökonomisch sich entwickelnden Staaten in die weltweiten Produktions- und Handelsbeziehungen sind die Währungsreserven massiv gestiegen. Allein von 1980 bis 1995 erhöhten die ökonomisch sich entwickelnden Staaten ihre Währungsreserven von 153 Milliarden US-Dollar auf 603 Milliarden US-Dollar und damit um knapp 300 Prozent. In dem kürzeren Zeitraum von 1995 bis 2006 stiegen die Währungsreserven nochmals um mehr als 380 Prozent auf 2.919 Milliarden US-Dollar.

Noch deutlicher werden die Bemühungen der ökonomisch sich entwickelnden Staaten beim Aufbau von Währungsreserven, wenn diese in Relation zu den Importen gesetzt werden. Hierfür wird der Reservebestand eines Jahres durch den durchschnittlichen Wert der monatlichen Importe desselben Jahres geteilt. Im Jahr 1980 entsprach die Höhe der Währungsreserven etwa dem vierfachen Wert des durchschnittlichen Monats-Imports. 1995 hatten die Währungsreserven bereits einen Wert, der knapp das sechsfache des Wertes eines Monats-Imports betrug. Und im Jahr 2006 erreichte die Höhe der Währungsreserven ihren bisherigen Höhepunkt – die Reserven der ökonomisch sich entwickelnden Staaten entsprachen dem zehnfachen Wert ihres durchschnittlichen Monats-Imports.

Die Tatsache, dass hohe Bestände an Währungsreserven vor allem für Staaten wichtig sind, die stark in den grenzüberschreitenden Warenhandel eingebunden sind, findet ihre Entsprechung in der Höhe der Währungsreserven der Hauptexporteure von Fertigwaren. In der Gruppe der ökonomisch sich entwickelnden Staaten hatten die Hauptexporteure von Fertigwaren im Jahr 2006 Währungsreserven in Höhe von 2.270 Milliarden US-Dollar; dies entsprach einem Anteil von knapp 78 Prozent an den Währungsreserven aller ökonomisch sich entwickelnden Staaten.

Allein die Währungsreserven Chinas machten mit 1.068 Milliarden US-Dollar 36,6 Prozent aller Währungsreserven der ökonomisch sich entwickelnden Staaten im Jahr 2006 aus. Auf China, Taiwan (266 Mrd. US-Dollar), Südkorea (239 Mrd. US-Dollar) und Indien (171 Mrd. US-Dollar) entfielen zusammen knapp 60 Prozent der Währungsreserven.

Bezogen auf die jeweiligen durchschnittlichen Monats-Importe lag der Wert der Währungsreserven der Hauptexporteure von Fertigwaren über dem Wert der ökonomisch sich entwickelnden Staaten insgesamt. In Indien betrug der Wert der Währungsreserven im Jahr 2006 knapp das zwölffache und in China sogar mehr als das sechzehnfache des Wertes des jeweiligen durchschnittlichen Monats-Imports.

URL: http://www.bpb.de/wissen/REHJU6,0,0,W%E4hrungsreserven_%F6konomisch_sich_entwickelnder_Staaten.html

Währungsreserven und Devisenumsatz

Seit dem Zerfall der Weltwährungsordnung von Bretton Woods in der ersten Hälfte der 1970er Jahre und der anschließenden Liberalisierung des grenzüberschreitenden Kapitalverkehrs sind der Bestand an und der Handel mit Devisen stark gestiegen, ersterer auf das neunfache, letzterer auf das 16-fache seit Beginn der 1980er Jahre. Der Umfang des Devisenhandels – der überwiegend nicht als Kassa- sondern als Terminhandel stattfindet – betrug von Beginn an ein Vielfaches des Devisenbestandes und ein Vielfaches des Betrages, der für die Abwicklung von grenzüberschreitenden Handels- und Direktinvestitionsströmen (einschließlich der Sicherung dieser Ströme gegen Wechselkursschwankungen) erforderlich wäre.

In den Jahren 1989 bis 1998 wechselten an jedem Handelstag Devisen im Wert von fast dem gesamten Währungsbestand den Besitzer. Dies deutet darauf hin, dass Devisenhandel zu erheblichen Teilen aus der Spekulation mit Aktien, Anleihen, Derivaten, Währungen und anderen Vermögensgegenständen resultiert, für die eine Preis- oder Kursänderung erwartet wird.

Der Einbruch im Handel zwischen 1999 und 2001 ist vor allem auf die Einführung der Europäischen Währungsunion und den damit verbundenen Ersatz von elf (später zwölf) Währungen durch den Euro zurückzuführen. Zwischen 2001 und 2004 nahmen beide Größen stärker zu, als in allen Dreijahresperioden davor. Erstmals stiegen jedoch die Währungsreserven mit plus 88 Prozent stärker, als der Devisenhandel (plus 57 Prozent). Das ist vor allem darauf zurück zu führen, dass einige Zentralbanken (vor allem die japanische und die chinesische) große Devisenbestände anhäuften, um sich gegen Finanzkrisen und spekulative Attacken auf ihre Währungen abzusichern.

Die internationalen Währungsreserven werden überwiegend in Dollar gehalten. So betrug der Dollar-Anteil Mitte der 1990er Jahre fast zwei Drittel aller Währungsreserven. Er erhöhte sich im Jahre 2000 auf über drei Viertel (76 Prozent) und lag Ende 2005 wieder bei fast zwei Drittel.

