Initiative Zukunftsenergien

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Glossary

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Agrarrohstoffe

Agrarrohstoffe sind Rohstoffe, die aus landwirtschaftlicher Produktion stammen und vom Menschen für weiterführende Anwendungszwecke des Nahrungs- und Futterbereich und als nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Nicht in diese Rohstoffgruppe gehören forstwirtschaftlich produzierte Rohstoffe, vor allem Holz, sowie Gemüse- und Obstpflanzen, die vor allem für den direkten Verzehr bestimmt sind. Der Begriff Agrarrohstoffe (hier auch: Soft Commodities[1]) wird in der Finanzwelt als Überbegriff für die entsprechende Gruppe von Handelswaren verwendet.

Die Hauptanwendungen liegen Agrarrohstoffe liegen seit jeher in der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln. Für diesen Zweck werden vor allem Getreidearten wie Reis, Weizen, Mais, Hirse, Roggen, Hafer, Gerste, und Triticale sowie Hackfrüchte wie Kartoffel, Zuckerrübe, Zuckerrohr und Maniok genutzt. Auch Ölpflanzen wie Raps, Erdnuss, Ölpalme und Soja bzw. die aus ihnen gewonnen Pflanzenöle sind als Agrarrohstoffe bedeutsam. Hinzu kommen nachwachsende Rohstoffe, die auf landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden. Neben den genannten, die auch Rohstoffe für Zwecke abseits der Nahrungsmittel- und Futterproduktion liefern, sind dies beispielsweise Baumwolle, Kautschuk und für die Energiegewinnung angebaute Biomassepflanzen (Chinaschilf, schnellwachsender Hölzer).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Agrarrohstoff

Aids-Epidemie

Die Immunschwächekrankheit AIDS hat seit dem ersten Bekanntwerden im Jahr 1981 mehr als 25 Millionen Opfer gefordert. Sie ist damit eine der zerstörerischsten Epidemien in der Geschichte der Menschheit.
Im Jahr 2005 betrug die Gesamtzahl der HIV-Positiven 40,3 Millionen, was in etwa einer Verdoppelung gegenüber 1995 entspricht (19,9 Millionen). Allein 2005 kam es weltweit zu nahezu fünf Millionen HIV-Neuinfektionen, das sind über 550 Neuinfektionen pro Stunde. Unter den fünf Millionen waren alleine 700.000 Kinder unter 15 Jahren.
Im gleichen Jahr starben über drei Millionen Menschen an Krankheiten, die auf AIDS zurückzuführen sind, darunter mehr als eine halbe Million Kinder. Weltweit gibt es schon jetzt weit über 13 Millionen Kinder, die durch AIDS zu Waisen geworden sind.

Zwischen 2003 und 2005 ist die Zahl der HIV-Positiven in allen Regionen der Welt gestiegen, mit Ausnahme der Karibik. Dabei hat weltweit nur ein Fünftel der Personen, die der Gefahr ausgesetzt sind, sich mit dem HI-Virus zu infizieren, Zugang zu grundlegenden Präventionsleistungen. Und von den HIV-Positiven wurde nur ein Zehntel auf das Virus getestet und weiß somit, dass er oder sie infiziert ist.

Auch wenn sich die Zahl der Menschen, die Zugang zu einer angemessenen HIV-Behandlung haben, in den Staaten mit niedrigen oder mittleren Einkommen seit Ende 2001 verdreifacht hat, erhielt 2005 bestenfalls einer von zehn Menschen in Afrika und einer von sieben in Asien die notwendige Behandlung.

URL: http://www.bpb.de/wissen/O2JNDW,0,0,AIDSEpidemie.html

Aids-Epidemien nach Regionen

Die Anzahl der mit dem HI-Virus infizierten Menschen ist weltweit sehr unterschiedlich verteilt. Das südliche Afrika war im Jahr 2005 mit 25,8 Millionen infizierten Menschen die am stärksten betroffene Region; nach UNAIDS stieg die Zahl der HIV-Positiven im Vergleich zu 2003 um ungefähr eine Million. Im südlichen Afrika leben etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung, jedoch mehr als 60 Prozent aller HIV-positiven Menschen. Im Jahr 2005 starben schätzungsweise 2,4 Millionen Menschen in dieser Region an AIDS, weitere 3,2 Millionen infizierten sich neu mit dem Virus.

