Glossary
- Währungsreserven ökonomisch sich entwickelnder Staaten
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Die Währungsreserven in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten haben in erster Linie die Funktion, den eigenen Wechselkurs in bestimmten Bandbreiten zu stabilisieren und Währungsspekulationen abzuwehren. Starke Wechselkursschwankungen haben ungewollte Folgen für Import- und Exportpreise, Zinsbewegungen, Einkommen und die Staatseinnahmen.
Parallel zur zunehmenden Einbindung der ökonomisch sich entwickelnden Staaten in die weltweiten Produktions- und Handelsbeziehungen sind die Währungsreserven massiv gestiegen. Allein von 1980 bis 1995 erhöhten die ökonomisch sich entwickelnden Staaten ihre Währungsreserven von 153 Milliarden US-Dollar auf 603 Milliarden US-Dollar und damit um knapp 300 Prozent. In dem kürzeren Zeitraum von 1995 bis 2006 stiegen die Währungsreserven nochmals um mehr als 380 Prozent auf 2.919 Milliarden US-Dollar.
Noch deutlicher werden die Bemühungen der ökonomisch sich entwickelnden Staaten beim Aufbau von Währungsreserven, wenn diese in Relation zu den Importen gesetzt werden. Hierfür wird der Reservebestand eines Jahres durch den durchschnittlichen Wert der monatlichen Importe desselben Jahres geteilt. Im Jahr 1980 entsprach die Höhe der Währungsreserven etwa dem vierfachen Wert des durchschnittlichen Monats-Imports. 1995 hatten die Währungsreserven bereits einen Wert, der knapp das sechsfache des Wertes eines Monats-Imports betrug. Und im Jahr 2006 erreichte die Höhe der Währungsreserven ihren bisherigen Höhepunkt – die Reserven der ökonomisch sich entwickelnden Staaten entsprachen dem zehnfachen Wert ihres durchschnittlichen Monats-Imports.
Die Tatsache, dass hohe Bestände an Währungsreserven vor allem für Staaten wichtig sind, die stark in den grenzüberschreitenden Warenhandel eingebunden sind, findet ihre Entsprechung in der Höhe der Währungsreserven der Hauptexporteure von Fertigwaren. In der Gruppe der ökonomisch sich entwickelnden Staaten hatten die Hauptexporteure von Fertigwaren im Jahr 2006 Währungsreserven in Höhe von 2.270 Milliarden US-Dollar; dies entsprach einem Anteil von knapp 78 Prozent an den Währungsreserven aller ökonomisch sich entwickelnden Staaten.
Allein die Währungsreserven Chinas machten mit 1.068 Milliarden US-Dollar 36,6 Prozent aller Währungsreserven der ökonomisch sich entwickelnden Staaten im Jahr 2006 aus. Auf China, Taiwan (266 Mrd. US-Dollar), Südkorea (239 Mrd. US-Dollar) und Indien (171 Mrd. US-Dollar) entfielen zusammen knapp 60 Prozent der Währungsreserven.
Bezogen auf die jeweiligen durchschnittlichen Monats-Importe lag der Wert der Währungsreserven der Hauptexporteure von Fertigwaren über dem Wert der ökonomisch sich entwickelnden Staaten insgesamt. In Indien betrug der Wert der Währungsreserven im Jahr 2006 knapp das zwölffache und in China sogar mehr als das sechzehnfache des Wertes des jeweiligen durchschnittlichen Monats-Imports.
URL: http://www.bpb.de/wissen/REHJU6,0,0,W%E4hrungsreserven_%F6konomisch_sich_entwickelnder_Staaten.html
- Währungsreserven und Devisenumsatz
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Seit dem Zerfall der Weltwährungsordnung von Bretton Woods in der ersten Hälfte der 1970er Jahre und der anschließenden Liberalisierung des grenzüberschreitenden Kapitalverkehrs sind der Bestand an und der Handel mit Devisen stark gestiegen, ersterer auf das neunfache, letzterer auf das 16-fache seit Beginn der 1980er Jahre. Der Umfang des Devisenhandels – der überwiegend nicht als Kassa- sondern als Terminhandel stattfindet – betrug von Beginn an ein Vielfaches des Devisenbestandes und ein Vielfaches des Betrages, der für die Abwicklung von grenzüberschreitenden Handels- und Direktinvestitionsströmen (einschließlich der Sicherung dieser Ströme gegen Wechselkursschwankungen) erforderlich wäre.
In den Jahren 1989 bis 1998 wechselten an jedem Handelstag Devisen im Wert von fast dem gesamten Währungsbestand den Besitzer. Dies deutet darauf hin, dass Devisenhandel zu erheblichen Teilen aus der Spekulation mit Aktien, Anleihen, Derivaten, Währungen und anderen Vermögensgegenständen resultiert, für die eine Preis- oder Kursänderung erwartet wird.
Der Einbruch im Handel zwischen 1999 und 2001 ist vor allem auf die Einführung der Europäischen Währungsunion und den damit verbundenen Ersatz von elf (später zwölf) Währungen durch den Euro zurückzuführen. Zwischen 2001 und 2004 nahmen beide Größen stärker zu, als in allen Dreijahresperioden davor. Erstmals stiegen jedoch die Währungsreserven mit plus 88 Prozent stärker, als der Devisenhandel (plus 57 Prozent). Das ist vor allem darauf zurück zu führen, dass einige Zentralbanken (vor allem die japanische und die chinesische) große Devisenbestände anhäuften, um sich gegen Finanzkrisen und spekulative Attacken auf ihre Währungen abzusichern.