Die führende Position im Devisenhandel hält relativ unangefochten die Londoner City, auf die fast ein Drittel (31,3 Prozent) des gesamten weltweiten Devisenhandels entfällt. In großem Abstand folgen die USA (19,2 Prozent), und danach mit noch größerem Abstand Japan (8,3 Prozent), Deutschland (4,9 Prozent), Hongkong (4,2 Prozent) und Frankreich (2,6 Prozent). Die verbleibenden 29,5 Prozent entfallen auf 46 weitere Staaten.

URL: http://www.bpb.de/wissen/DJ91QC,0,0,W%E4hrungsreserven_und_Devisenumsatz.html

Waldbestände

Etwa 30 Prozent der weltweiten Landoberfläche sind mit Wäldern bedeckt – insgesamt eine Fläche von 3,95 Milliarden Hektar (ha). Allerdings ist der Waldbestand sehr unterschiedlich verteilt. Auf die zehn Staaten mit dem größten Waldbestand entfallen zwei Drittel des weltweiten Waldbestandes, allein Russland hat eine Waldfläche von über 800 Millionen Hektar. Demgegenüber haben sieben Staaten der Welt gar keinen Wald und in insgesamt 57 Staaten bedeckt der Wald nur zehn Prozent der Gesamtfläche – die meisten davon liegen in Nordafrika, Westasien oder sind kleinere Inseln.

Seit Jahrzehnten schreiten die weltweiten Waldverluste weiter voran, allerdings hat sich das Tempo leicht verringert: Während zwischen 1990 und 2000 im Durchschnitt noch 0,22 Prozent (8,87 Mio. ha) des weltweiten Waldbestandes pro Jahr verloren gingen, waren es im Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2005 0,18 Prozent (7,32 Mio. ha). Hauptursache für die Waldverluste ist die Umwandlung von Wald- in Ackerfläche; etwa 13 Millionen Hektar Wald gehen so Jahr für Jahr verloren. Auf der anderen Seite stehen Waldzuwächse durch Aufforstung, Wiederaufforstung und durch die natürliche Ausbreitung des Waldes.

Von 2000 bis zum Jahr 2005 hat die Waldfläche in Ostasien um durchschnittlich 3,84 Millionen ha pro Jahr zugenommen, mehr als in jeder anderen Region. Auch in Europa hat sich im selben Zeitraum der Waldbestand erhöht, um 0,66 Millionen ha. Demgegenüber hatten Südamerika (-4,25 Mio. ha), Afrika
(-4,04 Mio. ha) sowie Süd- und Süd-Ostasien (-2,85 Mio. ha) zwischen 2000 und 2005 die größten Waldverluste pro Jahr.
Fast 70 Prozent aller Waldverluste der Jahre 2000 bis 2005 entfallen auf nur 10 Staaten. Allein Brasilien (-3,1 Mio. ha), Indonesien (-1,87 Mio. ha) und der Sudan (-0,59 Mio. ha) sind für 47 Prozent der weltweiten Waldverluste verantwortlich. Jährlich 3,1 Mio. ha Waldverlust in Brasilien entsprechen einem durchschnittlichen Waldverlust von 5,9 ha pro Minute, das ist eine Waldfläche in der Größe von gut neun Fußballfeldern.
Deutlich über 90 Prozent der weltweiten Waldzuwächse zwischen 2000 und 2005 sind in nur zehn Staaten zu finden. Allein China hat mit einem durchschnittlichen Waldzuwachs von 4,06 Millionen Hektar pro Jahr einen Anteil von knapp 73 Prozent am weltweiten Waldzuwachs.

Etwa 36 Prozent des weltweiten Waldbestandes sind Urwälder. Da Urwälder als Ökosysteme einzigartig sind, eine besondere Bedeutung im Hinblick auf die Biodiversität haben und für viele natürliche Kreisläufe – Wasser, Böden, Klima – unverzichtbar sind, ist ihre Zerstörung ein besonderes Problem. Umso dramatischer ist es, dass jährlich sechs Millionen Hektar Urwald komplett zerstört oder unwiederbringlich verändert werden. Im Hinblick auf den Klimawandel ist der Verlust katastrophal, da gerade alte Baumbestände viel Kohlenstoff akkumulieren, weswegen der Erhalt von Waldflächen Vorrang vor Neuanpflanzung haben sollte.

Waldplantagen machen 3,8 Prozent (140 Mio. ha) des weltweiten Waldbestandes aus. 78 Prozent der Waldplantagen werden als "produktive Plantagen" für die Produktion von Holz und Papierfasern genutzt, 22 Prozent gelten als "protektive Plantagen", die in erster Linie Böden und Wasservorkommnisse schützen sollen. Die Fläche der Waldplantagen hat in den Jahren von 2000 bis 2005 um jährlich 2,8 Millionen ha zugenommen, davon entfielen 87 Prozent auf die "produktiven Plantagen".

Quelle: http://www.bpb.de/wissen/0XZOJP,0,0,J%E4hrliche_Ver%E4nderung_der_Waldbest%E4nde.html

Warenexport

Im Jahr 2007 wurden weltweit Waren im Wert von gut 13.600 Milliarden US-Dollar exportiert. 42,4 Prozent des Exports stammten aus Europa, knapp 28 Prozent aus Asien und 13,6 Prozent aus Nordamerika. Die anderen Regionen der Welt führten lediglich etwa 16 Prozent aller Exporte aus.