Neben den absoluten Zahlen verdeutlicht die HIV-Prävalenz, wie hoch die Betroffenheit einer Region ist. Die HIV-Prävalenz bei Erwachsenen besagt, wie viel Prozent der Erwachsenen zwischen 15 und 49 mit dem HI-Virus infiziert sind. Während die weltweite HIV-Prävalenz im Jahr 2005 bei 1,1 lag, war sie im südlichen Afrika (7,2) und in der Karibik (1,6) im selben Jahr überdurchschnittlich hoch. Stark unterdurchschnittlich war die HIV-Prävalenz in den Regionen Ostasien, Nordafrika und Naher Osten sowie West- und Mitteleuropa.

Von einer überdurchschnittlichen Zahl an Neuinfektionen sind vor allem Osteuropa und Zentralasien sowie Ostasien betroffen. In Osteuropa und Zentralasien stieg die Zahl der HIV-Positiven zwischen 2003 und 2005 um ein Drittel auf 1,6 Millionen, die Zahl der AIDS-Toten hat sich im gleichen Zeitraum nahezu verdoppelt und lag 2005 bei 62.000. In Ostasien stieg die Zahl der HIV-Positiven im Vergleich zu 2003 um ein Viertel auf 870.000.

URL: http://www.bpb.de/wissen/ZABO4S,0,0,Regionale_Verbreitung_der_AIDSEpidemie.html

Aktienbestand und Aktienhandel

Seit Beginn der 1980er Jahre sind der Bestand und der Handel mit Aktien sehr stark gestiegen. Es lassen sich zwei Schübe beobachten: Der erste in den 1980er Jahren, der zweite Ende der 1990er Jahre. Dabei entwickelten sich Handel und Bestand jedoch in unterschiedlicher Geschwindigkeit: Der Aktienhandel nahm zwischen 1980 und 2005 um den Faktor 170 zu; der Aktienbestand stieg lediglich um das 15-fache. Die unterschiedliche Entwicklung beider Größen deutet darauf hin, dass Aktien zunehmend nicht nur der Investitionsfinanzierung und der langfristigen privaten Vermögensanlage dienen, sondern vielmehr auch zur Finanzspekulation genutzt werden.

Entsprechend kürzer ist auch die Haltedauer der Aktien, die Wertpapiere werden immer schneller ge- und verkauft. Im Jahre 1980 lag die Umschlaghäufigkeit bei 0,1, das heißt im Durchschnitt hielten die Käufer von Aktien diese zehn Jahre in ihrem Besitz. Im Jahre 2000 dagegen war die Umschlaghäufigkeit auf das 16-fache gestiegen, Aktien wurden im Durchschnitt nach gut sieben Monaten Haltedauer wieder verkauft.

Im Jahr 2000 zeigte sich das Platzen der Spekulationsblase deutlich: Während die Marktkapitalisierung als Folge des Kurseinbruchs schon deutlich abgenommen hatte, war der Handel weiter gestiegen – die Anleger hatten während der ersten Monate noch kräftig zugekauft, dann aber ebenso massiv verkauft. Im Jahre 2005 wurde der Umsatz während des letzten Booms erstmals wieder übertroffen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/5IAXN9,0,0,Aktienbestand_und_Aktienhandel.html

Anleihenbestand und Anleihenhandel

Der Handel mit und der Bestand an börsengehandelten Anleihen sind zwischen 1990 und 2005 um rund das Vierfache gestiegen. Die Entwicklung des Bestandes verlief deutlich weniger zyklisch als die des Handels. In letzterer spiegelt sich deutlich der Aufbau und das Platzen der Spekulationsblase an den Finanzmärkten wieder: Der Rückgang ab Mitte der 1990er Jahre signalisiert keine Abnahme von Finanzinvestitionen insgesamt, sondern eine Umschichtung von festverzinslichen Wertpapieren zu Aktien. Im Jahr 2000 sank der weltweite Anleihenhandel auf ein Allzeittief, während im gleichen Jahr der Aktienhandel ein Rekordhoch erreichte. Im Jahr 2005 ging der weltweite Bestand an Anleihen erstmals seit der Erholung ab 2002 wieder zurück. Da der Aktienhandel im gleichen Jahr neue Rekordwerte erreichte, könnte dies als Hinweis für eine neue Überhitzung gedeutet werden.