Die internationalen Währungsreserven werden überwiegend in Dollar gehalten. So betrug der Dollar-Anteil Mitte der 1990er Jahre fast zwei Drittel aller Währungsreserven. Er erhöhte sich im Jahre 2000 auf über drei Viertel (76 Prozent) und lag Ende 2005 wieder bei fast zwei Drittel.
Die führende Position im Devisenhandel hält relativ unangefochten die Londoner City, auf die fast ein Drittel (31,3 Prozent) des gesamten weltweiten Devisenhandels entfällt. In großem Abstand folgen die USA (19,2 Prozent), und danach mit noch größerem Abstand Japan (8,3 Prozent), Deutschland (4,9 Prozent), Hongkong (4,2 Prozent) und Frankreich (2,6 Prozent). Die verbleibenden 29,5 Prozent entfallen auf 46 weitere Staaten.
URL: http://www.bpb.de/wissen/DJ91QC,0,0,W%E4hrungsreserven_und_Devisenumsatz.html
- Waldbestände
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Etwa 30 Prozent der weltweiten Landoberfläche sind mit Wäldern bedeckt – insgesamt eine Fläche von 3,95 Milliarden Hektar (ha). Allerdings ist der Waldbestand sehr unterschiedlich verteilt. Auf die zehn Staaten mit dem größten Waldbestand entfallen zwei Drittel des weltweiten Waldbestandes, allein Russland hat eine Waldfläche von über 800 Millionen Hektar. Demgegenüber haben sieben Staaten der Welt gar keinen Wald und in insgesamt 57 Staaten bedeckt der Wald nur zehn Prozent der Gesamtfläche – die meisten davon liegen in Nordafrika, Westasien oder sind kleinere Inseln.
Seit Jahrzehnten schreiten die weltweiten Waldverluste weiter voran, allerdings hat sich das Tempo leicht verringert: Während zwischen 1990 und 2000 im Durchschnitt noch 0,22 Prozent (8,87 Mio. ha) des weltweiten Waldbestandes pro Jahr verloren gingen, waren es im Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2005 0,18 Prozent (7,32 Mio. ha). Hauptursache für die Waldverluste ist die Umwandlung von Wald- in Ackerfläche; etwa 13 Millionen Hektar Wald gehen so Jahr für Jahr verloren. Auf der anderen Seite stehen Waldzuwächse durch Aufforstung, Wiederaufforstung und durch die natürliche Ausbreitung des Waldes.
Von 2000 bis zum Jahr 2005 hat die Waldfläche in Ostasien um durchschnittlich 3,84 Millionen ha pro Jahr zugenommen, mehr als in jeder anderen Region. Auch in Europa hat sich im selben Zeitraum der Waldbestand erhöht, um 0,66 Millionen ha. Demgegenüber hatten Südamerika (-4,25 Mio. ha), Afrika
(-4,04 Mio. ha) sowie Süd- und Süd-Ostasien (-2,85 Mio. ha) zwischen 2000 und 2005 die größten Waldverluste pro Jahr.
Fast 70 Prozent aller Waldverluste der Jahre 2000 bis 2005 entfallen auf nur 10 Staaten. Allein Brasilien (-3,1 Mio. ha), Indonesien (-1,87 Mio. ha) und der Sudan (-0,59 Mio. ha) sind für 47 Prozent der weltweiten Waldverluste verantwortlich. Jährlich 3,1 Mio. ha Waldverlust in Brasilien entsprechen einem durchschnittlichen Waldverlust von 5,9 ha pro Minute, das ist eine Waldfläche in der Größe von gut neun Fußballfeldern.
Deutlich über 90 Prozent der weltweiten Waldzuwächse zwischen 2000 und 2005 sind in nur zehn Staaten zu finden. Allein China hat mit einem durchschnittlichen Waldzuwachs von 4,06 Millionen Hektar pro Jahr einen Anteil von knapp 73 Prozent am weltweiten Waldzuwachs.Etwa 36 Prozent des weltweiten Waldbestandes sind Urwälder. Da Urwälder als Ökosysteme einzigartig sind, eine besondere Bedeutung im Hinblick auf die Biodiversität haben und für viele natürliche Kreisläufe – Wasser, Böden, Klima – unverzichtbar sind, ist ihre Zerstörung ein besonderes Problem. Umso dramatischer ist es, dass jährlich sechs Millionen Hektar Urwald komplett zerstört oder unwiederbringlich verändert werden. Im Hinblick auf den Klimawandel ist der Verlust katastrophal, da gerade alte Baumbestände viel Kohlenstoff akkumulieren, weswegen der Erhalt von Waldflächen Vorrang vor Neuanpflanzung haben sollte.
Waldplantagen machen 3,8 Prozent (140 Mio. ha) des weltweiten Waldbestandes aus. 78 Prozent der Waldplantagen werden als "produktive Plantagen" für die Produktion von Holz und Papierfasern genutzt, 22 Prozent gelten als "protektive Plantagen", die in erster Linie Böden und Wasservorkommnisse schützen sollen. Die Fläche der Waldplantagen hat in den Jahren von 2000 bis 2005 um jährlich 2,8 Millionen ha zugenommen, davon entfielen 87 Prozent auf die "produktiven Plantagen".