Im zeitlichen Verlauf erhöhte sich der Anteil Europas am weltweiten Warenexport von 1948 bis 1973 von 35,1 auf 50,8 Prozent. Seitdem liegt der Anteil relativ stabil zwischen 42 und 46 Prozent. Während der Anteil Asiens am weltweiten Warenexport seit Anfang der 1970er Jahre rasant zunahm und sich innerhalb der letzten 35 Jahre fast verdoppelte, verringerten sich die Exportanteile von Nord-, Süd-, Mittelamerika und Afrika zwischen 1948 und 2003 kontinuierlich. Für Nordamerika setzte sich dieser Trend auch bis 2007 fort, die Exportanteile Süd- und Mittelamerikas sowie Afrikas lagen hingegen 2007 höher als 2003.

Wird die Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Regionen berücksichtigt, relativieren sich die Exportanteile der Regionen. Da sich der Anteil Europas an der Weltbevölkerung in den letzten 35 Jahren um 35 Prozent verringerte (von etwa 17 auf rund 11 Prozent), können die stabilen Exportanteile Europas seit Anfang der 1980er Jahre auch als relative Steigerung interpretiert werden.

Bei den Regionen Asien und Nordamerika wird der jeweilige Trend abgeschwächt, da der Anteil Asiens an der Weltbevölkerung kontinuierlich gestiegen und der Bevölkerungsanteil Nordamerikas stetig gesunken ist. Von einer relativen Trendumkehr sind jedoch beide Regionen weit entfernt.

Bei Afrika, Süd- und Mittelamerika führt die Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung zu einer Verstärkung des Trends: Die ohnehin abnehmenden Exportanteile der beiden Regionen werden relativ – durch jeweils steigende Anteile an der Weltbevölkerung – weiter verringert.

Weltweit konzentriert sich der Export stark auf bestehende Wirtschaftsblöcke bzw. auf die einzelnen Regionen. Im Jahr 2007 entfielen 68,1 Prozent des Exports der EU auf die EU-Mitgliedstaaten. Die Staaten des NAFTA exportierten 51,3 Prozent ihres Warenexports innerhalb der eigenen Grenzen. Und auch in Asien lag der Anteil der Warenexporte, die in die eigene Region ausgeführt wurden, bei 49,7 Prozent.

Weiter wurden 2007 knapp 62,7 Prozent des weltweiten Exports von OECD-Staaten exportiert. 94,1 Prozent des Warenexports wurden von Staaten ausgeführt, die Mitglied der WTO sind; 1948 lag dieser Anteil – bezogen auf das GATT – noch bei 62,8 Prozent.

URL: http://www.bpb.de/wissen/Z1DDWA,0,0,Warenexport.html

Warenimport

Im Jahr 2007 wurden weltweit Waren im Wert von fast 14.000 Milliarden US-Dollar importiert. 43,4 Prozent aller Waren importierte Europa, gut 25 Prozent Asien und 19,4 Prozent Nordamerika. Auf die anderen Regionen der Welt entfielen lediglich etwa 12 Prozent aller Importe.

Von 1948 bis 1973 erhöhte sich der Anteil Europas am weltweiten Warenimport von 45,3 auf 53,3 Prozent. Seit Anfang der 1980er Jahre lag der Anteil entweder leicht unter oder leicht über 44 Prozent. Der Anteil Asiens am weltweiten Warenimport wuchs seit Anfang der 1960er Jahre rasant und stieg von rund 14 Prozent im Jahr 1963 auf 25,3 Prozent 2007.

Wird die Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Regionen berücksichtigt, relativieren sich die Importanteile der Regionen. Da sich der Anteil Europas an der Weltbevölkerung in den letzten 35 Jahren um 35 Prozent verringerte (von etwa 17 auf rund 11 Prozent), können die stabilen Importanteile Europas seit Anfang der 1980er Jahre auch als relative Steigerung interpretiert werden.

Im Falle Asiens führt die Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung zu einer Abschwächung des Trends, da der Anteil Asiens an der Weltbevölkerung kontinuierlich gestiegen ist. Allerdings übersteigt die rund siebzigprozentige Zunahme des Anteils Asiens am weltweiten Warenimport seit Anfang der 1970er Jahre deutlich die knapp fünfprozentige Zunahme des Anteils an der Weltbevölkerung im selben Zeitraum.

Bei Afrika, Süd- und Mittelamerika führt die Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung zu einer Verstärkung des Trends: Die ohnehin abnehmenden Importanteile der beiden Regionen werden relativ – durch jeweils steigende Anteile an der Weltbevölkerung – weiter verringert.

Ein großer Teil der importierten Waren wird innerhalb der eigenen Region (intraregional) gehandelt. Am größten ist der Anteil des intraregionalen Imports in der EU: Im Jahr 2007 stammten 65,0 Prozent des Warenimports aus EU-Mitgliedstaaten. Bei den Staaten des NAFTA bzw. der ASEAN lag der Anteil der intraregionalen Importe im selben Jahr bei 33,7 bzw. 24,5 Prozent.

Die OECD-Staaten importierten 2007 knapp 68 Prozent des weltweiten Imports. 95,0 Prozent des gesamten Warenimports entfielen auf die Mitglieder der WTO; 1948 lag dieser Anteil – bezogen auf das GATT – noch bei 58,1 Prozent.