Der Umfang der insgesamt vorhandenen Anleihen sowie sonstiger festverzinslicher Wertpapiere lag im Jahr 2005 mit etwa 58 Billionen US-Dollar mehr als doppelt so hoch wie der Bestand der an Börsen ausgegebenen und gehandelten Papiere (25,8 Billionen US-Dollar). Zum größten Teil (49 Prozent) handelt es sich dabei um kurz- und mittelfristige Wertpapiere, mit denen Finanzinstitutionen sich untereinander re-finanzieren. Der zweitgrößte Teil (40 Prozent) entfällt auf Regierungsanleihen, also die Staatsverschuldung. Die Verschuldung von Unternehmen über Anleihen oder sonstige festverzinsliche Wertpapiere nimmt demgegenüber einen vergleichsweise geringen Platz ein (11 Prozent).

Die Internationalisierung der Kapitalmärkte schreitet dabei voran: 1994 waren noch mehr als neun Zehntel aller Anleihen nationale Anleihen, die im Land und in der Währung der jeweiligen Schuldner ausgegeben werden. 2005 ist dieser Anteil auf 76 Prozent gesunken. Fast ein Viertel aller Anleihen sind internationale Anleihen, die entweder außerhalb des Landes oder in einer anderen Währung als der des Schuldners (oder beides) ausgegeben werden.

URL: http://www.bpb.de/wissen/R2OYQJ,0,0,Anleihenbestand_und_Anleihenhandel.html

anthropogen

Der Begriff anthropogen (von griechisch ánthropos „Mensch“ und dem Verbalstamm gen- mit der Bedeutung „entstehen“) bezeichnet alles durch den Menschen Entstandene, Verursachte, Hergestellte oder Beeinflusste. So sind z. B. Kunststoffe anthropogen, da sie nur vom Menschen hergestellt werden.

Bei Eingriffen des Menschen in die Umwelt und bei vom Menschen verursachten Umweltproblemen wird häufig der Begriff anthropogen verwendet, z. B.

* anthropogene Landschaften,
* anthropogener Treibhauseffekt.

Als Gegensatz zu anthropogen wird häufig der Begriff natürlich verwendet. Viele Einflüsse auf die Umwelt können sowohl anthropogen als auch natürlich bedingt sein, wobei eine eindeutige Abgrenzung nicht immer möglich ist. So kann ein Waldbrand beispielsweise sowohl durch Menschen als auch durch eine natürliche Ursache (z. B. Blitzschlag) verursacht worden sein.

Die gestiegenen Bedürfnisse der Menschen, insbesondere seit der Industrialisierung in den sog. Industrieländern, haben weltweit anthropogene Veränderungen bis hin zu Schädigungen von Ökosystemen bewirkt und auch zu einem Rückgang der Artenvielfalt und damit der Biodiversität geführt. Diese Zeit der menschlichen Einwirkungen wird auch Anthropozän genannt.

Anthropogene Veränderungen müssen aber nicht unbedingt zur Verringerung der Biotop- oder Artendiverstität führen. So entstehen durch extensive menschliche Nutzung Kulturlandschaften, die eine Vielzahl von wertvollen Biotopen beherbergen. Die so entstandenen artenreichen Magerrasen sind auf Nutzung durch den Menschen angewiesen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anthropogen

Arbeitslosenquoten

Ende 2005 sind weltweit 2,85 Milliarden Menschen einer Beschäftigung nachgegangen. Die absolute Zahl der Beschäftigten hat sich kontinuierlich erhöht und ist seit 1995 um etwa 440 Millionen (16,8 Prozent) gestiegen. Der relative Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung ist im selben Zeitraum von 62,8 Prozent (1995) auf 61,4 Prozent (2005) gesunken.

Nach Angaben der International Labour Organization (ILO) betrug im Jahr 2005 die weltweite Arbeitslosenquote 6,3 Prozent – nach gut sechs Prozent im Jahr 1995 und 6,6 Prozent 2002. Für das Jahr 2005 entspricht die Arbeitslosenquote etwa 192 Millionen Arbeitslosen; das sind bei nahezu unveränderter Arbeitslosenquote über 34 Millionen Arbeitslose mehr als 1995.
Besonders kritisch ist, dass fast die Hälfte aller Arbeitslosen Jugendliche sind, obwohl die Jugendlichen nur 25 Prozent aller Erwerbspersonen darstellen. Das Risiko eines Jugendlichen, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, ist damit mehr als dreimal so hoch wie bei einem Erwachsenen.
Die weit über dem Durchschnitt liegenden Arbeitslosenquoten von Jugendlichen (weltweit 14,4 Prozent) finden sich in allen Regionen der Welt wieder. Am dramatischsten ist die Situation im Nahen Osten und Nordafrika sowie im subsaharischen Afrika, wo die entsprechende Quote im Jahr 2003 bei 25,6 bzw. 21 Prozent lag. Aber auch in Süd-Osteuropa und der GUS (18,6 Prozent), Lateinamerika und der Karibik (16,6 Prozent) und in Südostasien (16,4 Prozent) hat die Arbeitslosenquote der Jugendlichen eine kritische Höhe.

