Essay über das Projekt "Destiny"

Wenn man unsere Gesellschaft ansieht kann einem wirklich Angst und Bange werden, die Aussichten unserer Zukunft und der unserer Kinder ist mehr angsteinflößend als ermutigend. Die allgemeine Besorgtheit und Weltuntergangsstimmung ist groß. Kein Wunder bei dem was uns erwartet. Was steht uns denn bevor? Eine Verdreifachung der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser auf 5 Mrd. Menschen bis 2025, Überbevölkerung, Umweltkatastrophen auf Grund von unverantwortlichem Umgang mit der Natur, Krankheiten und Hungersnöte durch Umweltverschmutzung, die damit verbunden Unruhen und Kriege um Energieressourcen und vieles mehr. Die Liste ließe sich noch eine ganze Weile fortsetzten. Trotz der kleinen und bemerkbaren Veränderungen ist es einfach nicht genug was wir tun. Die Ursachen dafür ist meist der Wirtschaftsgedanke beim täglichen Schaffen, Wasser mit von privaten Großkonzernen gesteuert werden, Sicherheitslücken werden aus Kostengründen vertuscht und die Stofftragetaschen im Supermarkt kosten fast 50 Cent mehr wie die billigen Plastikeinwegtragetaschen.
Worüber sich kaum ein Bürger Gedanken macht, ist der riesige Energiehunger den wir haben und den wir um keinen Fall missen wollen oder glauben sie, dass sich die Gesellschaft in ihrem Energiekonsum einschränken lässt? Auch nur für eine Zeit der Überbrückung um auf ein paar Atommeiler verzichten zu können? Nein! Genau deswegen schwinden die Ölvorräte in atemberaubendem Tempo, verpesten wir unsere Atmosphäre. Die so hochgelobten „erneuerbaren Energien“ jedoch birgt auch keine effektive Lösung der Energie- und Umweltprobleme. Die vielen Hindernisse, wie technologische Verfügbarkeit oder die Abhängigkeit der Witterung sind nur ein paar der Probleme. Es war ein guter Schritt in die Richtung des Umweltbewusstseins der Menschen, stetige Forschung lässt sie langsam aber sicher konkurrenzfähig machen durch Steigerung der Effizienz bei mehr oder wenige demselben Kosten/Platzfaktor. Neuste Studien prognostizieren das die Hälfte des weltweiten Energiebedarfs bis zum Jahre 2050 aus regenerativen Quellen stammen könnte. Der politische Aspekt ist dabei keineswegs zu missachten. Selbst Politiker die sich für Menschenrechte einsetzten interessiert es nicht, mit wem sie Geschäfte machen und sehen dabei nicht soweit über ihren Tellerrand schauen oder die Auswirkungen schlichtweg in Kauf nehmen. Man kann den Fernseher ja einfach ausschalten, wenn in den Nachrichten wieder ein Bericht über Unruhen im Nahen Osten kommt.
Diese Nachlässigkeit und Verantwortungslosigkeit betrifft auch das Thema „Wasser“. Diese Problematik zieht weite Kreise über die ganze Welt. Verseuchtes und durch Müll und Chemikalien verdrecktes Wasser, Verschwendung und die Haltung „Wasser ist selbstverständlich“, welche in der westlichen Gesellschaft für wahr gehalten wird sind die Hauptursachen. Nichts auf der Erde ist so wichtig wie Wasser. Wir Menschen brauchen es, die Tiere und Pflanzen brauchen es und der unmögliche Umgang, den wir mit jenem Element pflegen wird, wenn es so weiter geht, die Schlinge der Menschheit sein, die sie sich selbst um den Hals gelegt hat. Wenn die Brunnen versiegen ist es bereits lange zu spät etwas zu tun. Das ist weder übertrieben noch fern der Realität, blickt man in Teile dritten Welt so ist es eine Zukunftsvision für die ganze Menschheit wenn wir keine 180° Wende vollführen. Doch ich möchte hiermit in keiner Weise den Frust, den vielen Menschen über dieses Themen haben, Ausdruck verleihen. Sondern ich möchte auf eine Weise wach rütteln und einen Grund zur Hoffnung aufzeigen. Das Zauberwort für die meisten der oben genannten Probleme ist Nachhaltigkeit. Ganz entgegen dem Spruch „was du heute baust, wird morgen schon nicht mehr stehen“ versucht die IZ mit langsamen und kleinen Schritten die Welt nachhaltig zu verbessern.
Das Prinzip der IZ mit dem Projekt „Destiny“ ist, wie der erste Schritt von Nils Armstrong, nur ein kleiner Schritt für die IZ und doch ein großer Schritt für die Menschheit.
