Glossary
- Fast Food
-
Viele global agierende Markenkonzerne haben ihren Ursprung in den USA. Mit ihren Produkten erweitern sie nicht nur das Warenangebot in der jeweiligen Zielregion, sondern verdrängen dabei auch regionale Produkte. Das Tragen von Nike-Schuhen, das Trinken von Coca-Cola und das Essen bei McDonald's ist immer auch ein Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses.
Im Globalisierungsdiskurs wird einerseits die Dominanz westlicher Kulturen und das damit verbundene Konsummuster kritisiert. Andererseits wird auf Homogenisierungstendenzen hingewiesen, die im Zuge von Standardisierungs- und Vereinheitlichungsprozessen zu einer Verschmelzung von Kulturen führen: Wenn sich das weltweite Konsumverhalten und andere Bereiche des Alltagslebens immer weiter angleichen, werden lokale Traditionen schrittweise durch eine Einheitskultur ersetzt.
Für beide Thesen – westliche Dominanz und kulturelle Konvergenz – wird der Konzern McDonald's als Beispiel angeführt. Für die westliche Dominanz steht das durch den amerikanischen Soziologen George Ritzer geprägte Schlagwort "McDonaldisierung". Die Fast-Food-Kette McDonald's steht in diesem Zusammenhang für die negativen Folgen der Globalisierung. Sie verkörpert den prototypischen Übergang von traditionellen zu rationalen Geschäfts- und Gedankenmodellen, die auf effizienten, kalkulierbaren und kontrollierbaren Prinzipien basieren.
McDonald's ist mit 58 Millionen Kunden am Tag (Stand: 2008 / 2003: 47 Mio.) die größte und wohl auch bekannteste Fast-Food-Kette der Welt. Auch wegen seiner Größe und seines Bekanntheitsgrads ist der Konzern regelmäßig Ziel von Protestaktionen von Globalisierungskritikern sowie Umwelt- und Verbraucherschützern. Darüber hinaus wurden dem Konzern die Ausbeutung von Arbeitskräften und das Verhindern gewerkschaftlicher und betriebsrätlicher Zusammenschlüsse vorgeworfen. Die Organisation CorpWatch weist darauf hin, dass McDonald's im Zusammenhang mit der Herstellung von Werbespielzeug auch dem Vorwurf der Kinderarbeit ausgesetzt war. Im Nahen Osten, Frankreich und Spanien kam es in der Vergangenheit sogar zu gewalttätigen Aktionen gegen einzelne Niederlassungen.
Gleichzeitig ist McDonald's auch ein Beispiel für die These der kulturellen Konvergenz, da der Konzern den Auftritt und die Produktpalette je nach Region den kulturellen Gegebenheiten anpasst. So wird etwa in israelischen Niederlassungen lediglich koscheres Essen angeboten und entsprechend der jüdischen Tradition bleiben die Restaurants am Sabbat geschlossen. In Indien wiederum werden keine Rindfleischgerichte verkauft und auch in islamisch geprägten Ländern werden die jeweiligen Speisevorschriften eingehalten.
Im Gegensatz zum Image von McDonald's in der westlichen Welt, wo es eher für standardisiertes und ungesundes Essen steht, wird McDonald's in anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in China (wo in Peking eine der weltweit größten McDonald's-Filialen zu finden ist), eher mit einem höheren sozialen Status in Verbindung gebracht. Um das Image in der westlichen Welt aufzubessern, hat McDonald's sein Einrichtungskonzept, das Angebot sowie sein Erscheinungsbild verändert: Sitzwürfel aus Leder ergänzen die Plastikbänke, das Angebot von McCafé konkurriert mit dem klassischer Kaffeehäuser und in Europa wurde bei den ersten Filialen die Hintergrundfarbe "rot" durch "grün" ersetzt.
Das erste McDonald's Restaurant wurde 1940 in Kalifornien eröffnet. In den frühen 1970er-Jahren expandierte das Unternehmen in Teile Europas und Mittelamerikas sowie nach Australien und Japan. In den darauffolgenden 20 Jahren wurden Westeuropa und Lateinamerika nahezu komplett erschlossen. In den 1990er-Jahren erfolgte die Expansion vor allem nach Asien, Osteuropa und in den Nahen Osten. Auch in Afrika begann der Konzern, erste Niederlassungen einzurichten. Kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde 1990 in Moskau die erste russische Filiale eröffnet.