Nicht alle Personen sind gleichermaßen dem Risiko ausgesetzt, arbeitslos zu werden. Die Beschäftigten im Niedriglohnsegment sind eindeutig benachteiligt: Arbeitsprozesse, die wenig Qualifikation voraussetzen, können deutlich leichter automatisiert, rationalisiert oder verlagert werden. Zudem ist das Arbeitsangebot hoch. Damit ist der Druck auf die Beschäftigten hinsichtlich ihrer Beschäftigung und ihrer Löhne bedeutend höher.
Parallel zu dem Bedeutungsverlust der einfachen, mechanischen Arbeit hat sich die Nachfrage nach spezialisiertem, innovativem Wissen erhöht. Sowohl die Beschäftigungschancen als auch die Einkommen der hoch- und höchstqualifizierten Personen sind gestiegen.
Die 'High-Potentials' gehören im Regelfall zu den Gewinnern, die gering- und unqualifizierten Beschäftigten zu den Verlierern zunehmender Konkurrenz, die auch durch den Prozess der Globalisierung zugenommen hat und weiter zunimmt.

Gerade bei den gering- und unqualifizierten Beschäftigten in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten darf nicht davon ausgegangen werden, dass mit einer Beschäftigung bereits die größten Sorgen ausgeräumt sind: 2005 gab es weltweit knapp 1,4 Milliarden arbeitende Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter zwei US-Dollar pro Tag und Kopf lebten. Bei 520 Millionen arbeitenden Personen lag das entsprechende Einkommen sogar bei weniger als einem US-Dollar – in diesen Fällen ist trotz Arbeit nicht einmal die Grundversorgung gegeben.

URL: http://www.bpb.de/wissen/MS05XV,0,0,Arbeitslosenquoten.html

Armut trotz Arbeit

Viele Menschen leben trotz Erwerbstätigkeit unter der Armutsschwelle. Zwischen 1980 und 2005 hat sich die absolute Zahl der arbeitenden Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter einem US-Dollar pro Tag und Kopf leben, um ein Drittel auf 520 Millionen reduziert. Bei zwei US-Dollar pro Tag und Kopf haben sich die entsprechenden Zahlen von 1980 bis 1990 erhöht und dann auf hohem Niveau bei knapp 1,4 Milliarden Personen stabilisiert.
Aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen ist die relative Entwicklung noch wichtiger als die absoluten Zahlen. Gemessen an allen Beschäftigten hat sich die Zahl der arbeitenden Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter einem bzw. zwei US-Dollar pro Tag und Kopf leben, kontinuierlich verringert. Vor allem Ostasien, insbesondere China, hat den größten Anteil an dieser Reduzierung.

Bis auf das subsaharische Afrika, die Staaten in Zentral- und Osteuropa und die GUS hat sich das Problem 'Armut trotz Arbeit' in allen Regionen relativ verringert. Allerdings bleibt der Anteil der arbeitenden Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter zwei US-Dollar pro Tag und Kopf leben, hoch. Von allen Beschäftigten lebten im Jahr 2005 in Ostasien über 46 Prozent, in Süd-Ostasien über 57 Prozent und in Südasien und im subsaharischen Afrika sogar 87 Prozent der arbeitenden Personen in Haushalten mit einem Einkommen unter zwei US-Dollar pro Tag und Kopf.