URL: http://www.bpb.de/wissen/4Q2R8S,0,0,Warenimport.html

Wasserkraft

Wasserkraft (auch: Hydroenergie) bezeichnet – physikalisch ungenau – die Umwandlung potentieller oder kinetischer Energie des Wassers über geeignete Maschinen in mechanische Energie. In früheren Zeiten wurde diese mechanische Energie in Mühlen direkt genutzt, heute überwiegt die weitere Umwandlung zu Stromerzeugung in Wasserkraftwerken.

Das Nutzen der Wasserkraft ist das Ausnutzen der potentiellen Energie des Wassers im Schwerefeld der Erde, die beim Nach-unten-Fließen in kinetische Energie sowie Wärme durch Reibung am Untergrund umgewandelt wird. Das Wasser wird natürlicherseits durch Verdunstung, den Wind und schließlich den Regen und andere Niederschlagsformen in eine Hochlage gebracht, aus der es dann abfließt und dabei eine Nutzung durch den Menschen mittels Wasserkraftmaschinen erlaubt. Die Wasserkraft gehört damit zu den regenerativen oder erneuerbaren Energiequellen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserkraft

Wasserverfügbarkeit

Obwohl Wasser die am häufigsten vorkommende Substanz auf der Erde ist, sind von den etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometern (km³) Wasser nur etwa 2,5 Prozent Süßwasser. Davon sind wiederum etwa zwei Drittel in Gletschern und als ständige Schneedecke bzw. als Eis gebunden. Weitere 30 Prozent befinden sich als Grundwasser unter der Erde, knapp ein Prozent bilden Bodenfeuchtigkeit, Grundeis, Dauerfrost und Sumpfwasser. Nur etwa 0,3 Prozent der Süßwasservorräte – 0,0075 Prozent allen Wassers – sind relativ leicht, vor allem in Seen und Flüssen, für den Menschen zugänglich. Hinzu kommen weitere 8.000 km³ in angelegten Talsperren; weltweit existieren rund 45.000 Großstaudämme, die zu einem unverzichtbaren aber ökologisch vielfach bedenklichen Bestandteil der Wasserversorgung geworden sind.

Die Übersicht zur globalen Verfügbarkeit von Süßwasser im Vergleich zur Bevölkerung macht die kontinentalen Unterschiede deutlich und zeigt insbesondere die Belastung Asiens. Dort lebten im Jahr 2001 über 60 Prozent der Weltbevölkerung, der Anteil an der Wasserverfügbarkeit lag jedoch bei lediglich 36 Prozent. Auch in Europa und in Afrika liegt der Anteil an der Weltbevölkerung über dem Anteil an den Süßwasserressourcen.

Der Weltwasserverbrauch hat sich zwischen 1930 und 2002 etwa versechsfacht. Hierfür ist einerseits die Verdreifachung der Weltbevölkerung und andererseits die Verdoppelung des durchschnittlichen Wasserverbrauchs pro Kopf verantwortlich. Die Globalisierung erhöht den Wasserverbrauch sowohl durch ökonomisches Wachstum als auch durch die Verbreitung verbrauchsintensiver Lebensstile.
In Verbindung mit räumlichen und zeitlichen Schwankungen der Wasserverfügbarkeit hat der stetig steigende Anteil des entnommenen Wassers zur Folge, dass Wasser in sehr vielen Nutzungsbereichen knapp wird. Darüber hinaus werden die Süßwasservorkommen durch Klimaänderungen und Verschmutzung weiter verringert. Täglich werden etwa zwei Millionen Tonnen Abfälle in so genannten Vorflutern, Gewässer in denen bewilligt Wasser eingeleitet werden kann, abgelagert. Wenngleich die zuverlässigen Daten unvollständig sind, gehen Schätzungen von einer globalen Abwasserproduktion von etwa 1.500 km³ aus. Unter der Annahme, dass 1 Liter Abwasser 8 Liter Süßwasser verunreinigt, könnte sich die aktuelle Abwasserbelastung auf bis zu 12.000 km³ weltweit belaufen.

Mitte dieses Jahrhunderts werden im schlimmsten Fall sieben Milliarden Menschen in 60 Ländern und im besten Fall zwei Milliarden Menschen in 48 Ländern von Wasserknappheit betroffen sein. Trotz der knappen Verfügbarkeit bleiben viele Einsparmöglichkeiten – bessere Bewässerungstechnik, Anbau angepasster Erzeugnisse, achtsames Konsumverhalten und Vermeidung der Trinkwassernutzung im Agrarsektor – ungenutzt.

Datenquellen

United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO): The United Nations World Water Development Report 1, 2003

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Die UNESCO zählt zu den "verfügbaren Süßwasserressourcen" erneuerbare und nicht erneuerbare Grundwasserressourcen sowie Süßwasservorräte aus Seen und Flüssen. Hinzu kommen die vom Menschen angelegten Stauseen. Allerdings bleibt zu bedenken, dass die Wasserverfügbarkeit nicht mit einer leichten Zugänglichkeit gleichzusetzen ist. Die UNESCO geht davon aus, dass das Grundwasser etwa 25 bis 40 Prozent des weltweiten Trinkwassers bereithält.

Quelle: http://www.bpb.de/wissen/VGPF7A,0,0,Wasserverf%FCgbarkeit.html

Welt-Bruttoinlandsprodukt

Das Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Jahr 2007 bei etwa 54.300 Milliarden US-Dollar. Hiervon entfielen mit gut 38.400 Milliarden US-Dollar 70,8 Prozent auf die ökonomisch entwickelten Staaten und mit rund 14.100 Milliarden US-Dollar 25,9 Prozent auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten. 3,3 Prozent, knapp 1.800 Milliarden US-Dollar, entfielen auf Süd-Osteuropa und die GUS.