Quelle: http://www.bpb.de/wissen/0XZOJP,0,0,J%E4hrliche_Ver%E4nderung_der_Waldbest%E4nde.html
- Warenexport
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Im Jahr 2007 wurden weltweit Waren im Wert von gut 13.600 Milliarden US-Dollar exportiert. 42,4 Prozent des Exports stammten aus Europa, knapp 28 Prozent aus Asien und 13,6 Prozent aus Nordamerika. Die anderen Regionen der Welt führten lediglich etwa 16 Prozent aller Exporte aus.
Im zeitlichen Verlauf erhöhte sich der Anteil Europas am weltweiten Warenexport von 1948 bis 1973 von 35,1 auf 50,8 Prozent. Seitdem liegt der Anteil relativ stabil zwischen 42 und 46 Prozent. Während der Anteil Asiens am weltweiten Warenexport seit Anfang der 1970er Jahre rasant zunahm und sich innerhalb der letzten 35 Jahre fast verdoppelte, verringerten sich die Exportanteile von Nord-, Süd-, Mittelamerika und Afrika zwischen 1948 und 2003 kontinuierlich. Für Nordamerika setzte sich dieser Trend auch bis 2007 fort, die Exportanteile Süd- und Mittelamerikas sowie Afrikas lagen hingegen 2007 höher als 2003.
Wird die Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Regionen berücksichtigt, relativieren sich die Exportanteile der Regionen. Da sich der Anteil Europas an der Weltbevölkerung in den letzten 35 Jahren um 35 Prozent verringerte (von etwa 17 auf rund 11 Prozent), können die stabilen Exportanteile Europas seit Anfang der 1980er Jahre auch als relative Steigerung interpretiert werden.
Bei den Regionen Asien und Nordamerika wird der jeweilige Trend abgeschwächt, da der Anteil Asiens an der Weltbevölkerung kontinuierlich gestiegen und der Bevölkerungsanteil Nordamerikas stetig gesunken ist. Von einer relativen Trendumkehr sind jedoch beide Regionen weit entfernt.
Bei Afrika, Süd- und Mittelamerika führt die Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung zu einer Verstärkung des Trends: Die ohnehin abnehmenden Exportanteile der beiden Regionen werden relativ – durch jeweils steigende Anteile an der Weltbevölkerung – weiter verringert.
Weltweit konzentriert sich der Export stark auf bestehende Wirtschaftsblöcke bzw. auf die einzelnen Regionen. Im Jahr 2007 entfielen 68,1 Prozent des Exports der EU auf die EU-Mitgliedstaaten. Die Staaten des NAFTA exportierten 51,3 Prozent ihres Warenexports innerhalb der eigenen Grenzen. Und auch in Asien lag der Anteil der Warenexporte, die in die eigene Region ausgeführt wurden, bei 49,7 Prozent.
Weiter wurden 2007 knapp 62,7 Prozent des weltweiten Exports von OECD-Staaten exportiert. 94,1 Prozent des Warenexports wurden von Staaten ausgeführt, die Mitglied der WTO sind; 1948 lag dieser Anteil – bezogen auf das GATT – noch bei 62,8 Prozent.
- Warenimport
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Im Jahr 2007 wurden weltweit Waren im Wert von fast 14.000 Milliarden US-Dollar importiert. 43,4 Prozent aller Waren importierte Europa, gut 25 Prozent Asien und 19,4 Prozent Nordamerika. Auf die anderen Regionen der Welt entfielen lediglich etwa 12 Prozent aller Importe.
Von 1948 bis 1973 erhöhte sich der Anteil Europas am weltweiten Warenimport von 45,3 auf 53,3 Prozent. Seit Anfang der 1980er Jahre lag der Anteil entweder leicht unter oder leicht über 44 Prozent. Der Anteil Asiens am weltweiten Warenimport wuchs seit Anfang der 1960er Jahre rasant und stieg von rund 14 Prozent im Jahr 1963 auf 25,3 Prozent 2007.
Wird die Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Regionen berücksichtigt, relativieren sich die Importanteile der Regionen. Da sich der Anteil Europas an der Weltbevölkerung in den letzten 35 Jahren um 35 Prozent verringerte (von etwa 17 auf rund 11 Prozent), können die stabilen Importanteile Europas seit Anfang der 1980er Jahre auch als relative Steigerung interpretiert werden.
Im Falle Asiens führt die Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung zu einer Abschwächung des Trends, da der Anteil Asiens an der Weltbevölkerung kontinuierlich gestiegen ist. Allerdings übersteigt die rund siebzigprozentige Zunahme des Anteils Asiens am weltweiten Warenimport seit Anfang der 1970er Jahre deutlich die knapp fünfprozentige Zunahme des Anteils an der Weltbevölkerung im selben Zeitraum.
Bei Afrika, Süd- und Mittelamerika führt die Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung zu einer Verstärkung des Trends: Die ohnehin abnehmenden Importanteile der beiden Regionen werden relativ – durch jeweils steigende Anteile an der Weltbevölkerung – weiter verringert.
Ein großer Teil der importierten Waren wird innerhalb der eigenen Region (intraregional) gehandelt. Am größten ist der Anteil des intraregionalen Imports in der EU: Im Jahr 2007 stammten 65,0 Prozent des Warenimports aus EU-Mitgliedstaaten. Bei den Staaten des NAFTA bzw. der ASEAN lag der Anteil der intraregionalen Importe im selben Jahr bei 33,7 bzw. 24,5 Prozent.