Das Prinzip der IZ mit ihrem Projekt „Destiny“ hat schon so manche Kinnlade dem Erdboden näher gebracht. Und das zu Recht! Erzählt man jemanden davon kommen meist Sprüche wie „das klingt unglaublich“ oder „es muss einen Haken an der Sache geben, es klingt einfach zu genial“. Die Antwort darauf ist immer dieselbe „es ist schlichtweg genial!“. Aber was ist dieses Projekt eigentlich? Was verbirgt sich dahinter? Nicht die Aussicht auf preiswerte, einfach herzustellende und unabhängige Energie für jedermann überzeugt, bei genauerer Betrachtung, alle Skeptiker. Nein, auch die vielen positiven Nebeneffekte leisten ihren Dienst dazu. Zuerst sind diese zu nennen die unmittelbar mit dem umweltfreundlichen Prozess verbunden sind. Der schadstofffreie Prozess produziert als Nebenprodukt nichts Geringeres als Sauberes Trinkwasser und wandelt dabei CO2 in Sauerstoff um bzw. in Form von Mutterboden der in der Landwirtschaft als ausgezeichneter Dünger dient. Weitreichendere Auswirkungen sind vorerst noch unkalkulierbar und doch in jedem Fall positiv. Bedenke man die Autonomie von Ländern der Dritten Welt Großkonzernen gegenüber, Kriege um Öl, die wir in den letzten Dekaden zu verbuchen hatten oder einfach sauberes Trinkwasser für jeden Menschen. Auch und besonders für Menschen, die keinen Anschluss an sauberes Trinkwasser haben, von denen es weltweit mehr als mindestens 50% gibt, wird dieses Projekt ein Regen nach langer Dürre sein. Es wird auf Grund der geringen Kosten möglich sein, dass jeder Staat unabhängig ein solches Programm starten kann. Die politische Stabilität, die dadurch entsteht, ist nur eine der positiven Veränderungen die auf Staatsebene passieren können. Die Frage wie dieser ganze Prozess eigentlich funktioniert beantworte ich im Folgenden. Erhitzt man Algen die im Abwasser heranwachsen zusammen mit Zitronensäure und Wasser in einem Druckgefäß auf 180° maximal 12 Stunden, erhält man Braunkohle, Synthesegas, flüssige Vorstufen von Erdöl und Mutterboden. Bei diesem Vorgang wird auch das Abwasser oder Meerwasser in Trinkwasser umgewandelt. Alles was man dazu benötigt ist Sonne, Meer- oder Abwasser und CO2. An dem Faktor der Alge, der in der Produktion essentiell ist, wir bereits seit längerem geforscht. In manchen Regionen der Erde ist er eine Plage, die durch das Prinzip der IZ, in eine lukrative Einnahmequelle, für die einzelnen Staaten verwandelt werden kann. Die verschiedenen Algen haben unterschiedlich stark ausgeprägte Eigenschaften, und doch eignet sich jede Einzelne für den Prozess der Energiegewinnung. Durchaus ist das Prinzip keine Theorie mehr und jeder Haushalt kann es selbst ausprobieren, dazu wird man auf der Website der IZ eine PDF finden, in der auf ein Basisversuchsaufbau beschrieben ist.
Geht man davon aus, dass das Projekt „Destiny“ hält was es verspricht werden Bürger als auch Staaten unabhängig Energie produzieren können. Genauso sind größere Verbände und gemeinsame Algenfarmen möglich. Für diese Idee gibt es kein Patent, niemand kann einem verbieten, Algen zu züchten und diese zu „verkochen“ überlegt man weiter in dieser Richtung ergeben sich weitere Varianten für die Nutzung dieses Prozesses, der bei Mutter Natur mehrere Millionen Jahre dauert. Die benötigten Rohstoffe findet man nahezu überall und auch die bestehenden Strukturen können genutzt werden wie z.B. Kohlekraftwerke oder Raffinerien. Man kann zu Recht behaupten, dass die Energiesicherheit, die das Projekt bietet, einige Probleme unserer Gesellschaft effektiv und nachhaltig lösen kann. Obendrein machen die Kopplungsmöglichkeiten und geringen Kosten das Projekt für alle Menschen, besonders in Entwicklungsländern interessant. Unumstritten ist die Konkurrenzfähigkeit gegenüber fossilen und atomaren Energieträgern, die hauptsächlich für die Probleme unserer Generation verantwortlich sind. Das natürlich nicht alles Gold ist was glänzt ist auch klar, jedoch sind es eher die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Bedenkt man die Kosteneinbrüche in jenen Wirtschaftssparten und das Wegfallen von Abhängigkeiten.
Abschließend finde ich es persönlich sehr interessant, den Umschwung zu beobachten, der die letzten Jahre in den Köpfen der Menschen passierte. Auch die kleinen Veränderungen, wenn kleinere Betriebe im Schaufenster stolz die Aufschrift tragen wie z.B. „Dieses Kino wird komplett mit regenerativen Energien betrieben.“ Auch kann ich es kaum erwarten, die Veränderungen die dieses Projekt mit sich bringt zu sehen und schaue voller Hoffnung in eine Zukunft der Nachhaltigkeit.
„Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“
Vincent Siedeberg, 5. Oktober 2011, Weingarten
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