Allein die fünf Staaten mit dem höchsten BIP – USA, Japan, Deutschland, China und Großbritannien – hatten mit einem summierten BIP von 27,5 Billionen US-Dollar einen Anteil von 50,7 Prozent am Welt-Bruttoinlandsprodukt. Bei den zehn Staaten mit dem höchsten BIP waren es 67,1 Prozent (36,4 Billionen US-Dollar). Das zusammengefasste BIP der 20 Staaten mit dem höchsten BIP lag im Jahr 2007 bei 44,1 Billionen US-Dollar, was einem Anteil von 81,3 Prozent am Welt-BIP entspricht. Auf die weltweit 65 Ökonomien, die 2007 ein BIP von mehr als 50 Milliarden US-Dollar erwirtschafteten, entfielen 97,4 Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts.

Auch die regionalen Unterschiede sind gewaltig. Während im Jahr 2007 auf die EU bzw. auf die USA und Kanada 30,9 bzw. 28,1 Prozent des Welt-BIP entfielen, hatte ganz Afrika mit 1,25 Billionen US-Dollar lediglich einen Anteil von 2,3 Prozent am Welt-BIP. Die Anteile Südamerikas bzw. Mittelamerikas und der Karibik waren mit 4,4 bzw. 2,1 Prozent ebenfalls gering. Innerhalb Asiens entfielen 9,8 Prozent des Welt-BIP auf Japan und Südkorea und 13,0 Prozent auf die anderen Staaten Asiens. In den anderen Staaten Asiens – deren Anteil an der Weltbevölkerung im Jahr 2007 bei 53,6 Prozent lag – lebten allerdings mehr als zwanzigmal so viele Menschen wie in Japan und Südkorea.

Wird die Kaufkraft in den jeweiligen Staaten berücksichtigt, verringert sich der Abstand zwischen Arm und Reich: Der Anteil am Welt-Bruttoinlandsprodukt sinkt bei den Staaten mit einem hohen Einkommen von 74 auf 58 Prozent (2007). Bei den Staaten mit mittleren bzw. niedrigen Einkommen steigt der Anteil am Welt-BIP hingegen von 24,5 auf 39 Prozent bzw. von 1,5 auf 3 Prozent.

URL: http://www.bpb.de/wissen/I6PFEV,0,0,WeltBruttoinlandsprodukt.html

Weltsprache

Die Zahl der Menschen, die mindestens zwei Sprachen sprechen, hat sich durch die Globalisierung erhöht. Parallel zur Umgangssprache für den Alltag wird immer häufiger eine Weltsprache für Handel, Politik und Fernverkehr genutzt. Bezogen auf die geografische Streuung ist gegenwärtig keine Sprache so verbreitet wie Englisch. Die englische Sprache ist in 59 Staaten Amtssprache und/oder Landessprache; hinzu kommen die Überseeterritorien Großbritanniens. Englisch ist zudem Amtssprache der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und der NATO.

Englisch wird heute von etwa 330 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Werden die Zweitsprachler noch hinzugezählt, sind es etwa 500 Millionen Sprecher. Hochchinesisch ist mit rund 850 Millionen Sprechern zwar die meistgesprochene Muttersprache, aber nur in wenigen Staaten als Zweit- oder Fremdsprache von Bedeutung. Die englische Sprache wird hingegen in mindestens 25 Staaten, in denen sie nicht Amtssprache und/oder Landessprache ist, als Bildungs-, Geschäfts- und/oder Verkehrssprache genutzt. Englisch wird in vielen Staaten als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt und ist die offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Der British Council schätzt die Zahl der zusätzlichen Fremdsprachler auf deutlich mehr als eine Milliarde Menschen.

Die ökonomische und politische Position der USA, die an die Hegemonie Großbritanniens anknüpfte, ist ein wesentlicher Grund für die gegenwärtige Stellung der englischen Sprache. Sowohl der Welthandel – insbesondere der Handel an den Finanzmärkten – als auch der elektronische Informations- und Kommunikationssektor sind stark von der englischen Sprache geprägt. Nach vom British Council veröffentlichten Angaben war im Jahr 2000 bei gut der Hälfte aller Internetnutzer Englisch die Muttersprache, gegenwärtig liegt dieser Anteil bei deutlich mehr als einem Viertel. Die Verringerung des Anteils ist dabei nicht darauf zurückzuführen, dass sich die absolute Zahl der Internetnutzer, die Englisch als Muttersprache haben, verringert hat. Vielmehr hat sich die Zahl der Internetnutzer mit anderen Muttersprachen erhöht (vor allem chinesisch, aber auch spanisch, französisch und portugiesisch).

URL: http://www.bpb.de/wissen/2N9EU8,0,0,Weltsprache.html

Windenergie

Bei der Windenergie handelt es sich um die kinetische Energie der bewegten Luftmassen der Atmosphäre. Sie ist eine indirekte Form der Sonnenenergie und zählt deshalb zu den erneuerbaren Energien. Die Windenergie-Nutzung mittels Windräder ist eine seit dem Altertum bekannte Möglichkeit, um Energie aus der Umwelt zu schöpfen.