Das Problem 'Armut trotz Arbeit' ist nicht auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten begrenzt. In den ökonomisch entwickelten Staaten steht die Verbreitung des Begriffes 'working-poor' für das Problem, dass das Einkommen von immer mehr Menschen trotz Erwerbstätigkeit unter der jeweiligen Armutsschwelle liegt. Seit Anfang der 1990er Jahre lebt etwa die Hälfte der von relativer Armut betroffenen US-Amerikaner in Haushalten mit wenigstens einem arbeitenden Familienmitglied. Im Jahr 2004 lebten schätzungsweise 17,6 Millionen Menschen in den USA in working-poor-Haushalten. Seit den 1990er Jahren ist der Anteil der Menschen, die trotz Arbeit arm sind, höher als je zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die hohe Anzahl an Haushalten, die arm sind, obwohl mindestens eine Person einer Beschäftigung nachgeht, ist ein Grund für die zunehmende Ungleichheit in vielen Staaten. Von 73 vom UNDP betrachteten Staaten hat sich in 53 Staaten, in denen über 80 Prozent der Weltbevölkerung leben, die Ungleichheit in den letzten zwanzig Jahren erhöht; nur in neun Staaten hat sie sich verringert. Die Ungleichheit hat dabei sowohl in wachstumsstarken als auch in wachstumsschwachen Staaten zugenommen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/ZKB10D,0,0,Armut_trotz_Arbeit.html

Atommüll

Der mengenmäßig überwiegende Teil der Abfälle entsteht durch die Uranwirtschaft: Der größte Teil mit rund 80 % der radioaktiven Abfälle stammt aus dem Uranabbau (Abraum und Tailings) und wird in der Nähe des jeweiligen Uranbergwerks gelagert. Weitere Teile stammen aus Kernkraftwerken (rund 12.000 t pro Jahr[1]), aus Kernforschungszentren, aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente und in Kernwaffenstaaten aus militärischen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Herstellung von Atomwaffen. Ein mengenmäßig geringer Anteil hat seinen Ursprung in der Anwendung radioaktiver Substanzen in Medizin, Industrie und Forschung.

Neben abgebrannten Brennelementen aus Kernkraftwerken und Abfällen aus der Wiederaufarbeitung, die den meistbeachteten, aber von der Stoffmenge geringsten Teil der radioaktiven Abfälle ausmachen, sowie den oben genannten Tailings gehören zu den radioaktiven Abfällen auch alle Materialien, die beim Umgang mit radioaktiven Stoffen in Kernkraftwerken, Medizin, Industrie und Forschung kontaminiert oder durch Neutronenstrahlung aktiviert wurden und die nicht wieder verwertbar sind. Dies umfasst eine breite Palette von Materialien, zum Beispiel

* Spritzen und Kanülen aus der Nuklearmedizin,
* Putzlappen,
* Verdampferkonzentrat (z. B. konzentrierte Putzwasser),
* demontierte Rohrleitungen,
* Betonschutt aus Umbaumaßnahmen,
* Isolierstoffe,
* alte Prüfstrahler,
* defekte Werkzeuge und Geräte,

und viele weitere Materialien und Substanzen. Prinzipiell kann alles, was in einem Betrieb, in dem mit radioaktiven Stoffen umgegangen wird, zu radioaktivem Abfall werden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Atomm%C3%BCll

Ausgewählte Handelsbilanzen

Bezogen auf die Handelsbilanzen haben sich seit Ende der 1960er Jahre weltweit die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte vergrößert. Das steigende Handelsbilanzdefizit der ökonomisch entwickelten Staaten ist vor allem auf die Ausweitung des Handelsbilanzdefizits der USA zurückzuführen. Während die USA bis etwa 1980 einen unterdurchschnittlichen Anteil am Handelsbilanzdefizit der ökonomisch entwickelten Staaten hatten, stieg ihr Anteil seitdem überproportional. Im Jahr 2007 schloss die Handelsbilanz mit einem Defizit in Höhe von 854 Milliarden US-Dollar – lediglich 2006 war das Defizit mit 881 Milliarden US-Dollar noch höher. Das Handelsbilanzdefizit der USA entsprach im Jahr 2007 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA. Im Jahr 2005 lag der entsprechende Wert bei 5,8 Prozent, 2004 bei 5,3 Prozent und 2003 noch bei 4,5 Prozent des BIP.

Die USA sind weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Warenexporteur im Jahr 2007 hinter Deutschland und China an dritter Stelle. Während die Warenexporte der USA zwischen 2000 und 2006 um 32,8 Prozent stiegen, wuchsen die Warenimporte mit 52,4 Prozent deutlich schneller; der Import von Brennstoffen stieg in diesem Zeitraum sogar um mehr als 147 Prozent.