Die OECD-Staaten importierten 2007 knapp 68 Prozent des weltweiten Imports. 95,0 Prozent des gesamten Warenimports entfielen auf die Mitglieder der WTO; 1948 lag dieser Anteil – bezogen auf das GATT – noch bei 58,1 Prozent.
- Wasserkraft
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Wasserkraft (auch: Hydroenergie) bezeichnet – physikalisch ungenau – die Umwandlung potentieller oder kinetischer Energie des Wassers über geeignete Maschinen in mechanische Energie. In früheren Zeiten wurde diese mechanische Energie in Mühlen direkt genutzt, heute überwiegt die weitere Umwandlung zu Stromerzeugung in Wasserkraftwerken.
Das Nutzen der Wasserkraft ist das Ausnutzen der potentiellen Energie des Wassers im Schwerefeld der Erde, die beim Nach-unten-Fließen in kinetische Energie sowie Wärme durch Reibung am Untergrund umgewandelt wird. Das Wasser wird natürlicherseits durch Verdunstung, den Wind und schließlich den Regen und andere Niederschlagsformen in eine Hochlage gebracht, aus der es dann abfließt und dabei eine Nutzung durch den Menschen mittels Wasserkraftmaschinen erlaubt. Die Wasserkraft gehört damit zu den regenerativen oder erneuerbaren Energiequellen.
- Wasserverfügbarkeit
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Obwohl Wasser die am häufigsten vorkommende Substanz auf der Erde ist, sind von den etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometern (km³) Wasser nur etwa 2,5 Prozent Süßwasser. Davon sind wiederum etwa zwei Drittel in Gletschern und als ständige Schneedecke bzw. als Eis gebunden. Weitere 30 Prozent befinden sich als Grundwasser unter der Erde, knapp ein Prozent bilden Bodenfeuchtigkeit, Grundeis, Dauerfrost und Sumpfwasser. Nur etwa 0,3 Prozent der Süßwasservorräte – 0,0075 Prozent allen Wassers – sind relativ leicht, vor allem in Seen und Flüssen, für den Menschen zugänglich. Hinzu kommen weitere 8.000 km³ in angelegten Talsperren; weltweit existieren rund 45.000 Großstaudämme, die zu einem unverzichtbaren aber ökologisch vielfach bedenklichen Bestandteil der Wasserversorgung geworden sind.
Die Übersicht zur globalen Verfügbarkeit von Süßwasser im Vergleich zur Bevölkerung macht die kontinentalen Unterschiede deutlich und zeigt insbesondere die Belastung Asiens. Dort lebten im Jahr 2001 über 60 Prozent der Weltbevölkerung, der Anteil an der Wasserverfügbarkeit lag jedoch bei lediglich 36 Prozent. Auch in Europa und in Afrika liegt der Anteil an der Weltbevölkerung über dem Anteil an den Süßwasserressourcen.
Der Weltwasserverbrauch hat sich zwischen 1930 und 2002 etwa versechsfacht. Hierfür ist einerseits die Verdreifachung der Weltbevölkerung und andererseits die Verdoppelung des durchschnittlichen Wasserverbrauchs pro Kopf verantwortlich. Die Globalisierung erhöht den Wasserverbrauch sowohl durch ökonomisches Wachstum als auch durch die Verbreitung verbrauchsintensiver Lebensstile.
In Verbindung mit räumlichen und zeitlichen Schwankungen der Wasserverfügbarkeit hat der stetig steigende Anteil des entnommenen Wassers zur Folge, dass Wasser in sehr vielen Nutzungsbereichen knapp wird. Darüber hinaus werden die Süßwasservorkommen durch Klimaänderungen und Verschmutzung weiter verringert. Täglich werden etwa zwei Millionen Tonnen Abfälle in so genannten Vorflutern, Gewässer in denen bewilligt Wasser eingeleitet werden kann, abgelagert. Wenngleich die zuverlässigen Daten unvollständig sind, gehen Schätzungen von einer globalen Abwasserproduktion von etwa 1.500 km³ aus. Unter der Annahme, dass 1 Liter Abwasser 8 Liter Süßwasser verunreinigt, könnte sich die aktuelle Abwasserbelastung auf bis zu 12.000 km³ weltweit belaufen.Mitte dieses Jahrhunderts werden im schlimmsten Fall sieben Milliarden Menschen in 60 Ländern und im besten Fall zwei Milliarden Menschen in 48 Ländern von Wasserknappheit betroffen sein. Trotz der knappen Verfügbarkeit bleiben viele Einsparmöglichkeiten – bessere Bewässerungstechnik, Anbau angepasster Erzeugnisse, achtsames Konsumverhalten und Vermeidung der Trinkwassernutzung im Agrarsektor – ungenutzt.
Datenquellen
United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO): The United Nations World Water Development Report 1, 2003
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Die UNESCO zählt zu den "verfügbaren Süßwasserressourcen" erneuerbare und nicht erneuerbare Grundwasserressourcen sowie Süßwasservorräte aus Seen und Flüssen. Hinzu kommen die vom Menschen angelegten Stauseen. Allerdings bleibt zu bedenken, dass die Wasserverfügbarkeit nicht mit einer leichten Zugänglichkeit gleichzusetzen ist. Die UNESCO geht davon aus, dass das Grundwasser etwa 25 bis 40 Prozent des weltweiten Trinkwassers bereithält.
