Glossary
- Demokratie und ihre Verbreitung
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Im Jahr 2008 gab es nach Angaben der Nicht-Regierungsorganisation Freedom House 119 parlamentarische Demokratien. Das entsprach knapp 62 Prozent aller Staaten weltweit. Der bisherige Höchstwert wurde in den Jahren 2005 und 2006 mit 123 parlamentarischen Demokratien bzw. einem Anteil von 64 Prozent erreicht. Gegenüber dem Jahr 2007 sind Georgien, Mauretanien, Venezuela und die Zentralafrikanische Republik aus der Liste der parlamentarischen Demokratien herausgefallen, Bangladesch sowie Bosnien und Herzegowina sind neu hinzugekommen.
Die Demokratie ist die dominierende Staatsform in West- und Zentraleuropa sowie in Nord- und Südamerika. Nach der Klassifizierung von Freedom House sind alle 25 Staaten Europas parlamentarische Demokratien – dabei war die Türkei der einzige Staat, der 2008 als lediglich eingeschränkt frei galt. Von den 35 Staaten Nord- und Südamerikas waren im selben Jahr 33 parlamentarische Demokratien – davon wurden 25 Staaten als frei und acht als eingeschränkt frei eingestuft. Zwei Staaten (Kuba und Venezuela) galten als unfrei.
In Asien war mit 20 von 39 Staaten gut die Hälfte der Staaten demokratisch. 16 der 20 demokratischen Staaten galten als frei, vier als eingeschränkt frei. Weiter waren im Jahr 2008 insgesamt 18 der 28 ehemals kommunistischen Staaten in Zentral- und Osteuropa parlamentarische Demokratien – davon galten 13 Staaten als frei und fünf als eingeschränkt frei. In Zentraleuropa sowie den baltischen Staaten ist die Demokratie fest etabliert. Hingegen wurden noch immer sieben der Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion als unfrei eingestuft.
Im subsaharischen Afrika waren im Jahr 2008 trotz der Fortschritte in der Vergangenheit nur 22 der insgesamt 48 Staaten demokratisch. Davon galten nach Freedom House zehn Staaten als frei und zwölf Staaten als eingeschränkt frei. Noch geringer ist der Anteil der parlamentarischen Demokratien nur im Nahen Osten und Nordafrika, wo Israel die einzige parlamentarische Demokratie ist.
Im Zeitalter der Globalisierung wird die Demokratisierung der Staatenwelt von vielen als unverzichtbar angesehen. Dies vor allem deshalb, weil die demokratische Legitimation als eine Grundvoraussetzung für das Gelingen von Global Governance, also für das Regieren im politischen Mehrebenensystem, angesehen wird. Nicht zuletzt um durch politische Kooperationen ein Gegengewicht zu den ökonomischen Kräften aufzubauen, engagieren sich auch zahlreiche NGOs beim Aufbau demokratischer Strukturen in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten.
Parallel zur Zunahme demokratischer Staatsformen und der nahezu grenzenlosen Verbreitung demokratischer Ideen findet sich auch die These, dass die etablierten Demokratien durch die Globalisierung unter Druck geraten. Zwei Argumente sind dabei von zentraler Bedeutung. Zum einen wird darauf hingewiesen, dass politische Teilhabe ökonomische Teilhabe voraussetzt – zunehmender ökonomischer Stress hat demnach einen negativen Einfluss auf die politische Partizipation. Zum anderen wird problematisiert, dass öffentliche Interessen gegenüber privatwirtschaftlichen immer häufiger das Nachsehen haben: Die Verhandlungsmacht der Staaten und damit die Einflussnahme demokratisch legitimierter Vertreter schwindet und ist häufig nur in Krisenzeiten gefragt. Parallel nimmt die Macht privater Interessen und die der Multinationalen Unternehmen zu.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Globalisierung nicht zwangsläufig eine Demokratisierung nach sich zieht. Gerade die Einbindung in den Weltmarkt hat in zahlreichen Staaten zu einer ökonomischen und in der Folge politischen Stärkung undemokratischer Regime geführt.
Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass trotz der rasanten Verbreitung demokratischer Staatsformen noch immer 34 Prozent aller Menschen in unfreien Staaten leben. Aufgrund des überdurchschnittlichen Bevölkerungswachstums in diesen Staaten wird sich die absolute Zahl der Menschen, die nicht in Demokratien leben, zunächst weiter erhöhen.