Die ungleichmäßige Einstrahlung der Sonnenenergie auf die Erdoberfläche bewirkt eine unterschiedliche Erwärmung der Atmosphäre, der Wasser- und der Landmassen. Dann ist eine Seite der Erde, die Nachtseite, der Sonne abgewandt, zudem ist die solare Einstrahlung in Äquatornähe größer als an den Polen. Schon durch die hierbei entstehenden Temperatur- und damit auch Druckunterschiede, geraten die Luftmassen zwischen der Zone um den Äquator und den Polen als auch zwischen der Tag- und der Nachtseite der Erde, in Bewegung. Die Rotation der Erde trägt ebenfalls zur Verwirbelung der Luftmassen bei, und die Schiefstellung der Rotationsachse der Erde zur Ebene, die die Erdbahn durch das Umkreisen der Sonne bildet, (ekliptikale Ebene) führt zu jahreszeitlichen Luftströmungen.

Es entwickeln sich Hoch- und Tiefdruckgebiete. Da die Erde sich dreht, sind die vom Hoch- in ein Tiefdruckgebiet fließenden Luftmassen dem Einfluss der aus der Rotation resultierenden Corioliskraft ausgesetzt; sie strömen deshalb nicht geradlinig zum Ziel. Vielmehr bilden sich auf der Nord- und Südhalbkugel Wirbel mit jeweils anderer Drehrichtung. Auf der Nordhalbkugel strömen die Luftmassen (aus dem Weltall gesehen) gegen den Uhrzeigersinn in ein Tiefdruckgebiet hinein und mit dem Uhrzeigersinn aus einem Hochdruckgebiet heraus. Auf der Südhalbkugel sind die Orientierungen umgekehrt.

Zu diesen globalen Störungen kommen lokale Einflüsse hinzu, die Winde entstehen lassen. Aufgrund der verschiedenen Wärmekapazitäten von Wasser und Land erwärmt sich das Land tagsüber schneller als das Wasser, und es weht tagsüber durch die entstehenden Druckunterschiede ein Wind vom Wasser auf das Land. Nachts kühlen die Landmassen schneller ab als das Wasser, und der Effekt kehrt sich um. Zusätzlich kann sich der Wind über dem Wasser ungebremst entwickeln, so dass es besonders in Küstengebieten zu regelmäßigen und starken Winden kommt. Auch durch Bergformationen und andere lokale Ausprägungen (z. B. Städte), kann es zu Windströmungen kommen, die häufig durch Verengungen an Hindernissen (Düsen- oder Kapeffekte) verstärkt werden.

Die Stärke des Windes hängt in den unteren Luftschichten ganz wesentlich von den dort vorhandenen Landschaftselementen ab. Wasser, Wiese, Wald oder Bebauung werden als verschiedene Rauigkeiten abgebildet, die die Reibung der Luft an der Erdoberfläche beschreibt. Dieser Effekt führt zu einer Verringerung der Windgeschwindigkeit, dies in Abhängigkeit von der Höhe über dem Boden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Windenergie

World Bank

Die Weltbank setzt sich aus zwei Institutionen zusammen: der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD – International Bank for Reconstruction and Development) und der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA – International Development Association).

Die IBRD wurde gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (International Monetary Fund – IMF) im Jahr 1944 bei der Währungs- und Finanzkonferenz in Bretton Woods/USA gegründet. Sie ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) mit Sitz in Washington, D.C./USA. Die Gründung der IDA erfolgte im Jahr 1960.

Die IBRD und die IDA bilden zusammen mit der International Finance Corporation (IFC), der Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA) und dem International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID) die Weltbankgruppe. Im Geschäftsjahr 2008 (Juli 2007 bis Juni 2008) vergab die Weltbankgruppe 38,2 Milliarden US-Dollar an Darlehen, Zuschüssen, Beteiligungen, Investitionen und Garantien an ihre Mitglieder und private Investoren in den Mitgliedstaaten. Damit ist die Weltbankgruppe einer der weltweit größten entwicklungspolitischen Akteure. Sie hat mehr als 11.000 Beschäftigte aus 161 Herkunftsländern und unterhält in nahezu 120 Staaten Länderbüros.

Die Kapitaleigner der Weltbank sind die Mitgliedstaaten. Neben einem Grundstock an Stimmrechten für jeden Mitgliedstaat bestimmt der Kapitalanteil der einzelnen Staaten maßgeblich über die Stimmenverteilung bei der IBRD und der IDA. Der Kapitalanteil hängt wiederum von der ökonomischen Leistungsfähigkeit ab. Die IBRD hat mit 186 Mitgliedern einige Mitglieder mehr als die IDA mit 169 (im Juni 2009 trat beiden Institutionen die Republik Kosovo bei).

Aufgabe der Weltbank ist es, den Lebensstandard zu steigern und Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu fördern. Entsprechend ihrer Entstehungsgeschichte vergab die Weltbank in den ersten Jahren überwiegend Kredite für den Wiederaufbau Europas. Heute stehen die ökonomisch sich entwickelnden Staaten im Mittelpunkt.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben vergibt die Weltbank zinsgünstige Darlehen, zinsfreie Kredite und so genannte Mikrokredite. Sie leistet technische Hilfe und koordiniert Entwicklungsprojekte; sie unterstützt ökonomisch sich entwickelnde Staaten in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Kommunikation sowie bei nationalstaatlichen Anti-Korruptionsbemühungen. Zusätzlich betreibt die Weltbank ein Korruptionspräventionsprogramm und engagiert sich im Kampf gegen HIV/AIDS. Die Kreditneuzusagen für Programme zur HIV/AIDS-Bekämpfung lagen in den Jahren 2003 bis 2008 bei insgesamt 2 Milliarden US-Dollar.