Quelle: http://www.bpb.de/wissen/VGPF7A,0,0,Wasserverf%FCgbarkeit.html
- Welt-Bruttoinlandsprodukt
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Das Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Jahr 2007 bei etwa 54.300 Milliarden US-Dollar. Hiervon entfielen mit gut 38.400 Milliarden US-Dollar 70,8 Prozent auf die ökonomisch entwickelten Staaten und mit rund 14.100 Milliarden US-Dollar 25,9 Prozent auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten. 3,3 Prozent, knapp 1.800 Milliarden US-Dollar, entfielen auf Süd-Osteuropa und die GUS.
Allein die fünf Staaten mit dem höchsten BIP – USA, Japan, Deutschland, China und Großbritannien – hatten mit einem summierten BIP von 27,5 Billionen US-Dollar einen Anteil von 50,7 Prozent am Welt-Bruttoinlandsprodukt. Bei den zehn Staaten mit dem höchsten BIP waren es 67,1 Prozent (36,4 Billionen US-Dollar). Das zusammengefasste BIP der 20 Staaten mit dem höchsten BIP lag im Jahr 2007 bei 44,1 Billionen US-Dollar, was einem Anteil von 81,3 Prozent am Welt-BIP entspricht. Auf die weltweit 65 Ökonomien, die 2007 ein BIP von mehr als 50 Milliarden US-Dollar erwirtschafteten, entfielen 97,4 Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts.
Auch die regionalen Unterschiede sind gewaltig. Während im Jahr 2007 auf die EU bzw. auf die USA und Kanada 30,9 bzw. 28,1 Prozent des Welt-BIP entfielen, hatte ganz Afrika mit 1,25 Billionen US-Dollar lediglich einen Anteil von 2,3 Prozent am Welt-BIP. Die Anteile Südamerikas bzw. Mittelamerikas und der Karibik waren mit 4,4 bzw. 2,1 Prozent ebenfalls gering. Innerhalb Asiens entfielen 9,8 Prozent des Welt-BIP auf Japan und Südkorea und 13,0 Prozent auf die anderen Staaten Asiens. In den anderen Staaten Asiens – deren Anteil an der Weltbevölkerung im Jahr 2007 bei 53,6 Prozent lag – lebten allerdings mehr als zwanzigmal so viele Menschen wie in Japan und Südkorea.
Wird die Kaufkraft in den jeweiligen Staaten berücksichtigt, verringert sich der Abstand zwischen Arm und Reich: Der Anteil am Welt-Bruttoinlandsprodukt sinkt bei den Staaten mit einem hohen Einkommen von 74 auf 58 Prozent (2007). Bei den Staaten mit mittleren bzw. niedrigen Einkommen steigt der Anteil am Welt-BIP hingegen von 24,5 auf 39 Prozent bzw. von 1,5 auf 3 Prozent.
URL: http://www.bpb.de/wissen/I6PFEV,0,0,WeltBruttoinlandsprodukt.html
- Weltsprache
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Die Zahl der Menschen, die mindestens zwei Sprachen sprechen, hat sich durch die Globalisierung erhöht. Parallel zur Umgangssprache für den Alltag wird immer häufiger eine Weltsprache für Handel, Politik und Fernverkehr genutzt. Bezogen auf die geografische Streuung ist gegenwärtig keine Sprache so verbreitet wie Englisch. Die englische Sprache ist in 59 Staaten Amtssprache und/oder Landessprache; hinzu kommen die Überseeterritorien Großbritanniens. Englisch ist zudem Amtssprache der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und der NATO.
Englisch wird heute von etwa 330 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Werden die Zweitsprachler noch hinzugezählt, sind es etwa 500 Millionen Sprecher. Hochchinesisch ist mit rund 850 Millionen Sprechern zwar die meistgesprochene Muttersprache, aber nur in wenigen Staaten als Zweit- oder Fremdsprache von Bedeutung. Die englische Sprache wird hingegen in mindestens 25 Staaten, in denen sie nicht Amtssprache und/oder Landessprache ist, als Bildungs-, Geschäfts- und/oder Verkehrssprache genutzt. Englisch wird in vielen Staaten als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt und ist die offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Der British Council schätzt die Zahl der zusätzlichen Fremdsprachler auf deutlich mehr als eine Milliarde Menschen.
Die ökonomische und politische Position der USA, die an die Hegemonie Großbritanniens anknüpfte, ist ein wesentlicher Grund für die gegenwärtige Stellung der englischen Sprache. Sowohl der Welthandel – insbesondere der Handel an den Finanzmärkten – als auch der elektronische Informations- und Kommunikationssektor sind stark von der englischen Sprache geprägt. Nach vom British Council veröffentlichten Angaben war im Jahr 2000 bei gut der Hälfte aller Internetnutzer Englisch die Muttersprache, gegenwärtig liegt dieser Anteil bei deutlich mehr als einem Viertel. Die Verringerung des Anteils ist dabei nicht darauf zurückzuführen, dass sich die absolute Zahl der Internetnutzer, die Englisch als Muttersprache haben, verringert hat. Vielmehr hat sich die Zahl der Internetnutzer mit anderen Muttersprachen erhöht (vor allem chinesisch, aber auch spanisch, französisch und portugiesisch).
- Windenergie
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Bei der Windenergie handelt es sich um die kinetische Energie der bewegten Luftmassen der Atmosphäre. Sie ist eine indirekte Form der Sonnenenergie und zählt deshalb zu den erneuerbaren Energien. Die Windenergie-Nutzung mittels Windräder ist eine seit dem Altertum bekannte Möglichkeit, um Energie aus der Umwelt zu schöpfen.