Nach Angaben des U.S. Census Bureau machte im Jahr 2007 allein das Defizit mit China (256 Mrd. US-Dollar) fast ein Drittel des Gesamtdefizits aus. Mit Deutschland hatten die USA im selben Jahr mit rund 45 Milliarden US-Dollar das fünfthöchste Handelsbilanzdefizit – höher lagen neben China nur noch die Defizite gegenüber Japan (83 Mrd. US-Dollar), Mexiko (74 Mrd. US-Dollar) und Kanada (64 Mrd. US-Dollar).

Neben dem hohen Handelsbilanzdefizit der USA weiteten sich seit Anfang des Jahrhunderts auch die Defizite Großbritanniens (2007: minus 181 Mrd. US-Dollar) und Spaniens (2007: minus 131 Mrd. US-Dollar) auffällig stark aus. Den Handelsbilanzdefiziten stehen hohe Handelsbilanzüberschüsse von Deutschland (2007: plus 266 Mrd. US-Dollar), China (2007: plus 262 Mrd. US-Dollar) und Japan (2007: plus 90 Mrd. US-Dollar) sowie von den Hauptexporteuren von Öl und Gas gegenüber (vor allem Saudi-Arabien und Russland mit einem Plus von 141 bzw. 110 Mrd. US-Dollar im Jahr 2007).

Die aufgrund steigender Energienachfrage und -preise erzielten Handelsbilanzüberschüsse ölexportierender Staaten haben einen großen Einfluss auf die regionalen Handelsbilanzsalden: Während beispielsweise in Venezuela im Jahr 2007 nur etwa sieben Prozent der südamerikanischen Bevölkerung lebten, hatte der Handelsbilanzüberschuss Venezuelas einen Anteil von mehr als einem Viertel am gesamten Handelsbilanzüberschuss Südamerikas. Und in Afrika hatten im selben Jahr die vier wichtigsten Öl-Exporteure einen Handelsbilanzüberschuss von 108,7 Milliarden US-Dollar, wobei der Handelsbilanzüberschuss Afrikas insgesamt deutlich niedriger bei 56,5 Milliarden US-Dollar lag.

URL: http://www.bpb.de/wissen/CCK8TH,0,0,Ausgew%E4hlte_Handelsbilanzen.html

Ausgewählte Leistungsbilanzen

Wie bei den Handelsbilanzen ist auch bei den Leistungsbilanzen weltweit eine Zunahme der außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte festzustellen. Insbesondere seit Anfang der 1990er Jahre nahmen die Ungleichgewichte der Leistungsbilanzen auffallend stark zu. Das steigende Leistungsbilanzdefizit der ökonomisch entwickelten Staaten ist vor allem auf die Ausweitung des Leistungsbilanzdefizits der USA zurückzuführen. Im Jahr 2006 erreichte das Defizit der USA das Rekordniveau von 788 Milliarden US-Dollar – das entsprach 6,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Jahr 2007 wurde mit 731 Milliarden US-Dollar das zweithöchste Leistungsbilanzdefizit in der Geschichte der USA gemessen (5,3 Prozent des BIP). 1995 hatte das Defizit der USA lediglich 1,5 Prozent des BIP entsprochen, im Jahr 2000 waren es bereits 4,3 Prozent.

Abgesehen von China sind die Leistungsbilanzüberschüsse am auffälligsten bei den Nettoexporteuren von Energierohstoffen gestiegen. Allein die Überschüsse von Saudi-Arabien, Russland, Norwegen und Kuwait beliefen sich im Jahr 2007 auf 284 Milliarden US-Dollar. In Saudi-Arabien entsprach der Leistungsbilanzüberschuss von knapp 96 Milliarden US-Dollar rund 25 Prozent des BIP. Die Überschüsse aus den Handelsbilanzen durch große Energienachfrage und parallel gestiegene Preise werden demnach nicht durch die Salden anderer Teilbilanzen kompensiert.

Auch mehrere asiatische Ökonomien – wie zum Beispiel Malaysia, Hongkong, Singapur und Taiwan – konnten ihre Leistungsbilanzüberschüsse bis zum Jahr 2007 steigern. Japan, die gemessen am BIP größte asiatische Ökonomie, erzielte im Jahr 2007 einen Rekordüberschuss von 211 Milliarden US-Dollar (4,8 Prozent des BIP). Allerdings lag China mit einem Leistungsbilanzenüberschuss von 372 Milliarden US-Dollar nicht nur vor Japan, sondern vor allen anderen Staaten der Welt. Auch bezogen auf das BIP erreichte der Leistungsbilanzenüberschuss Chinas im Jahr 2007 seinen bisherigen Höchstwert (11,0 Prozent).