Allerdings werden nicht nur neue Restaurants eröffnet: Im Zuge der weltweiten Finanzkrise wurden Ende 2009 die McDonald's-Filialen in Island geschlossen (2008 wurden drei Filialen betrieben). Aufgrund der Abwertung der isländischen Währung waren die Kosten für Importe stark gestiegen. Die Einfuhr aller Waren aus anderen Ländern – vom Fleisch über Käse bis hin zu den Verpackungen – war notwendig, da der isländische Markt zu klein ist, um diese Produkte vor Ort zu produzieren.
McDonald's ist nach eigenen Angaben in 118 Staaten und Territorien aktiv (Stand: Anfang 2010). Gegenwärtig betreibt der Konzern weltweit etwa 32.000 Restaurants. Das Unternehmen verzeichnete im Jahr 2008 einen Gesamtumsatz von rund 23,5 Milliarden US-Dollar. Insgesamt wurde 2008 ein Gewinn von 4,3 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.
- Fernsehunterhaltung
-
Als Massenmedium hat das Fernsehen eine weitreichende Wirkung auf seine Konsumenten. Da es leicht zu konsumieren und in allen Bevölkerungsgruppen sehr beliebt ist, spielt es eine zentrale Rolle bei der Meinungs- und Stilbildung.
Die höchsten Einschaltquoten erzielen seit längerem Unterhaltungssendungen. Innerhalb der populären Unterhaltungssparte hat der internationale Handel mit spezifischen Sendeformaten in den letzten Jahren stark zugenommen. Unter Sendeformaten wird dabei ein feststehendes Sendungskonzept mit einheitlich geregelten Formen der Präsentation verstanden. Die Integration aufgekaufter Sendeformate führt dazu, dass sich die Fernsehprogramme weltweit immer weiter angleichen.
Waren es ehemals überwiegend (US-amerikanische) Spielfilme und Serien, die im Ausland gezeigt wurden, so ist heute darüber hinaus eine hohe Anzahl an Formaten zu finden, die zwar im Ausstrahlungsland produziert werden, sich jedoch einer ausländischen Vorlage bedienen und weltweit erfolgreich lizenziert werden.
Während Deutschland noch vor einigen Jahren als weltweit führender Importeur von Gameshows galt und kaum eigene Shows produzierte, haben sich in den vergangenen Jahren auch heimische Formate im Abendprogramm durchgesetzt. So avancierte etwa das von Raab TV und Brainpool produzierte und 2006 erstmals ausgestrahlte Format 'Schlag den Raab' nicht nur in Deutschland zum Quotenschlager, sondern war Anfang 2009 bereits an 14 Länder verkauft und wurde dort zur Primetime ausgestrahlt – darunter Großbritannien, Kroatien, Spanien, Schweden und China. Dabei wurden die ersten Aufzeichnungen der britischen Variante 'Beat the Star' im Köln-Mülheimer Studio von 'Schlag den Raab' aufgezeichnet. Das Publikum im Studio bestand jedoch nicht wie gewöhnlich aus Rheinländern, sondern überwiegend aus Briten, die von einer Casting-Agentur vermittelt worden waren. Um Kosten zu sparen, werden seit Produktionsbeginn in Deutschland lebende Personen gesucht, deren Muttersprache Englisch ist.
Die weltweit erfolgreichsten Unterhaltssendungen reichen von Talentwettbewerben und Castingshows wie 'Pop Idol' (der internationalen Version von 'Deutschland sucht den Superstar') über Reality-Soaps wie 'Big Brother' bis hin zu Quizsendungen wie 'Wer wird Millionär?'.
Letztere, auch in Deutschland ausgestrahlte Gameshow, hat ihren Ursprung in Großbritannien und gehörte bis März 2006 zum geistigen Eigentum der Firma Celador. 2006 verkaufte Celador die Rechte an der Show der holländischen Firma 2waytraffic. Die holländische TV-Produktionsfirma, der neben 'Wer wird Millionär' auch andere bekannte Gameshow-Formate wie 'Wheel of fortune' ('Glücksrad') gehörten, wurde zwei Jahre später vom japanischen Unternehmen Sony Pictures Television aufgekauft.