Die ungleichmäßige Einstrahlung der Sonnenenergie auf die Erdoberfläche bewirkt eine unterschiedliche Erwärmung der Atmosphäre, der Wasser- und der Landmassen. Dann ist eine Seite der Erde, die Nachtseite, der Sonne abgewandt, zudem ist die solare Einstrahlung in Äquatornähe größer als an den Polen. Schon durch die hierbei entstehenden Temperatur- und damit auch Druckunterschiede, geraten die Luftmassen zwischen der Zone um den Äquator und den Polen als auch zwischen der Tag- und der Nachtseite der Erde, in Bewegung. Die Rotation der Erde trägt ebenfalls zur Verwirbelung der Luftmassen bei, und die Schiefstellung der Rotationsachse der Erde zur Ebene, die die Erdbahn durch das Umkreisen der Sonne bildet, (ekliptikale Ebene) führt zu jahreszeitlichen Luftströmungen.
Es entwickeln sich Hoch- und Tiefdruckgebiete. Da die Erde sich dreht, sind die vom Hoch- in ein Tiefdruckgebiet fließenden Luftmassen dem Einfluss der aus der Rotation resultierenden Corioliskraft ausgesetzt; sie strömen deshalb nicht geradlinig zum Ziel. Vielmehr bilden sich auf der Nord- und Südhalbkugel Wirbel mit jeweils anderer Drehrichtung. Auf der Nordhalbkugel strömen die Luftmassen (aus dem Weltall gesehen) gegen den Uhrzeigersinn in ein Tiefdruckgebiet hinein und mit dem Uhrzeigersinn aus einem Hochdruckgebiet heraus. Auf der Südhalbkugel sind die Orientierungen umgekehrt.
Zu diesen globalen Störungen kommen lokale Einflüsse hinzu, die Winde entstehen lassen. Aufgrund der verschiedenen Wärmekapazitäten von Wasser und Land erwärmt sich das Land tagsüber schneller als das Wasser, und es weht tagsüber durch die entstehenden Druckunterschiede ein Wind vom Wasser auf das Land. Nachts kühlen die Landmassen schneller ab als das Wasser, und der Effekt kehrt sich um. Zusätzlich kann sich der Wind über dem Wasser ungebremst entwickeln, so dass es besonders in Küstengebieten zu regelmäßigen und starken Winden kommt. Auch durch Bergformationen und andere lokale Ausprägungen (z. B. Städte), kann es zu Windströmungen kommen, die häufig durch Verengungen an Hindernissen (Düsen- oder Kapeffekte) verstärkt werden.
Die Stärke des Windes hängt in den unteren Luftschichten ganz wesentlich von den dort vorhandenen Landschaftselementen ab. Wasser, Wiese, Wald oder Bebauung werden als verschiedene Rauigkeiten abgebildet, die die Reibung der Luft an der Erdoberfläche beschreibt. Dieser Effekt führt zu einer Verringerung der Windgeschwindigkeit, dies in Abhängigkeit von der Höhe über dem Boden.
- World Bank
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Die Weltbank setzt sich aus zwei Institutionen zusammen: der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD – International Bank for Reconstruction and Development) und der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA – International Development Association).
Die IBRD wurde gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (International Monetary Fund – IMF) im Jahr 1944 bei der Währungs- und Finanzkonferenz in Bretton Woods/USA gegründet. Sie ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) mit Sitz in Washington, D.C./USA. Die Gründung der IDA erfolgte im Jahr 1960.
Die IBRD und die IDA bilden zusammen mit der International Finance Corporation (IFC), der Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA) und dem International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID) die Weltbankgruppe. Im Geschäftsjahr 2008 (Juli 2007 bis Juni 2008) vergab die Weltbankgruppe 38,2 Milliarden US-Dollar an Darlehen, Zuschüssen, Beteiligungen, Investitionen und Garantien an ihre Mitglieder und private Investoren in den Mitgliedstaaten. Damit ist die Weltbankgruppe einer der weltweit größten entwicklungspolitischen Akteure. Sie hat mehr als 11.000 Beschäftigte aus 161 Herkunftsländern und unterhält in nahezu 120 Staaten Länderbüros.
Die Kapitaleigner der Weltbank sind die Mitgliedstaaten. Neben einem Grundstock an Stimmrechten für jeden Mitgliedstaat bestimmt der Kapitalanteil der einzelnen Staaten maßgeblich über die Stimmenverteilung bei der IBRD und der IDA. Der Kapitalanteil hängt wiederum von der ökonomischen Leistungsfähigkeit ab. Die IBRD hat mit 186 Mitgliedern einige Mitglieder mehr als die IDA mit 169 (im Juni 2009 trat beiden Institutionen die Republik Kosovo bei).
Aufgabe der Weltbank ist es, den Lebensstandard zu steigern und Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu fördern. Entsprechend ihrer Entstehungsgeschichte vergab die Weltbank in den ersten Jahren überwiegend Kredite für den Wiederaufbau Europas. Heute stehen die ökonomisch sich entwickelnden Staaten im Mittelpunkt.
Zur Erfüllung ihrer Aufgaben vergibt die Weltbank zinsgünstige Darlehen, zinsfreie Kredite und so genannte Mikrokredite. Sie leistet technische Hilfe und koordiniert Entwicklungsprojekte; sie unterstützt ökonomisch sich entwickelnde Staaten in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Kommunikation sowie bei nationalstaatlichen Anti-Korruptionsbemühungen. Zusätzlich betreibt die Weltbank ein Korruptionspräventionsprogramm und engagiert sich im Kampf gegen HIV/AIDS. Die Kreditneuzusagen für Programme zur HIV/AIDS-Bekämpfung lagen in den Jahren 2003 bis 2008 bei insgesamt 2 Milliarden US-Dollar.