Der Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums war 2007 mit 0,2 Prozent des BIP nach wie vor gering. Die Leistungsbilanz der EU fiel mit einem Minus von 103 Milliarden US-Dollar sogar negativ aus – das entsprach 0,6 Prozent des BIP. Allerdings bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten. Während im Jahr 2007 beispielsweise der Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands bei 250 Milliarden US-Dollar lag (7,5 Prozent des BIP), erhöhte sich das Defizit Großbritanniens im selben Jahr auf 81 Milliarden US-Dollar (2,9 Prozent des BIP). Das Defizit Spaniens stieg sogar auf 145 Milliarden US-Dollar (10,1 Prozent des BIP).

Unter den ökonomisch entwickelten Staaten entfielen 2007 – neben den USA, Großbritannien und Spanien – hohe Leistungsbilanzdefizite auch auf Australien (57 Mrd. US-Dollar), Italien (51 Mrd. US-Dollar) und Griechenland (44 Mrd. US-Dollar).

URL: http://www.bpb.de/wissen/1DMQMU,0,0,Ausgew%E4hlte_Leistungsbilanzen.html

Ausländische Direktinvestitionen (ADI) pro Jahr

Die laufend getätigten ausländischen Direktinvestitionen (ADI) erhöhten sich von 13 Milliarden US-Dollar im Jahr 1970 über 208 Milliarden US-Dollar 1990 auf 1.833 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007. Dies übertraf deutlich den bisherigen Höchstwert von 1.411 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2000. Gegenüber dem Jahr 1970 hat sich der Umfang der laufenden ADI – bezogen auf den Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2007 – mehr als verhundertfacht, gegenüber 1980 war der entsprechende Wert fünfundzwanzigmal so hoch.

Der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten an den ADI ist nach wie vor groß: In den Jahren von 2005 bis 2007 tätigten bzw. erhielten die ökonomisch entwickelten Staaten durchschnittlich 84,0 bzw. 66,2 Prozent der weltweiten ADI. Allein die EU, die USA und Japan waren für 73,9 Prozent der weltweit getätigten ADI verantwortlich.

Die Staaten Süd-Osteuropas und die GUS erhielten in den Jahren von 2005 bis 2007 durchschnittlich 4,0 Prozent der ADI. Der Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten an den weltweiten ADI lag im selben Zeitraum bei durchschnittlich 29,8 Prozent. Allerdings verteilen sich die ADI sehr unterschiedlich auf die einzelnen Staaten: Von den ADI in ökonomisch sich entwickelnden Staaten entfielen im Jahr 2007 gut 59 Prozent auf nur acht Staaten; allein China erhielt knapp 17 Prozent der ADI in ökonomisch sich entwickelnden Staaten.

Die Bedeutung der ADI für die externe Finanzierung der ökonomisch sich entwickelnden Staaten hat beständig zugenommen. Während Anfang der neunziger Jahre private und öffentliche Hilfeleistungen den größten Anteil an ausländischen Geldern ausmachten, ist der Anteil der ADI seit Mitte der 1990er Jahre mindestens doppelt, teilweise fünfmal so hoch wie der der finanziellen Hilfeleistungen (ODA – Official Development Assistance). Dementsprechend stieg auch die Höhe der laufenden ADI bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt der ökonomisch sich entwickelnden Staaten von 0,9 Prozent im Jahr 1990 auf 3,6 Prozent im Jahr 2007.

Vor allem Multinationale Unternehmen (MNU) haben die technischen, finanziellen und politischen Ressourcen, um eine Strategie des 'global-sourcing' umzusetzen. Die ADI in Form von meist brancheninternen Fusionen, Unternehmenskäufen und -beteiligungen dienen der Markterschließung, Marktsicherung und Kostenersparnis. Grenzüberschreitende Unternehmensfusionen und -übernahmen – 'mergers and acquisitions' (M&As) – waren in den Jahren 2000 bis 2007 für durchschnittlich 84,5 Prozent der im Ausland getätigten Investitionen verantwortlich. Dabei entfielen im Durchschnitt 60,4 Prozent des M&A-Volumens auf so genannte Megafusionen mit einem Wert von über einer Milliarde US-Dollar.