Seit Jahren ist 'Wer wird Millionär' auf allen Kontinenten der Erde zu sehen und die Lizenzierungs- und Ausstrahlungsrechte wurden bereits an Fernsehanstalten in mehr als 100 Ländern verkauft, als sich das Format noch im Besitz von Celador befand. Ende 2009 verfügten oder verhandelten 118 Staaten und Territorien über eine Nutzungslizenz. Im Oktober 2008 wurden die Format- und Ausstrahlungsrechte sogar an eine TV-Produktionsfirma in Kabul verkauft. Dies ist das erste Mal, dass in Afghanistan ein westliches Unterhaltungsformat offiziell lizenziert wurde.
Das Erscheinungsbild der Sendung ist vertraglich streng geregelt und stark an das britische Ursprungsformat angepasst, was etwa bei der Aufmachung des Studios, bei den Kameraeinstellungen sowie den Licht- und Soundeffekten deutlich wird. Da trotz eines umfangreichen Regelwerks seitens des Lizenzgebers gewisse Abweichungen bei den nationalen Ausstrahlungen erlaubt sind, lassen sich in den jeweiligen Versionen regionale Unterschiede und kulturelle Einfärbungen erkennen, die sich nicht nur auf die Inhalte der gestellten Fragen beziehen. Während die Atmosphäre in einigen Ländern eher heiter ist und viel gelacht wird, geht es in anderen Ländern ernster und verstärkt gewinnorientiert zu. Um den Bedürfnissen des Zielpublikums zu entsprechen, setzen die Produzenten für die jeweilige Zielkultur Moderatoren mit passendem Showcharakter ein.
Darüber hinaus kommt es zu regionalen Unterschieden, die sowohl formal als auch kulturell bedingt sind. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist die Gewinnhöhe in der japanischen Version deutlich niedriger als in den übrigen Ländern. In Georgien und Island ist die Anzahl der Kandidaten geringer, da sich nicht genügend Interessenten bewerben. In Nigeria wiederum müssen Rubbellose gekauft werden, um eine Teilnahme an der Sendung gewinnen zu können. Außergewöhnlich ist auch, dass sich in der Türkei unter den Kandidaten fast ausschließlich männliche Bewerber befinden oder in Russland das Publikum Gefallen daran findet, bei Einsatz des Publikumsjokers mit vorsätzlich falschen Antworten aktiv ins Geschehen einzugreifen.
Dass das Überstülpen eines einheitlichen Sendeformats ungeachtet der kulturellen Rahmenbedingungen aber auch kontraproduktiv sein kann, zeigt das Beispiel 'MTV'. Im Gründungsjahr 1981 versuchte der Musiksender unter dem Motto 'One World – One Music', mit einem einheitlichen Sendeformat grenzüberschreitend erfolgreich zu sein, war jedoch schnell mit den unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Barrieren der jeweiligen Empfangsregionen konfrontiert.
Die Gründung von MTV-Europe Ende der 1980er-Jahre und die von MTV-Asia, MTV-Latino und MTV-Mandarin Anfang der 1990er-Jahre lässt den Schluss zu, dass die ursprünglich ausschließlich global orientierte Sendestrategie an ihre Grenzen gestoßen war. Dafür spricht auch, dass heute ein Drittel des Gesamtumsatzes von MTV von den internationalen Schwesterunternehmen erwirtschaftet wird, die seit Mitte der 1990er-Jahre mit lokaler Orientierung umgestaltet wurden.
URL: http://www.bpb.de/wissen/0CWODB,0,0,Fernsehunterhaltung.html
- Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der G-7 - Staaten
-
Die Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors in den G-7-Staaten hat sich im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte weg von der Kredit- und hin zur Wertpapierfinanzierung verschoben. Bestand 1970 und 1980 noch jeweils mehr als ein Drittel der Finanzierung aus Bankkrediten, sank dieser Anteil im Jahr 2000 auf ein knappes Viertel. Gleichzeitig stieg der Anteil der Aktien von einem guten Drittel auf über die Hälfte. Insofern hat es, insbesondere in Europa, eine Strukturveränderung von einem (haus)bankbasierten zu einem marktbasierten Finanzsystem gegeben, das in den USA schon länger vorherrschte.