Während sich die Arbeit der IBRD stärker auf ökonomisch sich entwickelnde Staaten mit mittleren Einkommen bezieht (Pro-Kopf-Einkommen zwischen 1.095 und 5.300 US-Dollar pro Jahr), konzentriert sich die IDA auf Staaten, deren Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2007 1.095 US-Dollar nicht überschritt oder die als Schuldner zu schwach sind, um Kredite der IBRD zu erhalten.
Im Geschäftsjahr 2008 erhöhten sich die Kreditneuzusagen der IBRD gegenüber dem Vorjahr leicht auf 13,5 Milliarden US-Dollar. Die Auszahlungen von IBRD-Mitteln blieben mit gut 10,5 Milliarden US-Dollar geringfügig unter dem Vorjahreswert. Die Neuzusagen von IDA (konzessionäre Darlehen und Zuschüsse) sanken von 2007 auf 2008 von 11,9 auf 11,2 Milliarden US-Dollar, die IDA-Auszahlungen stiegen von 8,6 auf 9,2 Milliarden US-Dollar. Die über die Weltbankgruppe geleistete Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) der im Entwicklungshilfeausschuss der OECD vertretenden Staaten lag im Jahr 2007 bei 6,1 Milliarden US-Dollar.
Staaten, die ein Darlehen bei der IBRD erhalten, haben 15 bis 20 Jahre Zeit, dieses zurückzuzahlen – die tilgungsfreie Zeit schwankt dabei zwischen drei und fünf Jahren. Die meisten dieser Staaten könnten auch auf privaten Märkten Kredite aufnehmen, jedoch nur zu deutlich schlechteren Konditionen.
Der typische IDA-Kredit ist zinslos und hat eine Laufzeit von 40 Jahren mit 10 tilgungsfreien Jahren – allerdings muss eine Verwaltungsgebühr von 0,75 Prozent der ausgezahlten Summe gezahlt werden. Im Jahr 2008 nahmen 80 Staaten Kredite der IDA in Anspruch. Die IDA gewährt 20 Prozent ihrer gesamten Finanzierungsleistungen als Zuschüsse. Staaten mit hohem Überschuldungsrisiko erhalten nur Zuschüsse und keine Kredite. Länder mit mittlerem Überschuldungsrisiko bekommen die Hälfte ihrer IDA-Leistungen als Zuschüsse und die andere Hälfte als Kredite.
Für stark verschuldete Staaten mit einem sehr niedrigen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (Heavily Indebted Poor Countries – HIPC) wurde auf Initiative der Weltbank und des IMF ein Entschuldungsprogramm beschlossen. Auch wenn die Initiative das grundsätzliche Problem der Schuldenkrise nicht vollständig beheben konnte, beträgt das Volumen der Entschuldung bisher rund 68 Milliarden US-Dollar (Stand: Juni 2009).
Die wirtschaftspolitischen Ansätze der Weltbank führen immer wieder zu Kontroversen. In der Vergangenheit wurde vor allem die eindimensionale Ausrichtung auf ökonomische Wachstumsraten und die zu häufige Förderung von ökologisch und sozial bedenklichen Großprojekten kritisiert.
Allerdings scheint in den letzten zehn Jahren ein Umdenken stattgefunden zu haben, das wohl auch mit dem prominenten Kritiker der Weltbank, Joseph E. Stiglitz, zu tun hat. Stiglitz, der von 1997 bis Anfang 2000 Chefökonom und Vizepräsident der Weltbank war, kritisierte die Arbeitsweise der Bank und forderte ein grundlegendes Umdenken.
Auch wenn Stiglitz nach zunehmendem Druck Ende 1999 seinen Rücktritt bekannt gab, wurde die von ihm vorgestellte, breitere Herangehensweise bei der Entwicklungsarbeit zu einer offiziellen Strategie der Weltbank: Der so genannte CDF (Comprehensive Development Framework) berücksichtigt stärker die verschiedenen Interdependenzen, lokalen Gegebenheiten und ökologischen Folgewirkungen. Dabei sollen die betroffenen Staaten – aber verstärkt auch nicht-staatliche Akteure – Partner und nicht nur Empfänger sein.
Zumindest wird heute bei der Zielsetzung der Weltbank nicht mehr ausschließlich die "ökonomische Wachstumsförderung" betont, sondern immer öfter die "Armutsbekämpfung" und "nachhaltige Entwicklung" in den Mittelpunkt gestellt. Dies trägt der Erfahrung Rechnung, dass Wachstum nicht automatisch die Armut verringert.
URL: http://www.bpb.de/wissen/DBF402,0,0,The_World_Bank.html
- WTO - World Trade Organization
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Der Vorläufer der Welthandelsorganisation (WTO) war das GATT (General Agreement on Tariffs and Trade). In insgesamt acht Verhandlungsrunden des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens zwischen 1947 und 1994 wurden Regeln für den grenzüberschreitenden Handel festgelegt. Die Ziele dieser Verhandlungsrunden waren, wie heute bei der WTO, die Liberalisierung der Märkte, die Senkung von Zöllen und die Schaffung einer Welthandelsordnung.