Während sich die Arbeit der IBRD stärker auf ökonomisch sich entwickelnde Staaten mit mittleren Einkommen bezieht (Pro-Kopf-Einkommen zwischen 1.095 und 5.300 US-Dollar pro Jahr), konzentriert sich die IDA auf Staaten, deren Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2007 1.095 US-Dollar nicht überschritt oder die als Schuldner zu schwach sind, um Kredite der IBRD zu erhalten.

Im Geschäftsjahr 2008 erhöhten sich die Kreditneuzusagen der IBRD gegenüber dem Vorjahr leicht auf 13,5 Milliarden US-Dollar. Die Auszahlungen von IBRD-Mitteln blieben mit gut 10,5 Milliarden US-Dollar geringfügig unter dem Vorjahreswert. Die Neuzusagen von IDA (konzessionäre Darlehen und Zuschüsse) sanken von 2007 auf 2008 von 11,9 auf 11,2 Milliarden US-Dollar, die IDA-Auszahlungen stiegen von 8,6 auf 9,2 Milliarden US-Dollar. Die über die Weltbankgruppe geleistete Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) der im Entwicklungshilfeausschuss der OECD vertretenden Staaten lag im Jahr 2007 bei 6,1 Milliarden US-Dollar.

Staaten, die ein Darlehen bei der IBRD erhalten, haben 15 bis 20 Jahre Zeit, dieses zurückzuzahlen – die tilgungsfreie Zeit schwankt dabei zwischen drei und fünf Jahren. Die meisten dieser Staaten könnten auch auf privaten Märkten Kredite aufnehmen, jedoch nur zu deutlich schlechteren Konditionen.

Der typische IDA-Kredit ist zinslos und hat eine Laufzeit von 40 Jahren mit 10 tilgungsfreien Jahren – allerdings muss eine Verwaltungsgebühr von 0,75 Prozent der ausgezahlten Summe gezahlt werden. Im Jahr 2008 nahmen 80 Staaten Kredite der IDA in Anspruch. Die IDA gewährt 20 Prozent ihrer gesamten Finanzierungsleistungen als Zuschüsse. Staaten mit hohem Überschuldungsrisiko erhalten nur Zuschüsse und keine Kredite. Länder mit mittlerem Überschuldungsrisiko bekommen die Hälfte ihrer IDA-Leistungen als Zuschüsse und die andere Hälfte als Kredite.

Für stark verschuldete Staaten mit einem sehr niedrigen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (Heavily Indebted Poor Countries – HIPC) wurde auf Initiative der Weltbank und des IMF ein Entschuldungsprogramm beschlossen. Auch wenn die Initiative das grundsätzliche Problem der Schuldenkrise nicht vollständig beheben konnte, beträgt das Volumen der Entschuldung bisher rund 68 Milliarden US-Dollar (Stand: Juni 2009).

Die wirtschaftspolitischen Ansätze der Weltbank führen immer wieder zu Kontroversen. In der Vergangenheit wurde vor allem die eindimensionale Ausrichtung auf ökonomische Wachstumsraten und die zu häufige Förderung von ökologisch und sozial bedenklichen Großprojekten kritisiert.

Allerdings scheint in den letzten zehn Jahren ein Umdenken stattgefunden zu haben, das wohl auch mit dem prominenten Kritiker der Weltbank, Joseph E. Stiglitz, zu tun hat. Stiglitz, der von 1997 bis Anfang 2000 Chefökonom und Vizepräsident der Weltbank war, kritisierte die Arbeitsweise der Bank und forderte ein grundlegendes Umdenken.

Auch wenn Stiglitz nach zunehmendem Druck Ende 1999 seinen Rücktritt bekannt gab, wurde die von ihm vorgestellte, breitere Herangehensweise bei der Entwicklungsarbeit zu einer offiziellen Strategie der Weltbank: Der so genannte CDF (Comprehensive Development Framework) berücksichtigt stärker die verschiedenen Interdependenzen, lokalen Gegebenheiten und ökologischen Folgewirkungen. Dabei sollen die betroffenen Staaten – aber verstärkt auch nicht-staatliche Akteure – Partner und nicht nur Empfänger sein.

Zumindest wird heute bei der Zielsetzung der Weltbank nicht mehr ausschließlich die "ökonomische Wachstumsförderung" betont, sondern immer öfter die "Armutsbekämpfung" und "nachhaltige Entwicklung" in den Mittelpunkt gestellt. Dies trägt der Erfahrung Rechnung, dass Wachstum nicht automatisch die Armut verringert.

URL: http://www.bpb.de/wissen/DBF402,0,0,The_World_Bank.html

WTO - World Trade Organization

Der Vorläufer der Welthandelsorganisation (WTO) war das GATT (General Agreement on Tariffs and Trade). In insgesamt acht Verhandlungsrunden des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens zwischen 1947 und 1994 wurden Regeln für den grenzüberschreitenden Handel festgelegt. Die Ziele dieser Verhandlungsrunden waren, wie heute bei der WTO, die Liberalisierung der Märkte, die Senkung von Zöllen und die Schaffung einer Welthandelsordnung.