Die als Alternative zur herkömmlichen Kreditaufnahme genutzten Unternehmensanleihen spielen in Europa mit unter zehn Prozent – in Kontinentaleuropa mit unter fünf Prozent – eine nach wie vor untergeordnete Rolle für den Sektor insgesamt. Das liegt vor allem daran, dass diese Finanzierungsform nur sehr wenigen großen Unternehmen offen steht.
Trotz des allgemein zu beobachtenden neuen Trends unterscheidet sich die Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der einzelnen Staaten nach wie vor erheblich. Bei den G-7-Staaten lag der Aktienanteil im Jahr 2000 in drei Staaten (Frankreich, Großbritannien und USA) bei über 60 Prozent, in Japan waren es dagegen weniger als 30 Prozent. Auf der anderen Seite lag der Kreditanteil in vier Staaten unter 25 Prozent, in Japan wiederum bei 40 Prozent.
URL: http://www.bpb.de/wissen/LZDBD0,0,0,Finanzierungsstruktur_G7Staaten.html
- Fischbestände auf offener See
-
Zwischen 1950 und 2003 hat sich die Menge des weltweit verbrauchten Fisches von etwa 19 Millionen Tonnen auf über 132 Millionen Tonnen erhöht – dies entspricht einer Steigerung von knapp 600 Prozent. Im Jahr 2003 wurden von den 132 Millionen Tonnen Fischverbrauch 103 Millionen Tonnen vom Menschen konsumiert, durchschnittlich 16,3 kg pro Kopf. Die verbleibenden 29 Millionen Tonnen wurden vor allem für die Produktion von Fischmehl und Ölen genutzt.
Während der Verbrauch von gezüchtetem Fisch im Jahr 1950 keine Rolle spielte und der mengenmäßige Anteil auch 1980 noch deutlich unter zehn Prozent lag, stammten 2003 knapp 32 Prozent des Fischverbrauchs aus der Fischzucht. Die auf offener See bzw. in Binnengewässern gefangenen Fische hatten im selben Jahr einen Anteil von gut 61 bzw. sieben Prozent an der insgesamt verbrauchten Fischmenge.
Trotz der relativen Abnahme der Menge des Fangfisches gegenüber der des Zuchtfisches hat sich die absolute Menge des gefangenen Fisches kontinuierlich erhöht. Insbesondere neue Fangmethoden und die nicht zuletzt durch das Bevölkerungswachstum gestiegene Nachfrage haben zu einer immer intensiveren Befischung und teilweise zu einer Überfischung der Meere geführt.
Von den weltweit 200 wichtigsten Fischarten, auf die über 65 Prozent des Fischfangs auf offener See entfallen, galten nach Aussagen der FAO Anfang der 1950er Jahre noch deutlich über 60 Prozent als gering befischt. Mitte der 1960er Jahre schrumpfte der entsprechende Anteil auf ein Drittel und Anfang der 1970er Jahre rutschte er unter zehn Prozent. Seit Ende der 1970er Jahre gilt keine der 200 wichtigsten Fischarten als gering befischt.Im Jahr 1974 waren 39 Prozent der Fischbestände auf offener See moderat oder gering befischt. Dreißig Jahre später bewertete die FAO nur noch 23 Prozent der Fischbestände als moderat (20 Prozent) oder gering (3 Prozent) befischt. Parallel zu dieser Abnahme hat sich der Anteil der überfischten oder erschöpften Fischbestände deutlich erhöht. Waren 1974 nur zehn Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt oder erschöpft, liegt der entsprechende Anteil seit Ende der 1980er Jahre bei oder über einem Viertel der Gesamtbestände. Auch im Jahr 2004 waren 17 Prozent der Fischbestände überfischt und sieben Prozent komplett erschöpft. Ein Prozent der weltweiten Fischbestände erholte sich im selben Jahr auf niedrigstem Niveau.
Quelle: http://www.bpb.de/wissen/CDCEBU,0,0,Fischbest%E4nde_auf_offener_See.html