Bei der letzten Verhandlungsrunde innerhalb des GATT, der so genannten Uruguay-Runde von 1986 bis 1994, wurden die Vereinbarungen zusätzlich zum Warenhandel auf den Bereich der Dienstleistungen (GATS) und des geistigen Eigentums (TRIPs) ausgedehnt und die Gründung der WTO zum 01. Januar 1995 beschlossen. Heute ist das GATT eines der wichtigsten Abkommen innerhalb der WTO.
Wie vorher schon das GATT verfügt auch die WTO über ein Schlichtungsverfahren bei Handelsstreitigkeiten. In der WTO sind alle 153 Mitglieder formell gleichberechtigt, da in den zentralen Organen der WTO jedes Mitglied über eine Stimme verfügt. Allerdings können die politisch und ökonomisch starken Staaten ihre Interessen oft auch ohne formale Privilegien durchsetzen.
Im Jahr 2007 unterlagen 94,1 Prozent des weltweiten Warenexports und 95,0 Prozent des Warenimports den Regelwerken der WTO. 1948 lagen diese Anteile – bezogen auf das GATT – noch bei gut 63 bzw. 58 Prozent. Durch das GATT und die WTO wurden die Zölle in fast allen Marktsegmenten gesenkt.
Die regelmäßig stattfindenden Ministerkonferenzen der WTO haben nach wie vor die Liberalisierung der Märkte zum Ziel. Spätestens seit der Ministerkonferenz in Seattle im Jahr 1999 ist die WTO jedoch zunehmend mit Ansprüchen verschiedener sozialer Gruppen konfrontiert. Gewerkschaften, NGOs und gesellschaftspolitisch aktive Bürger protestierten öffentlich dafür, die Marktliberalisierung nicht über soziale und ökologische Interessen zu stellen. Gleichzeitig forderten die ökonomisch sich entwickelnden Staaten eine Öffnung der Märkte der ökonomisch entwickelten Staaten. Die Konferenz scheiterte inhaltlich an der mangelnden Bereitschaft der ökonomisch entwickelten Staaten, unter anderem ihre subventionierten Agrarmärkte und geschützten Textil- und Kleidungsmärkte zu öffnen.
Spätere Verhandlungen führten dazu, dass Anfang 2005 die Importbeschränkungen für Textilien und Kleidung offiziell aufgehoben wurden. Hier bleibt allerdings abzuwarten, ob die Märkte der ökonomisch entwickelten Staaten nun wirklich offen sind oder ob der Zugang durch nicht-tarifäre Handelshemmnisse (Subventionen, Produktstandards oder Anti-Dumping-Verfahren) erschwert wird. Nach Angaben der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) gehörten Textilien und Kleidung zumindest 2006 und 2007 zu den Produkten, die am stärksten von nicht-tarifären Handelshemmnissen betroffen waren.
In Bezug auf die Agrarmärkte sind bisher nur geringfügige Veränderungen festzustellen. Die Zölle für Agrarprodukte liegen deutlich höher als die Zölle für nicht-agrarische Produkte. Nach Angaben der UNCTAD (ausgehend von den im Jahr 2008 zur Verfügung stehenden Daten) erhoben die ökonomisch entwickelten Staaten bei Agrarprodukten einen durchschnittlichen handelsgewichteten Importzoll von 12,6 Prozent (nicht-agrarische Produkte: 1,5 Prozent). Bei den ökonomisch sich entwickelnden Staaten lagen die entsprechenden Werte bei 15,5 bzw. 4,3 Prozent.
Neben den Zöllen verzerren Subventionen im Agrarsektor den Wettbewerb zusätzlich. Durch Agrarprotektionismus und -subventionen der ökonomisch entwickelten Staaten gingen den ökonomisch sich entwickelnden Staaten nach Schätzungen des United Nations Development Programme (UNDP) und der Weltbank im Jahr 2005 zwischen 60 und 70 Milliarden US-Dollar verloren. Um die Verluste zumindest für die ärmsten Staaten zu verringern, etablierte die EU 2001 die sogenannte "Everything but Arms-Initiative". Diese Initiative ermöglicht den ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten (LDC – Least Developed Countries) den quoten- und zollfreien Marktzugang für alle Waren. Die zunächst für Bananen, Zucker und Reis geltenden Übergangsfristen liefen 2006 bzw. 2009 aus.
Im Rahmen der sogenannten "Doha-Runde" der WTO sollen die Zölle für Agrarprodukte massiv gesenkt werden, die Agrarsubventionen bis 2013 auslaufen und der quoten- und zollfreie Marktzugang der LDCs – mit Übergangsfristen für einzelne Produkte – auf alle ökonomisch entwickelten Staaten ausgeweitet werden. Aufgrund unterschiedlicher Interessen in anderen Verhandlungsbereichen konnte die "Doha-Runde" bisher nicht zu einem Abschluss gebracht werden. Uneinigkeit besteht zum Beispiel bei der Höhe der Importzölle der ökonomisch sich entwickelnden Staaten für Industrieprodukte sowie bei der weiteren Ausgestaltung der 'special agricultural safeguards', mit denen sich Schwellen- und Entwicklungsländer durch temporär höhere Zölle vor unerwarteten Agrarimportschüben schützen können. Die Verhandlungen werden Ende 2009 bei der Ministerkonferenz in Genf weitergeführt.
URL: http://www.bpb.de/wissen/1V2YPW,0,0,WTO_%96_World_Trade_Organization.html