URL: http://www.bpb.de/wissen/VULE3D,0,0,Ausl%E4ndische_Direktinvestitionen_%28ADI%29_pro_Jahr.html

Auslandsschulden ökonomisch sich entwickelnder Staaten

Die gesamte Auslandsschuld der ökonomisch sich entwickelnden Staaten lag im Jahr 2005 bei rund 2.080 Milliarden US-Dollar. Davon waren etwa 77,5 Prozent langfristige und 22,5 Prozent kurzfristige Schulden. Die langfristige Auslandsschuld gliedert sich wiederum in private, nicht öffentlich garantierte Schulden (2006: 529 Mrd. US-Dollar) und öffentliche bzw. öffentlich garantierte Schulden (2006: 1.096 Mrd. US-Dollar). Der Anteil der öffentlichen bzw. öffentlich garantierten Schulden an den gesamten langfristigen Auslandsschulden verringerte sich zwischen 1990 und 2006 stetig von 94,2 auf 67,4 Prozent. Dabei sind die zu leistenden Zinszahlungen bei den öffentlichen bzw. öffentlich garantierten Schulden relativ niedriger als bei den privaten, nicht öffentlich garantierten Schulden.

Parallel zur absoluten Zunahme der langfristigen Auslandsschulden erhöhten sich auch die absoluten Aufwendungen für den Schuldendienst (Zins und Tilgung). Im Jahr 2006 mussten die ökonomisch sich entwickelnden Staaten rund 352 Milliarden US-Dollar für den Schuldendienst aufbringen, 1990 waren es noch gut 105 Milliarden US-Dollar. Allerdings hat sich seit 1999/2000 der Schuldendienst relativ zur Wirtschaftskraft der ökonomisch sich entwickelnden Staaten verringert. Im Jahr 2006 entsprach der Schuldendienst für die langfristige Auslandsverschuldung 2,9 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP), im Jahr 2000 lag der entsprechende Wert noch bei 4,3 Prozent.

Diese positive Entwicklung ist nicht nur für die ökonomisch sich entwickelnden Staaten insgesamt, sondern auch für die ärmeren Staaten unter ihnen festzustellen: Bei den ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten reduzierte sich der Schuldendienst zwischen 2000 und 2006 und bezogen auf das BIP von 2,5 auf 2,2 Prozent. Bei den ökonomisch sich entwickelnden, stark verschuldeten Staaten sank der entsprechende Wert sogar von 3,4 auf 1,6 Prozent.

Die relative Verringerung des Schuldendienstes resultiert dabei sowohl aus einer Verringerung der Tilgungs- als auch der Zinszahlungen. Die Zinszahlungen der ökonomisch sich entwickelnden Staaten lagen im Jahr 2000 bei 1,3 Prozent des BIP, 2006 entsprachen die Zinszahlungen nur noch 0,6 Prozent des BIP.

Die positive Veränderung des Verhältnisses zwischen BIP und Schuldendienst bzw. Zinszahlungen seit den Jahren 1999/2000 erfolgte sowohl durch die durchschnittliche Erhöhung des BIP als auch durch eine Stabilisierung der Schuldenlast. Bei den ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten und den ökonomisch sich entwickelnden, stark verschuldeten Staaten reduzierte sich die Schuldenlast sogar.

Ein Teil dieser Reduzierung ist auf das von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) initiierte Entschuldungsprogramm für stark verschuldete Staaten zurückzuführen. Es wird bei Staaten angewendet, die ein sehr niedriges Bruttoinlandsprodukt pro Kopf haben. Bei der so genannten HIPC-Initiative ("heavily indebted poor countries") wird der Schuldenerlass an bestimmte Bedingungen geknüpft und für den Prozess der Schuldenbefreiung gibt es feste Regeln und Verfahren. Im Schnitt werden den Ländern zwei Drittel ihrer Schulden erlassen – darin sind auch individuelle bilaterale Schuldenerlasse einzelner Gläubigerländer enthalten.

Nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beträgt das Volumen der Entschuldung durch die HIPC-Initiative bisher rund 68 Milliarden US-Dollar (Stand: Juni 2009). Es umfasst Handelsschulden, die an die Regierungen einzelner Gläubigerländer übergegangen sind, und Schulden aus der bilateralen öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit. In begrenztem Umfang beinhaltet es auch Schulden gegenüber der Weltbank, dem IWF, regionalen Entwicklungsbanken und vielen kleineren multilateralen Organisationen.

URL: http://www.bpb.de/wissen/SACY29,0,0,Auslandsschulden_%F6konomisch_sich_entwickelnder_Staaten.html