URL: http://www.bpb.de/wissen/4D631K,0,0,Verbreitung_demokratischer_Staaten.html
- Dienstleistungsexport
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Der nominale Wert des Weltwarenexports stieg zwischen 1980 und 2007 um durchschnittlich 7,4 Prozent pro Jahr. Die Wachstumsraten lagen damit deutlich über denen der Weltwarenproduktion. Noch stärker als der Wert des Warenexports wuchs mit 8,3 Prozent pro Jahr der Wert des Dienstleistungsexports. Lag er im Jahr 1980 noch bei 388 Milliarden US-Dollar, war er 1990 bereits mehr als doppelt so hoch. Mit einer Steigerung von rund 1.530 auf etwa 3.340 Milliarden US-Dollar hat sich der Wert des Dienstleistungsexports auch zwischen den Jahren 2000 und 2007 nochmals mehr als verdoppelt.
Der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten am weltweiten Dienstleistungsexport schwankte in der Zeit von 1980 bis 2001 zwischen 75 und 81 Prozent. Seit 2002 verringerte er sich kontinuierlich von 75,4 auf 71,9 Prozent im Jahr 2007. Allerdings erhöhte sich parallel der absolute Wert des Dienstleistungsexports der ökonomisch entwickelten Staaten von 1.237 Milliarden US-Dollar im Jahr 2002 auf 2.399 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 (plus 94 Prozent).
Der Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten am weltweiten Dienstleistungsexport lag in den Jahren 1980 bis 2001 zwischen 18 und 23 Prozent. Zwischen 2002 und 2007 stieg er stetig von 22,4 auf 25,4 Prozent. Der entsprechende Anteil der süd-osteuropäischen Staaten und der GUS lag Anfang der 1990er Jahre bei rund einem Prozent. Ungeachtet kleinerer Schwankungen stieg er von 1,5 Prozent im Jahr 2000 auf 2,7 Prozent im Jahr 2007.
Bei einer Gliederung nach Regionen entfielen vom weltweiten Dienstleistungsexport im Jahr 2007 knapp 52 Prozent auf Europa, 22,5 Prozent auf Asien, gut 16 Prozent auf Nordamerika, rund 3 Prozent auf Süd- und Mittelamerika und jeweils etwa 2 Prozent auf Afrika, den Nahen Osten sowie die GUS. Vom weltweiten Dienstleistungsimport entfielen 47,4 Prozent auf Europa, 24,6 Prozent auf Asien, gut 14 Prozent auf Nordamerika, rund 4 Prozent auf den Nahen Osten und jeweils etwa 3 Prozent auf Afrika, Süd- und Mittelamerika sowie die GUS.
Transportbezogene Dienstleistungen hatten im Jahr 2007 einen Anteil von 22,8 Prozent am weltweiten Dienstleistungsexport. Bei reisebezogenen Dienstleistungen lag der entsprechende Anteil im selben Jahr bei 26,0 Prozent. Mehr als die Hälfte des weltweiten Dienstleistungsexports entfiel auf andere kommerzielle Dienstleistungen (51,2 Prozent).
Der Wert des Exports von anderen kommerziellen Dienstleistungen nahm zwischen 1990 und 2007 schneller zu als der Wert des Exports von transportbezogenen bzw. reisebezogenen Dienstleistungen. Die durchschnittliche Wachstumsrate lag bei den anderen kommerziellen Dienstleistungen bei 10 Prozent in den Jahren 1990 bis 1995, bei 7 Prozent 1995 bis 2000 und bei 14 Prozent in den Jahren 2000 bis 2007.
Entsprechend der niedrigeren Wachstumsraten schrumpften die Anteile der transportbezogenen und reisebezogenen Dienstleistungen am weltweiten Dienstleistungsexport zwischen 1990 und 2007 kontinuierlich. Allerdings sind die nominalen Werte aller drei Dienstleistungsgruppen gestiegen – insbesondere zwischen 2000 und 2007 nahm der Wert überdurchschnittlich stark zu. 2007 war dabei das wachstumsstärkste Jahr: während der Export von reisebezogenen Dienstleistungen um 14 Prozent zunahm, erhöhte sich der Export von transportbezogenen Dienstleistungen bzw. der von anderen kommerziellen Dienstleistungen um 19 bzw. 20 Prozent.
URL: http://www.bpb.de/wissen/081I8A,0,0,Dienstleistungsexport.html