Bei der letzten Verhandlungsrunde innerhalb des GATT, der so genannten Uruguay-Runde von 1986 bis 1994, wurden die Vereinbarungen zusätzlich zum Warenhandel auf den Bereich der Dienstleistungen (GATS) und des geistigen Eigentums (TRIPs) ausgedehnt und die Gründung der WTO zum 01. Januar 1995 beschlossen. Heute ist das GATT eines der wichtigsten Abkommen innerhalb der WTO.

Wie vorher schon das GATT verfügt auch die WTO über ein Schlichtungsverfahren bei Handelsstreitigkeiten. In der WTO sind alle 153 Mitglieder formell gleichberechtigt, da in den zentralen Organen der WTO jedes Mitglied über eine Stimme verfügt. Allerdings können die politisch und ökonomisch starken Staaten ihre Interessen oft auch ohne formale Privilegien durchsetzen.

Im Jahr 2007 unterlagen 94,1 Prozent des weltweiten Warenexports und 95,0 Prozent des Warenimports den Regelwerken der WTO. 1948 lagen diese Anteile – bezogen auf das GATT – noch bei gut 63 bzw. 58 Prozent. Durch das GATT und die WTO wurden die Zölle in fast allen Marktsegmenten gesenkt.

Die regelmäßig stattfindenden Ministerkonferenzen der WTO haben nach wie vor die Liberalisierung der Märkte zum Ziel. Spätestens seit der Ministerkonferenz in Seattle im Jahr 1999 ist die WTO jedoch zunehmend mit Ansprüchen verschiedener sozialer Gruppen konfrontiert. Gewerkschaften, NGOs und gesellschaftspolitisch aktive Bürger protestierten öffentlich dafür, die Marktliberalisierung nicht über soziale und ökologische Interessen zu stellen. Gleichzeitig forderten die ökonomisch sich entwickelnden Staaten eine Öffnung der Märkte der ökonomisch entwickelten Staaten. Die Konferenz scheiterte inhaltlich an der mangelnden Bereitschaft der ökonomisch entwickelten Staaten, unter anderem ihre subventionierten Agrarmärkte und geschützten Textil- und Kleidungsmärkte zu öffnen.

Spätere Verhandlungen führten dazu, dass Anfang 2005 die Importbeschränkungen für Textilien und Kleidung offiziell aufgehoben wurden. Hier bleibt allerdings abzuwarten, ob die Märkte der ökonomisch entwickelten Staaten nun wirklich offen sind oder ob der Zugang durch nicht-tarifäre Handelshemmnisse (Subventionen, Produktstandards oder Anti-Dumping-Verfahren) erschwert wird. Nach Angaben der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) gehörten Textilien und Kleidung zumindest 2006 und 2007 zu den Produkten, die am stärksten von nicht-tarifären Handelshemmnissen betroffen waren.

In Bezug auf die Agrarmärkte sind bisher nur geringfügige Veränderungen festzustellen. Die Zölle für Agrarprodukte liegen deutlich höher als die Zölle für nicht-agrarische Produkte. Nach Angaben der UNCTAD (ausgehend von den im Jahr 2008 zur Verfügung stehenden Daten) erhoben die ökonomisch entwickelten Staaten bei Agrarprodukten einen durchschnittlichen handelsgewichteten Importzoll von 12,6 Prozent (nicht-agrarische Produkte: 1,5 Prozent). Bei den ökonomisch sich entwickelnden Staaten lagen die entsprechenden Werte bei 15,5 bzw. 4,3 Prozent.

Neben den Zöllen verzerren Subventionen im Agrarsektor den Wettbewerb zusätzlich. Durch Agrarprotektionismus und -subventionen der ökonomisch entwickelten Staaten gingen den ökonomisch sich entwickelnden Staaten nach Schätzungen des United Nations Development Programme (UNDP) und der Weltbank im Jahr 2005 zwischen 60 und 70 Milliarden US-Dollar verloren. Um die Verluste zumindest für die ärmsten Staaten zu verringern, etablierte die EU 2001 die sogenannte "Everything but Arms-Initiative". Diese Initiative ermöglicht den ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten (LDC – Least Developed Countries) den quoten- und zollfreien Marktzugang für alle Waren. Die zunächst für Bananen, Zucker und Reis geltenden Übergangsfristen liefen 2006 bzw. 2009 aus.

Im Rahmen der sogenannten "Doha-Runde" der WTO sollen die Zölle für Agrarprodukte massiv gesenkt werden, die Agrarsubventionen bis 2013 auslaufen und der quoten- und zollfreie Marktzugang der LDCs – mit Übergangsfristen für einzelne Produkte – auf alle ökonomisch entwickelten Staaten ausgeweitet werden. Aufgrund unterschiedlicher Interessen in anderen Verhandlungsbereichen konnte die "Doha-Runde" bisher nicht zu einem Abschluss gebracht werden. Uneinigkeit besteht zum Beispiel bei der Höhe der Importzölle der ökonomisch sich entwickelnden Staaten für Industrieprodukte sowie bei der weiteren Ausgestaltung der 'special agricultural safeguards', mit denen sich Schwellen- und Entwicklungsländer durch temporär höhere Zölle vor unerwarteten Agrarimportschüben schützen können. Die Verhandlungen werden Ende 2009 bei der Ministerkonferenz in Genf weitergeführt.

URL: http://www.bpb.de/wissen/1V2YPW,0,0,WTO_%96_World_Trade_Organization.html